Foto-Lexikon B: Was ist eigentlich eine Blende?

Unser kompaktes fotoMAGAZIN-Glossar erklärt verständlich die wichtigsten Begriffe und Bezeichnungen der Fotografie.

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Illustration Irisblenden

Irisblenden: von der Offenblende (geringste Schärfentiefe) zur geschlossenen Blende (größte Schärfentiefe) .

Bild: © fotoMAGAZIN

B

Banding

Englisch für „Streifenbildung“. Unerwünschter Bildeffekt in Form von streifenförmigen Artefakten, der hauptsächlich in dunklen Bildpartien bei hohen Empfindlichkeiten (ähnlich →Bildrauschen) in Erscheinung tritt.

Belichtungsautomatik

Die Belichtungsautomatik ermittelt auf Basis der eingestellten Belichtungsmessung halb- oder vollautomatisch die passende →Blende und →Belichtungszeit. Bei der →Programmautomatik erfolgt dies vollautomatisch, bei Halbautomatiken (→Av, →Tv be- ziehungsweise A und S) kann der Fotograf Blende oder Belichtungszeit vorgeben.

Belichtungszeit

Zeitraum, in dem der Film oder →Bildsensor dem Licht ausgesetzt wird, um ein Bild zu erzeugen. Da dieser Zeitraum durch einen →Verschluss geregelt wird, ist auch von der →Verschlusszeit die Rede.

Beugung

Ablenkung von Wellen an einem Hindernis; in der Fotografie von Lichtwellen an den →Lamellen der →Blende. Beugung macht aus einem Lichtpunkt ein Scheibchen, was die Auflösung verschlechtert (Beugungsunschärfe). Bei Kompaktkameras mit sehr kleinen Pixeln kann die Beugung die Auflösung schon bei offener Blende begrenzen; Kameras mit großen Bildsensoren und entsprechend großen Pixeln sind erst beim stärkeren Abblenden betroffen (beispielsweise ab Blende 14).

Bildfeldwölbung

Abbildungsfehler, bei dem das Bild nicht auf einer Ebene, sondern einer gewölbten Fläche erzeugt wird. Dies führt dazu, dass Teile des Bildes auf dem planen →Bildsensor unscharf sind (in der Regel der Bildrand).

Bildweite

Die Bildweite beschreibt die Entfernung des erzeugten Bildes auf dem Bildsensor bzw. Film und der Hauptebene des Objektivs. Siehe auch →Gegenstandsweite.

Bildrauschen

Beim Bildrauschen treten Störpixel auf, die in Farbe (Farbrauschen) oder Helligkeit (Helligkeitsrauschen) vom eigentlichen Bildsignal abweichen. Bei Digitalkameras verstärkt sich das Bildrauschen mit zunehmenden →ISO-Werten. Bei →JPEG-Dateien kann es durch einen Rauschfilter in der Kamera verringert werden, wobei allerdings auch echte Bildinformationen verloren gehen.

Lesen Sie zum Thema Bildrauschen auch unseren ausführlichen Wissensartikel.

Illustration eines Bildsensors

Aufbau eines Bildsensors: Von oben nach unten: Tiefpassfiter, Infrarotfilter, Tiefpassfilter, Äußere Mikrolinsen, Farbfilter mit Bayer-Matrix, Sensoroberfläche mit Fotodioden.

Illustration: Christian Eisenberg

Bildsensor

Halbleiter (→CCD oder →CMOS), der Licht (Photonen) in elektrische Ladung (Elektronen) wandelt.

