Fotosommer Stuttgart 2026 zeigt „Unordnung“

Der Fotosommer Stuttgart 2026 widmet sich den Brüchen und Unsicherheiten der Gegenwart. Eine zentrale Ausstellung in der Staatsgalerie und mehr als 30 weitere Präsentationen zeigen, wie Fotografie Wandel, Krisen und Neuorientierung sichtbar macht.

Fotosommer Stuttgart 2026: In der Staatsgalerie Stuttgart präsentiert Martin Eberle seine Werke, welche die dortige Hauptausstellung im Raum „THE GÄLLERY“ zum übergeordneten Festivalthema bereichern.

In der Staatsgalerie Stuttgart präsentiert Martin Eberle seine Werke, welche die dortige Hauptausstellung im Raum „THE GÄLLERY“ zum übergeordneten Festivalthema bereichern.

© Martin Eberle

Heute, am 17. Juli 2026, eröffnet der Fotosommer Stuttgart 2026 um 18 Uhr in der Staatsgalerie Stuttgart seine Hauptausstellung „Unordnung“. Bis zum 26. Juli untersucht das dezentrale Fotofestival mit 23 Positionen in THE GÄLLERY und mehr als 30 Ausstellungen im Stadtgebiet, wie Fotografen auf globale Krisen, gesellschaftliche Umbrüche und den Verlust vertrauter Sicherheiten reagieren – dokumentarisch, konzeptionell und künstlerisch.

Fotosommer Stuttgart 2026 beginnt in der Staatsgalerie

Zentrum des Festivals ist die Ausstellung „Unordnung“ in THE GÄLLERY, dem Raum für junge Kunst der Staatsgalerie Stuttgart. Sie versammelt 23 fotografische Arbeiten, die eine Fachjury aus mehr als 250 Einsendungen eines offenen Wettbewerbs ausgewählt hat.

Die Ausstellung zeigt unterschiedliche Zugänge zum gemeinsamen Thema. Einige Arbeiten beobachten gesellschaftliche Entwicklungen, andere setzen auf persönliche Erzählungen oder konzeptionelle Bildstrategien. Zusammen vermitteln sie einen Eindruck davon, wie breit die zeitgenössische Fotografie auf politische, soziale und private Veränderungen reagiert.

Was bedeutet „Unordnung“ in der Fotografie?

Das Festival versteht Unordnung nicht allein als sichtbares Chaos. Gemeint sind ebenso schleichende Veränderungen, fragile Gleichgewichte und Situationen, in denen bisher verlässliche Strukturen ihre Stabilität verlieren.

Fotografie kann solche Prozesse unmittelbar dokumentieren. Sie kann aber auch Spannungen aufzeigen, die nicht auf den ersten Blick erkennbar sind. Der Fotosommer Stuttgart 2026 richtet den Blick deshalb sowohl auf offensichtliche Krisen als auch auf leise Verschiebungen im Alltag.

23 fotografische Positionen zeigen eine Welt im Wandel

Die ausgewählten Arbeiten befassen sich unter anderem mit ökologischen Krisen, Veränderungen des urbanen Raums und persönlichen Erfahrungen von Verlust oder Orientierungslosigkeit. Weitere Beiträge thematisieren Krieg, Krankheit, Alter und gesellschaftliche Machtverhältnisse.

Dabei wechseln die Künstler zwischen beobachtender Fotografie, inszenierten Motiven und konzeptionellen Ansätzen. Die Hauptausstellung stellt somit keine einheitliche Definition von Unordnung vor. Sie zeigt vielmehr, wie unterschiedlich Menschen politische Entwicklungen, soziale Brüche und private Unsicherheiten wahrnehmen.

Wie macht Fotografie gesellschaftliche Brüche sichtbar?

Nach Ansicht des Festivalvorstands Volker Schrank besitzt die Fotografie eine besondere Fähigkeit, gesellschaftliche Veränderungen erkennbar zu machen. Das Thema „Unordnung“ soll deshalb nicht nur Krisen und Zerfallsprozesse abbilden. Es öffnet zugleich den Blick auf neue Formen des Zusammenlebens und auf Denkweisen, die aus Zeiten des Umbruchs entstehen können.

