Das Vivo X Fold 6 ist in den Farben Blau, Weiß und Schwarz erhältlich.
© VivoVivo X Fold 6: Der Zeiss-Klapper im Test
Vivo hat das in Kooperation mit Zeiss entwickelte Vivo X Fold 6 vorgestellt – ein klappbares Smartphone mit sehr guter Kameraausstattung, das ab 1. Oktober in Europa erhältlich sein soll. Wir haben das Android-Gerät getestet.
Foldable-Smartphones sind zweifellos praktisch: Durch das Aufklappen entsteht ein kleines Tablet, das sowohl für die Bildpräsentation als auch für das Lesen längerer Texte deutliche Vorteile gegenüber herkömmlichen Smartphones hat. Die aktuelle Generation hat ihre Kinderkrankheiten in der Regel hinter sich gelassen, ist nur geringfügig dicker als „normale“ Smartphones und bringt ähnliche Kamera-Setups mit. Das Vivo X Fold 6 erreichte uns Ende Juli in der chinesischen Variante, es wird voraussichtlich im Herbst in der EU-Version auch in Deutschland erhältlich sein. Der Hersteller stellte uns zusätzlich einen Zeiss-Telekonverter zur Verfügung, der an das 70-mm-Teleobjektiv andockt und eine kleinbildäquivalente Brennweite von 200 mm erreicht. Zur Montage wird eine Hülle mit Bajonett-Adapter geliefert.
Wie kompakt ist das Vivo X Fold 6?
Im zusammengeklappten Zustand ist das X Fold 6 mit 9,4 mm nur wenig dicker als hermömmliche Spitzen-Smartphones. Vivos Flaggschiff X300 Ultra (Test in fM 7/26, Note „Super“) ist beispielsweise nur 1,2 mm flacher; das Gewicht ist fast identisch. Das normale Display des Foldables hat eine Diagonale von 6,5 Zoll und ist damit etwas kleiner als bei den meisten Highend-Smartphones. Aufgeklappt steht dann ein zweites Display mit einer Breite von 145,7 mm und einer Höhe von 157,2 mm zur Verfügung, was einer Diagonale von rund 8 Zoll entspricht. Mit einer Bildwiederholrate von 120 Hertz und einer Helligkeit von bis zu 5000 Nits sind beide Displays auch bei Sonnenschein sehr gut nutzbar.
Welche Vorteile hat das Vivo X Fold 6 bei Selfies?
Auf der Rückseite besitzt das Foldable drei Kameras mit Zeiss-T*-Label und mittelgroßen Sensoren, auf der Vorderseite eine Selfie-Kamera mit einem sehr kleinen Sensor. Der Vorteil des Foldable-Konzepts bei Selbstaufnahmen: Dank des zweiten Displays lassen sich Selfies auch mit zwei der drei Rückseitenkameras (15 und 23 mm, per Crop bis zu 50 mm) aufnehmen, mit besserer Qualität und flexibleren Brennweiten. Nachteil: Im aufgeklappten Zustand lässt sich das Gerät nicht mehr gut halten. Ein Ständer oder ein Stativ sind daher sinnvoll.
Welche Zeiss-Funktionen bietet das Vivo X Fold 6?
Viele der Imaging-Funktionen des X Fold 6 sind schon aus anderen Smartphones des Herstellers bekannt, zum Beispiel aus dem X300 Ultra. So stehen im Porträt-Modus virtuelle Blenden für einen unscharfen Hintergrund bis zu f/0,95 beim Kleinbild zur Verfügung. Dabei lassen sich die Bokehs verschiedener Zeiss-Objektive simulieren (Biotar, B-speed, Sonnar, Planar, Distagon und Cinematic, bei Bedarf mit Lensflare). Porträt-Videos mit virtueller Blende sind übrigens auch möglich, allerdings nur mit f/2.
Was kann die KI im Vivo X Fold 6?
Einen eigenen Modus gibt es für die „KI-Erstellung“, für die eine Internet-Verbindung vorhanden sein muss, da die Verarbeitung serverseitig erfolgt. Hier lassen sich bspw. virtuelle Regenbögen und Nordlichter, Schnee-, Regen- und Nebel-Landschaften aus einem mit dem Smartphone aufgenommenen Foto erstellen. Bei Aufnahmen von Menschengruppen ist es möglich, einzelne Personen schon bei der Aufnahme zu entfernen. Bilder mit generativer KI werden zum Teil mit einem entsprechenden Wasserzeichen versehen, das den seit August 2026 gültigen AIGC-Richtlinien der EU entspricht (Artificial Intelligence Generated Content). Die KI hilft auch in Form eines zuschaltbaren Assistenten, der Einstellungen auf Basis einer Szenenanalyse anpasst. Interessante Funktionen finden sich auch im Modus „Landschaft und Nacht“: Supermond verbessert Mond-Aufnahmen mit Hilfe von Mehrfachbelichtungen, die Perspektivkorrektur gleicht stürzende Linien aus, der Miniatureffekt simuliert ein Shift-Objektiv.
