Clownfische im Korallenriff sind ein klassisches Motiv der Unterwasserfotografie – leuchtende Farben, wenig Licht und ständige Bewegung stellen Kamera und Fotograf gleichermaßen vor Herausforderungen.
© Adobe Stock / Suparjo2026 gibt es nur noch wenige Kameras, die ohne zusätzliches Gehäuse direkt ins Wasser dürfen. Für Schnorchler, Taucher, Reisende und Unterwasserfotografen kommen vor allem robuste Kompaktkameras, Actioncams und Spezialmodelle infrage, weil sie wasserdicht gebaut sind und je nach Modell Tauchtiefen von 10 bis 60 Metern abdecken.
Wichtigstes Kriterium für Unterwasserkameras ist die Tauchtiefe. Viele Actioncams und Kompaktkameras sind nur bis 10, 15 oder 20 Meter wasserdicht. Für Schnorcheln reicht das meist aus, für Gerätetauchen jedoch nicht immer. Auch Licht spielt unter Wasser eine große Rolle: Farben gehen mit zunehmender Tiefe schnell verloren, vor allem Rot- und Orangetöne. Kameras mit LED-Optionen, Ringlichtern oder Anschlüssen für externe Leuchten sind deshalb im Vorteil.
Welche Unterwasserkameras gibt es 2026 noch?
Der Markt für wasserdichte Kompaktkameras ist klein geworden. Viele frühere Modelle mit Unterwasser-Eignung sind nicht mehr erhältlich, darunter die Nikon Coolpix W300 und die Panasonic Lumix FT30. Wer heute neu kauft, findet vor allem zwei Gruppen: robuste Kompaktkameras mit Foto-Fokus und Actioncams mit starkem Video-Schwerpunkt.
Für tiefere Tauchgänge reichen einfache wasserdichte Kameras oft nicht aus. Wer tiefer als 20 Meter geht, braucht entweder eine spezialisierte Unterwasserkamera wie die SeaLife Micro 3.0 oder ein Unterwassergehäuse für eine Systemkamera.
Kodak Pixpro WPZ2: Einstiegsmodell für Aufnahmen in geringer Wassertiefe
Die Kodak Pixpro WPZ2 ist bis 15 Meter wasserdicht. Sie bietet 16 Megapixel Auflösung, ein 4fach-Zoom und Full-HD-Video mit 1080p.
Die Kodak Pixpro WPZ2 ist das Einstiegsmodell unter den vorgestellten Unterwasserkameras und eignet sich für Urlaub, Pool und Aufnahmen in geringer Wassertiefe.
© JK ImagingDamit ist sie das Einstiegsmodell in dieser Übersicht: eine einfache Option für Urlaub, Strand, Pool und Aufnahmen in geringer Wassertiefe. Wer höhere Videoauflösung, mehr Ausstattung oder größere Tauchtiefen benötigt, findet bei den folgenden Modellen stärkere Alternativen. Der Preis liegt bei etwa 157 bis 168 Euro.
Pentax WG-90: robuste Einsteigerkamera mit LED-Licht
Die Pentax WG-90 ist bis 14 Meter wasserdicht und nutzt einen 16-Megapixel-CMOS-Sensor im 1/2,3-Zoll-Format. Dazu kommen ein 5fach-Zoom mit 28–140 mm entsprechend Kleinbild, Full-HD-Video mit 30 Bildern pro Sekunde und sechs LED-Lampen rund um das Objektiv.
Die Pentax WG-90 kombiniert ein robustes Gehäuse mit sechs LED-Lampen rund um das Objektiv und richtet sich an Einsteiger in die Unterwasserfotografie.
© Ricoh ImagingDamit ist sie eine robuste Einsteigerkamera für Schnorcheln, Urlaub und Aufnahmen in geringer Wassertiefe. Der Unterwasser-Modus soll Farben natürlicher wiedergeben und den typischen Blaustich reduzieren. Verzichten muss man auf 4K-Video, RAW, GPS und USB-C. Der Preis liegt bei etwa 319 bis 380 Euro.
