Die neue Canon-Kompaktkamera soll trotz größerem Sensor und lichtstarkem Zoom kompakt genug für die Hosentasche bleiben, so wie hier die Canon PowerShot G5 X Mark II.
© CanonKompaktkameras erleben derzeit ein unerwartetes Comeback. Modelle mit hochwertiger Bildqualität, fest eingebautem Objektiv und kleinen Abmessungen sind wieder stärker gefragt, weil sie sich deutlicher vom Smartphone absetzen und zugleich handlicher bleiben als Systemkameras. (Die besten Kompaktkameras 2026: neun Modelle im Vergleich)
Die Gerüchte mehren sich, dass Canon zwischen Ende 2026 und Februar 2027 mit einer neuen Kompaktkamera auf diese Entwicklung reagieren wird. Wo die neue Premium-PowerShot erstmals gezeigt wird, ist noch nicht bekannt. Sie soll sich stärker an Fotografen als an Videofilmer richten und mit einem größeren Sensor, einem lichtstarken Zoom sowie einem grundlegend neuen Gehäuse im Markt hochwertiger Kompaktkameras positionieren. Eine offizielle Ankündigung gibt es bislang nicht.
Der Trend kommt Canon entgegen. Während einfache Kompaktkameras lange als weitgehend vom Smartphone verdrängt galten, stoßen hochwertige Modelle wieder auf besonderes Interesse. Kameras wie Fujifilms X100-Serie, die Ricoh GR und Sonys RX100 zeigen, dass viele Fotografen weiterhin eine kleine, eigenständige Kamera suchen – vorausgesetzt, sie bietet einen klaren fotografischen Mehrwert gegenüber dem Smartphone. Genau dort könnte Canon mit einer neuen PowerShot ansetzen.
Wird die neue Canon-Kompaktkamera mehr als ein G7 X-Nachfolger?
Ja, darauf deuten die aktuellen Gerüchte hin. Lange galt ein direkter Nachfolger der PowerShot G7 X Mark III als wahrscheinlich. Der jüngste Stand zeichnet jedoch ein anderes Bild: Die neue Kamera soll sich in wesentlichen Punkten von der G7-X-Reihe unterscheiden. Mit einer bloßen G7 X Mark IV im bekannten Gehäuse ist demnach nicht zu rechnen.
Das wäre ein deutlicher Schnitt. Die PowerShot G7 X Mark III kam bereits 2019 auf den Markt und kombiniert einen 20,1-Megapixel-Sensor im 1-Zoll-Format mit einem Zoomobjektiv 24-100 mm entsprechend Kleinbild und Lichtstärke f/1,8-2,8. Das neue Modell soll zwar eine ähnliche Rolle als hochwertige, transportable Fotokamera übernehmen, technisch und gestalterisch aber einen eigenen Weg einschlagen.
Damit wäre auch die Bezeichnung „G7 X-Nachfolger“ nur bedingt passend: Inhaltlich könnte die neue Kamera deren Platz im PowerShot-Programm übernehmen, ohne tatsächlich zur G7-X-Serie zu gehören.
Welchen Sensor bekommt die neue PowerShot?
Zu den interessantesten Gerüchten gehört ein neuer CMOS-Sensor. Er soll größer als der 1-Zoll-Sensor der G7 X Mark III ausfallen, zugleich aber unterhalb des 1,4-Zoll-Sensors der PowerShot V1 bleiben.
Eine konkrete Sensorgröße ist bisher nicht durchgesickert. Angaben zu einem 1,1-, 1,2- oder 1,3-Zoll-Sensor wären deshalb reine Spekulation.
Zudem ist von einem gestapelten Aufbau die Rede. Ein Stacked-CMOS kann Daten besonders schnell auslesen und damit unter anderem Serienaufnahmen, Autofokus und elektronischen Verschluss begünstigen. Auch diese Angabe ist bislang jedoch nicht bestätigt.
Wie lichtstark wird das Objektiv der neuen Canon-Kompaktkamera?
Auch beim fest eingebauten Zoom gibt es Bewegung in der Gerüchtelage. Frühere Informationen nannten eine Lichtstärke von besser als f/2 über den gesamten Brennweitenbereich. Das wäre für eine kompakte Zoomkamera ausgesprochen ambitioniert.
Neuere Hinweise fallen vorsichtiger aus. Danach soll das Objektiv zwar sehr lichtstark sein, möglicherweise jedoch eine variable Anfangsöffnung besitzen. Welche Brennweiten und Blendenwerte Canon tatsächlich plant, bleibt offen.
Ein größerer Sensor und ein besonders lichtstarkes Zoom stellen die Konstrukteure zudem vor ein Platzproblem: Beides benötigt normalerweise mehr Raum. Denkbar ist deshalb, dass Canon optische Fehler teilweise per Software korrigiert, um Objektiv und Gehäuse klein zu halten.
