Das Tamron 2,8-5,6/25-200 mm DI III VXD ist gegen Staub und Spritzwasser geschützt.
© TamronText und Praxistest: Andreas Jordan
Labormessungen: Anders Uschold
Das neue Tamron-Zoom ist der Nachfolger des 2,8-5,6/28-200 mm Di III RXD aus dem Jahr 2020 (Test in fM 12/20: Optik 71 %, Mechanik 86 %). Neben dem größeren Weitwinkel bringt es den weiterentwickelten „Voice-coil eXtreme-torque Drive“-Autofokusmotor mit, der sehr leise und schnell arbeitet. Verbessert hat Tamron auch die Nahgrenze im Weitwinkel, die nun 16 cm statt 18 cm beträgt, was einen Abbildungsmaßstab von 1:1,9 zur Folge hat. Im Tele bleibt die Nahgrenze bei 80 cm (Abbildungsmaßstab 1:3,9). Die Anzahl der Blendenlamellen hat der Hersteller von sieben auf neun erhöht. Trotz der erweiterten Brennweite liegt das Gewicht unverändert bei rund 575g. Mit 121,5 mm statt 117 mm ist das neue Objektiv nur minimal länger geworden.
Wie schlägt sich das Tamron 25-200 mm im Vergleich zum Sigma 20-200 mm?
Im Test vergleichen wir das neue Tamron-Objektiv mit dem ausführlich in fM 3/26 getesteten Sigma 3,5-5,6/20-200 mm DG Contemporary, das noch mehr Weitwinkel mitbringt, dafür aber lichtschwächer ist. Bei Preis, Gewicht und Baulänge nehmen sich die beiden Objektive wenig.
Wie liegt das Tamron 25-200 mm an Sony-Kameras in der Hand?
Das neue 2,8-5,6/25-200 mm ist im eingefahrenen Zustand nur minimal länger als das Sigma 3,5-5,6/20-200 mm und hinterlässt im Praxistest an einer Alpha 7 III einen ausgewogenen Eindruck. Per Zoom-Lock lässt es sich im Weitwinkel sperren, um ein versehentliches Verrutschen zu verhindern. Zum Zoomen muss der Lock-Schalter verschoben werden. Das hat Sigma etwas geschickter gelöst, denn beim 20-200 mm reicht das Überwinden eines Widerstands, um das Objektiv aus der Weitwinkelposition zu befreien. Zoom- und Fokusring lassen sich beim neuen Tamron-Objektiv gut bedienen.
Welche Ausstattung bietet das Tamron-Zoom?
Im Gegensatz zum Sigma-Zoom bringt es eine Funktionstaste mit, die sich mit verschiedenen Einstellungen belegen lässt. Eine USB-C-Buchse dient zur Kommunikation mit der Tamron Lens Utility Mobile. Mit der Android- und iOS-App lassen sich Objektiveinstellungen anpassen, der Fokus und die Blende fernsteuern und die Firmware aktualisieren. Die USB-Buchse ist übrigens wie der Rest des Objektives abgedichtet und somit wetterfest. Das Filtergewinde hat wie bei den meisten Tamron-Objektiven einen Durchmesser von 67 mm. Eine Streulichtblende mit mattierten Lichtfangrillen wird mitgeliefert. Der internen Lichtschutzmaßnahmen sind sehr gut, haben uns beim Sigma-Zoom aber noch etwas besser gefallen.
Was zeigt das Tamron 25-200 mm beim Test im Labor?
Im Labor haben wir das neue Tamron-Objektiv wie schon das Sigma 20-200 mm an einer hochauflösenden Sony-Kamera (Alpha 7R II) vermessen. Wie bei einem stark gespreizten und relativ lichtstarken Zoom nicht anders zu erwarten, ist die Auflösung stark von Brennweite und Blende abhängig. Im Weitwinkel erreicht das Objektiv in der Bildmitte schon bei offener Blende eine sehr gute Auflösung, fällt am Bildrand aber stark ab (von knapp 100 % auf knapp 40 % Wirkungsgrad). Eine Stufe Abblenden auf f/4 verbessert das Ergebnis bereits deutlich und bringt die höchste Auflösung in der Bildmitte. Weiteres Abblenden verbessert die Auflösung am Bildrand nur noch geringfügig.
Bei welcher Brennweite ist die Auflösung am besten?
