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iPhone 14 mit fotoMAGAZIN Siegel
Wir konnten das iPhone 14 Pro nach unserem Praxistest mit einem "Super"-Siegel auszeichnen.
Produktfotos: © Apple

Wie gut ist das neue iPhone 14?

Wir haben das iPhone 14 in der Praxis getestet
29.10.2022

Das Apple iPhone 14 Pro kommt erstmals mit einem 48-Megapixel-Sensor und kann große Raw-Files erzeugen. Wir haben das Smartphone auf seine Fototauglichkeit getestet.

Wie jedes Jahr hat Apple eine neue Generation seiner iPhone-Familie vorgestellt. Das iPhone 14 gibt es in insgesamt vier Varianten: Als iPhone 14, als größeres iPhone 14 Plus, als iPhone 14 Pro und als iPhone 14 Pro Max, das noch einmal größer ist.

Für Fotografen interessanter sind die beiden „Pro“-Modelle, da nur sie neben dem Ultraweitwinkel und Weitwinkel (Hauptkamera) auch eine Telekamera haben – sie sind allerdings auch teurer. Und: Nur die beiden Pro-Modelle bekommen Apples neuen und größeren 48-Megapixel-Sensor.

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iPhone 14 Kameras

Die Pro-Modelle haben drei Kameras: Ultraweitwinkel-, Weitwinkel-, Telebrennweite.

Foto: © Apple

Ultraweit und Tele beim iPhone 14 im Vergleich zum iPhone 13

Den großen Sensor gibt es allerdings nur für die Hauptkamera. Ultraweitwinkel- und Telekamera nehmen weiterhin mit 12-Megapixel-Auflösung auf. Geändert haben sich hier lediglich beim Ultraweitwinkel die Brennweite (jetzt umgerechnet 14 Millimeter, beim iPhone 13 waren es noch etwas extremere 13 Millimeter) und der Autofokus: Er ist deutlich schneller geworden. Das ist vor allem bei Makroaufnahmen relevant, da hier das Ultraweitwinkel seine Stärken ausspielt. Beim iPhone 14 Pro kommt es auch noch öfter zum Einsatz, da die neue Hauptkamera eine längere Naheinstellgrenze hat als die des iPhone 13. Ein Nachteil im Vergleich zum Vorgänger, da die Hauptkamera eine bessere Qualität als die Ultraweitwinkelkamera hat.

Ist die Hauptkamera beim iPhone 14 besser geworden?

Apple hat bei  seinem Newcomer die „Hauptkamera“ verbessert: Das Weitwinkel hat jetzt eine Brennweite von 24 statt 26 Millimetern und den oben erwähnten 48 Megapixel-Sensor. Die erfassten Fotos im HEIC-Format haben dennoch nur eine Auflösung von 12 Megapixeln. Das liegt daran, dass hier vier Pixel mit geringer Größe (1,22 Mikrometer) zu einem neuen Pixel mit doppelten 2,44 Mikrometern zusammengefasst werden. Dieses bei anderen Herstellern unter dem Namen „Quad Bayer Filter“ anzutreffende Verfahren führt zu deutlich weniger Störungen und Rauschen auf dem kleinen Sensor.

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Nachtaufnahme mit dem iPhone 14 Pro

Vor allem bei Nachtfotos aus der freien Hand spielt der neue 48-Megapixel-Sensor seine Stärken aus – sofern man Fotos mit 12 Megapixeln erzeugt.

Foto: © Markus Linden

In der Praxis zeigt sich: Bei Tageslicht sind die Fotos zwischen dem älteren iPhone 13 Pro und dem neuen iPhone 14 Pro nicht zu unterscheiden. Bei schlechteren Lichtverhältnissen spielt das Quad-Bayer-Verfahren seine Vorteile aus und die Fotos werden deutlich schärfer, farbkräftiger und selbst bei ISO 2000 ist das Rauschen beherrschbar. Einen (sehr) kleinen Teil dazu trägt das neue Objektiv bei, das mit einer Anfangsöffnung von f/1,5 statt wie bisher f/1,7 etwas lichtstärker ist. Der Löwenanteil geht jedoch auf den Quad-Bayer-Filter zurück, der bei Apple „Quad-Pixel-Sensor“ heißt und die Bildaufbereitung „Photonic Engine“. Zusammen mit der optischen Bildstabilisierung sind so in der Praxis städtische Nachtaufnahmen aus der Hand heraus möglich.

Aufnahmen von Raw-Bildern und mehr Megapixel

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Windmühlen. Langzeitbelichtung mit dem iPhone 14

Der Zweifach-Modus der Hauptkamera entspricht mit 48 Millimetern der Normalbrennweite mit natürlichem Bildeindruck. Hier im Live-Modus mit der Op­tion „Langzeitbelichtung“.