Gerade an dieser Stelle dürfte sich entscheiden, wie kompakt die Kamera tatsächlich wird. Eine Premium-PowerShot verliert einen wesentlichen Teil ihres Reizes, wenn sie zwar hohe Bildqualität bietet, aber nicht mehr bequem in eine Jackentasche oder kleine Fototasche passt.
Die Canon PowerShot V1 richtet sich stark an Foto- und Videonutzer – die neue Canon-Kompaktkamera soll dagegen wieder stärker die Fotografie in den Mittelpunkt stellen.
© CanonIst die neue Canon-Kompaktkamera vor allem für Fotos gedacht?
Ja, die bisherigen Gerüchte sprechen für einen deutlichen Schwerpunkt auf Fotografie. Während Canon die PowerShot V1 stark auf hybride Foto- und Videoanwendungen zugeschnitten hat, soll das neue Premium-Modell wieder stärker für Fotografen entwickelt werden.
Damit schließt Canon eine Lücke im eigenen Programm. Die Kombination aus fest eingebautem Objektiv, hochwertigem Sensor und kleinem Gehäuse richtet sich an Fotografen, die keine Wechselobjektive mitnehmen möchten, sich bei Bildqualität und Bedienung aber klar vom Smartphone absetzen wollen.
Diese Rückbesinnung auf die klassische Fotokamera geht über die technischen Eigenschaften hinaus. Sie kann auch Gestaltung und Bedienung prägen: direkte Einstellmöglichkeiten, eine klare Ergonomie und ein Gehäuse, das nicht in erster Linie auf Vlogging oder Videozubehör zugeschnitten ist.
Kommt die neue Canon-Kompaktkamera im Retro-Design?
Dazu gibt es bislang keine konkreten Hinweise. Ein klassisch gestaltetes Gehäuse passt allerdings gut zum kolportierten Fotofokus. Wenn Canon die neue PowerShot bewusst als Kamera für Fotografen positioniert, unterstreichen traditionelle Bedienelemente und eine von klassischen Kameras geprägte Formsprache dieses Konzept.
Ein Bezug auf die eigene Geschichte liegt nahe. Die Canon AE-1 feiert 2026 ihren 50. Geburtstag und bietet genügend gestalterische Anknüpfungspunkte. Metallische Oberflächen, klar voneinander getrennte Einstellräder oder eine klassische Gehäuseform können der neuen PowerShot einen eigenständigeren Charakter verleihen. Ein solcher Retro-Ansatz darf allerdings nicht zulasten der Ergonomie oder der kompakten Abmessungen gehen.
Kann die neue Canon-Kompaktkamera auch Videos aufnehmen?
Der stärkere Fotofokus bedeutet nicht, dass Canon auf Video verzichtet. Die bisherigen Gerüchte beschreiben eine Kamera, bei der Fotografie wieder im Mittelpunkt steht – nicht ein Modell ohne Videofunktion.
Welche Videoeigenschaften die neue PowerShot bietet, ist bislang allerdings offen. Angaben zu Auflösung, Bildraten, 10-Bit-Aufzeichnung oder weiteren Videofunktionen liegen nicht vor. Gerade im Vergleich zur deutlich stärker auf hybride Nutzung ausgerichteten PowerShot V1 spielt Video bei dem neuen Premium-Modell voraussichtlich eher eine ergänzende als die bestimmende Rolle.
Für die Positionierung ist diese Trennung nachvollziehbar: Die PowerShot V1 spricht Nutzer an, die Foto und Video kombinieren wollen. Die neue Kamera richtet sich dagegen offenbar stärker an Fotografen, die eine hochwertige und kompakte Alternative zur Systemkamera suchen.
Was muss ein G7 X-Nachfolger heute können?
Ein größerer Sensor und ein lichtstarkes Objektiv bilden dafür eine gute Grundlage. Allein reichen diese Merkmale im heutigen Premiumsegment jedoch kaum aus.
Zu den wichtigsten Anforderungen zählt ein schneller Autofokus mit zuverlässiger Motiv-, Gesichts- und Augenerkennung. Eine wirksame Bildstabilisierung ist besonders bei längeren Brennweiten und schlechten Lichtverhältnissen von Vorteil. Hinzu kommen ein hochwertiges Klapp- oder Schwenkdisplay und eine Bedienung, bei der wichtige Aufnahmeparameter direkt erreichbar bleiben.
Auch beim Workflow darf die neue Canon-Kompaktkamera keine unnötigen Hürden aufbauen. USB-C, schnelles WLAN und eine zuverlässige Verbindung zum Smartphone gehören inzwischen zu den Funktionen, an denen sich eine Kamera im Alltag messen lassen muss.
Vor allem aber muss Canon einen schwierigen Spagat schaffen: Die Kamera muss klein genug bleiben, damit Fotografen sie tatsächlich häufiger mitnehmen als eine Systemkamera. Gleichzeitig muss sie bei Bildqualität, Objektiv und Bedienung genügend Abstand zum Smartphone schaffen.
