Vivo X500 Pro Max im Test


Mit dem X500 Pro Max hat Vivo vor kurzem ein neues hochwertiges Smartphone in Kooperation mit Zeiss vorgestellt. Wir haben das Android-Gerät zusammen mit dem 200-mm- und 400-mm-Telekonverter ausführlich getestet.

Farbiges Porträt von Andreas Jordan vor neutralem Hintergrund

Andreas Jordan

Andreas Jordan ist freier Journalist und Mediendesigner.

Der 400-mm-Telekonverter macht aus dem Vivo X500 Pro Max eine Superzoomkamera.

Der 400-mm-Telekonverter macht aus dem Vivo X500 Pro Max eine Superzoomkamera.

Bild: Andreas Jordan

Seit 2020 arbeiten Vivo und Zeiss bei Smartphones zusammen. Das Know-how von Zeiss fließt dabei unter anderem in die Objektive ein, speziell in die Zeiss T*-Vergütung und die apochromatische Konstruktion der Teleobjektive. Bei dem von uns getesteten X500 Pro Max kommt außerdem ein „Zeiss Master Color Display“ mit einer Diagonale von 6,85 Zoll (3168 x 1440 Pixel) zum Einsatz. Es gewährleistet eine hohe Farbkonsistenz von der Aufnahme bis zur Wiedergabe. Dank einer maximalen lokalen Spitzenhelligkeit von 4400 Nits und bis zu 2000 Nits auf der gesamten Fläche ist es auch bei Sonnenschein sehr gut ablesbar.

Das Vivo X500 Pro Max ist in „Moonlit Black“ oder „Starry Grey“ erhältlich.

Das Vivo X500 Pro Max ist in „Moonlit Black“ oder „Starry Grey“ erhältlich.

Bild: Vivo

Die drei Rückseitenkameras des X500 Pro Max sind mittig im Kreis angeordnet, sodass das Smartphone – anders als manches Konkurrenzprodukt – ohne zu wackeln auf dem Tisch liegt. Vivo liefert eine Hülle mit, an die sich die Telekonverter per Adapter unkompliziert anbringen lassen. In der Vivo-Kamera-App können die Konverter schnell über ein Icon auf dem Hauptscreen aktiviert werden.

Ansonsten hält die Vivo-Kamera-App einige Besonderheiten bereit. Im Portrait-Programm steht eine virtuelle Blende von f/16 bis f/0,95 mit entsprechender Hintergrundunschärfe zur Verfügung. Dabei lassen sich auch die Bokeh-Stile verschiedener Zeiss-Objektive simulieren (Biotar, B-speed, Sonnar, Planar, Distagon und Cinematic). Das virtuelle Bokeh steht auch im Modus Portrait-Video zur Verfügung, dann aber nur bis f/2,0 und mit zwei Bokeh-Typen (Naturfarbe und Zeiss Cinematic, auf Wunsch mit Lens Flare). Im Foto-Programm nimmt das X500 Pro Max standardmäßig mit 12,5 Megapixeln auf, es lassen sich aber über die Einstellung „Hohe Auflösung“ auch 25, 50 oder bei der Telekamera sogar 200 Megapixel wählen. Für manuelle Einstellungen, beispielsweise von ISO, Belichtungszeit und Weißabgleich, steht der Pro-Foto-Modus zur Verfügung, der mit Vorsicht zu genießen ist: Standardmäßig ist bei der manuellen Belichtung das Multishot-Verfahren deaktiviert, was zu einer deutlichen Verschlechterung der Bildqualität führt. Im manuellen Modus sollte man daher immer „SuperRaw“ aktivieren, auch wenn man nur JPEGs braucht, denn nur in diesem Modus wird das Multishot-Verfahren auch auf die parallel aufgenommenen JPEGs angewendet.

Die Objektvisimulation stellt das Motiv mit virtueller Blende f/0,95 sauber vorm Hintergrund frei.

Die Objektvisimulation stellt das Motiv mit virtueller Blende f/0,95 sauber vorm Hintergrund frei.

