WideluxX Panoramakamera geht in den Verkauf

Jeff Bridges bringt die analoge Panoramakamera zurück: Die WideluxX kann ab sofort vorbestellt werden. Hinter dem Projekt steht die Leidenschaft des Schauspielers für die klassische Widelux – und der Anspruch, eine rein mechanische Kamera neu zu entwickeln.

Jetzt erhältlich: Die erste Auflage der neuen Swing-Lens Panoramakamera WideluxX kann für 5.200 Euro (Vorkasse) vorbestellt werden.

Jetzt erhältlich: Die erste Auflage der neuen Swing-Lens Panoramakamera WideluxX kann für 5.200 Euro (Vorkasse) vorbestellt werden.

© SilverBridges

Im April 2026 hat die SilverBridges GmbH den Vorverkauf der WideluxX gestartet. Das Unternehmen um Jeff Bridges, seine Frau Susan sowie Marwan El Mozayen und Charys Schuler bietet damit eine moderne Neuinterpretation der japanischen Swing-Lens-Panoramakamera Widelux an. Die erste geplante Produktionsrunde umfasst 350 Exemplare, der Preis liegt bei 5.200 Euro inklusive Mehrwertsteuer.

Neue WideluxX ist „Made in Germany“

Gefertigt und montiert werden soll die WideluxX in Deutschland nahe Wetzlar. Wer bestellt, reserviert einen Platz in der ersten Produktionsrunde und bezahlt den vollen Kaufpreis im Voraus. Die ersten Kameras sollen etwa sechs bis acht Monate nach dem Bestellstart ausgeliefert werden. Die komplette erste Runde soll innerhalb eines Jahres abgeschlossen sein. Zum Angebot gehört auch eine Personalisierung: Käufer geben Initialen an, die in den Kamerabody graviert werden.

WideluxX: Comeback einer besonderen Kamera

Die WideluxX greift ein Kameraprinzip auf, das in der analogen Fotografie eine kleine, aber treue Fangemeinde hat. Die ursprüngliche Widelux entstand 1958 beim japanischen Hersteller Panon Camera Shoko. Sie arbeitete nicht mit einem starren Weitwinkelobjektiv, sondern mit einem schwenkenden Objektiv, das während der Aufnahme vor einem Schlitzverschluss rotiert. So belichtet die Kamera ein langes Panoramaformat direkt auf Kleinbildfilm.

Modelle wie die Widelux F8 wurden vor allem wegen ihres eigenständigen Bildcharakters bekannt. Die Kamera erfasst einen sehr großen Blickwinkel, bildet den Raum aber anders ab als ein normales Weitwinkelobjektiv. Gerade Linien, Bewegung und Perspektive erhalten dadurch eine eigene Dynamik. Für viele Fotografen liegt genau darin der Reiz dieser Technik.

Die Produktion der Widelux endete im Jahr 2000. Danach verschwanden Ersatzteile und gut erhaltene Exemplare zunehmend vom Markt. Zugleich blieb die Kamera unter Sammlern, Analogfotografen und Panoramafans gefragt.

Jeff Bridges und die WideluxX

Jeff Bridges spielt bei der Rückkehr der Kamera eine zentrale Rolle. Der Schauspieler nutzt die Widelux seit Jahrzehnten und machte sie durch seine Aufnahmen von Filmsets auch außerhalb der Analogszene bekannter. Er fotografierte mit ihr Schauspieler, Crews und Drehorte und nutzte dabei gezielt den besonderen Panoramablick der Kamera.

Für Bridges verbindet die Widelux Fotografie und Film. Das schwenkende Objektiv nimmt nicht nur Raum auf, sondern auch einen kurzen Moment von Bewegung. Diese Eigenschaft passt zum Blick eines Schauspielers auf ein Set: Menschen, Licht, Architektur und Atmosphäre erscheinen in einem breiten Bild, das mehr zeigt als ein klassisches Einzelporträt.