Unter 1.000 Dollar: Canon nimmt Sony RX100 ins Visier
Auch beim Preis kursiert bereits eine Größenordnung. Demnach soll Canon versuchen, die neue Premium-PowerShot unterhalb von 1.000 US-Dollar anzubieten.
Damit bewegt sie sich eher in der Tradition hochwertiger Zoom-Kompaktkameras wie Sonys RX100-Serie als in der deutlich teureren Klasse großer Premiumkameras. Ein solcher Preis ist für die Positionierung wichtig: Die Kamera muss genügend technische Argumente für einen deutlichen Aufpreis gegenüber einfachen Kompaktkameras liefern, darf sich aber gleichzeitig nicht zu stark den Preisen leistungsfähiger Systemkameras annähern.
Ob sich das Ziel angesichts eines größeren Sensors und eines besonders lichtstarken Objektivs halten lässt, bleibt abzuwarten.
Welche weiteren PowerShot-Kameras plant Canon?
Neben einem G7 X-Nachfolger halten sich die Gerüchte über zwei günstigere Canon-Kompaktkameras im Stile der PowerShot ELPH 360 HS (Foto).
© CanonDie hochwertige Kompaktkamera soll nicht Canons einziges neues PowerShot-Modell bleiben. Gerüchten zufolge arbeitet das Unternehmen an mindestens zwei weiteren Kameras.
Eine davon soll einen vergleichsweise großen Sensor mit einem besonders umfangreichen Zoombereich kombinieren. Damit kehrt Canon offenbar auch in das Segment der kompakten Superzoom-Kameras zurück.
Zusätzlich soll eine günstige PowerShot entstehen. Sie reagiert auf die überraschend hohe Nachfrage nach einfachen Kompaktkameras wie der Ixus 285 HS beziehungsweise PowerShot ELPH 360 HS. Genannt werden unter anderem USB-C, WLAN, NFC und ein microSD-Kartensteckplatz.
Alle drei Modelle sollen innerhalb der kommenden zwölf Monate erscheinen.
Wann kommt die neue Canon-Kompaktkamera?
Bei der hochwertigen PowerShot haben sich die Zeitangaben bereits verschoben. Frühere Gerüchte gingen noch von einer Vorstellung im Laufe des Jahres 2026 aus. Inzwischen gilt ein Termin gegen Jahresende 2026 oder in den ersten beiden Monaten 2027 als wahrscheinlicher. Der erste Fall, ein Launch im Herbst 2026 (September–November) würde die Kamera direkt ins wichtige Weihnachtsgeschäft bringen, statt sie bis Ende Februar „liegen zu lassen“. Ebenso möglich, dass die neue Canon-Kompaktkamera erst im Umfeld der CP+ 2027 vorgestellt wird. Die Messe im Pacifico Yokohama findet vom 25. bis 28. Februar 2027 statt.
Bestätigt ist bislang jedoch weder ein Termin noch ein Veranstaltungsort. Auch technische Daten, Modellname und Verkaufspreis stehen nicht fest. Sicher ist deshalb vorerst nur: Die Gerüchte um Canons Rückkehr in den Markt hochwertiger Kompaktkameras werden konkreter. Wenn sich die bisherigen Informationen bestätigen und Canon tatsächlich einen größeren Sensor, ein lichtstarkes Zoom und ein konsequent auf Fotografie zugeschnittenes Gehäuse kombiniert, wird die neue PowerShot deutlich mehr als nur ein verspäteter G7 X-Nachfolger.
Kommt die neue Canon-Kompaktkamera nicht zu spät?
Canon ist mit der geplanten neuen PowerShot-Kompaktkamera nicht zu spät – der Trend flacht zwar ab, bleibt aber strukturell intakt und bietet 2026/27 noch genug Luft für erfolgreiche Neueinführungen. Während der Boom bei den Kompaktkameras nach dem starken 2025er Jahr (+30% bei den Stückzahlen) 2026 langsamer wächst (CIPA-Prognose: +13,6% auf rund 2,77 Mio. Einheiten), zeigt der Markt eine klare Verschiebung hin zu höherpreisigen Premium-Modellen (+49,8% beim Warenwert 2025). Genau in diesem Segment will Canons neues Flaggschiff mit größerem Sensor und lichtstarkem Objektiv antreten. Die Nachfrage bleibt strukturell getragen von Smartphone-Müdigkeit, Social-Media-Effekten und dem Wunsch nach einem dedizierten Foto-Werkzeug, während gleichzeitig bei Konkurrenzmodellen wie Fujifilm X100VI, Ricoh GR IV oder Sony RX100 weiterhin Lieferengpässe herrschen. Wenn Canon Ende 2026 oder Anfang 2027 ein technisch überzeugendes, klar positioniertes Modell nachlegt, trifft es auf einen gereiften, weiter wachsenden Markt mit wenig direkter Konkurrenz im mittleren Premium-Segment. Das Zeitfenster für einen echten Boom-Effekt schließt sich zwar langsam, aber der Zug ist noch lange nicht abgefahren.
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