Foto: © Markus Linden

Alternativ können Fotografen auch die 48 Megapixel für die Auflösung nutzen. Dann muss man allerdings in den Optionen die Kamera auf „Raw“ stellen. Die Fotos werden so in Apple ProRaw gespeichert und nehmen rund 60 MB Platz auf dem iPhone-Speicher bzw. später im Computer ein. Das DNG-Format kann sowohl von Apples Foto-Anwendung als auch von Lightroom oder Photoshop bearbeitet werden. Im Test zeigte Lightroom noch Schwierigkeiten beim Zuweisen des korrekten Profils – das lässt sich manuell beheben und sicherlich wird ein zukünftiges Update die iPhone 14-Daten berücksichtigen. Im Raw lassen sich mehr Details bewahren als in den HEIC-Daten, die Apple etwas aggressiv aufbereitet und die ja auch nur 12 Megapixel auflösen. Allerdings: Bei Nachtfotos ist das Pixel-Binning des Quad-Bayer-Filters dem Raw-Modus vorzuziehen, da nur so das Rauschen in den Griff zu kriegen ist.

Und noch eine Verbesserung geht mit dem neuen Sensor einher: Apple konnte dem iPhone jetzt neben den früheren Zoom-Faktoren „05“ (Ultraweitwinkel), „1“ (Hauptkamera) und „3“ (Telebrennweite) auch den Faktor „2“ hinzufügen. Dieser gewinnt aus dem 48-Megapixel-Sensor „echte“ (nicht interpolierte) 12 Megapixel. So steht iPhone-Nutzern wieder ein „Normalbrennweiten“-Modus zur Verfügung. Die Verbesserungen des Quad-Bayer-Filters stehen aber auch in diesem Modus  nicht bereit.

Was kann die Frontkamera vom iPhone 14?

Die Frontkamera (meist für Selfies genutzt) hat jetzt einen Autofokus und stellt automatisch auf das Gesicht scharf. Außerdem hat Apple auch hier eine etwas größere Blende eingebaut als noch im Vorgängermodell, sodass bei schlechten Lichtverhältnissen bessere Selfies entstehen. Aber von den Lowlight-Fähigkeiten der Hauptkamera ist die Frontkamera weit entfernt.

Videoaufnahmen mit dem iPhone

Mit dem iPhone 13 führte Apple den Kino­modus ein: Ein künstlich eingerechnetes Bokeh nicht nur für Fotos, sondern auch für Videos. Er funktioniert beim iPhone 14 Pro jetzt nicht nur in HD (die Voreinstellung), sondern kann auch in der 4K-Auflösung genutzt werden. Dabei wählt man zwischen 24 Bildern/s und 30 Bildern/s, wobei letztere Einstellung bereits 170 MB pro Minute als Speicherplatz benötigt. Bei „normalen“ Videos ohne eingerechnetes Bokeh sind übrigens 4K mit bis zu 60 Bildern/s möglich, die dann mit rund 440 MB pro Minute gespeichert werden. Deutlich steigern lassen sich Videoqualität und Speicherbedarf, wenn in Apple ProRes-Format aufgenommen wird. Dann werden bis zu 6 GB pro Minute fällig. Dieser Modus funktioniert nur mit iPhones 14 Pro ab einem Speicher von 256 Gigabyte.

Bei Videos kann jetzt auch neben der optischen Stabilisierung zusätzlich eine digitale Stabilisierung eingeschaltet werden. Das ist vor allem dann von Vorteil, wenn sich Kameramann oder -frau selbst stark bewegen. Allerdings wird dann der Bildausschnitt beschnitten.

Was hat das iPhone 14 sonst noch zu bieten?

Der LED-Blitz kann sich jetzt an die Brennweite der Kameras anpassen und den entsprechenden Ausschnitt beleuchten. Zusätzlich zur verbesserten Kamera und Blitzgerät hat das iPhone 14 Pro den neuen A16 Bionic-Prozessor und ein „Always-on“-Display: Fotos und Textinfos sind ständig sichtbar, auch im Ruhemodus (leicht abgedunkelt). Außerdem gibt es einen satellitengestützten Notrufmodus, mit dem ein Notsignal auch ohne Mobilfunk­empfang abgegeben werden kann. Das allerdings ist noch nicht freigeschaltet und kann in Europa noch etwas dauern. Zusätzlich besitzt es eine Unfallerkennung  und ein sehr präzises Dualfrequenz-GPS.

7 Smartphone-Alternativen zum iPhone

 

Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Markus Linden
Über den Autor
Markus Linden

Markus Linden hat sein Hobby zum Beruf gemacht: Er schreibt on- und offline über Fotografie und Fotografen, organisiert Fotowettbewerbe und fotografiert selbst leidenschaftlich gerne. Dem fotoMAGAZIN ist er seit 2003 zunächst als Redakteur und jetzt als freier Mitarbeiter verbunden.