Alle reden von der Renaissance der Analogfotografie – und meinen damit eigentlich nur die klassische „Knipserei“ auf Kleinbildfilm. Dabei sind die fotografischen Aufnahmetechniken vielfältiger, als das Etikett vermuten lässt.
© Adobe Stock / Visual IntermezzoText: Peter Michels
Die Fotografie ist ein Plural: Sie besteht aus 15 Aufnahmeverfahren, und wenn man die rein wissenschaftlichen Prozesse hinzuzählt, sind es sogar 19. Die meisten Menschen könnten ad hoc nur zwei benennen: analog und digital. Doch mit dieser Antwort würde man in einer Gesellenprüfung glatt durchfallen, denn weder „analog“ noch „digital“ ist ein Verfahren. Es sind grobe Kategorien, in die eine der folgenreichsten Technologien unserer Zeit gepresst wird, bis ihre Komplexität unsichtbar wird.
Der deutsche Fotorat setzte 2025 deshalb ein Zeichen: Die analoge Fotografie wurde in Deutschland als Handwerkstechnik in das UNESCO-Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Das ist kein Akt der Nostalgie, sondern eine Aufforderung, Fotografie in ihrer Gesamtheit zu begreifen. Doch was diese „schützenswerten“ analogen Techniken genau sind, ließ man offen. Kein Wunder, denn Unterscheidungen sind nicht leicht zu definieren und Begriffe oft verwirrend – und wer weiß schon, dass Ferrografie der Überbegriff für Ferrotypie, Melainotype, Tintype, Bosco-Sofortbilder sowie Ambrotypie ist?
Der kanadische Fotohistoriker Luis Nadeau identifizierte in seiner zweibändigen „Encyclopedia of Printing, Photographic and Photomechanical Processes“ 1989 rund 1500 fotografische Ausgabeverfahren; seitdem sind Mike Wares New Cyanotype (1995) und Simple Cyanotype (2001), Jon Cones Piezography-Kohlenstoffdruck sowie zahlreiche digitale Pigmentverfahren hinzugekommen. Doch auch die Aufnahmeverfahren sind keine geschlossene Geschichte: Der Slowene Nejc Urankar, Gründer von Zebra Dry Plates in Ljubljana, arbeitet an der Wiederbelebung des Autochrome-Verfahrens. Die ersten Prototypen sind belichtet; Ende 2026 folgt eine Kickstarter-Kampagne. Ein totgesagtes Verfahren wird also wieder auferstehen.
Das Geheimnis der Fotografie liegt im Photon
Eine fotografische Aufnahme ist eine besondere Form von Sonnenbrand: Strahlung trifft auf lichtempfindliches Material und hinterlässt eine dauerhafte Spur. Drei Gesetze erklären dieses Phänomen. Das Grotthus-Draper-Gesetz (1817/1842) sagt „Nur absorbierte Strahlung löst eine photochemische Reaktion aus“. Das Bunsen-Roscoe-Gesetz (1862) erklärt: „Die Wirkung ist das Produkt aus Intensität und Belichtungszeit: Doppelt so viel Licht bei halb so langer Belichtungszeit ergibt dasselbe Bild.“ Und das Stark-Einstein-Gesetz besagt, dass jedes absorbierte Photon genau ein Molekül aktiviert. Für diese Lichtteilchentheorie erhielt Albert Einstein 1921 den Nobelpreis, doch das Fundament hatte James Clerk Maxwell gelegt: Er bewies bereits 1864, dass das Licht eine elektromagnetische Welle ist, definierte die Lichtgeschwindigkeit und demonstrierte 1861 das erste Farbfoto der Geschichte.
Das Geheimnis der Fotografie liegt im Photon: Welche Reaktion es auslöst, entscheidet die Materie, auf die es trifft. In der Heliografie polymerisieren Photonen im UV-Bereich Bitumen. In der Daguerreotypie reduzieren Photonen von 350–480 nm Silberjodid zu Silberkeimen, die mit Quecksilberdampf ein Silberamalgam bilden. In der Lippmann-Fotografie schreiben Photonen von 400–700 nm ihre Wellenlänge als Silberstruktur ins Material, Interferenzfarben ohne Farbstoff. Der Lippmann-Prozess ist das einzige echte Farbverfahren, weil es Wellenlängen direkt abbildet. Im Siliziumsensor lösen Photonen von 400–1100 nm Elektronen aus; ein Algorithmus errechnet aus den Signalwerten ein Bild.
