Sofortbildkunst: „:unmittelbar“ zeigt analoge Unikate

50 Kunstschaffende präsentieren in Berlin aktuelle Positionen der deutschen Sofortbildkunst. Die Ausstellung „:unmittelbar“ verbindet klassische Fotografie mit experimentellen Eingriffen in das Bildmaterial.

Die Ausstellung „:unmittelbar“ zeigt in Berlin Sofortbildkunst von 50 Künstlerinnen und Künstlern – von Porträt bis Materialexperiment.

Die Ausstellung „:unmittelbar“ zeigt in Berlin Sofortbildkunst von 50 Künstlerinnen und Künstlern – von Porträt bis Materialexperiment.

© Noman Shahid / Unsplash

Die vierte Werkschau „:unmittelbar“ eröffnet am 24. Juli 2026 im Kunsthaus Bethanien in Berlin-Kreuzberg und ist regulär vom 25. Juli bis 1. August zu sehen. Der Verein Deutsche Sofortbild Kunst zeigt dort Werke von 50 Künstlerinnen und Künstlern aus ganz Deutschland. Landschaften, Porträts, Aktaufnahmen und bearbeitete Unikate sollen die gegenwärtige Vielfalt des analogen Sofortbilds sichtbar machen und einen bewussten Gegenentwurf zur schnelllebigen digitalen Bildproduktion formulieren.

Sofortbildkunst zwischen Fotografie und Objekt

Das Sofortbild hält eine Aufnahme nicht nur fest, sondern bringt zugleich ein physisches Einzelstück hervor. Entwicklung, Farbwirkung und mögliche Unregelmäßigkeiten sind Teil des Ergebnisses und lassen sich nach der Aufnahme nur begrenzt steuern.

Wer bei einem Polaroid vor allem an spontane Schnappschüsse denkt, begegnet in der Ausstellung deshalb einer wesentlich breiteren Kunstform. Die beteiligten Künstlerinnen und Künstler nutzen das Sofortbild sowohl als fotografische Aufnahme als auch als Material für weitere Bearbeitungen.

Welche Arbeiten zeigt „:unmittelbar“?

Die Ausstellung umfasst Landschafts-, Porträt- und Aktfotografie. Hinzu kommen Werke, bei denen die Bildoberfläche mechanisch behandelt oder das Filmmaterial mit chemischen Verfahren verändert wurde.

Damit reicht das Spektrum von klassischen Motiven bis zu Arbeiten, die sich der Collage, der Objektkunst oder abstrakten Bildformen annähern. Entscheidend ist dabei nicht allein das aufgenommene Motiv, sondern ebenso der Umgang mit dem materiellen Bild.

Warum das Sofortbild einen Gegenpol zur Bilderflut bildet

Enrique Freaza aus dem Berliner Organisationsteam beschreibt die analoge Arbeitsweise als einen Prozess, der Zeit und Aufmerksamkeit verlangt. Anders als beliebig reproduzierbare Digitaldateien besitzt jedes Sofortbild eine eigene materielle Form.

Auch die Vereinsvorsitzende Sabine Skodda sieht gerade in unvorhersehbaren Ergebnissen eine Stärke des Mediums. Abweichungen von technischer Perfektion könnten Emotionen vermitteln und Überraschungen erzeugen. Die Sofortbildkunst setze damit ein bewusstes Zeichen gegen den jederzeit verfügbaren Strom digitaler Aufnahmen.

Wer organisiert die Ausstellung zur Sofortbildkunst?

Veranstalter ist der 2024 gegründete Verein Deutsche Sofortbild Kunst. Er will die künstlerische Arbeit mit Sofortbildern in Deutschland fördern und durch Ausstellungen, Workshops, Kurse und Kooperationen sichtbarer machen.

„:unmittelbar“ ist die vierte jährliche Werkschau des Vereins. Frühere Ausgaben fanden in Bochum und Hannover statt, 2026 wird das Format erstmals im Kunsthaus Bethanien in Berlin präsentiert.

Führungen, Fotowalk und Workshops zum Sofortbild

Die Vernissage beginnt am Freitag, 24. Juli, um 19 Uhr. Von Montag bis Freitag werden jeweils um 18 Uhr kostenlose Führungen angeboten. Kurator Andrés Aguilar Caro führt am Samstag, 25. Juli, um 15 Uhr auf Englisch durch die Ausstellung.

Kostenpflichtige Workshops mit beteiligten Kunstschaffenden sind für den 25. und 29. Juli geplant. Am Sonntag, 26. Juli, findet von 11 bis 13 Uhr ein kostenloser Fotowalk statt. Eine Mitmach-Aktion begleitet die Finissage am Samstag, 1. August, von 13 bis 15 Uhr.

Öffnungszeiten im Kunsthaus Bethanien

Die Ausstellung läuft vom 25. Juli bis 1. August 2026 im Projektraum des Kunsthauses Bethanien, Mariannenplatz 2, in Berlin-Kreuzberg. Geöffnet ist montags bis samstags von 15 bis 20 Uhr und sonntags von 11 bis 20 Uhr.

Die Finissage findet am 1. August von 12 bis 16 Uhr statt. Der Eintritt zur Vernissage, zur Finissage, zu den Führungen, zum Fotowalk und zur Mitmach-Aktion ist frei.

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