Die Ausstellung fragt damit auch nach der Rolle fotografischer Bilder in einer zunehmend komplexen Gegenwart. Sie können Zustände festhalten, Entwicklungen einordnen und Perspektiven eröffnen, die über die reine Dokumentation hinausgehen.

Fotosommer Stuttgart 2026 umfasst mehr als 30 Ausstellungen

Der Fotosommer versteht sich seit seiner Gründung als dezentrales Festival. Neben der Staatsgalerie beteiligen sich Galerien, Werkstätten, freie Hochschulen und weitere Kulturinitiativen mit eigenen Beiträgen am Programm.

Insgesamt entstehen im Stuttgarter Stadtgebiet mehr als 30 Ausstellungen. Institutionelle und unabhängige Akteure der Fotoszene präsentieren dadurch ein gemeinsames Programm, das unterschiedliche Orte und Arbeitsweisen miteinander verbindet.

Besucher können die Fotografie während der Festivaltage somit nicht nur in einem zentralen Ausstellungsraum erleben. Das Programm verteilt sich über die Stadt und macht verschiedene Bereiche der Stuttgarter Kulturszene sichtbar.

Fotografie als Mittel zur Orientierung

Der Fotosommer Stuttgart 2026 betrachtet Unordnung nicht ausschließlich als Bedrohung. Der Verlust vertrauter Strukturen kann auch neue Blickwinkel ermöglichen. Fotografische Arbeiten helfen dabei, Veränderungen wahrzunehmen, Zusammenhänge zu erkennen und vermeintliche Gewissheiten zu überprüfen.

Das Festival lädt dazu ein, sich mit einer Gegenwart auseinanderzusetzen, die von zahlreichen gleichzeitigen Krisen geprägt ist. Seine Ausstellungen zeigen, dass Fotografie nicht nur dokumentiert, was auseinanderbricht. Sie kann ebenso sichtbar machen, wo neue Strukturen und Formen der Orientierung entstehen.

Nachfolgend eine Übersicht aller Ausstellungen des Fotosommer Stuttgart 2026 in der Übersicht

I. Die Hauptausstellung (Zentraler Austragungsort)

  • THE GÄLLERY – Raum für Fotografie (Staatsgalerie Stuttgart)
    • Adresse: Konrad-Adenauer-Str. 30–32, 70173 Stuttgart
    • Ausstellung: „UNORDNUNG“ (Kuratierte Haupt- und Gruppenausstellung)
    • Künstler:innen: Eckart Bartnik, Evi Blink, Sabine Bungert & Stefan Dolfen, Martin Eberle, Jonas Glanz & Leon Adam Haas, Gosbert Gottmann, Celia Joy Homann, Martin Janczek, Susanne Wegner, Valentin Wormbs, Wolfgang Zurborn u. a.

