Sony Alpha 7R VI schießt 30 Bilder/s mit 67 Megapixeln


Sonys neues Flaggschiff Alpha 7R VI schießt trotz Rekordauflösung von 67 Megapixeln bis zu 30 Bilder/s. Auch sonst wurde die spiegellose Vollformatkamera gründlich überarbeitet.

Farbiges Porträt von Andreas Jordan vor neutralem Hintergrund

Andreas Jordan

Andreas Jordan ist freier Journalist und Mediendesigner.

Die Sony Alpha 7R VI arbeitet mit einem neu entwickelten, rückseitig belichteten Full-Stacked-Vollformatsensor mit rund 66,8 Megapixeln und dem Bildprozessor BIONZ XR2.

Die Sony Alpha 7R VI arbeitet mit einem neu entwickelten, rückseitig belichteten Full-Stacked-Vollformatsensor mit rund 66,8 Megapixeln und dem Bildprozessor BIONZ XR2.

© Sony

Herzstück der Alpha 7R VI ist der neue, vollständig gestapelte Exmor-RS-Vollformatsensor mit 66,8 Megapixeln. Ihm zur Seite steht der schon aus der Alpha 7 V bekannte Bildprozessor BIONZ XR2 mit integrierter KI-Einheit. Bemerkenswert ist, dass es Sony gelungen ist, trotz der im Vergleich zur Vorgängerin Alpha 7R V (61 Megapixel) etwas höheren Auflösung die Seriengeschwindigkeit von 10 auf 30 Bilder pro Sekunde mit E-Verschluss, AF-/AE-Nachführung und ohne Sucher-Blackout zu steigern. Damit überbietet die neue Kamera sogar die Alpha 1 II (50 Megapixel, 30 Bilder/s). Selbst Raw-Dateien mit 14 Bit kann sie mit 30 Bildern/s aufzeichnen (ca. 60 in Folge). Bei komprimierten Raw-Dateien mit 12 Bit beträgt die Länge bis zu 150 Bilder. Neu ist das komprimierte HQ-Raw mit bessere Qualität (65 Bilder in Folge). Bei JPEG beträgt die Serienbildlänge 215 in Folge. Im Voraufnahme-Modus zeichnet die Alpha 7R VI bis zu einer Sekunde vor dem vollständigen Auslösen auf.

Mechanischer Verschluss bleibt an Bord

Mit mechanischem Verschluss bleibt die Geschwindigkeit bei 10 Bildern/s, dann aber mit deutlich längeren Bildserien (JPEG >1000, komprimiertes Raw: ca. 535). Präzise Aussagen zur Auslesegeschwindigkeit und zum Rolling Shutter des neuen Sensors macht Sony nicht, beides soll aber besser sein als bei der Vorgängerin. Für eine Blitzsynchronisation reicht die Geschwindigkeit allerdings nicht aus. Hierfür ist nach wie vor der mechanische Verschluss notwendig.

Den Autofokus hat Sony ebenfalls optimiert. 759 Phasen-Messfelder decken 94 % des Bildes ab und arbeiten bis Blende f/22. Die Empfindlichkeit hat Sony auf -6 EV verbessert. In einem speziellen Modus, bspw. für Sternenaufnahmen, funktioniert der Autofokus sogar bis -11 EV. Der AF erkennt wie bisher Menschen, Tiere (inkl. Augen), Insekten, Fahr- und Flugzeuge, soll nun aber auf kleinere Details anspringen und auch die Erkennung menschlicher Posen wurde laut Hersteller verbessert.