Bild: Andreas Jordan

Im Programm „Landschaft und Nacht“ gibt es spezielle Einstellungen für Langzeitbelichtungen, Miniatureffekte oder Panoramen. Besonders fasziniert hat uns im Test die Einstellung „Mond und Sternenhimmel“. Hierbei werden mehrere Langzeitbelichtungen kombiniert, und es entstehen selbst bei Aufnahmen aus der Hand scharfe Aufnahmen, da Verwacklungen nachträglich herausgerechnet werden. Das „Mehr“-Menü bietet viele weitere Spezialprogramme, beispielsweise „Raumkamera“ zur Erstellung von Content für VR-Brillen und eine Live-Streaming-Option. Nicht fehlen darf natürlich eine KI-Erstellung mit diversen generativen Effekten. So lässt sich beispielsweise eine Sommer- in eine Herbst- oder Winterlandschaft wandeln oder umgekehrt. Die Verarbeitung findet dabei in der Cloud statt. Die KI-generierten Inhalte werden übrigens in den Metadaten entsprechend markiert, wenn die Option „TrustMark“ aktiviert ist.

Für die Fokussierung bringt das X500 Pro Max einen Laser-Focus-Sensor mit 1536 Punkten mit. Die „X Track Engine“ der Haupt- und Telekamera kann Objekte mit einer Abtastung von 60 fps mit Autofokus verfolgen (bei Videos bis 4K/120p). Menschen und Tiere werden per KI erkannt. Die Lock-On-Motivverfolgung für menschliche Motive hält diese selbst dann im Fokus, wenn sie sich kurzzeitig aus dem Bild bewegen oder vorübergehend verdeckt werden. Die notwendige Rechenleistung liefert der neueste MediaTek-Prozessor Dimensity 9600 Pro. Für die Stromversorgung ist ein 6750-mAh-Akku zuständig. Als Betriebssysteme kommen Android 17 mit OriginOS 7 zum Einsatz.

Auch Vögel im Flug erfasst das Vivo X500 Pro Max mit dem 400-mm-Telekonverter problemlos.

Auch Vögel im Flug erfasst das Vivo X500 Pro Max mit dem 400-mm-Telekonverter problemlos.

Bild: Andreas Jordan

Im Folgenden schauen wir uns die drei Rückseitenkameras des Vivo X500 Pro Max näher an.

15 mm: Die Ultraweitwinkelkamera

Bei der Ultraweitwinkelkamera setzt Vivo auf einen relativ kleinen 1/2,75-Zoll-Sensor mit 50 Megapixeln. Zum Vergleich: Das Flaggschiff X300 Ultra – nach unseren Tests eines der besten Smartphones auf dem Markt – nutzt einen deutlich größeren 1/1,28-Zoll-Bildwandler. Das Objektiv des X500 Pro Max deckt bei einer hohen Lichtstärke von f/2,0 kleinbildäquivalente 15 mm ab. Die Ergebnisse mit aktiviertem Multishot sind trotz des kleineren Sensors sehr gut. Die Texturschärfe verschlechtert sich mit steigenden ISO-Werten nur langsam. Bis ISO 1600 bleibt die Qualität sehr gut, und selbst ISO 3200 und 6400 sind noch brauchbar. Bildrauschen ist nicht sichtbar. Schwachpunkt: Die Schärfe lässt am Bildrand deutlich nach. Die Raw-Dateien sind bei der Ultraweitwinkelkamera übrigens nur sehr eingeschränkt nutzbar, da sie die starke Verzeichnung des Objektivs (die in den JPEGs korrigiert wird) ungeschönt zeigt und in Adobe Camera Raw kein Korrekturprofil zur Verfügung steht. Eine manuelle Korrektur ist angesichts der Wellenform der Verzeichnung nur eingeschränkt möglich.

Die 24-mm-Hauptkamera mit LOFIC-Sensor hat einen beeindruckenden Dynamikumfang.

Die 24-mm-Hauptkamera mit LOFIC-Sensor hat einen beeindruckenden Dynamikumfang.

Bild: Andreas Jordan

24 mm: Die Hauptkamera

Bei der Weitwinkel-Hauptkamera setzt Vivo erstmals auf einen LOFIC-Sensor (Lateral Overflow Integration Capacitor), den Lytia 910 von Sony mit 50 Megapixeln. Er besitzt neben jeder Fotodiode einen speziellen Kondensator, der dafür sorgt, dass überschüssige Ladung nicht verloren geht. So lässt sich der Dynamikumfang auch ohne Multishot-Verfahren erweitern. Es handelt sich um einen 1/1,28-Zoll-Typ, er hat also eine typische Größe für hochwertige Smartphones. Nur wenige Geräte setzen auf größere Sensoren. Eine der wenigen Ausnahmen ist das Xiaomi 17 Ultra (weitgehend baugleich mit dem Leica Leitzphone), in das ein 1-Zoll-LOFIC-Sensor von Omnivision verbaut wurde. Das Objektiv des X500 Pro Max ist sehr lichtstark (1,6/24 mm beim Kleinbild).

