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Huawei P50 Pro mit Leica-zertifizierten Objektiven.
Huawei P50 Pro mit Leica-zertifizierten Objektiven.
Bild: Huawei

Ausprobiert: Huawei P50 Pro

Preis: ca. 1200 Euro
26.01.2022

Huawei ist seit längerem als Smartphone-Hersteller mit guter Kameratechnik bekannt. Ein halbes Jahr nach der Einführung in China kommt das neue Flaggschiff P50 Pro nun auch in Deutschland auf den Markt. Wir konnten es bereits ausprobieren.

Seit 2019 leidet Huawei unter dem Embargo der US-Administration, das US-Unternehmen die Lieferung bestimmter Produkte an den chinesischen Hersteller untersagt. Davon betroffen ist vor allem die Software (Google-Dienste), aber auch Hardware wie 5G-Komponenten. Und so kommt auch das P50 Pro ohne 5G und Google-Apps wie den Playstore. Apps könne über Huaweis eigene AppGallery (nach Google und Apple der weltweit drittgrößte App-Store) oder den verknüpften Suchdienst Petal Search heruntergeladen werden. Über letzteren lässt sich bspw. Instagram installieren, wobei die App als nicht verifizierte APK-Installationsdatei vorliegt – ein gewisses Risiko geht der Nutzer auf diesem Weg also ein.

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OLED-Display

Das OLED-Display hat ein Diagonale von 6,6 Zoll und stellt 2700 x 1228 Pixel dar (450 ppi).

Bild: Huawei

Das nach IP68 wasserfeste P50 Pro wird mit Huaweis Nutzeroberfläche EMUI 12 ausgeliefert, darunter liegt eine Android-Version, die Huawei nicht näher benennt. Wie es sich für ein Highend-Smartphone gehört, ist das P50 Pro (von 5G abgesehen) top ausgestattet. Das 6,6-Zoll-OLED-Display stellt 2700 x 1228 Pixel (450 ppi) dar und hat eine Wiederholrate von 120 Hz. Als Prozessor kommt ein Snapdragon 888 4G zum Einsatz, als Speicher stehen 8 GB RAM und 256 GB ROM zur Verfügung. Huaweis SuperCharge-Technologie liefert über USB-C 66 Watt oder kabellos 50 Watt.

Die Kameras des Huawei P50 Pro

Wie schon im Vorgängermodelle P40 Pro und P40 Pro+ (hier geht es zum Test) setzt Huawei auf mehrere Rückseitenkameras mit Leica-zertifizierter Optik, die sich – je nach Aufnahmesituation auf unterschiedliche Weise – gegenseitig unterstützen können. Huawei spricht auch von einer Kamera-Matrix. Im P50 Pro hat Huawei die Zusammensetzung der Kameras allerdings verändert.

Die Hauptkamera hat ein Auflösung von 50 Megapixeln und wird von einer Schwarzweißkamera mit 40 Megapixeln unterstützt, die sich aber nicht separat aktvieren lässt. Die kleinbildäquivalente Brennweite liegt bei rund 27 mm, die echte bei 5,5 mm. Die Sensorgröße gibt Huawei in den technischen Daten nicht an, aus den in den EXIF-Daten hinterlegten echten und kleinbildäquivalenten Brennweiten lässt sich aber der Crop-Faktor von 4,9 errechnen (siehe Tabelle am Ende). Damit dürfte sie etwas kleiner geworden sein, als beim P40 Pro, bei dem wir einen Crop-Faktor von 4,0 ermittelt hatten. Im Normalfall gibt die Hauptkamera Bilder mit 12,5 Megapixeln aus (auch im DNG-Raw-Modus), fasst also immer vier Pixel zu einem Pixel zusammen. Es gibt aber auch einen speziellen Modus, in dem die volle Auflösung als JPEG gespeichert wird, was qualitativ aber keinen Vorteil bietet. Außerdem werden die 50 Megapixel zum digitalen Zoomen genutzt.

