RAW Photo Festival Worpswede: Finale zum zehnten Geburtstag

Das RAW Photo Festival in Worpswede geht nach zehn Jahren zu Ende. Vom 3. Oktober bis 1. November 2026 blickt die fünfte und letzte Ausgabe auf die bisherige Festivalgeschichte zurück – und richtet mit internationalen Fotoprojekten zugleich den Blick auf aktuelle und künftige Herausforderungen.

Mit „Zurück in die Zukunft“ verabschiedet sich das RAW Photo Festival Worpswede – und richtet zum Abschluss den Blick noch einmal bewusst nach vorn.

Mit „Zurück in die Zukunft“ verabschiedet sich das RAW Photo Festival – und richtet zum Abschluss den Blick noch einmal bewusst nach vorn.

© iStock / RichVintage

2016 begann das RAW Photo Festival als Experiment im traditionsreichen Künstlerdorf Worpswede. Zehn Jahre später schließt sich der Kreis: Für die Abschiedsausgabe unter dem Motto „Zurück in die Zukunft“ konzentriert sich das Festival wieder auf zentrale Schauplätze seiner Anfangszeit. Bespielt werden die Galerie Altes Rathaus, die Marcusheide und das Philine-Vogeler-Haus. Der Eintritt zu sämtlichen Ausstellungen und Veranstaltungen ist frei.

Rückblick auf zehn Jahre RAW Photo

In der Galerie Altes Rathaus zieht Festivalkurator Jürgen Strasser mit „Director’s Choice“ Bilanz. Die Ausstellung versammelt Arbeiten aus den vier bisherigen Festivaljahrgängen von 2016 bis 2023 und zeichnet damit zugleich nach, welche fotografischen Positionen und Themen das RAW Photo Festival bislang geprägt haben. Vertreten sind unter anderem Arbeiten von Peter Bialobrzeski, Johanna-Maria Fritz, Frank Kunert, Laura Pannack, Henrik Spohler und zahlreichen weiteren Fotografinnen und Fotografen.

Mit „Zeichen des Wandels“ verlagert sich der Blick auf die Marcusheide und in die Gegenwart. Acht internationale Positionen beschäftigen sich in der frei zugänglichen Open-Air-Ausstellung mit Klimawandel und Nachhaltigkeit. Beteiligt sind Matthew Abbott, Hans U. Alder, Stefan Boness, Alessandro Cinque, Mohammad Rakibul Hasan, Simone Tramonte, Tommy Trenchard und Sandra Weller.

Eine dritte Ausstellung widmet sich dem Fotobuch. Gemeinsam mit dem PhotoBookMuseum Köln zeigt das RAW Photo Festival im Philine-Vogeler-Haus unter dem Titel „Fotokunst zum Blättern“ ausgezeichnete Fotobuch-Dummys aus den Jahren 2016 bis 2026. Alle drei Festivalorte sind barrierefrei erreichbar.

Rundgänge und Gespräche in Worpswede

Begleitet werden die Ausstellungen von digitalen Angeboten, die zusätzliche Informationen zu einzelnen Arbeiten und ihren Urhebern liefern. Für den Rundgang empfiehlt sich deshalb ein Smartphone mit Kopf- oder Ohrhörern.

Beim letzten RAW Photo Festival steht Worpswede noch einmal ganz im Zeichen der Fotografie.

Beim letzten RAW Photo Festival steht Worpswede noch einmal ganz im Zeichen der Fotografie.

© Jürgen Strasser

An den Donnerstagen 8., 15., 22. und 29. Oktober führt Jürgen Strasser jeweils um 18 Uhr durch Teile des Festivals. Treffpunkt für die After-Work-Rundgänge ist die Galerie Altes Rathaus. Hinzu kommen die RAW Sonntags-Talks am 11., 18. und 25. Oktober sowie am 1. November, jeweils um 15 Uhr. Dabei stehen aktuelle Themen der Fotografie zur Diskussion. Eine Anmeldung ist für beide Veranstaltungsreihen nicht erforderlich.

Am 11. Oktober gehört außerdem die historische Sofortfotografie zum Programm: Marc Kairies porträtiert Besucherinnen und Besucher mit einer Cámara Minutera, einer traditionellen Straßenkamera, bei der Aufnahme und Entwicklung unmittelbar vor Ort stattfinden.

Jürgen Strasser bleibt der Fotografie verbunden

Mit dem Ende des RAW Photo Festivals zieht sich Jürgen Strasser nicht aus der Fotografie zurück. Der Gründer und langjährige Leiter beendet das Festival nach zehn Jahren, weil sich keine Nachfolge für die Organisation gefunden hat, wie er fotomagazin.de im Telefonat verriet. Fehlende Förderer oder Sponsoren seien dagegen nicht der Grund für das Aus.

Strasser will weiterhin als Kurator Ausstellungen entwickeln. Zugleich möchte er wieder stärker an eigenen fotografischen Projekten arbeiten, für die während der vergangenen Festivaljahre wenig Zeit geblieben sei. Auch für Worpswede sieht er die Fotografie mit dem Ende von RAW Photo keineswegs vor dem Aus; weitere Projekte seien bereits in Planung, konkrete Einzelheiten nennt er bislang jedoch nicht.

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