II. Die vollständige Liste aller weiteren offiziellen Ausstellungsorte

  1. Atelier Lerchenstrasse
    • Adresse: Lerchenstraße 24 (Hinterhof), 70176 Stuttgart
    • Ausstellung / Inhalt: Positionen von Victor S. Brigola, Bodo Grulich, Anna Rosa Scognamillo, Stephan Trinkl und Susanne Wegner zum Festivalthema.
  2. Atelier Stephan Zirwes
    • Adresse: Schwabstraße 2, 70197 Stuttgart
    • Ausstellung: „Ordnungen in der Unordnung“ – Fotografische Arbeiten von Alexander Riffler und Stephan Zirwes.
  3. BB Stiftung (Wohnung & Ausstellungsraum)
    • Adresse: Schwabstraße 48 (4. OG) / Eingang Vogelsangstraße, 70197 Stuttgart
    • Ausstellung / Inhalt: Konzeptionelle Arbeiten, die Unordnung als Metapher für individuelle sowie gesellschaftliche Übergangsmomente erforschen.
  4. DGPh (Deutsche Gesellschaft für Photographie)
    • Adresse: Kronprinzstr. 30 (und Outdoor), 70173 Stuttgart
    • Ausstellung / Inhalt: Spezifische Präsentationen sowie Fachvorträge im Rahmen des Fotosommers.
  5. Die Raumgalerie
    • Adresse: Ludwigstraße 73, 70176 Stuttgart
    • Ausstellung / Inhalt: Schnittstellen von Architektur, Raumkonzepten und Fotokunst im Kontext von Ordnung und Strukturverlust.
  6. GALERIE AK2
    • Adresse: Kopernikusstraße 2, 70191 Stuttgart
    • Ausstellung / Inhalt: Fokus auf zeitgenössische künstlerische Fotografie und experimentelle Bildserien.
  7. GEDOK-Galerie
    • Adresse: Hölderlinstraße 17, 70174 Stuttgart
    • Ausstellung / Inhalt: Ortsbezogene Aufnahmen von verlassenen oder sich verändernden baulichen Strukturen (u. a. Kellerserien).
  8. Gewerkschaftshaus Stuttgart
    • Adresse: Willi-Bleicher-Straße 20, 70174 Stuttgart
    • Ausstellung / Inhalt: Sozialdokumentarische Fotografie, die Brüche in Arbeitswelten und gesellschaftlichen Systemen abbildet.
  9. Hartmann Projects
    • Adresse: Liststraße 28/1, 70180 Stuttgart
    • Ausstellung / Inhalt: Kuratierte Präsentation zeitgenössischer Positionen im Dialog mit dem Leitthema (kuratiert von Anja Haas / Pudel Unlimited).
  10. Istituto Italiano di Cultura Stuttgart
    • Adresse: Kolbstraße 6, 70178 Stuttgart
    • Ausstellung / Inhalt: Italienisch-deutsche Kooperationsprojekte und dokumentarische Reportagen.
  11. Jukus Jugendkunstschule Stuttgart
    • Adresse: Eberhardstraße 61 A, 70173 Stuttgart
    • Ausstellung / Inhalt: Junge Positionen, Nachwuchsfotografie und kreative Workshop-Ergebnisse zum Thema.
  12. K34
    • Adresse: Filderstraße 34, 70180 Stuttgart
    • Ausstellung / Inhalt: Konzeptionelle Naturfotografie sowie die interdisziplinäre Sound- und Video-Reihe „COZYCLUB“ (u. a. Marla Fischinger).
  13. Kolping Bildung (Berufskolleg Design)
    • Adresse: Theodor-Heuss-Straße 34, 70174 Stuttgart
    • Ausstellung: „UNORDNUNG“ – Gruppenausstellung der Schülerinnen und Schüler des Berufskollegs über das schöpferische Potenzial der Unordnung.
  14. Kunstgebäude Stuttgart (Galerie im Kunstgebäude)
    • Adresse: Schlossplatz 2, 70173 Stuttgart
    • Ausstellung: „SHE SAID: LOOK CLOSER“ (Female Photoclub e.V. – Lokalgruppe Stuttgart).
    • Künstlerinnen: Cordula Diebold, Sandra Felke, Laura Holzmann, Bettina Meister, Verena Müller, Daniela Reske, Anne Schubert, Stephanie Trenz, Nadine Wilmanns, Martina Wörz.
  15. Kunsthaus Frölich
    • Adresse: Oswald-Hesse-Straße 98, 70469 Stuttgart-Feuerbach
    • Ausstellung: „THE FUTURE WAS THEN“ von Jürgen Altmann (eine Auseinandersetzung mit der exzentrischen Raumarchitektur des Space Age).
  16. Le Méridien Stuttgart
    • Adresse: Willy-Brandt-Straße 30, 70173 Stuttgart
    • Ausstellung / Inhalt: Musikerporträts und energiegeladene Bühnen-/Backstage-Fotografie (kuratiert von Melisay Atak).
  17. Leica Galerie Stuttgart
    • Adresse: Calwer Straße 41, 70173 Stuttgart