OM System Tough TG-7: Unterwasserkamera für Nahaufnahmen
Die OM System Tough TG-7 ist bis 15 Meter wasserdicht und gehört zu den wenigen robusten Kompaktkameras, die weiterhin erhältlich sind. Sie bietet 12 Megapixel Auflösung, eine Makrofunktion bis 1 cm Abstand, GPS und ein Manometer. Die Kamera ist wahlweise in Rot oder Schwarz erhältlich.
Die OM System Tough TG-7 ist bis 15 Meter wasserdicht und punktet vor allem bei Nahaufnahmen unter Wasser.
© OM SystemDamit richtet sich die TG-7 vor allem an Nutzer, die eine robuste Kamera für Wasser, Strand, Regen und Nahaufnahmen suchen. Der Preis liegt bei rund 440 Euro.
Pentax WG-8: robuste Kamera für bis zu 20 Meter
Die Pentax WG-8 ist bis 20 Meter wasserdicht und bietet 20 Megapixel Auflösung. Zur Ausstattung gehören 4K-Video, ein 5fach-Zoom mit 28–140 mm entsprechend Kleinbild und sechs LED-Ringlichter rund um das Objektiv.
Die Pentax WG-8 ist bis 20 Meter wasserdicht, bietet 20 Megapixel Auflösung und sechs LED-Ringlichter für Motive im Nahbereich.
© Ricoh ImagingDie Kamera ist seit dem 15. Januar 2025 lieferbar. Damit ist sie eine interessante Alternative für alle, die eine wasserdichte Kompaktkamera mit höherer Auflösung und integrierter Nahaufnahmebeleuchtung suchen. Der Preis liegt bei rund 386 Euro.
Welche Actioncams sind gute Unterwasserkameras?
Actioncams sind kompakt, robust und videoorientiert. Sie eignen sich besonders für Schnorcheln, Wassersport und dynamische Aufnahmen. Für klassische Fotografie bieten sie weniger Bedienkomfort als Kompaktkameras, punkten aber mit Stabilisierung, hoher Videoauflösung und kleinem Format.
GoPro HERO13 Black: Actioncam für Foto und Video
Die GoPro HERO13 Black ist eine vielseitige Actioncam für Wassersport, Reisen und kurze Tauchgänge in geringer Tiefe.
© GoPro
Die GoPro HERO13 Black ist ohne Gehäuse bis 10 Meter wasserdicht. Sie filmt mit bis zu 5,3K bei 60 Bildern pro Sekunde und nimmt Fotos mit 27,6 Megapixeln auf. GoPros HyperSmooth-6.0-Stabilisierung ist vor allem bei bewegten Aufnahmen im Wasser hilfreich.
Die HERO13 Black ist damit eine vielseitige Wahl für Wassersport, Reisen und kurze Tauchgänge in geringer Tiefe. Der Preis liegt je nach Angebot bei etwa 313 bis 358 Euro.
DJI Osmo Action: robuste Actioncams für Unterwasserfotografie
Die DJI Osmo Action 6 steht an der Spitze der aktuellen Osmo-Action-Reihe. Genannt werden ein 1/1,1-Zoll-Sensor, eine variable Blende und 4K Custom; eine belastbare Angabe zur Tauchtiefe liegt hier nicht vor. Der Preis liegt bei rund 370 Euro. Die DJI Osmo Action 5 Pro ist bis 20 Meter wasserdicht, filmt in 4K, bietet eine Akkulaufzeit von bis zu 240 Minuten und die Funktion SuperNight. Die ältere DJI Osmo Action 4 ist bis 18 Meter wasserdicht, nutzt einen 1/1,3-Zoll-Sensor und nimmt ebenfalls 4K-Video auf.