Ultraweitwinkelkamera mit sehr kleinem Bildsensor

Ergänzt wird die Hauptkamera um eine Utraweitwinkelkamera mit Blende 2,2 (Brennweite 1,8 mm, 13 mm beim Kleinbild). Mit einem Crop-Faktor von 7,2 ist der Sensor hier sehr klein (beim P40 Pro lag der Crop der Superweitwinkelkamera noch bei 4,1). Die Telekamera in Periskopbauweise hat eine Auflösung von 64 MP, arbeitet aber standardmäßig mit Pixel-Binning und speichert Bilder mit 15,8 MP. Sie hat einen Cropfaktor von 5,3 und ist damit größer als beim Vorgängermodell (Crop 10,7). Sie geht etwas stärker in den Telebereich (ca. 90 mm statt 80 mm), ist dafür aber lichtschwächer geworden: Die Blendenöffnung liegt nun bei f/3,5 (vorher f/2,4). Hauptkamera und Telekamera sind mit einer optischen Bildstabilisierung ausgestattet.

Durchwachsene Bildqualität

Enttäuscht hat uns vor allem die Qualität der Superweitwinkelkamera. Die Rauschunterdrückung in den JPEGs ist hier selbst bei ISO 50 so aggressiv, dass Texturen teilweise extrem verwaschen wirken (siehe den Rasen im Bild unten. Zur genauen Beurteilung lassen sich die Bilder in voller Auflösung herunterladen). Die Raws sind dagegen stark verrauscht. Die Hauptkamera ist deutlich besser, auch hier fällt die Rauschunterdrückung in den JPEGs aber etwas zu stark aus. Die Raws sind dagegen in den unteren ISO-Stufen brauchbar – im Raw-Konverter kann man mit geschickter Rauschreduzierung durchaus gute Bilder erzeugen. Die Telekamera liegt qualitativ zwischen den beiden anderen Kameras.

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Belegbild Superweitwinkelkamera

Superweitwinkelkamera bei 13 mm, IS0 50, JPEG: Im Gras sind kräftige Rauschunterdrückungsartefakte sichtbar.

Bild: Andreas Jordan

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Belegbild Hauptkamera

Hauptkamera bei 27 mm, IS0 50, JPEG: Die Qualität ist deutlich bessere als bei der Superweitwinkelkamera, trotzdem ist auch hier der Rauschfilter zu aggressiv.

Bild: Andreas Jordan

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Belegbild Telekamera

Telekamera bei 90 mm, IS0 50, JPEG: Die Qualität ist etwas schlechter als bei der Hauptkamera, aber bei ausreichend Licht brauchbar.

Bild: Andreas Jordan

Das Huawei P 50 Pro kostet rund 1200 Euro

Das neue Smartphone ist ab sofort zum Preis von ca. 1200 Euro in den Farben Cocoa Gold und Golden Black erhältlich. Bestellungen bis zum 13. Februar 2022 erhalten über die Angebotsseite gratis die Hauwei FreeBuds Pro in Silver Grey dazu.

Übersicht zu den Kameras des Huawei P50 Pro



Huawei P50 Pro  
Kamera 1
Objektiv (Ultraweitwinkel)
2,2/1,8 mm (13 mm)
Kamera 1 Auflösung 13 MP
Crop-Faktor 7,2
Kamera 1 Empfindlichkeit ISO 50 - 16.000
   
Kamera 2
Objektiv (1x)
1,8/5,5 mm (27 mm), OIS
Kamera 2 Auflösung 50 MP (12,5 MP), untersützt von 40 MP SW
Crop-Faktor 4,9
Kamera 2 Empfindlichkeit ISO 50 - 409.600
   
Kamera 3
Objektiv (3,5x, Tele)
3,5/16,9 mm (90 mm), OIS
Kamera 3 Auflösung 64 MP (15,8 MP)
Crop-Faktor 5,3
Kamera 3 Empfindlichkeit ISO 50 - 409.600
   
Kamera 4
Objektiv (Selfie)
2,4/(k.A.) 27 mm
Kamera 4 Auflösung 13 MP
Crop-Faktor k.A.
Kamera 4 Empfindlichkeit k.A. (nicht manuell einstellbar)

 

Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Über den Autor
Andreas Jordan

Andreas Jordan ist Journalist und Mediendesigner und arbeitet seit 1994 als Redakteur und Autor mit den Schwerpunkten Multimedia, Imaging und Fotografie für verschiedene Fach- und Special-Interest-Magazine (u. a. Screen Multimedia, Computerfoto, MACup) und Tageszeitungen (Hamburger Abendblatt, Berliner Kurier). Seit 2003 ist er Redakteur beim fotoMAGAZIN und leitet dort seit 2007 das Ressort Test & Technik.