Canon EOS R8 Mark II kommt mit mehr als 60 Verbesserungen


Mit vielen Neuerungen und Verbesserungen wartet Canons Vollformat-Kamera EOS R8 Mark II auf. Damit spricht sie nicht mehr nur Einsteiger an.

Farbiges Porträt von Andreas Jordan vor neutralem Hintergrund

Andreas Jordan

Andreas Jordan ist freier Journalist und Mediendesigner.

Kamera EOS R8 Mark II wird in der Hand gehalten.

Das neue kantigere Design soll an Kameras aus den 80er-Jahren anknüpfen, erinnert aber auch an Konkurrenzmodelle anderer Hersteller.

Bild: Canon

Dass es sich bei der EOS R8 Mark II um mehr als ein kleines Update der EOS R8 (hier im Test) handelt, zeigt schon das neue Design. Die Kamera ist kantiger geworden und knüpft damit an die Modelle der 80er-Jahre an, bspw. die T80 und die EOS 650. Eine der wichtigsten Neuerungen ist der IBIS, der Verwacklungen in Kombination mit einem kompatiblen IS-Objektiv mit bis zu 7,5 Blendenstufen kompensieren soll. Der bewegliche Sensor lässt sich außerdem bei Videoaufzeichnung nutzen, um die Aufnahme zu begradigen („automatische Wasserwaage“).

Eine wichtige Verbesserung bei der Bedienung ist der AF-Joystick auf Rückseite. Sucher (2,36 Mio. Punkte, Vergrößerung 0,7x) und Monitor (3,0 Zoll. 1,62 Mio. Punkte, seitlich schwenkbar) sind gegenüber der EOS R8 unverändert. Ein leichter Staub- und Spritzwasserschutz ist vorhanden, allerdings nicht auf dem Niveau der der teureren Kameras wie der EOS R6 Mark II oder Mark III.

Der 3,0-Zoll-Monitor lässt sich in die Selfie-Position ausklappen.

Der 3,0-Zoll-Monitor lässt sich in die Selfie-Position ausklappen.

Bild: Canon

Der mechanische Schlitzverschluss schafft als kürzeste Belichtungszeit 1/4000 s. Mit elektronische Verschluss sind kürzere Zeiten bis zu 1/16.000 s möglich. Serien mit E-Verschluss gelingen mit bis zu 40 Bildern/s (JPEG und Raw mit AF/AE-Nachführung). Auch eine Voraufnahme-Funktion steht zur Verfügung, bei der 20 Bilder bis zu 0,5 s vor dem eigentlich Auslösen in einen Pufferspeicher geschrieben werden. Mit mechanischem Verschluss sinkt die Geschwindigkeit auf 6 Bilder/s.

Der „Dual Pixel CMOS AF II“ erkennt Menschen, Tiere und Fahrzeuge und kann sogar einzelne Personen registrieren, auf die dann mit Priorität scharfgestellt wird (bei Foto und Video). Bei wenig Licht kann der AF bis -7,5 EV scharfstellen, ein hochlichtstarkes Objektiv (f/1,2) vorausgesetzt.

Canon EOS R8 Mark II von hinten vor weißem Hintergrund.

Neu ist der AF-Joystick neben dem Sucher.

Bild: Canon

24 Megapixel und 3D-Aufnahmen

Bildgebendes Herzstück der EOS R8 Mark II ist ein CMOS-Sensor mit 24,2 Megapixeln (ISO-Bereich bis 102.400) und Dual-Pixel-Technik, bei der alle Pixel aus zwei Fotodioden bestehen. Als erste Kamera kann die neue EOS die doppelten Pixel in eine JPEG-Datei ausgeben. Um die leicht versetzten Pixel nutzen zu können, bietet Canon die neue Software „Dual Pixel 3D Converter“ für Windows an, die ein 3D-Bild bzw. -Video erstellen kann. Das soll sowohl mit den JPEGs der EOS R8 Mark II funktionieren als auch mit den Dual-Pixel-Raws andere Canon-Kameras wie der EOS R6 Mark II (hier im Test) oder Mark III. Zur Weiterverarbeitung in anderen Programmen kann die Software Dateien in den Formaten OBJ und GLB ausgeben.

In der Kamera selber stehen 16 Bildlooks zur Verfügung, darunter die neuen Simulationen für Negativ- und Diafilm. Die Intensität ist bei allen Looks individuell regelbar. Hinzu kommen vier Night-Scene-Modi mit Farbeffekten, die auch auf Videos anwendbar sind. Weitere Funktionen sind Fokus-Bracketing- und -Stacking und ein Panorama-Modus. Gespeichert wird auf SD-Karten, für die ein seitliches Speicherkartenlaufwerk zur Verfügung steht. Der aus der EOS R8 bekannte Akku LP-E17 ermöglicht gemäß CIPA-Standard 340 Aufnahmen.

EOS R8 Mark II von der Seite auf weißem Hintergrund.

Zu den Schnittstellen der EOS R8 Mark II gehören Kopfhörer, Mikrofon, Fernauslöser, HDMI und USB-C.

Bild: Canon

Video mit 4K/60p

Die EOS R8 Mark II wendet sich nicht zuletzt an Content-Creator, die auch Videos aufnehmen. Dabei beherrscht die Kamera 4K/60p ohne Crop, das per Oversampling aus 6K gewonnen wird. Zeitlupen sind bis zu Full-HD/180p möglich. Canon bietet auch (semi)professionelle Funktionen wie C-Log 3 und LUTs. Für einen cineastischen Look steht das Seitenverhältnis 2,35:1 zur Verfügung.

Eine Besonderheit ist der Defokus-Assistent, der zum Ende eines Clips sanft in die Unschärfe überblendet. Eine Voraufnahme-Funktion gibt es auch beim Video. Vlogger spricht der Produktpräsentationsmodus an, der trotz Gesichtserkennung auf einen in die Kamera gehaltenen Gegenstand scharfstellt.

Für den Anschluss von Kopfhörer und Mikrofon sind Miniklinkenbuchsen vorhanden. Über den digitalen Zubehörschuh lässt sich sogar ein XLR-Adapter von Tascam anschließen und Vier-Kanal-Audio aufnehmen. Live-Streaming ist über USB, HDMI und WLAN möglich. Über USB-C lässt sich die Kamera im Betrieb mit Strom versorgen.

EOS R8 Mark II mit Griff EG-E2 von vorne auf weißem Hintergrund.

Wem die EOS R8 Mark II zu klein ist, der kann sie durch den kleinen Handgriff EG-E2 ergänzen.

Bild: Canon

Preise und Verfügbarkeit

Die EOS R8 Mark II ist ab dem 20. Oktober zum Preis von rund 1800 Euro erhältlich. Zusammen mit dem RF 4-7,1/24-105 mm IS STM werden 2200 Euro fällig. Als Zubehör gibt es den kleinen Handgriff EG-E2 für rund 100 Euro.

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