    • Ausstellung: „Bless this Couch“ von Valentin Goppel (dokumentarisch-künstlerische Spurensuche nach menschlichen Sehnsüchten).
  18. Oberwelt e. V.
    • Adresse: Reinsburgstraße 93, 70197 Stuttgart
    • Ausstellung: „Freeze“ (eine visuelle Schnittmenge aus Tanz, Fotografie und Skulptur im Andenken an die Choreografin Juliette Villemin).
  19. Palermo Galerie
    • Adresse: Wilhelm-Haspel-Straße 103, 70182 Stuttgart
    • Ausstellung / Inhalt: Wechselnde Ausstellungen junger bildender Kunst und Fotografie im Stuttgarter Osten.
  20. Projektraum kunst [ ] klima Stuttgart
    • Adresse: Neckarstraße 207, 70190 Stuttgart
    • Ausstellung: „78°N – Arktische Stille“ von Klaudia Dietewich (Bilder der Arktis und des Spitsbergen-Archipels als Zustand kontemplativer Ruhe).
  21. Prolab Fotofachlabor
    • Adresse: Rotebühlplatz 37, 70178 Stuttgart
    • Ausstellung / Inhalt: Experimentelle Präsentationen an der Schnittstelle von Fotoproduktion, Laborarbeit und freier Kunst.
  22. Rathaus Stuttgart
    • Adresse: Marktplatz 1, 70173 Stuttgart
    • Ausstellung: „RAW & MESSY“ (Arbeiten von Studierenden und Fotokünstler:innen).
    • Künstler:innen: Alejandro Bellegarrigue, Chen-Wei Chang, Victor Diniz Bonfim, Simet Hamadi, Max Esteban Hegenbart, Alonso John Urmersbach, Tamara Kimmich, Alexandra Krüger, Isabella Alicia Mundt, Anna-Louisa Preiszler, Fabian Schreiter.
  23. Schacher – Raum für Kunst
    • Adresse: Blumenstraße 15, 70182 Stuttgart
    • Ausstellung: „Obsolescence Programmée“ von Laurenz Theinert (Aktion, Auktion und ein tagesaktueller Ausstellungs-Countdown zum Wert von Kunst).
  24. Strzelski Galerie
    • Adresse: Rotebühlplatz 30, 70173 Stuttgart
    • Ausstellung: „SYSTEMFEHLER“ (Gruppenausstellung über Brüche, Kontrollverlust und das Scheitern von Strukturen).
    • Künstler:innen: Judith Blodig, Felix von Döring, Jutta Joy Gross, Nicole Groß, Bodo Grulich, Silvio Kempf, Aurelius Maier, Nadine Rapczynski, Julia Reck, Anna Rosa Scognamillo, Ken Spohrer.
  25. Theaterhaus Stuttgart
    • Adresse: Siemensstraße 11, 70469 Stuttgart
    • Ausstellung / Inhalt: Einzelausstellung von Volker Schrank (kritische Auseinandersetzung mit Erinnerungskultur und den Lücken medialer Repräsentation).
  26. Uno Art Space – Ute Noll
    • Adresse: Liststraße 27, 70180 Stuttgart
    • Ausstellung / Inhalt: Gruppenausstellung, entstanden aus einem Workshop über Strategien des Zeigens und Verbergens in der Fotografie.
  27. vhs-photogalerie (im TREFFPUNKT Rotebühlplatz)
    • Adresse: Rotebühlplatz 28 (3. und 4. OG), 70173 Stuttgart
    • Ausstellung: „KANN SPUREN VON NATUR ENTHALTEN – fünf Betrachtungen der menschlichen Aneignung“
    • Künstler:innen: Friederike Brandenburg, Christine Joos, Bettina Meister, Kaspar Thalmann, Martin Wolf Wagner.
  28. Kunstverein Wagenhalle e.V.
    • Adresse: Innerer Nordbahnhof 1, 70191 Stuttgart
    • Ausstellung: „vollgepackt / loaded“ von Alwin Maigler (Teil der Mercedes-Benz Art Collection; Dokumentation der Ästhetik vollgepackter Transit-Fahrzeuge zwischen Deutschland und der Türkei).
  29. Werkstatthaus
    • Adresse: Gerokstraße 7, 70188 Stuttgart
    • Ausstellung / Inhalt: Tagebuchartige Fotoarbeiten und prozesshafte, ortsspezifische Installationen, die das Sammeln und Neuordnen thematisieren.
  30. Württembergischer Kunstverein
    • Adresse: Schlossplatz 2, 70173 Stuttgart
    • Ausstellung: Kooperationsausstellung in Zusammenarbeit mit FREELENS (inklusive geführter Rundgänge mit den teilnehmenden Fotograf:innen).
  31. Züblin-Parkhaus
    • Adresse: Lazarettstraße 5, 70182 Stuttgart
    • Ausstellung / Inhalt: Großformatige Outdoor- und Parkdeck-Installationen (ganztägig zugänglich) mit geführten Rundgängen durch alle Parkebenen.

Beitrage Teilen