Bildstabilisator

Einrichtung zur Reduzierung der Verwacklung durch die Eigenbewegung des Fotografen. Bildstabilisatoren nutzen einen Gyrosensor, um die Bewegung zu ermitteln und gegenzusteuern. Ursprünglich wurden ausschließlich optische Bildstabilisatoren in Objektiven eingesetzt, die ein Linsenelement bewegen, um die Verwacklung des Fotografen zu kompensieren. Inzwischen sind aber viele Kameras (beispielsweise von Olympus, Pentax und Sony) mit einem Bildstabilisator ausgestattet, der den →Bildsensor bewegt. Auf diese Weise lassen sich bei Wechselobjektivkameras alle angesetzten Objektive stabilisieren. Vor allem bei der Videoaufzeichnung kommen auch elektronische Bildstabilisatoren zum Einsatz, bei denen ein Bildauschnitt auf dem Bildsensor verlagert wird.

Bildwinkel

Der von einem Objektiv erfasste Winkel eines Bildes. Weitwinkelobjektive erfassen einen großen Bildwinkel (ein „weites“ Bild), Teleobjektive einen kleinen Bildwinkel („enger“ Bildausschnitt).

Bit

Binary digit. Kleinste digitale Einheit, die genau zwei Zustände annehmen kann (0 und 1). 8 Bit ergeben ein →Byte.

Blende

Vorrichtung in einem Objektiv, welche die Menge des einfallenden Lichts steuert. Mit der Blende wird durch die Veränderung des bildwirksamen Linsenquerschnitts neben der Bildhelligkeit auch die →Schärfentiefe reguliert.
Die meisten Kameras sind mit einer Irisblende ausgerüstet, die aus mehreren Lamellen besteht. Je mehr Lamellen zum Einsatz kommen, umso kreisrunder ist die Blendenöffnung, was in den Unschärfekreisen des →Bokehs sichtbar wird.

Blendenautomatik

Halbautomatik mit Zeitvorwahl und automatischer Blendeneinstellung; wird auch als →Tv oder S bezeichnet.

Blendenreihe

Beim Schließen der Blende im Objektiv um eine Stufen halbiert sich die Lichtmenge. Die klassische einstufige Blendenreihe sieht wie folgt aus:

0,5 / 0,7/ 1,0 / 1,4 / 2,0 / 2,8 / 4,0 / 5,6 / 8 / 11 / 16 / 22 / 32

Die jeweils nächste Stufe errechnet sich durch die Multiplikation der aktuellen Stufe mit √2. Der Wert verdoppelt sich somit als alle zwei Blendenstufen.

Blendenstufe

Die Veränderung der Belichtung um eine ganze Blendenstufe verdoppelt beziehungsweise halbiert die Lichtmenge. Eine ganze Blendenstufe wird auch als ein Lichtwert (LW) oder im Englischen als Exposure Value (EV) bezeichnet. 

Blitzleitzahl

Wert für die maximale Lichtabgabe eines Blitzgerätes, bezogen auf eine Filmempfindlichkeit von →ISO 100. In die Kamera integrierte kleine Blitzgeräte haben meist eine Leitzahl zwischen 5 und 13, externe Kompaktblitzgeräte liegen in der Regel zwischen 20 und 58.

Blitzreichweite

Die Entfernung, über die ein Blitzgerät das Motiv optimal ausleuchten kann. Lässt sich anhand des Lambertschen Gesetzes ermitteln: Wird der Abstand zur Lichtquelle verdoppelt, reduziert sich die Lichtmenge, die auf das Motiv trifft, auf ein Viertel.

Blitzschuh

Eine Vorrichtung zum Befestigen eines Blitzgerätes (oder auch anderen Zubehörs wie Blitzadapter) an einer Kamera, meist oben auf dem Kameragehäuse. Der Blitzschuh besitzt zwei Metallschienen und normalerweise in der Mitte einen oder mehrere elektrische Kontakte für die Kommunikation zwischen Kamera und Blitzgerät. Beim Fehlen dieser Kontakte handelt es sich um einen (passiven) Zubehörschuh.

Bei manchen Kameras wurde der Biltzschuh zu einem multifunktionalem Zubehörschuh ausgebaut. So kann bei einigen Sony-Kameras das Audio-Signal eines Mikrofons digital über den Zubehörschuh an die Kmera weitergeleitet werden und auch eine Stromversorgung ist auf disem Weg möglich.