Bei 70 mm hat das Tamron-Zoom insgesamt die höchste Auflösung, die von der Bildmitte bis zum Bildrand relativ gleichmäßig ist. Der Ergebnisse bei Offenblende (f/4,5) sind hier schon sehr gut, ein Abblenden auf f/6,3 verbessert die Werte vor allem am Bildrand noch ein wenig. Die stärkste Offenblendschwäche zeigt sich bei 200 mm. Hier steigert das Abblenden von f/5,6 auf f/8 die Auflösung in der Bildmitte von knapp 70 % auf gut 90 %. Erfreulich gering ist dagegen der Auflösungsabfall am Bildrand – ein weiteres Abblenden bringt hier kaum Gewinn.
Wie stark sind Verzeichnung und Randabdunkelung?
Die Verzeichnung wird wie üblich weitgehend in der Kamera korrigiert, im Weitwinkel bleiben allerdings 0,5 % Tonnenform erhalten. Der Blick auf die nicht korrigierten Raws zeigt eine stärkere aber moderate tonnenförmige Verzeichnung im Weitwinkel und eine kissenförmige im Telebereich – bei um die 35 mm zeigt sich auch in den Raw-Daten so gut sie keine Verzeichnung. Die Randabdunkelung fällt vor allen im Weitwinkel bei offener Blende recht stark aus (knapp zwei Blendenstufen) und bleibt selbst beim Abblenden mit gut einer Blendenstufe sichtbar. Die Raw-Dateien werden wie üblich in Adobe Camera Raw mit dem entsprechenden Objektivprofil besser korrigiert als in der Kamera.
Wie lautet das Fazit im Tamron 25-200 mm Test?
„Das Tamron 2,8-5,6/25-200 mm Di III VXD G2 macht als
Allround- und Reiseobjektiv eine sehr gute Figur.“
Das neue Tamron-Zoom schneidet bei der Bildqualität etwas besser ab als das Sigma 3,5-6,3/20-200 mm, das im Gegenzug bei der Mechanik leicht die Nase vorne hat. Am Ende nehmen sich die beiden Objektive nicht viel und die Entscheidung hängt davon ab, was wichtiger ist: mehr Weitwinkel oder eine höhere Lichtstärke.
Tamron 25-200 mm vs Sigma 20-200 mm – alle Testergebnisse auf einen Blick
| Tamron 2,8-5,a6/25-200 mm Di III VXD G2 | Sigma 3,5-6,3/20-200 mm DG Contemporary |
![]() | ![]() |
| LINSEN/GRUPPEN | LINSEN/GRUPPEN |
| 18/14 | 18/14 |
| NAHGRENZE/ABBILDUNGSMASSSTAB | NAHGRENZE/ABBILDUNGSMASSSTAB |
| 16-80 cm/ 1:1,9 (25 mm) | 16,5-65 cm/ 1:2 (28 mm) |
| KLEINSTE BLENDE | KLEINSTE BLENDE |
| 16-32 | 22-40 |
| FILTERGRÖSSE | FILTERGRÖSSE |
| 67 mm | 72 mm |
| BAULÄNGE/GEWICHT | BAULÄNGE/GEWICHT |
| 121,5 mm/ 575 g | 117,5 mm/ 540 g (Sony-Version) |
| BESONDERHEITEN | BESONDERHEITEN |
| Zoom-Lock, Funktionstaste, Staub- und Spritzwasserschutz, USB-Schnittstelle | Zoom-Lock, Staub- und Spritzwasserschutz |
| ANSCHLÜSSE | ANSCHLÜSSE |
| E | E, L |
| Preis (Liste) | Preis (Liste) |
| ca. 850 Euro | ca. 900 Euro |
| OPTIK – In der kurzen Brennweite lohnt es sich, eine Stufe anzublenden, um die Randschärfe zu verbessern. In der mittleren Brennweite ist die Auflösung insgesamt am höchsten und von der Bildmitte zu Rand relativ homogen. Bei 200 mm bringt das Abblenden auf f/8 deutliche Gewinne auch in der Bildmitte. | OPTIK – Um eine Blende geschlossen verbessert sich die Auflösung auf sehr gute Werte in der kurzen Brennweite ausgezeichnete in der mittleren und gute in der langen Brennweite. Auffällig ist in der kurzen Brennweite der über fast allen Blendenstufen starke bis deutliche Abfall der Eckenauflösung. |