Welche Videoformate beherrscht das Vivo X Fold 6?
Videos nimmt das X Fold 6 mit den beiden Weitwinkelkameras maximal mit 8K/30p bzw. für Zeitlupen mit 4K/120p auf. Die 70-mm-Kamera schafft maximal 4K/60p und die Selfie-Kamera Full-HD/30p. Im Dualview-Modus können zwei Kameras parallel aufnehmen, bspw. für Kommentare bei Produktpräsentationen mit der Selfie-Kamera und einer Rückseitenkamera, aber auch mit zwei Rückseitenkameras. Im Folgenden stellen wir die Kameras näher vor.
Wie gut ist die Ultraweitwinkelkamera des Vivo X Fold 6?
Wie bei vielen Smartphones üblich nutzt die Ultraweitwinkelkamera (0,6x) einen kleinen 1/2,75-Zoll-Sensor mit 50 Megapixeln. Einige Flaggschiff-Modelle sind hier inzwischen zu größeren Sensoren übergegangen. Das Vivo X300 Ultra setzt zum Beispiel auf einen 1/1,28-Zoll-Typ. Das Objektiv hat eine Lichtstärke von 1:2,0 und eine kleinbildäquivalente Brennweite von 15 bis 16 mm. Standardmäßig werden Aufnahmen mit 12,5 Megapixeln gespeichert, im Modus „Hohe Auflösung“ aber auch mit 50 Megapixeln und etwas besserer Detailzeichnung. Im Pro-Modus stehen – wie bei allen Brennweiten – manuelle Einstellungen und das Raw-Format zur Verfügung. Bei den 15-mm-Aufnahmen wird die Verzeichnung allerdings in Adobe Camera Raw bzw. Lightroom nicht automatisch korrigiert, und eine manuelle Korrektur ist wegen der wellenförmigen Verzeichnung praktisch unmöglich. Bei den JPEGs ist die Verzerrung weitgehend korrigiert, eine leichte Wellenform bleibt aber auch hier sichtbar.
Die Aufnahmen der Ultraweitwinkelkamera sind überwiegend scharf mit einem deutlichen Schärfeabfall am Bildrand. Das Rauschen hat Vivo praktisch komplett beseitigt. Selbst bei ISO 3200, der maximalen Empfindlichkeit, sind keine Störpixel erkennbar. Allerdings nimmt die Texturschärfe über den ISO-Bereich schrittweise ab.
Was leistet die 200-Megapixel-Hauptkamera?
Bei der Hauptkamera (1x) setzt Vivo auf einen zusammen mit Samsung entwickelten 1/1,4-Zoll-Sensor mit 200 Megapixeln. Das 23-mm-Objektiv hat eine Lichtstärke von 1:1,7. Auch hier werden standardmäßig 12,5 Megapixel gespeichert, höhere Auflösungen lassen sich aber bei Bedarf wählen: Bei 50 Megapixeln fallen die Artefakte etwas geringer aus, 200 Megapixel bringen noch etwas mehr Detailzeichnung. Die Raws sind bei der Hauptkamera gut nutzbar, da nur eine geringe Verzeichnung sichtbar ist. Erwartungsgemäß ist die Qualität der Hauptkamera auch sonst besser als die der Ultraweitwinkelkamera. Die Textverluste fallen geringer aus, und der Bildrand ist schärfer. Die Empfindlichkeits-Obergrenze ISO 3200 ist hier mit geringen Verlusten nutzbar. Die Hauptkamera bietet einen Crop-Modus (2x), der die kleinbildäquivalente Brennweite auf 46 mm verlängert, wobei nur ein Viertel der Sensorfläche, aber immer noch echte 12,5 Megapixel zur Verfügung stehen. Die Qualität ist natürlich nicht mehr ganz so gut, bleibt aber brauchbar.
Wie gut ist die 70-mm-Telekamera des Vivo X Fold 6?
Die 70-mm-Telekamera (3x) in Periskopbauweise erreicht eine Lichtstärke von 1:2,6 und nutzt einen 1/1,95-Zoll-Sensor von Sony, dessen Größe zwischen den Bildwandlern der 15- und der 23-mm-Kamera liegt. Entsprechend ist auch die Qualität. Die JPEGs mit 12,5 Megapixeln sind scharf, was allerdings auch an einer etwas übertriebenen Scharfzeichnung liegt. Die Aufnahmen mit 50 Megapixeln wirken natürlicher. Wie bei den anderen Kameras steigen die Texturverluste über den ISO-Bereich langsam an, werden aber erst beim maximalen ISO-Wert 3200 deutlich sichtbar. Die beste Qualität lässt sich mit den Raw-Dateien erzielen. Auch ohne unnatürliche Scharfzeichnung sind die Aufnahmen detailreich und weitgehend verzeichnungsfrei.