Optimierte Bildqualität

Fortschritte verspricht Sony auch bei der Bildqualität. So soll sich der Dynamikumfang von maximal 15 auf 16 Blendenstufen verbessert haben. Den „Dynamik Range Optimizer“ (DRO) hat Sony um drei auf acht Stufen erweitert. Im Composite-Raw-Modus werden mehrere Raw-Dateien aufgenommen, die im Konverter Imaging Edge Desktop verrechnet werden, um das Bildrauschen zu reduzieren und den Dynamikumfang zu erweitern. Wie in der Vorgängerin steht außerdem ein Pixel-Shoft-Modus zur Verfügung, der mit Hilfe mehrerer Aufnahmen die Auflösung erhöht. Der Weißabgleich profitiert von einer KI-Unterstützung, die für natürlichere Farben sorgen soll. Für mehr scharfe Bilder sorgt die weiterentwickelte Bildstabilisierung (IBIS), die nun gemäß CIPA-Standard 8,5 (statt 8) Stufen in der Bildmitte und 7 Stufen am Bildrand kompensiert.

Video mit 8K

Im Videomodus sind nun maximal 8K/30p möglich, alternativ 4K bis 60p bzw. für Zeitlupen bis 120p. In Dual-Gain-Modus, der bis 4K/30p zur Verfügung steht, kann die Alpha 7R VI mit erweitertem Dynamikumfang und reduziertem Bildrauschen aufnehmen. Wie ihre Vorgängerin beherrscht sie eine Fokus-Breathing-Korrektur. Neu ist die Möglichkeit, LUTs zu importieren, das Autoframing und eine LED, welche die laufende Aufnahme kennzeichnet („Tally Light“). Verbessert hat Sony auch den aktiven, elektronischen Bildstabilisator.

Raw-Video kann die Alpha 7R VI nach wie vor nicht intern, sondern nur über HDMI aufzeichnen. Beim Live-Streamig beherrscht die Kamera nun 4K/30p (zuvor 4K/15p). Das integrierte Mikrofon kann jetzt Hintergrundgeräusche reduzieren. Als neues Zubehör bietet Sony den XLR-Adapter XLR-A4 für ca. 750 Euro an. Mit ihm kann die Kamera 32-Bit-Float-Audio intern aufnehmen.

Sucher, Monitor und Ergonomie

Der Sucher hat wie gehabt ein sehr hohe Auflösung von 9,44 Millionen Punkten, ist nun aber drei Mal so hell und unterstützt den größeren Farbraum DCI-P3 sowie die HDR-Darstellung. Keine Veränderungen gibt es bei dem auf vier Achsen in all Richtungen schwenkbaren Monitor (3,2 Zoll, 2,01 Millionen Punkte).

Der 4-Achsen-LCD-Monitor der Sony Alpha 7R VI lässt sich flexibel ausrichten und erleichtert Aufnahmen aus ungewöhnlichen Perspektiven.

Der 4-Achsen-LCD-Monitor der Sony Alpha 7R VI lässt sich flexibel ausrichten und erleichtert Aufnahmen aus ungewöhnlichen Perspektiven.

© Sony

Der Griff wurde für eine bessere Ergonomie leicht modifiziert und die Tasten lassen sich nun beleuchten. Das Wi-Fi-Modul unterstützt neben 2,4 GHz und 5 GHz jetzt auch 6 GHz und es sind zwei USB-C-Buchen vorhanden: Version 3.2 Gen2 mit 10 Gbps für die Dateiübertragung und 2.0 (480 Mbps) für die Stromversorgung. Des weiteren kommt ein neuer Akku (NP-SA100) mit 17 % höherer Kapazität zum Einsatz. Er ermöglicht gemäß CIPA-Standard 710 Aufnahmen mit Monitor und 600 mit Sucher.

Gespeichert wird wie zuvor auf CFexpress Typ A oder SD-Karten, wofür zwei Kombilaufwerke zur Verfügung stehen. Außerdem unterstützt die Alpha 7R VI Sonys „Camera Authenticity Solution“ zur Echtheitsverifizierung von Fotos und Videos im Rahmen des C2PA-Standards.

Preis und Verfügbarkeit

Die Sony Alpha 7R VI ist ab Juni für rund 5100 Euro erhältlich.

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