Hasselblad Phocus Mobile erlaubt RAW-Bearbeitung, HDR-Funktionen und Fotoverwaltung erstmals auch auf kompatiblen Android-Geräten.
© Albrecht VossAb sofort steht Hasselblad Phocus Mobile in der Version 1.0.0 für Android-Geräte zur Verfügung. Die App unterstützt die Mittelformatkameras Hasselblad X2D II 100C, X2D 100C sowie 907X & CFV 100C und ermöglicht es Fotografen, Aufnahmen auf Smartphones und Tablets zu sichten, zu bearbeiten, zu verwalten und zu exportieren. Hasselblad erweitert damit seinen mobilen Workflow auf das Android-Betriebssystem, nachdem Nutzer eine entsprechende Version nach Angaben des Herstellers seit Längerem gefordert hatten.
Hasselblad Phocus Mobile bringt HNCS auf Android
Die App bildet den gesamten mobilen Arbeitsablauf der Hasselblad Natural Colour Solution, kurz HNCS, ab. Die von Hasselblad entwickelte Farbabstimmung soll natürliche Farben, feine Tonwertverläufe und Zeichnung in hellen Bildbereichen vom ersten Vorschaubild bis zum Export erhalten.
Fotografen können ihre Aufnahmen dadurch bereits unterwegs beurteilen und entwickeln, ohne auf die Desktop-Version der Phocus-Software angewiesen zu sein. Neben klassischen Korrekturen unterstützt die Android-App auch die Bearbeitung von HDR-Aufnahmen.
Wie funktioniert die HDR-Bearbeitung auf Android?
Auf kompatiblen Android-Geräten lassen sich HDR-Bilder der Hasselblad X2D II 100C anzeigen und bearbeiten. Eine gesonderte Lichterkorrektur soll dabei helfen, Details in kontrastreichen Motiven gezielt herauszuarbeiten.
HDR-Aufnahmen der X2D II 100C können als Ultra-HDR-JPEG exportiert werden. RAW-Dateien der X2D II 100C, X2D 100C und 907X & CFV 100C lassen sich innerhalb der App bearbeiten und wahlweise als Ultra-HDR-JPEG oder HDR-TIFF ausgeben. Für die Darstellung und Bearbeitung ist ein HDR-fähiges Android-Gerät erforderlich.
Phocus Mobile Android erhält eine KI-Rauschreduzierung
Mit Hasselblad Natural Noise Reduction, kurz HNNR, integriert der Hersteller eine auf künstlicher Intelligenz basierende Rauschreduzierung für RAW-Dateien. Sie richtet sich insbesondere an Fotografen, die bei hohen ISO-Werten, wenig Licht oder nachts arbeiten.
Das Verfahren wurde laut Hasselblad auf Mittelformatsensoren abgestimmt und anhand von mehreren Hunderttausend Aufnahmen trainiert. Die Verarbeitung einer RAW-Datei mit 100 Megapixeln soll auf geeigneten Geräten etwa 15 bis 20 Sekunden dauern.
Welche HNNR-Modi stehen zur Verfügung?
Die Rauschreduzierung bietet zwei Varianten. Der „Purity Mode“ unterdrückt Bildrauschen möglichst stark und ist laut Hasselblad für die meisten Motive vorgesehen. Der „Detail Mode“ erhält dagegen bewusst einen Teil des Helligkeitsrauschens, um feine Strukturen und Mikrokontraste stärker zu bewahren.
Beide Modi arbeiten mit der Hasselblad Natural Colour Solution zusammen. Besonders profitieren soll die 907X & CFV 100C, da diese Kamera keinen kamerainternen Bildstabilisator besitzt und bei wenig Licht schneller höhere ISO-Werte erforderlich werden können.
Welche Werkzeuge bietet Hasselblad Phocus Mobile?
Zum Bearbeitungsumfang gehören unter anderem Regler für Belichtung, Gradationskurven und Weißabgleich. Hinzu kommen Schwarzweißkorrekturen, Objektivkorrekturen, Schärfung, Rauschreduzierung sowie Werkzeuge zum Beschneiden, Drehen und Korrigieren stürzender Linien.
Bearbeitungseinstellungen lassen sich kopieren und auf mehrere Aufnahmen übertragen. Das soll vor allem die Entwicklung größerer Bildserien beschleunigen.
Wie gelangen Fotos auf das Android-Gerät?
Aufnahmen können drahtlos per WLAN in die App übertragen werden. Bei unterstützten Kameras ist außerdem eine kabelgebundene Verbindung über USB-C möglich. Diese Option steht jedoch ausschließlich für die X2D II 100C mit Firmware 1.3.16.1 oder neuer zur Verfügung.
Nach dem Import lassen sich Bilder mit Sternen bewerten oder als Favoriten markieren. Für den Export unterstützt Phocus Mobile die Dateiformate JPEG, TIFF, HEIF und 3FR-RAW.
Welche Geräte unterstützen Phocus Mobile Android?
Hasselblad setzt für die Android-Version ein Gerät mit mindestens 12 GB Arbeitsspeicher und Android 12 oder neuer voraus. Für eine möglichst genaue Farbdarstellung und eine flüssige Bearbeitung empfiehlt der Hersteller Android 16 sowie einen Prozessor vom Typ Snapdragon 8 Gen 3 oder neuer.
Die Hasselblad Natural Noise Reduction funktioniert derzeit nur auf Geräten mit Snapdragon 8 Gen 3 oder einer neueren Plattform. HDR-Funktionen setzen zusätzlich ein Display und ein Gerät voraus, die die entsprechende Darstellung unterstützen.
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