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Aufmacher Outdoor-Kameras im Test
© Andreas Jordan

Outdoor-Kameras im Test: auf Herz und Nieren geprüft

Nikon Coolpix W300, Olympus Tough TG-5 und Ricoh WG-50 im Vergleich
12.09.2017

Wasser, Matsch und Stürze – auch unter widrigsten Bedingungen sollen sie tadellos funktionieren: Wir hatten drei neue Outdoor-Kameras im Test und geben einen Überblick über alle verfügbaren Modelle

 

Ricoh WG-50

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Ricoh WG-50 Monitor

Die Aufnahmen der WG-50 sind bei ISO 125 angenehm scharf. Der Monitor ist der kleinste im Testfeld

© Ricoh

Die WG-50 ist – bei einem Preis von 250 Euro – die mit Abstand günstigste der neuen Kameras. Wo Ricoh im Vergleich zu Nikon und Olympus gespart hat, zeigt schon ein schneller Blick auf die technischen Daten. So ist das 5fach-Zoom lichtschwächer, es gibt keinen Bildstabilisator, der Monitor ist kleiner und niedrig auflösend und auf Wi-Fi und GPS muss der Käufer verzichten.

Zur Belichtung stehen wie bei Nikon neben einer Programmautomatik Motivprogramme zur Verfügung. Immerhin nimmt die Kamera Videos mit Full-HD-Auflösung und elektronischer Stabilisierung auf.

Ein paar nette Besonderheiten gibt es auch noch: So sorgen sechs LED-Leuchten am Objektiv für die Ausleuchtung im Nahbereich – im Makromodus kann man sich dem Motiv bis auf 1 cm nähern. Passend dazu liefert Ricoh ein „Makro-Stativ“ mit, einen Ring, der rund um das Objektiv angebracht wird. Die Kamera lässt sich nun einfach flach auf das zu fotografierende Objekt legen, das von den LEDs beleuchtet wird – ganz gleichmäßig ist die Ausleuchtung allerdings nicht.

Nicht selbstverständlich sind auch die Intervallaufnahme-Funktion und das Zeitraffervideo. Dank schnellem CMOS-Sensor beherrscht die Kamera außerdem einige Multishot-Funktionen: So werden für HDR-Aufnahmen mit großem Belichtungsumfang mehrere unterschiedliche Belichtungen miteinander verrechnet und bei Nachtaufnahmen wird das Verwackeln reduziert. Der Serienbildmodus fällt mit 1,5 Bildern/s deutlich hinter die Konkurrenz zurück. Der Autofokus ist hingegen ähnlich schnell.

Ideal für den Strand?

Laut technischer Daten ist die Coolpix W300 am besten gegen Wasser abgedichtet: Nikon gibt eine Wassertiefe von 30 m an (für eine Stunde), Olympus 15 m (für eine Stunde) und Ricoh 14 m (für zwei Stunden). Auch äußerlich wirken die Olympus- und die Nikon-Kamera etwas besser abgedichtet. Beim Test an und in Alster und Elbe hatten wir aber bei keiner Kamera Probleme mit dem Eindringen von Wasser.

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Ricoh WG-50: Testbild

Kamera: Ricoh WG-50
Einstellungen: 34 mm (KB-äquiv.), f/4,6, 1/400 s, ISO 125

© Andreas Jordan

Anders sah es mit Sand aus. Nach einigen sandigen Elbwellen war bei der Coolpix W300 der Auslöser blockiert und ließ sich nur mit Mühe wieder freilegen. Bei der Tough TG-5 hatten wir ein ähnliches Problem mit der Speicherkartenabdeckung. Nach etwas mühsamen Wartungsarbeiten waren aber beide Kameras wieder voll einsatzbereit. Trotzdem: Bei Sand ist besondere Vorsicht geboten – auch weil Objektiv und Monitor verkratzen können.

Bildqualität im Vergleich

Gemeinsam haben alle drei Neuen die kleinen 1/2,3-Zoll-Sensoren, die im Vergleich zu größeren Bildwandlern deutliche Einschränkungen bei der Bildqualität mit sich bringen, weil die Pixel sehr klein werden. Olympus hat die Auflösung daher gegenüber der Vorgängerin von 16 auf 12 Megapixel reduziert und verspricht ein verbessertes Rauschverhalten. Die anderen beiden Kameras setzen weiter auf die höhere Auflösung.

Zur Beurteilung der Bildqualität haben wir mit allen drei Kameras unseren visuellen Testaufbau in allen ISO-Stufen fotografiert und zahlreiche Praxisbilder verglichen. Wie zu erwarten, kommt keine an die Bildqualität von Kameras mit größeren Sensoren heran (beispielsweise die Nikon 1 AW1 mit 1-Zoll-Sensor). Doch auch hinter die besten Kameras mit kleinen Sensoren fallen die Outdoor-Modelle zurück, was an den Objektiven liegen dürfte.

Überraschenderweise sind die Aufnahmen der preiswerten Ricoh WG-50 am schärfsten und zeigen die meisten Details. In der Grundempfindlichkeit (ISO 100 oder ISO 125) ist die Schärfe der anderen beiden Kameras zumindest in der Bildmitte okay. Die Tough TG-5 enttäuscht allerdings etwas mit der stärksten Randunschärfe. In den höheren ISO-Stufen zeichnet der Rauschfilter bei allen Kameras die Bilder zunehmend weich.

Bis wann die Bildqualität noch brauchbar ist, hängt natürlich von der Ausgabegröße ab. Für 10x15-Prints oder die Darstellung an normalgroßen Monitoren mögen ISO 800 noch in Ordnung sein, an einem großen 4K-Fernseher werden Unschärfen und Rauschen aber schon ab ISO 200 deutlich sichtbar. Vor allem in den höheren ISO-Stufen rauscht die Olympus Tough TG-5 tatsächlich etwas weniger als die anderen beiden Kameras, allerdings bei einem insgesamt recht matschigen Bildeindruck.

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Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Andreas Jordan
Über den Autor
Andreas Jordan

Andreas Jordan ist Mediendesigner und arbeitet seit 1994 als Redakteur und Autor mit den Schwerpunkten Multimedia, Imaging und Fotografie für verschiedene Fach- und Special-Interest-Magazine (u. a. Screen Multimedia, Computerfoto, MACup). Seit 2003 ist er Redakteur beim fotoMAGAZIN und leitet dort seit 2007 das Ressort Test & Technik.