Fritz und Renate Gruber, Mitgründer der DGPh und Aufbauer einer der bedeutendsten fotografischen Sammlungen ihrer Zeit – heute im Museum Ludwig Köln.
© Michael DannenmannWer Fotografen entdeckt, ihre Werke sichert und Karrieren ermöglicht, stand in der öffentlichen Wahrnehmung selten im Rampenlicht. Das soll sich ändern: Die Sektion Kunst, Markt und Recht der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh) stiftet den Gruber Award – einen neuen Preis, der den Fotokunstmarkt in den Fokus rückt.
Die Ankündigung erfolgte zum 25-jährigen Jubiläum der Sektion. In der 75-jährigen Geschichte der DGPh ist es das erste Mal, dass eine Auszeichnung gezielt Galeristinnen, Sammlerinnen und Fördernde würdigt: also jene, die zwischen künstlerischer Produktion, Markt und Institutionen vermitteln.
Warum der Markt Anerkennung verdient
Ohne Galerien keine Ausstellungen. Ohne Sammler keine langfristige Bewahrung von Werken. Ohne Fördernde keine Karrieren. Die DGPh benennt diese Abhängigkeit nun ausdrücklich – und macht sie zum Gegenstand einer Auszeichnung. Der Gruber Award, so formuliert es die Gesellschaft, versteht sich als Anerkennung einer „oft im Hintergrund geleisteten, aber essenziellen Arbeit".
Gruber Award – der Name ist Programm
Der Preis trägt den Namen von L. Fritz Gruber, Mitgründer der DGPh im Jahr 1951, Mit-Initiator der photokina und prägende Figur der frühen Fotografiekultur. Gemeinsam mit seiner Frau Renate Gruber baute er eine der bedeutendsten fotografischen Sammlungen seiner Zeit auf – heute im Museum Ludwig in Köln beheimatet. Renate Grubers Anteil an Aufbau und Pflege dieser Sammlung hebt die DGPh ausdrücklich hervor. Der Preis erinnert an beide.
„Fotografie entfaltet ihre Wirkung im Zusammenspiel von künstlerischer Praxis, Markt, Sammlung und Vermittlung. Der Gruber Award macht diesen Zusammenhang sichtbar.“
Thomas Gerwers, Vorsitzender der DGPh-Sektion Kunst, Markt und Recht
Erstverleihung im November 2026 in Paris
Die erste Verleihung des Gruber Award findet im Rahmen der Paris Photo Week im November 2026 statt. Nominierungen kommen von den Mitgliedern der Sektion; eine unabhängige Jury unter der Leitung der Kunstmarktexpertin Simone Klein und des Sektionsvorsitzenden Thomas Gerwers entscheidet über die Preisträgerin oder den Preisträger. Die Jury setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern der Bereiche Fotografie, Markt, Sammlung und Institution zusammen.
Die Sektion Kunst, Markt und Recht wurde 2001 gegründet und zählt heute über 400 Mitglieder. Sie befasst sich mit Kunstmarkt, Galerie- und Auktionswesen, Bewertung fotografischer Werke sowie Urheberrecht und Bildnutzung – Themen, die durch Digitalisierung und Künstliche Intelligenz weiter an Gewicht gewinnen.
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