Um den Spritzwasserschutz nach IP54 zu gewährleisten, verzichtet die SL3-P auf einen Lüfter, was das Gehäuse im Vergleich zu Lumix S1R II etwas schlanker macht.
Bild: LeicaMit der SL3-P bringt Leica bereits die dritte SL-Kamera der dritten Generation auf den Markt. Die SL3-S (hier im Test) mit rund 25 Megapixeln hatten wir in fM 5/25 getestet (Note „Super“, 91,9 %), die SL3 mit 60 Megapixeln in der 6/24 (Sehr gut, 85,4 %). Die SL3-P liegt nun also mit 44 Megapixeln dazwischen, erreicht aber trotzdem die höchste Serienbildfrequenz von 40 Bildern/s.
Ähnlichkeiten und Unterschiede zur Lumix S1R II
Bekanntlich hat Leica eine Technologie-Partnerschaft mit Panasonic und so erinnern viele inneren Werte die SL3-P auch an die Panasonic Lumix S1R II, die wir für Ausgabe 8/25 getestet hatten (Super, 95 %). Äußerlich unterscheiden sich die beiden Kameras allerdings deutlich. Das nach IP54 geschützte Ganzmetallgehäuse der SL3-P ist etwas breiter und höher, aber weniger tief, was unter anderem am Verzicht auf den Lüfter liegen dürfte, der laut Leica wegen der Schlitze den Spitzwasserschutz beeinträchtigen würde.
Starke Unterschiede zeigen sich auch beim Bedienkonzept: Wie ihre Schwestermodelle kommt die SL3-P ohne physikalisches PASM-Rad aus und setzt auf nicht beschriftete Einstellräder und eine Touch-Bedienung. Der 3,2-Zoll-Monitor lässt sich nur nach oben und unten kippen und nicht wie bei Panasonic zur Seite. Dafür hat er eine etwas höhere Auflösung (2,33 statt 1,84 Millionen Punkte). Beim Sucher gibt es dagegen keine Unterschiede (5,76 Millionen Punkte, Vergrößerung 0,78x).
Leica SL3-P mit dem neuen Summilux-SL 1,4/50 mm Asph..
Bild: Leica44 Megapixel und ISO 200.000
Die rückseitig belichteten CMOS-Sensoren scheinen identisch zu sein (8144 x 5424 Pixel = gut 44 Megapixel). Allerdings unterscheiden sich die ISO-Werte. Die SL3-P lässt sich manuell von ISO 50 bis ISO 200.000 einstellen (wie üblich verzichtet Leica auf spezielle erweiterte ISO-Bereiche), während die Lumix ISO 80 bis 51.200 anbietet, die sich auf 50 und 102.400 erweitern lassen.
Kleine Unterschiede zeigen sich auch beim Autofokus: Leica gibt 819 Messfelder mit Phasen-Detektion an, Panasonic 779. Bei der Motiverkennung beherrschen beide Kameras Menschen und Tiere (inklusive Augen) sowie Autos, Panasonic kann aber zusätzlich Flugzeuge, Motor-/Fahrräder, Züge und nach einem Firmware-Update urbane Sportarten wie Skateboard und Parcours identifizieren.
Beide Kameras haben einen integrierten 5-Achsen-Bildstabilisator mit beweglich gelagertem Bildsensor, wobei Leica fünf Blendenstufen Kompensationsleistung angibt und Panasonic bis zu acht in der Bildmitte (beides nach CIPA-Standard). Der beweglich gelagerte Sensor kann auch für Multishot-Hires-Aufnahmen genutzt werden, wobei Aufnahmen mit bis zu 176,6 Megapixeln entstehen.
Der Monitor der Leica SL3-P lässt sich nach oben und unten kippen, aber nicht zur Seite. Für Foto und Video gibt es separate Menüs.
Bild: LeicaSerien mit 40 Bildern/s
Serien schießt die SL3-P wie die Lumix mit elektronischem Verschluss und maximal 40 Bildern/s inklusive AF-Nachführung. Panasonic hat außerdem einen Voraufnahmemodus an Bord, der bei Leica fehlt. Mit mechanischem Verschluss sind bei Leica maximal 7 Bilder/s mit Autofokus möglich, Panasonic gibt 10 an. Kleine Unterschiede zeigen sich bei der Blitzsynchronzeit: Leica: 1/200 s, Panasonic: 1/250 s. Eine Funktion, die Leica Panasonic voraus hat, ist die Unterstützung für Content Credentials, also Metadaten mit Herkunftsnachweisen.
Video mit 8K Open Gate
Videos kann die SL3-P mit der gesamten Sensorauflösung aufzeichnen, also 8,1K Open Gate in 3:2. Flüssigeres 60p ist ab 5,9K möglich und bei 4K gelingen Zeitlupen mit 120p. Über HDMI kann die Kamera 8,1K-Raw in Open Gate ausgeben, die interne Aufzeichnung erfolgt mit H.264, H.265 oder Apple ProRes. Natürlich ist auch eine Aufnahme mit flachem L-Log-Profil möglich, wobei die LUTs „Leica Pure“ und „Leica Cine“ zur Verfügung stehen. Die Lumix S1R II kann zusätzlich intern mit Apple ProRes Raw aufzeichnen und Panasonic bietet ein kostenpflichtiges Update für Arri LogC3 an. Mit dem XLR-Adapter DMW-XLR2 von Panasonic ist die SL3-P übrigens nicht kompatibel. Somit kann sie auch kein 32-Bit-Float-Audio aufnehmen.
Preise und Verfügbarkeit
Die Leica SL3-P ist an dem 25. Juni 2026 für rund 5990 Euro erhältlich, der Straßenpreis der Lumix S1R II liegt bei rund 3150 Euro. Leica bietet außerdem folgende Kits an:
- Mit Vario Elmarit-SL 2,8/28-70 mm Asph.: 6990 Euro.
- Mit Vario Elmarit-SL 2,8/24-70 mm Asph.: 7490 Euro.
- Mit Vario Elmarit-SL 2,8/24-70 mm Asph. und Vario Elmarit-SL 2,8/70-200 mm Asph.: 9790 Euro.
Leica SL3-P mit dem neuen Apo-Macro-Elmarit-SL 2,8/100 mm.
Bild: LeicaSummilux 1,4/50 mm und Apo-Macro-Elmarit 2,8/100 mm
Ende 2026 sollen zwei neue Festbrennweiten folgen: Das Summilux-SL 1,4/50 mm Asph. löst das gleichnamige Objektiv aus dem Jahr 2017 ab und ist deutlich kompakter (Länge 75,5 mm statt 124 mm) und leichter (584 g statt 1065 g). Das nach IP54 geschützte Objektiv nutzt zwei asphärische Linsenelemente, hat eine Nahgrenze von 50 cm, elf Blendenlamellen, ein 67-mm-Filtergewinde und eine Aqua-Dura-Vergütung. Preis: 4500 Euro.
Das Leica SL3-P mit dem neuen Apo-Macro-Elmarit-SL 2,8/100 mm erreicht mit einer Nahgrenze von 30 cm einen Abbildungsmaßstab von 1:1. Es ist 137,6 m lang, 862 g schwer und kostet 2450 Euro. Auch hier gibt es ein 67-mm-Gewinde und eine Aqua-Dura-Vergütung.
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