| MECHANIK – Sehr gut in Kunststoff verarbeitetes Objektiv mit Metallbajonett und Dichtung gegen Feuchtigkeit und Staub. Im Inneren befinden sich Lichtschutzmaßnahmen, die mit mattierten Oberflächen und Lichtfallen insgesamt sehr gut ausgeführt sind. Die Sonnenblende aus Kunststoff mit mattierten Lichtfangrillen hat eine eine klare Raststellung für das Bajonett. | MECHANIK – Sehr gut bis ausgezeichnet in Kunststoff verarbeitetes Objektiv mit Metallbajonett und Dichtung gegen Feuchtigkeit und Staub. Im Inneren befinden sich Lichtschutzmaßnahmen, die mit sehr tief mattierten und geriffelten Oberflächen und Lichtfallen bzw. einer ausgezeichneten Vergütung sehr gut bis ausgezeichnet ausgeführt sind. |
| RANDABDUNKLUNG IN BLENDENSTUFEN | RANDABDUNKLUNG IN BLENDENSTUFEN |
| 25 mm, Blende 2,8/5,6: -1,92/-1,08 | 20 mm, Blende 3,5/7,1: -2,26/-1,48 |
| 70 mm, Blende 4,5/9: -0,74/-0,64 | 50 mm, Blende 5/10: -1,04/-0,72 |
| 200 mm, Blende 5,6/11: -0,73/-0,50 | 200 mm, Blende 6,3/13: -0,89/-0,85 |
| VERZEICHNUNG | VERZEICHNUNG |
| 25 mm: -0,5 % (tonnenförmig) | 20 mm: -0,1 % (tonnenförmig) |
| 70 mm: 0,0 % | 50 mm: 0,1 % (kissenförmig) |
| 200 mm: 0,1 % (kissenförmig) | 200 mm: 0,2 % (kissenförmig) |
| LEISTUNGSPROFIL | LEISTUNGSPROFIL |
| Optik: 80% | Optik: 78% |
| Mechanik: 82% | Mechanik: 85% |
| GESAMTEINDRUCK | GESAMTEINDRUCK |
| Trotz leichter Offenblendeinschränkiungen erzielt das Tamron 25-200 mm für ein 8x-Zoom gute bis sehr gute Ergebnisse. | Mechanisch überzeugt das Sigma 20-200 mm, optisch zeigt es erwartbar leichte Schwächen, vor allem bei offener Blende. |
![]() | ![]() |
So testen wir
Der BAS-Digital-Test liefert umfassende Leistungswerte des Objektives bei verschiedenen Anwendungen und Formaten. Die Ergebnisse sind ein Mittelwert, berechnet mit den aktuell meistverwendeten Digitalkameras.
Gesamtwirkungsgrad
Die Auflösung zeigt die Gesamtleistung über dem Bildfeld von der Bildmitte zum Rand bei den ersten fünf Blendenstufen des Objektivs, angegeben als prozentualer Wirkungsgrad. Gesamtwerte über 75 % sind sehr gut, ab 85 % ist ein Objektiv hervorragend. Steigt die Auflösung auf Werte über 95 %, so beinhalten die Bilder oft künstliche Strukturen, die störend verfälschen. Der Blendenbereich mit hoher und zuverlässiger Leistung bestimmt, wie flexibel das Objektiv einsetzbar ist. Sehr wichtig ist ein niedriger Leistungsabfall bei den größeren Blendenöffnungen, um Lichtstärke und geringe Schärfentiefe nutzen zu können. Ab Blende 11 bis 16 reduziert physikalische Beugung zwangsläufig die Auflösung. Je mehr Blendenwerte gleichmäßig hohe Leistung zeigen, um so variabler ist das Objektiv einsetzbar.
Randabdunklung
Die Randabdunklung messen wir bei Offenblende und um zwei Stufen abgeblendet. Wichtig sind ein möglichst geringer und gleichmäßiger Lichtverlust von der Bildmitte zum Rand, ein plötzlicher Abfall ist deutlich sichtbarer und störend. Weitwinkelobjektive zeigen oft stärkere Vignettierung bei Offenblende und abgeblendet.
Verzeichnung
Kurze Brennweiten zeigen meist tonnenförmige Verzeichnungen bis -3 %. Unter +/-0,7% ist die Verzeichnung kaum merklich, bis +/-1,2 % sichtbar und darüber deutlich bis stark. Moderne Kameras korrigieren die Verzeichnung meist digital. Seit dem Spätsommer 2023 testen wir daher alle Objektive mit eingeschalteter Verzeichnungskorrektur.
Beitrage Teilen