Doch wer fünfzehn fotografische Verfahren zählt, denkt nicht wie ein Physiker, denn für die Physik gibt es nur vier Grundmechanismen: Polymerisation, lichtinduzierte Reduktion, Wellenaufzeichnung und Strahlungsmessung. Für die Chemie sind es hingegen Hunderte, weil jede Kombination aus Trägermedium, Substrat und Entwickler ein eigenes Verfahren ergibt. Für die Kunstgeschichte und das Fotohandwerk ergeben diese 15 jedoch Sinn – weil jedes mit einem eigenen Substrat, einer eigenen Materialität und einer eigenen Bildsprache kommt.
Aufnahmetechniken definieren die Fotografie
Jahrzehntelang liefen viele dieser 15 Aufnahmeverfahren parallel: Die Daguerreotypie hielt sich bis in die 1860er, das Nassplattenkollodium wurde 1851 erfunden und war bis in die 1940er Teil der Gesellenprüfung, von der ersten Digitalkamera bis zur kommerziellen Serienreife vergingen fast 40 Jahre. Seither ist sie kein Versprechen mehr, sondern ein ausgereiftes Werkzeug.
Doch bei all den Unterschieden ist die Ausgangsfrage der Fotografie immer die gleiche: Wie lässt sich Licht dauerhaft binden? Es dauerte lange, bis es Antworten auf diese Frage gab – und die fallen sehr unterschiedlich aus. Silber reagiert chemisch. Asphalt polymerisiert. Kollodium klebt gut. Gelatine hält fest. Silizium erschöpft sich nicht und kann unendlich oft für Belichtungen genutzt werden. Jedes Substrat stellt dem Licht eine andere Falle, mit anderen Möglichkeiten, anderen Grenzen, einer anderen Bildästhetik. Wer die Daguerreotypie beherrscht, weiß damit noch nichts über das Handwerk der Nassplatte; wer digital fotografiert, bewegt sich in einer anderen Welt der Möglichkeiten als jemand, der Licht konzentriert auf Glas bindet. Jedes Verfahren ist auch ein Handwerk, das man lernen und dessen Eigenheiten man beachten muss. Hinzu kommt eine Substrat-Abhängigkeit: So reagiert die gleiche lichtempfindliche Gelatinelösung auf Glas anders als auf einem flexiblen Film.
Kunst und Wissenschaft
Die Fotografie ist Kunst und Wissenschaft zugleich. Zu den 15 Kernverfahren kommen vier weitere rein wissenschaftliche nichtoptische Bildgebungsverfahren hinzu: Die Thermografie, die Elektronenmikroskopie, die Kirlian-Aufnahme und die Magnetresonanztomografie. Nirgendwo zeigt sich diese wissenschaftliche Reichweite deutlicher als in der Nobelpreisgeschichte. 15 Verfahren, acht Nobelpreise, zehn Preisträger: Röntgen 1901 für die Röntgenstrahlen, Becquerel 1903 für die ionisierende Strahlung, Lippmann 1908 für die Interferenz-Farbfotografie, Einstein 1921 für den photoelektrischen Effekt, Gabor 1971 für die Holografie, Ruska 1986 für das Elektronenmikroskop, Lauterbur/Mansfield 2003 für die Magnetresonanztomografie, Boyle/Smith 2009 für den CCD-Sensor. Keine andere visuelle Kunst hat die Geschichte der Wissenschaft so nachhaltig geprägt. Und weil in diesem Jahr der 200. Geburtstag des ältesten erhaltenen fotografischen Bildes, der „Point de vue du Gras“, aufgenommen von Joseph Nicéphore Niépce, gefeiert wird, schauen wir einmal genauer hin, welche Aufnahmeverfahren von Bitumen auf Zinn bis Silizium im Sensor seitdem hinzugekommen sind.
1822 bis 1849: 1. Pionierphase — direkte Metall-
und papierbasierte Verfahren.
