„Vor dem Krieg – Fotografien aus dem Iran“: Rouzbeh Fouladi zeigt in Cottbus Alltagsszenen aus Teheran vor dem Krieg. Hier ein Motiv aus der Serie „Alltag“ von 2018.
© Rouzbeh FouladiDie Ausstellung „Vor dem Krieg – Fotografien aus dem Iran“ ist vom 13. Juni bis 7. August 2026 in der Galerie MA/RIE/MIX 23 in Cottbus zu sehen. Eröffnet wird sie am 12. Juni um 19 Uhr mit einführenden Worten von Jörg Sperling. Gezeigt werden Fotografien des iranischen Fotojournalisten Rouzbeh Fouladi aus seiner Serie „Alltag“. Die Schau richtet den Blick auf Teheran als Ort persönlicher Erinnerung, urbaner Beobachtung und historischer Zäsur.
Was zeigen die Fotografien aus dem Iran?
Rouzbeh Fouladi fotografierte Straßen, Mauern, Passanten, Gesichter, kurze Begegnungen und unscheinbare Situationen in Teheran. Die Serie „Alltag“ setzt nicht auf dramatische Einzelbilder, sondern auf die Atmosphäre einer Stadt, die für den Fotografen Herkunft, Schmerz und Erinnerung zugleich ist.
Der Titel „Vor dem Krieg“ verändert die Lesart der Aufnahmen. Was 2018 als Beobachtung des Alltags entstand, erscheint heute als Zeugnis einer Zeit vor einem tiefen Bruch. Die Bilder halten Momente fest, die im Rückblick fragil wirken: nicht spektakulär, aber unwiederbringlich vergangen.
Wer ist Rouzbeh Fouladi?
Rouzbeh Fouladi wurde 1991 in Teheran geboren. Er studierte Architektur in seiner Heimatstadt und arbeitete später als freier Fotojournalist für iranische Nachrichtenagenturen und Magazine. Seine fotografische Praxis verbindet dokumentarische Genauigkeit mit einer persönlichen Perspektive auf Gesellschaft, Stadt und Erinnerung.
Diese doppelte Erfahrung prägt auch die Ausstellung in Cottbus. Fouladi beobachtet nicht aus der Distanz eines unbeteiligten Chronisten. Seine Bilder entstehen aus Nähe – und aus dem Wissen um Verlust, Exil und die Veränderung eines vertrauten Ortes.
Warum wird Teheran in der Serie „Alltag“ zum Erinnerungsraum?
In der Serie „Alltag“ wird Teheran nicht als Kulisse gezeigt, sondern als Speicher von Erfahrungen. Wege, Wände und Gesichter verdichten sich zu Fragmenten eines Lebens, das durch Entfernung und politische Gewalt neu lesbar wird.
Die Ausstellung macht diesen Bedeutungswandel sichtbar. Fouladis Fotografien sind keine nachträgliche Illustration des Krieges. Sie zeigen eine Welt davor – und erzählen gerade deshalb von dem, was danach nicht mehr selbstverständlich ist.
Wann und wo ist „Vor dem Krieg“ in Cottbus zu sehen?
„Vor dem Krieg – Fotografien aus dem Iran“ läuft vom 13. Juni bis 7. August 2026 in der Galerie MA/RIE/MIX 23, Marienstraße 23, 03046 Cottbus. Die Eröffnung findet am 12. Juni um 19 Uhr statt.
Die Galerie ist während der Ausstellung mittwochs von 17 bis 20 Uhr sowie donnerstags und freitags von 19 bis 22 Uhr geöffnet. Samstags ist ein Besuch nach Vereinbarung möglich. Träger der Galerie ist der Kunst- und Kulturförderverein Cottbus e.V.
Beitrage Teilen