Die DJI Osmo Action 6 führt die aktuelle Osmo-Action-Reihe an und setzt mit 1/1,1-Zoll-Sensor und variabler Blende auf starke Videoeigenschaften.
© DJIDamit decken die Osmo-Action-Modelle vor allem Video, Wassersport, Schnorcheln und Tauchgänge in geringer Tiefe ab. Für die Unterwasserfotografie sind sie besonders interessant, wenn neben Fotos auch stabile Videoaufnahmen, lange Laufzeiten und eine kompakte Bauform wichtig sind.
Insta360 Ace Pro: 8K-Actioncam mit Klappdisplay
Die Insta360 Ace Pro ist ohne Gehäuse bis 10 Meter wasserdicht. Mit Gehäuse sind bis zu 60 Meter möglich. Sie bietet 8K-Video, 48 Megapixel Auflösung und ein Klappdisplay.
Die Ace Pro eignet sich besonders für Anwender, die hohe Videoauflösung, flexible Bildkontrolle und eine kompakte Bauform kombinieren möchten. Der Preis liegt bei rund 450 Euro; mit Wasser-Kit werden etwa 903 Euro genannt.
Insta360 X4: 360-Grad-Kamera für Unterwasserfotografie
Die Insta360 X4 ist bis 10 Meter wasserdicht und nimmt 360-Grad-Videos mit 5,7K auf. Sie ist weniger eine klassische Unterwasserkamera als eine Spezialkamera für Rundum-Perspektiven.
Die Insta360 X4, hier im unsichtbaren Dive Case, ist eine 360-Grad-Actioncam für kreative Unterwasseraufnahmen, bei denen der Bildausschnitt nachträglich gewählt werden kann.
© Insta360Interessant ist sie vor allem für kreative Unterwasseraufnahmen, bei denen Blickwinkel und nachträglicher Bildausschnitt wichtiger sind als klassische Fotobedienung. Der Preis liegt bei rund 400 Euro; für das Dive Case kommen etwa 100 Euro hinzu.
Welche Unterwasserkameras eignen sich für größere Tiefen?
Für größere Tiefen kommen entweder Gehäuselösungen oder Spezialkameras infrage. Die SeaLife Micro 3.0 ist so eine Spezialkamera: Sie ist bis 60 Meter wasserdicht, dauerhaft versiegelt, nimmt 4K-Video auf und bietet 16 Megapixel Auflösung. Sie lässt sich zudem mit LED-Lösungen kombinieren.
Die SeaLife Micro 3.0 ist bis 60 Meter wasserdicht und richtet sich damit stärker an Taucher als an gelegentliche Schnorchler.
© SeaLifeDamit richtet sie sich deutlich stärker an Taucher als an gelegentliche Schnorchler. Wer regelmäßig tief taucht, sollte solche Spezialmodelle oder ein Unterwassergehäuse für eine Systemkamera prüfen. Der Preis der SeaLife Micro 3.0 liegt bei rund 599 Euro.
Mit der eigenen „Überwasserkamera“ auf Tauchstation gehen
Wer seine Kamera von Land auch unter Wasser einsetzen möchte, braucht ein passendes Unterwassergehäuse. Solche Gehäuse gibt es für Kompaktkameras, spiegellose Systemkameras und Spiegelreflexmodelle; sie schützen je nach Ausführung bis etwa 50 oder 100 Meter Tiefe und ermöglichen die Bedienung wichtiger Kamerafunktionen unter Wasser.
Das Nauticam NA-A7RVI bringt die Sony Alpha 7R VI auf Tauchstation und bietet in einem robusten Aluminiumgehäuse ergonomischen Zugriff auf die wichtigsten Kamerafunktionen.