Blitzsynchronisation

Koordiniert die Öffnung des →Verschlusses der Kamera mit der Leuchtzeit des Blitzgerätes. Einige Kameras gestatten die Synchronisation des Blitzes mit dem Beginn oder dem Ende der Verschlussöffnung bei langen →Belichtungszeiten (erster bzw. zweiter Verschlussvorhang).

Bluetooth

Funktechnologie, die im Gegensatz zu WLAN meist nur für geringere Entfernungen und Datenmengen geeignet ist. In Digitalkameras wird Bluetooth meist zur Kopplung mit einem Smartgerät genutzt und selten zur Übertragung von Bilddaten (Ausnahme: Nikon SnapBridge).

Bokeh

Der Begriff Bokeh stammt aus dem Japanischen und bedeutet unscharf, verschwommen. In der Fotografie wird damit die Anmutung des Unschärfeverlaufs bezeichnet. Das Bokeh wird vor allem von der Objektivkonstruktion beeinflusst, beispielsweise von der Anzahl der Lamellen in der →Blende.

Vogelkopf mit Bokeh

Als Bokeh bezeichnet man die Anmutung des Unschärfebereichs und der Unschärfekreise.

© Andreas Jordan

Bracketing

Automatische Belichtungsreihe, meist mit variierender Helligkeit (AE-Bracketing), bei manchen Kameras aber auch mit verändertem →Weißabgleich, →ISO-Wert, Blitzstärke oder Bildeffekten (bei Olympus beispielsweise „Art Filter-Bracketing“).

Brennweite

Die in Millimetern (mm) angegebene Brennweite beschreibt den Abstand zwischen der Hauptebene des Linsensystems des Objektivs und dem Brennpunkt auf dem Bildsensor bzw. dem Film.

BSI

Back Side Illumination (deutsch: rückseitige Belichtung). Bei einigen modernen →CMOS-Bildsensoren wurden die Leiterbahnen hinter die lichtempfindliche Fläche verlagert, um die Lichtausbeute zu verbessern. Gegenüber einem herkömmlichen FSI-CMOS (Front Side Illumination) wird der Sensor im Herstellungsprozess quasi umgedreht und wird von der Rückseite belichtet.

Bulb

Englische Bezeichnung für eine Langzeitbelichtung, bei der die Kamera solange belichtet wie der Auslöser gedrückt wird. Bei einigen Modellen ist der Bulb-Modus allerdings auf einige Minuten beschränkt. Bei den meisten Kameras durch den Buchstaben „B“ gekennzeichnet. Häufig ist der Bulb-Modus über den manuellen Belichtungsmodus zugänglich. Neben Bulb bieten einige Kameras auch den T(ime)-Modus für Langzeitbelichtungen an. Hierbei wird die Belichtung durch das Drücken des Auslöser gestartet und läuft solange, bis der Auslöser erneut gedrückt wird.

Byte

Binäres Datenpaket aus 8 →Bit. Ein Byte kann einen von 256 (28) möglichen Werten (Zeichen, Zahlen oder Farbwerten) repräsentieren.
Eine bei →JPEG-Dateien gängige Farbtiefe von 24 Bit entspricht also 3 Byte und ca. 16,7 Millionen Farbwerten. 1024 Byte ergeben ein Kilobyte etc:
1024 Byte = 1 Kilobyte (KByte)
1024 Kilobyte = 1 Megabyte (MB)
1024 Megabyte = 1 Gigabyte (GB)
1024 Gigabyte = 1 Terabyte (TB)

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Unser Fotografie-Lexikon befindet sich in stetiger Bearbeitung. Wenn Ihnen Begriffe und Erklärungen fehlen, weisen Sie uns im Kommentar darauf hin. Wir werden unser Glossar auch weiterhin für Sie ergänzen.

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