Blackmagic Design hat am 13. April 2026 auf der NAB in Las Vegas DaVinci Resolve 21 vorgestellt und die Software damit gezielt in Richtung Fotografie geöffnet. Das Update bringt ein neues Foto-Modul, überträgt den bekannten nodebasierten Grading-Workflow auf Standbilder, ergänzt KI-Werkzeuge für Auswahl, Schärfung und Porträtkorrektur und bindet Fotos zugleich in Resolve, Fusion, Fairlight und Blackmagic Cloud ein.
Was ist neu an DaVinci Resolve 21?
Die wichtigste Neuerung von DaVinci Resolve 21 ist das Foto-Modul. Fotos lassen sich dort importieren, verwalten, in voller Originalauflösung und im ursprünglichen Seitenverhältnis zuschneiden und direkt mit dem Farbe-Modul verknüpfen. Blackmagic öffnet damit sein Color-Grading-System erstmals konsequent für die Standbildbearbeitung.
Entscheidend ist der Aufbau: DaVinci Resolve 21 organisiert Eingriffe nicht primär über klassische Ebenenstapel, sondern über Nodes. Korrekturen können seriell oder parallel angelegt, einzelne Bildbereiche separat behandelt und Looks über geteilte Nodes auf ganze Bildserien übertragen werden. Für Fotografen ist das keine kleine Ergänzung, sondern ein anderer Denkansatz in der Bearbeitung.
Wo liegen die Stärken von DaVinci Resolve 21?
Die größte Stärke von DaVinci Resolve 21 liegt in der Farbgestaltung. Primärkorrekturen, Kurven, Qualifier, Power Windows und der Node-Editor stehen nun auch für Fotos bereit. Wer Farbigkeit nicht nur grob anfasst, sondern gezielt in Hauttöne, Hintergründe, Kontrastebenen oder Motivbereiche eingreifen will, bekommt hier Werkzeuge, die bislang vor allem aus der professionellen Film-Postproduktion bekannt sind.
Die zweite große Stärke ist die Serienbearbeitung. Mit LightBox, Alben, Filterfunktionen und geteilten Nodes ist DaVinci Resolve 21 klar auf Bildstrecken ausgelegt. Ein Look muss nicht für jedes Foto neu gebaut werden, sondern kann auf eine Serie übertragen und anschließend fein nachgeführt werden. Gerade für Porträt-, Hochzeits-, Editorial-, Mode- oder Produktstrecken ist das ein handfester Vorteil.
Die dritte Stärke ist die Verbindung von Foto und Video. Fotos sind in DaVinci Resolve 21 nicht ausgelagert, sondern Teil derselben Projektumgebung wie Schnitt, Compositing, Audio und Cloud-Kollaboration. Wer Kampagnen, Reels, Clips und Standbilder gemeinsam produziert, kann denselben Look medienübergreifend aufbauen und pflegen.
Wie unterscheidet sich DaVinci Resolve 21 in der Praxis von Lightroom und Photoshop?
Der Unterschied wird am deutlichsten bei einer Bildserie. In Lightroom wird ein Look typischerweise über Presets, Regler und Synchronisierung auf weitere Bilder übertragen. In Photoshop würde man Einzelbilder stärker separat und ebenenbasiert bearbeiten. DaVinci Resolve 21 setzt dagegen auf einen nodebasierten Aufbau, bei dem Korrekturen als klar getrennte Bearbeitungsschritte sichtbar bleiben und sich gezielt kombinieren lassen.
Für eine Porträtstrecke heißt das konkret: Ein Grundlook für Kontrast, Farbstimmung und Haut wird einmal aufgebaut, danach über geteilte Nodes auf die gesamte Serie übertragen und pro Bild angepasst. Das ist vor allem dann stark, wenn ein konsistenter Stil über viele Motive hinweg gehalten werden muss. Resolve denkt also weniger vom einzelnen Foto aus, sondern stärker von der zusammenhängenden Strecke.
Wie stark ist DaVinci Resolve 21 bei der Serienbearbeitung?
Gerade hier liefert das Material die klarsten Argumente. Die LightBox-Ansicht zeigt ein gesamtes Album inklusive aller bereits angewendeten Gradings. Änderungen an einem Bild werden im Kontext der ganzen Sammlung sichtbar. Gefiltert werden kann nach bearbeitetem Status, Sternebewertung, Fähnchen und Clipfarbe.
Dazu kommen Alben, die sich etwa nach Drehtag, Kameramodell oder beliebigen anderen Kriterien anlegen lassen. Rohdaten-Einstellungen können stapelweise angepasst werden, und für einen schnellen Zugriff erscheinen Alben in den Schnitt- und Montage-Modulen sogar als Timelines. Genau an diesem Punkt wird sichtbar, dass Blackmagic Foto- und Videologik nicht mehr trennt.
Welche KI-Funktionen bietet DaVinci Resolve 21?
