Michael Kenna: Japans stille Seiten in Köln

Das Forum für Fotografie in Köln zeigt 40 originale Silbergelatine-Abzüge von Michael Kenna. Die Ausstellung „miracle of another new day“ widmet sich Kennas Japan-Fotografien aus den Jahren 2001 bis 2025.

„Five poles“, Hokkaido, Japan,  2004. Im Forum für Fotografie Köln sind bis zum 18. Juli 2026 40 analoge Japan-Fotografien von Michael Kenna zu sehen.

„Five poles“, Hokkaido, Japan,  2004. Im Forum für Fotografie Köln sind bis zum 18. Juli 2026 40 analoge Japan-Fotografien von Michael Kenna zu sehen.

© Michael Kenna, 2004

Am 30. Mai 2026 eröffnet im Forum für Fotografie in Köln die Ausstellung „miracle of another new day – Selection of Michael Kenna’s Photographs of Japan“. Bis zum 18. Juli 2026 sind dort 40 originale Silbergelatine-Abzüge des britischen Fotografen Michael Kenna zu sehen, alle in Japan zwischen 2001 und 2025 aufgenommen. Die Schau zeigt, wie Kenna Landschaft, Licht, Wetter und Zeit zu stillen, reduzierten Schwarzweißbildern verdichtet; zur Vernissage lädt das Forum am 30. Mai um 16 Uhr ein.

Wer ist Michael Kenna?

Michael Kenna zählt zu den prägenden Landschaftsfotografen der Gegenwart. Er wurde 1953 in Widnes in der englischen Grafschaft Lancashire geboren und wuchs in einer irisch-katholischen Arbeiterfamilie auf. Zunächst begann er eine Ausbildung zum Priester, entschied sich dann aber für die Kunst. Er studierte an der Banbury School of Art und später am London College of Printing. Über die Malerei fand er zur Fotografie.

1977 zog Kenna nach San Francisco. Dort arbeitete er mehrere Jahre als Assistent der Fotografin Ruth Bernhard. Seit den frühen 1980er-Jahren werden seine Arbeiten international gezeigt. Heute sind seine Fotografien in zahlreichen Museumssammlungen vertreten.

Warum Michael Kenna Japan immer wieder fotografiert

Japan hat in Michael Kennas Werk eine herausragende Bedeutung. Seit seiner ersten Reise im Jahr 1987 kehrt er immer wieder dorthin zurück. Ihn fasziniert die Energie der Landschaft, aber auch die Kultur und die Haltung, mit der Natur, Stille und Vergänglichkeit betrachtet werden.

© Michael Kenna 2005 - Flock of Red Cranes, Hokkaido, Japan

Flock of Red Cranes, Hokkaido, Japan

© Michael Kenna, 2005

Kennas Japan-Bilder suchen nicht das Spektakel. Sie zeigen keine lauten Ansichten, sondern Hügel, Bäume, Wasser, Schnee, Nebel, Wolken, Stege oder Zäune. Oft genügen wenige Bildelemente. Seine Fotografien wirken deshalb konzentriert, offen und still. Der Ausstellungstext bezeichnet sie als „visuelle Haikus“: klare Kompositionen, die mit Reduktion arbeiten und gerade dadurch Raum für Assoziationen lassen.

Was zeichnet Michael Kennas Bildsprache aus?

Michael Kenna arbeitet mit Geduld. Viele seiner Bilder entstehen durch lange Auseinandersetzung mit einem Ort. Er kehrt an Motive zurück, wartet auf anderes Licht, anderes Wetter, eine andere Stimmung. Seine Fotografien halten deshalb nicht nur einen Ort fest, sondern auch die Zeit, die in ihm vergeht.

Charakteristisch sind lange Belichtungszeiten. Wasser verliert dadurch seine harte Oberfläche, Wolken werden weich, Landschaften scheinen zwischen Wirklichkeit und Erinnerung zu schweben. In Kennas Bildern werden Strukturen zurückgenommen, Flächen beruhigt und Details sorgfältig gesetzt. Die Wirkung ist leise, aber präzise.

Wie arbeitet Michael Kenna analog?

Michael Kenna fotografiert seit Jahrzehnten mit Mittelformatkamera und Schwarzweißfilm. Diese analoge Arbeitsweise ist für ihn kein nostalgischer Effekt, sondern Teil seiner künstlerischen Methode. Sie zwingt zur Konzentration und passt zu seiner langsamen, abwägenden Annäherung an Landschaften und Motive.

Auch der Abzug gehört wesentlich zu Kennas Arbeit. Seine Silbergelatine-Prints entstehen mit großem technischen Anspruch. In der Dunkelkammer arbeitet er Nuancen, Tonwerte und Kontraste heraus. Der fertige Abzug ist für ihn nicht bloß eine Wiedergabe des Negativs, sondern eine eigenständige Gestaltung.

Was zeigt die Ausstellung „miracle of another new day“?

Die Kölner Ausstellung versammelt 40 originale Silbergelatine-Abzüge. Alle Arbeiten zeigen ein Bildmotiv von 20 x 20 Zentimetern. Das kleine quadratische Format entspricht Kennas leiser Bildsprache: Die Fotografien drängen sich nicht auf, sondern verlangen Nähe und Aufmerksamkeit.

Die Motive entstanden in Japan zwischen 2001 und 2025. Damit zeigt die Ausstellung keine Momentaufnahme eines einzelnen Projekts, sondern eine Auswahl aus mehr als zwei Jahrzehnten fotografischer Beschäftigung mit dem Land. Zu sehen ist ein Werk, das Stille, Zurückhaltung und genaue Beobachtung miteinander verbindet.

Wann und wo ist Michael Kenna in Köln zu sehen?

„miracle of another new day – Selection of Michael Kenna’s Photographs of Japan“ ist vom 30. Mai bis 18. Juli 2026 im Forum für Fotografie, Schönhauser Straße 8, 50968 Köln, zu sehen. Geöffnet ist donnerstags und freitags von 14 bis 18 Uhr sowie samstags von 12 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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