Die Pionierphase ordnet sich nach drei Prinzipien, jeweils mit einem Kernverfahren und Varianten.
Photopolymerisation
Joseph Nicéphore Niépce löst 1816 Bitumen von Judäa in Lavendelöl und beschichtet damit verschiedene Träger. Um 1822 entsteht auf einer Glasplatte die erste dauerhafte Kontaktkopie, ein Porträt von Papst Pius VII., später zerstört. 1826 hält er mit einer beschichteten Zinnplatte in der Camera obscura den Blick aus seinem Arbeitszimmer fest: Point de vue du Gras, das älteste erhaltene Kamerabild der Welt. Niépce nennt sein Verfahren Heliografie, also „Schreiben mit Sonnenlicht“. Niépce und Louis Daguerre arbeiten 1832 an der Physautopie. Dafür erhitzten sie Lavendelöl zu Teer auf silberplattierten Kupferplatten. Das Bild entsteht als direktes Positiv, ist aber nicht fixierbar und bleicht deshalb langsam aus; das einzige Bildzeugnis „La Table Servie“ ist seit 1909 verschollen.
Die älteste erhaltene Aufnahme der Welt von Joseph Nicéphore Niépce.
© Harry Ransom Center, The University of Texas at Austin. Gernsheim CollectionSilberreduktion in Papier
William Henry Fox Talbot tränkt Papier mit Kochsalz- und Silbernitratlösung; es entsteht lichtempfindliches Silberchlorid im Trägermaterial selbst. Was Wedgwood und Davy nicht gelang, gelingt Talbot: Er kann das Bild mit Kochsalzlösung fixieren und lichtbeständig machen. Ab 1834 erzeugt er Kontaktkopien, 1835 das erste Papiernegativ in der Camera obscura. 1841 vervollkommnet er das Verfahren zur Kalotypie: Eine Entwicklung durch Gallussäure verkürzt die Belichtungszeit drastisch, das Papiernegativ wird mit Bienenwachs transparent gemacht und auf Salzpapier kontaktkopiert; ein Negativ ermöglicht beliebig viele Abzüge. Hippolyte Bayard erzeugt 1839 ein Positiv auf Papier ohne Negativ: das Bayard-Positiv. Hercules Florence erfindet 1833 in Brasilien unabhängig ein verwandtes Kontaktverfahren und ist der Erste, der das Wort „Photographie“ verwendet.
Nicholaas Henneman gründete eine Tageslicht-Kopieranstalt für Salzpapierbilder. © Hennemann/Talbot, metmuseum.org, 2005.100.171.1 | -.2
© Hennemann/Talbot, metmuseum.org, 2005.100.171.1 | -.2Silberamalgam auf Metall
Nach Niépces Tod 1833 entdeckt Daguerre die Entwicklung mit Quecksilberdampf; die Belichtungszeit sank von Stunden auf Minuten. Er sensibilisiert eine polierte, silberplattierte Kupferplatte mit Jodda mpf zu lichtempfindlichem Silberjodid; Quecksilberdampf entwickelt das latente Bild zum Silberamalgam-Niederschlag, Natriumthiosulfat fixiert. So entsteht die Daguerreotypie, ein seitenverkehrtes Unikat von einzigartiger Schärfe, berührungsempfindlich und hinter Glas versiegelt. 1839 wird das Verfahren weltweit frei zugänglich. Edmond Becquerel veröffentlicht 1840 die Becquerel-Daguerreotypie: Die belichtete Platte wird quecksilberfrei unter einem Rotfilter nachbelichtet, heute das bevorzugte Verfahren zeitgenössischer Daguerreotypisten.
Eine Daguerreotypie eines Daguerreotypisten mit Kamera, etwa um 1850, aus der Sammlung W&T Bosshard: „Fotografierte Fotografen“.
© Sammlung W&T Bosshard, www.daguerreotype.ch
Silberreduktion in Albumin
Abel Niépce de Saint-Victor beschichtet 1847 Glas mit Hühnereiweiß und Silberjodid, und es entsteht das Albumin-Glas-Negativ, das erste transparente Negativ, das schärfer als Papier und der Vorläufer des Kollodiumverfahrens ist.