WideluxX fügt sich nahtlos in bestehende analoge Arbeitsabläufe ein und verwendet dabei handelsüblichen 35-mm-Film sowie bekannte Entwicklungsverfahren.

WideluxX fügt sich nahtlos in bestehende analoge Arbeitsabläufe ein und verwendet dabei handelsüblichen 35-mm-Film sowie bekannte Entwicklungsverfahren.

© SilverBridges

Aus dieser persönlichen Bindung entstand der Wunsch, das Prinzip der Widelux in die Gegenwart zu holen. Gemeinsam mit Susan Bridges sowie Marwan El Mozayen und Charys Schuler von Silvergrain Classics gründete Bridges die SilverBridges GmbH. Der Name verbindet die Beteiligten und markiert zugleich den Anspruch des Projekts: eine Brücke zwischen analoger Kamerageschichte und heutiger Fertigung zu schlagen.

Rein mechanische Neukonstruktion

Die WideluxX ist keine restaurierte Widelux und keine einfache Wiederauflage alter Bauteile. SilverBridges beschreibt sie als vollständige Neuentwicklung. Das Grundprinzip bleibt erhalten: Ein 26-mm-Objektiv schwenkt während der Belichtung vor dem Film vorbei und erzeugt ein Panoramaformat von 24 x 58 Millimetern. Ein 36er Kleinbildfilm liefert damit etwa 21 Aufnahmen.

Die Kamera arbeitet rein mechanisch und kommt ohne Elektronik aus. Zur Wahl stehen die Verschlusszeiten 1/15, 1/125 und 1/250 Sekunde. Die Blende lässt sich von f/2,8 bis f/11 einstellen. Der feste Fokus reicht ab 1,5 Metern bis unendlich. Der diagonale Bildwinkel beträgt 140 Grad, horizontal erfasst die Kamera 126 Grad. Das Gewicht liegt bei rund 880 Gramm.

Die Neuentwicklung soll vor allem Präzision, Wartungsfreundlichkeit und Haltbarkeit verbessern. Moderne Materialien, engere Fertigungstoleranzen und überarbeitete Bedienelemente sollen die Kamera zuverlässiger machen als viele historische Exemplare. Der Anspruch lautet nicht Nostalgie um jeden Preis, sondern ein analoges Werkzeug, das sich reparieren und lange nutzen lässt.

WideluxX ohne digitales Stitching

Die WideluxX richtet sich an Fotografen, die Panoramen direkt auf Film aufnehmen wollen. Anders als digitale Panoramaaufnahmen entsteht das Bild nicht aus mehreren Einzelbildern am Rechner. Die Kamera belichtet das gesamte Panorama in einem einzigen Vorgang auf dem Film. Dadurch gehören Bewegungen während des Schwenks zum Bild und können bewusst eingesetzt werden.

Das macht die WideluxX für Landschaft, Architektur, Streetfotografie und Porträt interessant. Gleichzeitig verlangt die Technik ein anderes Arbeiten als eine normale Kleinbildkamera. Fotografen müssen den Schwenk mitdenken, Bewegungen im Motiv einschätzen und den passenden Moment wählen. Genau diese Entschleunigung dürfte für viele analoge Fotografen zum Reiz der Kamera gehören.

WideluxX mit begrenzter erster Runde

Die erste Produktionsrunde der WideluxX ist auf 350 Kameras angelegt. Laut Vorbestellangebot kostet die Kamera 5.200 Euro inklusive Mehrwertsteuer; hinzu kommt versicherter Versand. Die Bestellung erfolgt über die Website des Projekts. Wer sich einen Platz sichert, erhält nicht sofort eine fertige Kamera, sondern reserviert ein Exemplar der ersten Runde.

Damit positioniert sich die WideluxX klar im hochpreisigen Segment analoger Spezialkameras. Sie zielt nicht auf den Massenmarkt, sondern auf Fotografen und Sammler, die den besonderen Look der Swing-Lens-Technik suchen und eine neu gefertigte, mechanische Panoramakamera nutzen wollen.

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