Das digitale I’m Back Roll Modul ersetzt die Filmrolle und verwandelt analoge 35-mm-Kameras in Digitalkameras mit internem Speicher.
© I'm Back GmbH / ScreenshotIm Frühjahr 2026 hat die I’m Back GmbH aus Lugano den I’m Back Roll als Crowdfunding-Projekt vorgestellt: ein digitales Einsatzmodul für kompatible analoge 35-mm-Kameras. Das Zubehör wird anstelle eines Films in die Kamera eingelegt, arbeitet mit dem mechanischen Verschluss des Kameragehäuses und speichert die Aufnahmen digital. Aktuell steht die Kampagne bei rund 750.000 Euro und hat das ursprünglich angestrebte Finanzierungsziel von 37.896 Euro um das Zwanzigfache übertroffen. Das spricht für einen erstaunlich hohen Bedarf an digitalen Lösungen für Analogkameras.
Was ist der I’m Back Roll?
Der I’m Back Roll ist ein kompaktes Modul für analoge Kleinbildkameras. Es ersetzt die Filmrolle und bringt einen digitalen Bildsensor in Kameras, die ursprünglich für 35-mm-Film gebaut wurden.
Die Kamera bleibt äußerlich und in der Bedienung weitgehend analog. Sucher, Auslöser und Verschluss stammen weiterhin vom Kameragehäuse. Digital ist vor allem die Bildaufzeichnung.
Wie funktioniert der I’m Back Roll in einer analogen Kamera?
Das Modul sitzt im Filmfach der Kamera. Beim Auslösen öffnet der mechanische Verschluss wie gewohnt. Das Bild trifft aber nicht auf Film, sondern auf den Sensor des I’m Back Roll. Gespeichert werden die Dateien anschließend digital.
Damit richtet sich das System an Fotografen, die vorhandene analoge Kameras weiterverwenden möchten, aber auf Film, Entwicklung und Scanprozess verzichten wollen. I’m Back verbindet dafür die Bedienung klassischer Kameras mit digitaler Speicherung und moderner Datenübertragung.
Der I’m Back Roll wird wie ein Film in die Kamera eingelegt und nutzt den mechanischen Verschluss klassischer Analogkameras.
© I'm Back GmbH / ScreenshotWelchen Sensor nutzt der I’m Back Roll?
Für die Bildaufzeichnung nutzt der I’m Back Roll einen Sony IMX571 CMOS-Sensor im APS-C-Format mit 26,1 Megapixeln. Der Sensor misst rund 23,5 x 15,7 Millimeter.
Das APS-C-Format ist kleiner als Kleinbild. Dadurch verändert sich der Bildwinkel der angesetzten Objektive. Ein 50-mm-Objektiv entspricht an APS-C ungefähr dem Bildeindruck eines 75- bis 80-mm-Objektivs an Vollformat.
Warum braucht der I’m Back Roll Crop-Hilfen?
Weil der APS-C-Sensor nicht die volle Fläche eines Kleinbildnegativs nutzt, entsteht ein Beschnitt. Laut Hersteller arbeitet der I’m Back Roll dafür mit Hilfen, die den geänderten Bildausschnitt sichtbar machen. Genannt werden Markierungen beziehungsweise Overlays.
Für die Praxis ist das wichtig, weil der optische Sucher der analogen Kamera weiterverwendet wird. Fotografen müssen daher berücksichtigen, dass der gespeicherte digitale Bildausschnitt kleiner ist als das ursprüngliche Kleinbildformat.
Im I’m Back Roll arbeitet ein Sony IMX571 CMOS-Sensor im APS-C-Format mit 26,1 Megapixeln.
© I'm Back GmbH / ScreenshotWelche Dateiformate und Funktionen bietet der I’m Back Roll?
Der I’m Back Roll unterstützt laut Hersteller RAW- und JPEG-Dateien sowie Video. Bilder und Videos werden intern auf einer SSD mit 64 bis 256 GB gespeichert. Da analoge Kameras keinen Speicherkartenschacht besitzen, erfolgt der Zugriff auf die Dateien über Bluetooth, Wi-Fi, App oder per USB-C-Kabel.
Zur Standardausstattung gehört eine Bluetooth-Fernbedienung. Sie wird am Kameragehäuse befestigt, aktiviert den Sensor vor dem Auslösen, steuert Bluetooth und Wi-Fi und startet den drahtlosen Transfer auf das Smartphone. Für den kabellosen App-Workflow ist sie zentral; alternativ lassen sich die Dateien per USB-C-Kabel direkt vom Roll übertragen.
Wie kommen die Bilder vom I’m Back Roll aufs Smartphone oder den Computer?