Seit 1851: Glasplatte und industrielle Negativ-Positiv-Fotografie
Mit der Silberreduktion in Kollodium und Gelatine wird das Bild vervielfältigbar; die Fotografie verlässt die Werkstatt des Erfinders und zieht in die Fabrik.
Kollodium auf Glas
Frederick Scott Archer publiziert 1851 die Kollodium-Nassplatte. Iodiertes Kollodium wird auf Glas gegossen und in einer mobilen Dunkelkammer im Silbernitratbad sensibilisiert. Belichtet, entwickelt und fixiert wird die Platte, solange die Schicht feucht ist; der Workflow dauert 10 bis 15 Minuten. Voll belichtet entsteht das Nassplatten-Negativ; kurz belichtet das Nassplatten-Positiv, das vor schwarzem Grund hell erscheint. Jean-Marie Taupenot konserviert 1855 die Schicht mit Albumin: die Kollodium-Trockenplatte ist wochenlang lagerfähig, bei geringerer Empfindlichkeit. James Clerk Maxwell demonstriert 1861 auf Nassplatten die Trichromie, die erste Farbfotografie: drei Aufnahmen durch Rot-, Grün- und Blaufilter werden übereinander projiziert.
Die Kollodium-Nassplatte von Frederick Scott Archer kondensiert alle Arbeitsschritte auf etwa 15 Minuten.
© Damian ZimmermannGelatine auf Glas und Film
Richard Leach Maddox publiziert 1871 die Gelatine-Trockenplatte. Bromsilberkristalle werden in flüssiger Gelatine aufgelöst, auf Glas gegossen und getrocknet, die Platten kann man jahrelang lagern. George Eastman beschichtet ab 1889 dieselbe Emulsion auf flexiblem Zellulosenitrat: dem Rollfilm. Dieselbe Emulsion reagiert auf nicht sichtbare Strahlung: Wilhelm Conrad Röntgen begründet 1895 die Röntgenfotografie, Robert Williams Wood 1910 die Infrarot-Fotografie.
1848 bis 1939: Farbfotografie – drei Antworten auf eine Frage
Drei technisch unverwandte Strategien führen zum selben Ziel: die spektrale Information des Lichts dauerhaft zu speichern.
Additives Rasterverfahren
Auguste und Louis Lumière bringen 1907 das Autochrome auf den Markt. Eingefärbte Stärkekörner (rot-orange, grün, blau-violett) bilden ein zufälliges Filterraster über einer panchromatischen Gelatine-Emulsion; jedes Korn filtert das Licht für den dahinter liegenden Bildpunkt. Nach Umkehrentwicklung entsteht ein Diapositiv mit den ursprünglichen Farben. Auguste und Louis Lumière bringen 1907 das Autochrome auf den Markt. Eingefärbte Stärkekörner (rot-orange, grün, blau-violett) bilden ein zufälliges Filterraster über einer panchromatischen Gelatine-Emulsion; jedes Korn filtert das Licht für den dahinter liegenden Bildpunkt. Nach Umkehrentwicklung entsteht ein Diapositiv mit den ursprünglichen Farben.
Nejic Urankar, Gründer von Zebra, arbeitet an der Wiederbelebung des Autochrome-Verfahrens.
Foto: © z.v.g. www.zebradryplates.comSubtraktive Mehrschicht
Drei übereinander gegossene Gelatine-Emulsionen, jede für eine Primärfarbe sensibilisiert, entwickeln sich zu Farbstoffen in Gelb, Magenta und Cyan. Leopold Mannes und Leopold Godowsky realisieren das 1935 als Farbumkehrfilm; das Positivbild entsteht direkt im Film. Wilhelm Schneider und Gustav Wilmanns realisieren es 1936 als Farbnegativfilm; der Abzug entsteht auf Farbpapier.
1891 bis 1947: Wellenoptische Aufnahmeverfahren
Beide Verfahren brechen mit dem Korn als
Bildeinheit; sie zeichnen keine Intensitäten
auf, sondern Wellen.