Die Bildqualität in der Bildmitte ist fast identisch mit der 15-mm-Kamera, allerdings ist die Randschärfe deutlich besser. Ein weiterer Vorteil der Hauptkamera: Die Raw-Dateien zeigen kaum Verzeichnung und lassen sich somit problemlos weiterverarbeiten. Ein guter Raw-Konverter wie Adobe Camera Raw erhält vor allem im High-ISO-Bereich noch etwas mehr Details.

Wie üblich bietet die 24-mm-Kamera einen Crop-Zoom auf kleinbildäquivalente 50 mm, wobei sich die Qualität naturgemäß etwas verschlechtert, da nur noch rund ein Viertel der Sensorfläche und Pixelzahl zur Verfügung steht.

Ausschnitt aus unserem visuellen Testbild mit ISO 1600: Oben mit Multishot, unten ohne. Wer im Pro-Modus mit manuellen Einstellungen fotografiert, sollte unbedingt "SuperRaw" aktivieren, sonst entfällt der Multishot und die Qualität ist deutlich schlechter.

Ausschnitt aus unserem visuellen Testbild mit ISO 1600: Oben mit Multishot, unten ohne. Wer im Pro-Modus mit manuellen Einstellungen fotografiert, sollte unbedingt „SuperRaw“ aktivieren, sonst entfällt der Multishot und die Qualität ist deutlich schlechter.

Bild: Andreas Jordan

Die 85-mm-Telekamera und Konverter

Die Telekamera hat Vivo aus dem X300 Ultra übernommen. Sie nutzt einen für diese Brennweite ungewöhnlich großen 1/1,4-Zoll-Sensor mit 200 Megapixeln (Samsung HP0) und ein relativ lichtstarkes Objektiv (2,7/85 mm). Hervorragend ist auch die Bildstabilisierung, die gemäß CIPA-Standard sieben Blendenstufen kompensiert. Die Bildqualität liegt erwartungsgemäß fast auf dem Niveau der 24-mm-Kamera. Die Texturschärfe wird über den ISO-Bereich (maximal 12.800) nur langsam und geringfügig schlechter, und es tritt kein störendes Rauschen auf. Die Ecken sind allerdings nicht ganz so scharf wie bei 24 mm, aber etwas besser als bei 15 mm. Die Raw-Dateien sind gut nutzbar, da das Teleobjektiv kaum verzeichnet.

Die App bietet als weitere Brennweite 135 mm an, natürlich lässt sich die kleinbildäquivalente Brennweite auch weiter verlängern. Der reine Crop-Zoom würde bei einer Auflösung von 12,5 Megapixeln und 1/16 der Sensorfläche bis zu 340 mm ermöglichen – mit entsprechend abnehmender Qualität

Zum Test standen uns der 2,35x- und der 4,7x-Telekonverter zur Verfügung, die an die 85-mm-Telekamera andocken und so auf eine kleinbildäquivalente Brennweite 200 mm und 400 erreichen. Die Bildqualität ist dabei natürlich besser als bei einem Crop-Zoom, wobei der Unterschied bei 200 mm nicht so deutlich ist wie bei 400 mm.

Von rechts nach links: Vivo X500 Pro, X500 Pro Max und Pro Max mit 400-mm-Telekonverter. Beide Smartphones sind nach IP68 und IP69 staub- und wasserbeständig, die Objektive verfügen über eine Ultra-Hard-AR-Vergütung.

Von rechts nach links: Vivo X500 Pro, X500 Pro Max und Pro Max mit 400-mm-Telekonverter. Beide Smartphones sind nach IP68 und IP69 staub- und wasserbeständig, die Objektive verfügen über eine Ultra-Hard-AR-Vergütung.