Die Aufnahmen liegen nicht auf einer Speicherkarte, sondern auf dem internen Speicher des I’m Back Roll. Per Bluetooth oder Wi-Fi lassen sie sich über eine App auf ein Smartphone übertragen. Alternativ können RAW-, JPEG- und Videodateien per USB-C-Kabel auf einen Computer oder ein Smartphone kopiert werden.
Der USB-C-Anschluss sitzt am Roll-Gehäuse. Er dient zugleich zum Laden des internen Akkus. Der kabelgebundene Transfer erfordert die Öffnung des Kamerarückens, ähnlich wie beim Filmwechsel.
Der USB-C-Anschluss am I’m Back Roll dient zum Laden des internen Akkus und zur kabelgebundenen Übertragung von Fotos und Videos.
© I'm Back GmbH / ScreenshotGibt es ein Display für den I’m Back Roll?
Für den I’m Back Roll gibt es ein optionales 2,5-Zoll-Touchscreen-Display und einen elektronischen Sucher. Beide werden über ein externes Power-Bank-Hub-Modul angebunden, das am Kamerarücken befestigt wird.
Der I’m Back Roll kommuniziert kabellos per Bluetooth und Wi-Fi mit diesem Hub. Display und elektronischer Sucher werden per HDMI-Kabel mit dem Hub verbunden und unterstützen Live-View. Das Hub-Modul besitzt einen eigenen USB-C-Anschluss für die Stromversorgung; die Fernbedienung wird separat per USB-C geladen.
Der optionale elektronische Sucher des I’m Back Roll unterstützt Live-View und wird über das externe Hub-Modul angebunden.
© I'm Back GmbH / ScreenshotMit welchen Kameras ist der I’m Back Roll kompatibel?
Die Kompatibilität ist ein zentrales Thema beim I’m Back Roll. Laut Hersteller umfasst die offizielle Liste mehr als 200 analoge 35-mm-Kameras sowie vier speziell angepasste Modelle. Dazu zählen Systeme zahlreicher Marken wie Nikon, Canon, Pentax, Minolta oder Leica.
Entscheidend ist die Bauform der Kamera: Besonders geeignet sind Modelle mit abnehmbarem Rückteil oder mit einer seitlich öffnenden Filmklappe. Je nach Kamera können Anpassungen nötig sein, etwa der Einsatz eines speziellen Rückdeckels beziehungsweise Adapters.
Warum ist die Kickstarter-Kampagne so erfolgreich?
Die Kickstarter-Kampagne wurde im Frühjahr 2026 gestartet und war in weniger als zwölf Minuten finanziert. Rund 1.500 Unterstützer stellten mittlerweile rund 750.000 Euro bereit. Damit wurde das ursprünglich angesetzte Finanzierungsziel von 37.896 Euro um das Zwanzigfache übertroffen.
Das Projekt trifft damit offenbar einen Nerv: Viele Fotografen besitzen analoge Kameras, die sie weiterhin nutzen möchten, ohne Filmkosten und Entwicklungsaufwand.
Was kostet der I’m Back Roll?
Für die Kickstarter-Kampagne werden Early-Bird-Preise ab umgerechnet rund 465 Euro genannt. Weitere Pakete liegen bei etwa 560 Euro für ein umfangreicheres Set und bei rund 930 Euro für ein Doppelpaket. Als späterer regulärer Preis werden rund 650 Euro genannt.
Die Speicherausstattung unterscheidet sich je nach Paket. Die Basisversion wird mit 64 GB Speicher angegeben; darüber hinaus sind auch Varianten mit 128 GB und 256 GB angekündigt.
Wann ist das I’m Back Roll Gadget zu kaufen?
Trotz des großen Interesses bleibt der I’m Back Roll ein Crowdfunding-Projekt. Damit sind Verzögerungen, technische Änderungen und logistische Probleme möglich. Frühere Projekte von I’m Back waren nach den vorliegenden Informationen ebenfalls von Verzögerungen betroffen.
Auch die Auslieferung verlangt Geduld: Für die APS-C-Version wird nach aktuellem Stand Dezember 2027 genannt. Unterstützer kaufen damit kein sofort lieferbares Serienprodukt, sondern beteiligen sich an einem Projekt mit dem typischen Crowdfunding-Risiko.
Für wen lohnt sich der I’m Back Roll?
Der I’m Back Roll ist vor allem für Fotografen interessant, die analoge Kameras nicht nur sammeln, sondern tatsächlich nutzen wollen. Er verbindet klassische Kamerabedienung mit digitaler Speicherung, App-Anbindung und drahtloser Übertragung.
Das Konzept richtet sich damit an Nutzer, die Haptik, Sucherbild und Mechanik historischer Kameras bewahren, aber auf Film, Entwicklung und Scanprozess verzichten möchten.
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