JOBO Silver Printer: Echte Silbergelatine-Prints aus digitalen Dateien

Mit dem JOBO Silver Printer lassen sich digitale Bilddateien direkt auf klassisches Schwarz-Weiß-Fotopapier belichten. Das gemeinsam mit dem Essener Fachlabor Polycolor entwickelte Gerät soll hochwertige Silberhalogenid-Prints für Fotolabore wirtschaftlicher machen.

Der JOBO Silver Printer belichtet digitale Bilddateien vom angeschlossenen Computer direkt auf lichtempfindliches Schwarz-Weiß-Fotopapier. So entstehen echte Silbergelatine-Prints im Format bis 40 × 50 Zentimeter mit einer Auflösung von 260 dpi.

Der JOBO Silver Printer belichtet digitale Bilddateien vom angeschlossenen Computer direkt auf lichtempfindliches Schwarz-Weiß-Fotopapier. So entstehen echte Silbergelatine-Prints im Format bis 40 × 50 Zentimeter mit einer Auflösung von 260 dpi.

© JOBO

Der Gummersbacher Fototechnikhersteller JOBO hat am 26. Oktober 2026 den JOBO Silver Printer vorgestellt. Das zusammen mit dem Essener Fotolabor Polycolor entwickelte Belichtungssystem überträgt digitale Bilddaten auf traditionelles Silbergelatine-Fotopapier. Damit will JOBO die aufwendige Herstellung analoger Schwarz-Weiß-Abzüge vereinfachen und deren Kosten senken.

Wie funktioniert der JOBO Silver Printer?

Der JOBO Silver Printer verbindet digitale Bildverarbeitung mit analoger Fototechnik. Statt ein Negativ mithilfe eines herkömmlichen Vergrößerers auf Fotopapier zu projizieren, belichtet das System die Bildinformationen einer digitalen Datei auf lichtempfindliches Schwarz-Weiß-Papier. So entstehen echte Silberhalogenid-Prints, deren Bild aus Silber und nicht aus Druckertinte oder Toner besteht.

Die maximale Ausgabegröße beträgt 40 × 50 Zentimeter bei einer Auflösung von 260 dpi. Laut JOBO kann das Gerät mehr als fünf unterschiedliche Motive pro Stunde belichten. Voraussetzung ist, dass das Labor zuvor die Kontraste der Bilddateien angepasst hat. Anschließend erfolgt die Belichtung automatisiert, ohne zusätzliche Testabzüge oder manuelle Korrekturen durch Abwedeln und Nachbelichten.

Über 1000 Graustufen durch spezielle Belichtungstechnik

Technisch orientiert sich der JOBO Silver Printer an einem klassischen Vergrößerungsgerät für Planfilm. Zur Ausstattung gehören ein hochauflösendes Panel, eine LED-Lichteinheit und eine kalibrierte Großformatoptik mit 210 Millimetern Brennweite.

Die entscheidende Komponente ist jedoch die Software. Kai Sandner, Gründer des Essener Fachlabors Polycolor, entwickelte dafür einen speziellen Algorithmus. Dieser steuert die Belichtung so, dass zwischen der geringsten optischen Dichte und dem maximalen Schwarz mehr als 1000 Graustufen dargestellt werden können.

Nach Herstellerangaben ermöglicht das Verfahren sowohl eine hohe maximale Schwärzung (D-max) als auch differenzierte Tonwertübergänge. Gerade diese Eigenschaften sind für hochwertige Schwarz-Weiß-Fotografien wichtig.

Was unterscheidet einen Silber-Gelatine Print vom Digitaldruck?

Bei einem klassischen Silbergelatine-Abzug entsteht das Bild durch die Belichtung und chemische Verarbeitung einer lichtempfindlichen Silbersalzschicht. Im Unterschied zu einem Tintenstrahldruck basiert die Bilddarstellung damit auf metallischem Silber.

Besonders Barytpapier wird wegen seiner Oberflächenstruktur und differenzierten Tonwertwiedergabe geschätzt. Die Papierfasern und die fotografische Emulsion verleihen den Abzügen eine charakteristische Bildwirkung. JOBO hebt außerdem die Beständigkeit solcher Prints hervor und nennt für Silbergelatine-Abzüge auf Barytpapier eine Haltbarkeit von mehr als 500 Jahren.

Der JOBO Silver Printer soll diese analogen Bildeigenschaften mit den Vorteilen eines digitalen Workflows verbinden. Als Ausgangsmaterial können dabei auch digitalisierte Analogfotos dienen, deren Negative nicht mehr für eine klassische Vergrößerung zur Verfügung stehen.

JOBO und Polycolor wollen Schwarz-Weiß-Abzüge günstiger machen

Ein traditionell angefertigter Handabzug im Format 40 × 50 Zentimeter beansprucht nach Angaben von JOBO etwa ein bis zwei Stunden Arbeitszeit. Hinzu kommen Materialkosten und häufig mehrere Probeabzüge. Für einen wirtschaftlich kalkulierten Handabzug setzt das Unternehmen deshalb einen Preis von rund 100 Euro an.

Der JOBO Silver Printer soll diesen Aufwand deutlich reduzieren. Die automatisierte Belichtung ermöglicht es Fotolaboren, mehrere Silberhalogenid-Prints innerhalb einer Stunde herzustellen. Dadurch könnten solche Abzüge auch für Kunden interessant werden, die bislang aus Kostengründen auf klassische Handvergrößerungen verzichten.

Zugleich richtet sich das System an Labore, die ihr Angebot um Silbergelatine-Prints erweitern möchten, ohne den zeitintensiven Arbeitsablauf einer manuellen Vergrößerung übernehmen zu müssen.

JOBO Silver Printer: Preis und Verfügbarkeit

Der JOBO Silver Printer kostet 14.900 Euro und kann seit dem 26. Oktober 2026 bestellt werden. JOBO fertigt die Geräte am Unternehmensstandort Gummersbach in kleinen Stückzahlen und auf Kundenauftrag.

JOBO selbst wurde 1923 gegründet und ist vor allem für seine Entwicklungstanks und Rotationsprozessoren bekannt. Mit dem Silver Printer erweitert der Hersteller sein Angebot um ein System, das digitale Bilddaten für die klassische analoge Schwarz-Weiß-Ausbelichtung nutzbar macht.

Entwicklungspartner Polycolor wurde 1988 von Kai Sandner in Essen gegründet. Das Fachlabor bietet unter anderem Filmentwicklung und fotografische Vergrößerungen an. Zu seinen Kunden zählen neben Analogfotografen auch professionelle Fotografen, Galeristen und Stadtarchive.

Weitere Informationen: www.jobo.com und www.polycolor.de.

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