Bald eins? Sony hat dem japanischen Objektivhersteller Tamron ein Angebot zur kompletten Übernahme vorgelegt.
Bild: fotoMagazinBis Ende Dezember 2025 war Sony mit 15,35 % der größte Anteilseigner von Tamron. Laut Medien- und Agenturberichten hat sich inzwischen allerdings der Investor Effissimo Capital aus Singapur mit 17,4 % den größten Anteil gesichert, während der Anteil von Sony auf 14,7 % zurückgegangen ist. Nun will Sony offensichtlich das ganze Unternehmen übernehmen. In einer Pressemitteilung (hier als PDF) bestätige Tamron Ende Juli entsprechende Medienberichte. Demnach hat Tamron einen Sonderausschuss eingerichtet, um verschiedene Optionen zur Steigerung seines Unternehmenswerts zu prüfen. Derzeit lägen jedoch noch keine Sachverhalte vor, die offengelegt werden müssten.
Wird es weiter Tamron-Objektive für Fujifilm und Nikon geben?
Für den Endkunden dürfte vor allem relevant sein, für welche Anschlüsse Tamron künftig Objektive baut. Aktuell liegen alle Tamron-Objektive für spiegellose Systeme in einer Version für Sony E vor, zunehmend aber auch in Varianten für Fujifilm X und Nikon Z sowie vereinzelt für Canon RF (nur APS-C). Sollte Sony Tamron komplett übernehmen, wäre die Frage, ob weiterhin andere Anschlüsse als das E-Bajonett unterstützt würden. Für Tamron selbst ist es vorteilhaft, möglichst viele Anschlüsse zu bedienen und somit mehr Objektive zu verkaufen. Auf der anderen Seite würde Sony damit auch die Konkurrenz unter den Kameraherstellern durch ein größeres Objektivangebot attraktiver machen. Tamron-Objektive sind trotz sehr guter Leistungswerte in der Regel günstiger als vergleichbare Objektive der Kamera-Hersteller und bieten somit ein hervorragendes Preis-Leistungsverhältnis.
Pressemitteilung von Tamron vom 30.7.2026 (in der deutschen Übersetzung)
Stellungnahme zu den jüngsten Medienberichten über das Unternehmen
Gestern gab es bestimmte Medienberichte von Diamond Online, wonach Tamron Co., Ltd. (das „Unternehmen“) ein Übernahmeangebot erhalten habe. Diese Information wurde jedoch nicht vom Unternehmen bekannt gegeben. Es trifft zu, dass das Unternehmen von der Sony Corporation ein unverbindliches Angebot bezüglich einer Reihe von Transaktionen erhalten hat, durch die das Unternehmen zu einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft der Sony Group Corporation werden soll, und dass das Unternehmen als Reaktion auf dieses Angebot einen Sonderausschuss eingerichtet hat, um verschiedene Optionen zur Steigerung seines Unternehmenswerts zu prüfen. Derzeit liegen jedoch keine Sachverhalte vor, die offengelegt werden müssten. Sollten sich in Zukunft Sachverhalte ergeben, die einer Offenlegung bedürfen, wird das Unternehmen dies umgehend bekannt geben.
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