Bild: Vivo

4K-Zeitlupen mit 240 fps

Zur Höchstform läuft das X500 Pro Max beim Thema Video auf. Bei Redaktionsschluss war es das erste Smartphone, das 4K-Zeitlupen mit 240 fps aufnehmen konnte. Kurze Zeitlupensequenzen sind mit der Hauptkamera (24 mm und 50 mm) sogar in 4K mit 960 fps (32fache Zeitlupe) möglich. 8K/30p beherrschen die Haupt- und die Telekamera, die Ultraweitwinkelkamera schafft maximal 4K/60p. Im Menü Filmwerkstatt stehen eine Reihe von Spezialfunktionen zur Verfügung, beispielsweise Dualview, also die parallele Aufnahme mit Selfie- und einer Rückseitenkamera, rotierende Filme („Vortex“) und „Automatischer Bildausschnitt“, bei dem ein menschliches Motiv immer im Zentrum gehalten wird. Für Aufnahmen mit einem hohen Dynamikumfang lässt sich Dolby Vision aktivieren, für die Nachbearbeitung gibt es ein flaches Log-Profil, das bei 4K/30p einen Dynamikumfang von bis zu 17 Blendenstufen erreichen soll. Der Portrait-Video-Modus bietet unter anderem den Farbstil „Goldene Stunde“, der speziell bei Sonnenuntergangsszenen ebenfalls einen großen Dynamikumfang darstellt. Im Pro-Video-Modus lassen sich alle wichtigen Einstellungen manuell vornehmen. Als besonders hochwertiger Codec steht APV mit 10 Bit und 4:2:2-Farbabtastung zur Verfügung.

Ein echtes Highlight ist der Astro-Modus, in dem die Kamera mehrere Langzeitbelichtungen miteinander kombiniert. Auch aus der Hand sind die Aufnahmen scharf.

Ein echtes Highlight ist der Astro-Modus, in dem die Kamera mehrere Langzeitbelichtungen miteinander kombiniert. Auch aus der Hand sind die Aufnahmen scharf.

Bild: Andreas Jordan

Fazit

Vivos neues Smartphone erreicht dank moderner Multishot-Techniken auch in den hohen ISO-Stufen eine sehr gute Bildqualität. Am besten ist wie üblich die Hauptkamera, aber auch die Telekamera liefert überdurchschnittliche Ergebnisse und liefert dank der hohen Auflösung auch oberhalb von 85 mm per Sensor-Crop noch gute Ergebnisse. Dazu gibt es zwei starke Telekonverter und zahlreiche faszinierende Spezialfunktionen, beispielsweise für Sternenaufnahmen aus der Hand.

fotoMAGAZIN Testurteil "Super"

Technische Daten zum Vivo X500 Pro Max

Vivo X500
Pro Max
Straßenpreisab ca. 1600 Euro
(256 GB),
weitere
Preise
hier
1. Kamera
(Ultraweitwinkel)
Bildsensor50 MP, 1/2,75 Zoll
Objektiv*2,0/2,3 mm
(15 mm)
Kleinbild-Crop6,5x
2. Kamera (Weitwinkel/
Hauptkamera)
Bildsensor50 MP, 1/1,28 Zoll,
(Lytia 910)
Objektiv*1,6/7 mm (24 mm),
OIS
Kleinbild-Crop3,4x
3. Kamera
(normal bis Tele)
Bildsensor200 MP,
1/1,4 Zoll (Samsung HP0),
OIS
Objektiv*2,7/22,5
(85 mm),
OIS
Kleinbild-Crop3,8x
Selfie-
Kamera
Bildsensor*50 MP,
1/2,67 Zoll
Objektiv*2,0/3,1 mm
(20 mm)
Kleinbild-Crop6,5x
Sonstiges
Video8K/30p (außer 13-mm-Kamera),
4K/60p (alle Rückseitenkameras),
4K/240p (Hauptkamera)
Display6,85 Zoll,
3168 x 1440 Pixel,
max. 4400 Nits
Hardware-
Plattform
Mediathek
Dimensity
9600 Pro
Akku6750 mAh
BetriebssystemAndroid 17
mit OriginOS 7
Abmessungen163,3 x 76,8 x 8,1 mm/
229 g
Besonderheitenoptionale Zeiss-Telekonverter
(200 oder 400 mm)
* Brennweite echt
(KB-äquivalent), Bildstabilisierung

Schwestermodell Vivo X500 Pro

Neben dem X500 Pro Max hat Vivo auch das etwas abgespeckte Schwestermodell X500 Pro vorgestellt, das es in Weiß und Schwarz gibt. Es kostet 400 Euro weniger (ca. 1400 statt 1800 Euro) und unterscheidet sich bei den Kameras durch die niedriger auflösende Telekamera. Diese nutzt einen kleineren 64-Megapixel-Sensor (Sony Lytia 610, 1/2 Zoll), das Objektiv ist dafür aber minimal lichtstärker (2,52/85 mm statt 2,67/85 mm). Zeitlupen beherrscht das X500 Pro mit maximal 4K und 120 fps. Weitere Unterschiede gibt es beim Display (6,26 Zoll statt 6,85 Zoll) und beim Akku (6510 mAh statt 6750 mAh). Als Zubehör ist für das X500 Pro nur der 200-mm-Telekonverter erhältlich; der 400-mm-Konverter ist nicht kompatibel.

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