Der chinesische Hersteller will dem Vivo X Fold 6 auch ein Kit mit 200-mm-Telekonverter anbieten, das über eine Hülle mit Bajonett-Adapter montiert wird.
© VivoWas bringt der Zeiss-Telekonverter am Vivo X Fold 6?
Natürlich lässt sich die kleinbildäquivalente Brennweite über 70 mm hinaus einstellen. Bis 140 mm gelingt das per Crop-Zoom mit Verlusten, aber noch guter Bildqualität. Danach verschlechtert sich die Abbildungsleistung deutlich, da die 12,5-MP-Aufnahmen aus einer niedrigeren Auflösung interpoliert werden. Wer lange Brennweiten nutzen möchte, sollte daher zum 2,35x-Telekonverter mit Zeiss-Label greifen, der die kleinbildäquivalente Brennweite auf 200 mm verlängert. Die Qualität liegt dann auf dem Niveau der 70-mm-Kamera. Per Crop-Zoom stehen hier mit brauchbarer Qualität 400 mm zur Verfügung, die darüber hinaus gehenden Digitalzoom-Stufen 800 mm und 1600 mm verschlechtern die Qualität deutlich.
Wie fällt der Test des Vivo X Fold 6 aus?
Fazit: „Das Vivo X Fold 6 kombiniert die Vorteile eines Foldables mit einer guten bis sehr guten Kameraqualität.“
Die besten besten Smartphones aus unseren letzten Tests, beispielsweise das X300 Ultra aus dem gleichen Haus, nutzen allerdings noch etwas größere Bildsensoren und haben entsprechend einen kleinen Vorteil bei der Bildqualität. Bei Redaktionsschluss stand der offizielle Euro-Preis des Vivo X Fold 6 noch nicht fest. Beim Importeur Tradingshenzhen war die chinesische Version mit Preisen ab 1127 Euro gelistet (mit kleinster Speicherausstattung: 256 GB). Die offiziellen Vivo-Preise liegen in Deutschland allerdings über denen von Tradingshenzhen, sodass wohl eher mit einem immer noch attraktiven Einstiegspreis um die 1500 Euro zu rechnen ist.
Das Vivo X Fold 6 auf einen Blick
| Produkt | Vivo X Fold 6 |
| Straßenpreis | ab ca. 1130 Euro (über Tradingshenzhen) |
| 1. Kamera (Ultraweitwinkel) | |
| Bildsensor | 50 MP, 1/2,76 Zoll |
| Objektiv* | 2,0/2,3 mm (15-16 mm) |
| Kleinbild-Crop | 6,5-6,9x |
| 2. Kamera (Weitwinkel/Hauptkamera) | |
| Bildsensor | 200 MP, 1/1,4 Zoll (Samsung HPB) |
| Objektiv* | 1,7/6,3 mm (23 mm), OIS |
| Kleinbild-Crop | 4,1x |
| 3. Kamera (normal bis Tele) | |
| Bildsensor | 50 MP, 1/1,95 Zoll (Sony LYT-602) |
| Objektiv* | 2,6/13,3 mm (70 mm), OIS |
| Kleinbild-Crop | 5,3x |
| Selfie-Kamera | |
| Bildsensor* | 20 MP, 1/3,6 Zoll |
| Objektiv* | 2,4/1,9 mm (15 mm) |
| Kleinbild-Crop | 7,9x |
| Sonstiges | |
| Video | 8K/30p, 4K/120p, 70-mm-Kamera: max. 4K/60p, Log |
| Display | Front: 6,51 Zoll, 2528 x 1120 Pixel; Innen: 8,02 Zoll, 2504 x 2312 Pixel, max. 5000 Nits |
| Hardware-Plattform | MediaTek Dimensity 9500 |
| Akku | 7000 mAh |
| Betriebssystem | Android 16 mit OriginOS 6 Fold |
| Ammessungen (B x H x T) | 157,2 x 145,7 x 9,4 mm (aufgeklappt: 4,4 mm)/ ca. 230 g |
| Besonderheiten | großes Klapp-Display, optionaler Zeiss-Telekonverter (200 mm), Selfies mit Rückseitenkameras, Zeiss-Objektiv-Simulationen, geschützt nach IPX8/IPX9/IPX5 |
| Testurteil |
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