Photochromie
Edmond Becquerel wandelt 1848 eine Silberoberfläche in eine dünne Silberchlorid-Schicht. Unter dem Spektrum belichtet, speichert diese die einfallenden Wellenlängen direkt als Farbe: die Heliochromie, das erste direkte fotografische Farbverfahren. Das Bild lässt sich nicht fixieren.
Interferenzfarbe
Über einer reflektierenden Fläche bilden einfallendes und reflektiertes Licht stehende Wellen; an Stellen maximaler Intensität reduziert sich Silber zu regelmäßig gestapelten Lamellen. Gabriel Lippmann beschichtet 1891 eine Glasplatte mit feinstkörniger Silberbromid-Emulsion und hinterlegt sie mit einem Quecksilberspiegel. Bei der Wiedergabe erzeugt weißes Licht an den Lamellen die Lippmann-Interferenzfarbe, wie bei einem Regenbogen ist das Bild nur unter einem bestimmten Betrachtungswinkel sichtbar.
Amplitude und Phase
Dennis Gabor lässt 1947 Objekt- und Referenzwelle interferieren und belichtet das Muster in Silberbromid-Gelatine: die Holografie. Das Referenzlicht rekonstruiert bei der Wiedergabe die ursprüngliche Objektwelle dreidimensional.
Das Lippmann-Verfahren ist das einzige echte Farbverfahren, weil es Wellenlängen aufzeichnet.
© Gabriel Lippmann. Sammlung Photo Elysee Lausanne elysee.chSeit 1939: Diffusionstransfer
Aufnahme und Entwicklung verschmelzen zu einem Vorgang im geschlossenen Filmpaket.
Diffusionstransfer
André Rott (Gevaert) und Edith Weyde (Agfa) entwickeln 1939 und 1941 unabhängig voneinander den Silbersalz-Diffusionstransfer. Rott publiziert das Prinzip 1942 in französischer Sprache; Edwin H. Land baut darauf auf und stellt 1948 den ersten kommerziellen Silber-Diffusionstransfer vor: Quetschwalzen verteilen Entwicklerpaste zwischen belichteter Emulsion und Empfangsschicht; Silberhalogenid diffundiert und reduziert sich auf dem Empfangspapier zu metallischem Silber. Das Positivbild entsteht ganz ohne Dunkelkammer. 1963 erweitert Land das Prinzip zum Farbstoff-Diffusionstransfer: Freigesetzte Farbstoffe diffundieren durch eine weiße Empfangsschicht und formen das Farbpositiv. Es wurde als Polaroid-Sofortbild weltbekannt.
Der typische Rahmen verrät es: Hinter dem technischen Namen Diffusionstransfer steht das Polaroid-Sofortbild. Sofortbilder gibt es heute auch von Fujifilm (und früher sogar von Kodak).
© Adobe Stock / trioceanSeit 1969: Elektronisch-Digitale Bildaufzeichnung
Das lichtempfindliche Substrat wechselt von Silberhalogenid zu Halbleiter; Photonen erzeugen messbare elektrische Ladungen statt chemischer Reaktionen.
Flächensensor
Willard Boyle und George E. Smith entwickeln 1969 den CCD-Sensor: Ladungsträger werden in Pixeln gesammelt und Zeile für Zeile ausgelesen. Eric Fossum entwickelt 1993 den CMOS-Sensor: Jeder Pixel besitzt einen eigenen Verstärker. Beide Typen separieren die Farbe über ein Bayer-Mosaik aus Rot-, Grün- und Blaufiltern.
Sequenzieller Zeilenscan
Der Trilineare Scanning-Back (1991) fährt die Bildebene mit drei Farbzeilen (R/G/B) ab; jeder Bildpunkt erhält die volle Farbinformation ohne Interpolation.
Die digitale Bildaufzeichnung ist heute das wichtigste Aufzeichnungsverfahren und verlagerte den Arbeitsraum an den Schreibtisch.
© SonySchichttiefenseparation
Carver Mead und Dick Merrill realisieren 2002 den Foveon X3. Drei überlagerte Silizium-Schichten nutzen die wellenlängenabhängige Eindringtiefe der Photonen: Blau nahe der Oberfläche, Rot tiefer, konzeptionell dem Dreischicht-Farbfilm entsprechend.
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