Kompaktkameras retten den Markt – die DSLR stirbt aus

Der japanische Branchenverband CIPA hat am 1. Juli seine Mai-Zahlen veröffentlicht. Sie zeigen einen Kameramarkt im Umbruch: Kompaktkameras wachsen zweistellig, DSLRs verschwinden fast ganz.

Kompaktkameras retten den Markt – die DSLR stirbt aus.

Kompaktkameras mit kleinerem Sensor sind gefragt: Beispielsweise die Fujifilm X-M5 mit APS-C-Sensor, fotoMAGAZIN-Testurteil „sehr gut“, für unter 1.000 Euro erhältlich.

© Fujifilm

Kompaktkameras verkaufen sich so gut wie lange nicht mehr, DSLR-Kameras kommen dagegen fast zum Erliegen. Dazwischen behaupten sich spiegellose Kameras, verschieben sich aber zunehmend zu kleineren Sensorformaten. Auch bei den Exportmärkten gibt es deutliche Verschiebungen, allen voran bei China. Diese und weitere Erkenntnisse liefert der aktuelle Report der Camera & Imaging Products Association (CIPA) für den Mai 2026, der im Juli veröffentlicht wurde.

Wie stark ist der Kameramarkt im Mai 2026 eingebrochen?

751.208 Digitalkameras verschickten die japanischen Kamerahersteller weltweit im Mai 2026. Das sind 21 Prozent weniger als im April und 17,6 Prozent weniger als im Mai 2025. Die ersten fünf Monate des Jahres liegen trotzdem im Plus: 3,6 Millionen Kameras gingen raus, gut vier Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Warum sterben DSLR-Kameras aus?

Immer mehr Hersteller haben die DSLR-Produktion eingestellt. Verkauft wird nur noch, was noch auf Lager liegt. Das schlägt sich natürlich in den Zahlen nieder. Gerade einmal 46.346 Spiegelreflexkameras verschickten die Hersteller im Mai 2026, ein Minus von fast 35 Prozent gegenüber Mai 2025. Seit Januar sind es 210.803 Stück, ein Drittel weniger als im Vorjahr. Spiegelreflexkameras: Ende einer Ära?

Warum sind Kompaktkameras 2026 wieder gefragt?

Weil Vlogger und Einsteiger separate Kameras wieder mehr schätzen als das Smartphone allein. Seit Jahresbeginn verkauften die Hersteller über eine Million Kompaktkameras, ein Plus von fast 22 Prozent – kein anderes Segment wächst so stark. Das sind die besten Kompaktkameras 2026.

Welche Kamera kaufen Fotografen heute statt einer DSLR?

Meist eine spiegellose Kamera, und immer öfter eine mit kleinerem Sensor statt Vollformat. Mirrorless-Kameras halten die Stellung: Im Mai schwächelten sie zwar mit einem Minus von knapp 22 Prozent, seit Jahresbeginn stehen sie aber leicht im Plus. Beim Sensorformat weist CIPA Vollformat und kleinere Formate nur für alle Wechselobjektiv-Kameras zusammen aus, DSLR und Mirrorless also in einem Topf. Da DSLR nur noch für rund 9 Prozent der Wechselobjektiv-Kameras steht, dürfte der Trend trotzdem vor allem Mirrorless zeigen: Seit Jahresbeginn kam Vollformat auf 863.053 Stück, ein Minus von 13,9 Prozent, kleinere Formate auf 1.757.595 Stück, ein Plus von 5,9 Prozent. Auffällig: Kleinere Sensorformate wachsen, Vollformat schrumpft. APS-C-Kameras: Alternativen zum Vollformat

Welche Länder kaufen die meisten Kameras?

Japan selbst sticht heraus: Der Inlandsversand legte seit Januar um 20 Prozent zu, mehr als jede andere Region. Beim Export bremste vor allem China: Die Mai-Lieferungen brachen um 39 Prozent ein, seit Jahresbeginn steht China aber noch mit einem Plus von fast 18 Prozent da. Amerika bleibt der größte Exportmarkt: 187.932 Kameras gingen im Mai dorthin, ein Minus von 6,6 Prozent, seit Jahresbeginn aber ein Plus von 6,7 Prozent auf 906.696 Stück. Europa liegt knapp dahinter: 159.805 Kameras im Mai (minus 14,4 Prozent), kumuliert 803.582 Stück und damit ein Plus von 8 Prozent seit Jahresbeginn.

Warum sind die CIPA-Zahlen für 2026 nur bedingt vergleichbar?

Weil CIPA seit Januar 2026 mit Kenko Tokina Co., Ltd. ein zusätzliches Unternehmen mitzählt. Die Jahresvergleiche der kumulierten Zahlen fallen dadurch etwas höher aus, als es das reine Marktwachstum hergeben würde. Bekannt ist Kenko Tokina vor allem als Optikhersteller, mit Objektiven, Ferngläsern, Mikroskopen und Zubehör im Programm; im Kamerageschäft baut das Unternehmen vor allem Kompaktkameras, Digital- und Videokameras sowie Kinderkameras.

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