Blackmagic stattet DaVinci Resolve 21 mit mehreren KI-Werkzeugen aus, die auch für Fotografen relevant sind. Am praktischsten ist das dort, wo die Tools einen klaren Zeitvorteil bringen. AI Magic Mask erstellt mit einem Klick Auswahlen von Personen oder Objekten. Das ist nützlich, wenn Motiv und Hintergrund getrennt geführt werden sollen. AI UltraSharpen dient zum Hochskalieren und Nachschärfen schwacher Vorlagen. AI Blemish Removal reduziert Hautunreinheiten, während Face Reshaper und Face Age Transformer in Gesichtsform und Alterswirkung eingreifen.
Besonders interessant ist AI CineFocus. Das Werkzeug erlaubt es, den Fokuspunkt nachträglich festzulegen und Parameter wie Blende, Schärfentiefe, Bokeh und optische Effekte zu beeinflussen. Für Fotografen ist das vor allem bei Porträts oder bei Aufnahmen relevant, die in der Schärfe knapp danebenliegen, gestalterisch aber noch Potenzial haben.
Wo endet die Stärke von DaVinci Resolve 21 bei der Retusche?
Hier muss man sauber trennen. DaVinci Resolve 21 kann Hautunreinheiten reduzieren, Gesichtsmerkmale anpassen, Motive maskieren, Schärfe verbessern und Fokuszonen verlagern. Für schnelle Porträtkorrekturen und lookorientierte Eingriffe ist das stark.
Sobald es aber um aufwendige Beauty-Retusche, komplexe Composings, feinste Maskierungen, Typografie, Layout oder präzise Montagen aus vielen Einzelteilen geht, bleibt Photoshop die stärkere Lösung. DaVinci Resolve 21 ist ein sehr starkes Farb- und Postproduktionswerkzeug, aber kein vollwertiger Ersatz für Photoshop bei jeder Form manueller Detailarbeit auf Pixelebene.
Wo ist Lightroom besser als DaVinci Resolve 21?
Lightroom bleibt vor allem bei Katalog, Archiv und klassischem Foto-Workflow im Vorteil. Sammlungen, Stichwörter, Filter, Cloud-Sync, mobile Nutzung und die Verwaltung großer Bestände gehören weiterhin zu den klaren Lightroom-Stärken. Resolve arbeitet projektbasiert. Das ist gut für einzelne Jobs, Kampagnen und Bildserien, aber weniger als langfristige Schaltzentrale für sehr große Archive gedacht.
Auch im vertrauten RAW- und Fotografen-Alltag ist Lightroom für viele Nutzer näher an etablierten Routinen. Wer vor allem Bilder sichtet, entwickelt, verschlagwortet und in klassische Publishing- oder Druckprozesse überführt, wird dort meist schneller ans Ziel kommen.
Kann man bestehende LUTs in DaVinci Resolve 21 importieren?
Ja. Im Foto-Modul lassen sich Looks direkt mithilfe von LUTs anwenden. Außerdem können Anwender LUTs erzeugen, um sie später in der Kamera oder beim Monitoring zu verwenden. LUTs sind damit ein fester Bestandteil des Workflows in DaVinci Resolve 21.
Für Fotografen und hybride Creator ist das ein wichtiger Punkt. Wer bereits mit definierten Farbcharakteristiken arbeitet, kann bestehende Looks in DaVinci Resolve 21 weiterführen und über Fotos und Videos hinweg konsistent einsetzen. Genau für diesen medienübergreifenden Einsatz ist die Software besonders attraktiv.
Wie nützlich ist die direkte Kameraanbindung in DaVinci Resolve 21?
Ein konkreter Praxisvorteil ist die Kamerasteuerung. Sony- und Canon-Kameras lassen sich laut Blackmagic direkt an ein Resolve-System anbinden. ISO, Belichtung und Weißabgleich können dann in der Software eingestellt, das Bild im Live-View kontrolliert und Aufnahme-Presets gespeichert werden. Die Bilder landen direkt im Album.
Das ist vor allem für Studio-, Produkt-, Mode- und kontrollierte Porträtproduktionen interessant. Dort, wo tethered gearbeitet wird und ein definierter Look schon beim Shooting sichtbar sein soll, verbindet DaVinci Resolve 21 Aufnahme und spätere Bearbeitung enger als viele klassische Fotoworkflows.
Für welche Fotografen lohnt sich DaVinci Resolve 21 wirklich?
DaVinci Resolve 21 lohnt sich vor allem für Fotografen und Creator, die Farbe als zentrales Gestaltungsmittel verstehen, in Serien denken oder parallel Foto und Video produzieren. Wer Kampagnen, Social-Media-Inhalte, Porträtstrecken, Reels oder Bewegtbild und Standbilder mit identischem Look ausliefert, findet hier einen ungewöhnlich geschlossenen Workflow.
Weniger passend ist die Software für Fotografen, deren Alltag vor allem aus Langzeitarchiven, klassischer Katalogpflege, umfangreicher Verschlagwortung und pixelgenauer High-End-Retusche besteht. Da bleiben Lightroom und Photoshop näher am Bedarf. Resolve ersetzt Adobe also nicht pauschal, sondern setzt einen anderen Schwerpunkt: Farbe, Konsistenz und Hybridproduktion.
Wann ist DaVinci Resolve 21 verfügbar?
Blackmagic stellt die Public Beta von DaVinci Resolve 21 ab sofort auf der eigenen Website kostenlos zum Download bereit. Der Einstieg ist damit unmittelbar möglich.
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