© NauticamIm oberen Profi-Segment zählen Nauticam, Seacam, Subal, Marelux, Isotta, Sea & Sea und AOI zu den wichtigen Anbietern. Sie setzen meist auf präzise gefertigte Aluminiumgehäuse, ergonomische Bedienelemente und optische Ports, die die Bildqualität unter Wasser verbessern können. Im mittleren Preisbereich sind Ikelite, Aquatica, Hugyfot und BS Kinetics stark vertreten – von Kunststoffgehäusen mit breiter Modellabdeckung bis zu robusten Aluminium- oder Kohlefaserlösungen. Günstigere Einstiege bieten unter anderem SeaFrogs, Easydive und ewa-marine mit Acryl-, Kunststoff- oder Foliengehäusen für unterschiedliche Kameratypen.
Welche Unterwasserkameras passen zu welchem Einsatz?
Für Schnorcheln und Urlaub eignen sich robuste Kompaktkameras wie Kodak Pixpro WPZ2, Pentax WG-90, OM System Tough TG-7 oder Pentax WG-8. Für Video, Wassersport und bewegte Szenen sind GoPro, DJI Osmo Action und Insta360-Modelle die naheliegende Wahl.
Für ernsthafte Unterwasserfotografie beim Tauchen sind Spezialkameras wie die SeaLife Micro 3.0 oder Systemkameras im Unterwassergehäuse die bessere Lösung. Sie bieten mehr Reserven bei Tiefe, Lichtführung und Bildgestaltung.
Analoge Klassiker der Unterwasserfotografie
Die Minolta Weathermatic 35 DL ist eine analoge Allwetter- und Schnorchelkamera für Kleinbildfilm, die bis 5 Meter wasserdicht ist.
© Deutsches Kameramuseum / Dr. Alexander EisgrubAuch vor der Digitaltechnik gab es wasserdichte Kameras für die Unterwasserfotografie. Die Minolta Weathermatic 35 DL kam 1987 auf den Markt und arbeitete mit Kleinbildfilm im Format 24 × 36 mm. Die gelb-schwarze Sucherkamera war bis 5 Meter wasserdicht, schwamm auf der Wasseroberfläche und bot ein umschaltbares Zweifach-Objektiv mit 35 mm und 50 mm Brennweite. Über Wasser nutzte sie einen aktiven Infrarot-Autofokus; unter Wasser arbeitete sie mit Fixfokus und einer zusätzlichen Nahschaltung. Damit war sie eher eine Allwetter- und Schnorchelkamera als ein Werkzeug für größere Tauchtiefen. Eine gebrauchte Minolta Weathermatic 35 DL ist heute bereits ab 60 Euro erhältlich.
Nikon Nikonos V: Unterwasser-Legende für Kleinbildfilm
Eine deutlich größere Rolle in der Geschichte der Unterwasserfotografie nimmt die Nikon Nikonos V ein. Die 1984 eingeführte 35-mm-Filmkamera gehört zu den großen Klassikern des Genres und galt lange als beste Unterwasserkamera der Welt. Ohne zusätzliches Gehäuse war sie bis 50 Meter wasserdicht; produziert wurde sie bis 2001.
Die Nikonos V war der Abschluss der legendären Unterwasser-Modellreihe von Nikon.
© Winfried WarnkeIhr robustes Metallgehäuse, große Bedienelemente und das Nikonos-Bajonett mit speziellen Wechselobjektiven machten sie über Jahrzehnte zu einer Referenz für analoge Unterwasseraufnahmen. Technisch war vor allem die TTL-Blitzsteuerung wichtig, mit der sich Motive unter Wasser zuverlässiger ausleuchten ließen. Mit den aktuellen digitalen Unterwasserkameras in dieser Übersicht ist die Nikonos V jedoch kaum vergleichbar: Sie arbeitet mit Film, hat keinen Autofokus und ist nur noch gebraucht erhältlich – meist zu Preisen um die 300 Euro.
Wer mit einer gebrauchten analogen Unterwasserkamera ins Wasser gehen möchte, sollte vorher aber unbedingt prüfen, ob Dichtungen und O-Ringe noch intakt sind. Sonst kann Wasser ins Gehäuse eindringen und die alten Schätzchen beschädigen.
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