aufmacher_zooms_12_17.jpg

Zooms für MFT
Produktfotos: © Hersteller

Im Test: Profizooms von Olympus und Panasonic

Profis für viele Fälle
07.02.2018

Drei Zooms für Micro-Four-Thirds, die zumindest im Weitwinkel-Brennweitenbereich beginnen, stehen auf dem Prüfstand. Papierform und Preis der Olympus- und Panasonic-Leica-Zooms weisen auf ihren professionellen Anspruch hin – können sie diesen auch erfüllen?

Drei Objektive für den anspruchsvollen Fotografen mit Micro-Four-Thirds-Kamera haben wir in diesem Monat getestet. Anspruchsvoll meint, dass dieses Trio von der Bauart her und den technischen Daten darauf ausgelegt ist, in vielen Situationen verlässlich und dauerhaft höchste optische Leistungen zu erbringen. Dafür müssen Interessenten allerdings auch tiefer in die Tasche greifen, denn die Preisempfehlungen bewegen sich zwischen 1000 und 1300 Euro. Ob und für wen sich nun die Anschaffung eines der Modelle lohnt, haben wir im BAS-Digital-Test überprüft.

getestete_objektive_12_17.jpg

Getestete Objektive

Getestete Objektive

Dem Micro-Four-Thirds-Standard mit Sensoren mit den Abmessungen 17,3 x 13 mm (kleiner als APS-C) gehören als wichtigste Kamerahersteller Olympus und Panasonic an. Beide Firmen weisen auch die größten Objektivsortimente auf, aus denen wir neuere Modelle mit Zoom im Weitwinkelbereich ausgewählt haben. Von Olympus ist dies das M.Zuiko Digital ED 4/12-100 mm IS Pro, von Panasonic sind es die mit Leica DG Vario-Elmarit gelabelten 2,8-4/8-18 mm Asph. und 2,8-4/12-60 mm Asph. O.I.S.

olympus-lens_ez-m1210_black_web.jpg

Olympus M.Z. Digital 4/12-100 mm ED IS Pro

Olympus M.Z. Digital 4/12-100 mm ED IS Pro
PREIS: ca. 1300 Euro

© Olympus

Das Olympus 12-100 mm IS Pro entspricht im Kleinbildbereich einem 24-200 mm – also einem waschechten, klassischen Superzoom. In Anbetracht der durchgängigen Anfangsöffnung von Blende f/4 wird deutlich, dass es im Vergleich zu den üblichen Superzooms mehr drauf hat und deshalb die Einsortierung in die Pro-Linie durchaus gerechtfertigt ist. Dort befindet es sich mit dem Olympus 2,8/7-14 mm, dem 2,8/12-40 mm oder dem 2,8/40-150 mm in illustrer Gesellschaft. Zu den Merkmalen der Pro-Reihe gehören die hochwertige Verarbeitung und Ausstattung der Objektive. Die Fassungsqualität ist sehr hoch, da klappert und wackelt nichts. Der schmale, vordere Ring wird zum manuellen Scharfstellen nach hinten gezogen, dann taucht eine Entfernungsskala auf. Für Autofokus geht es in die entgegengesetzte Richtung. Beide Ringe sind aus Metall und sehr griffig und geschmeidig im Lauf.

Das 12-100 mm gehört zu den wenigen Olympus-Objektiven mit eingebautem Bildstabilisator. Er arbeitet in Kombination mit dem sensorbasierten Stabilisator von Olympus-Kameras, und zwar sehr gut. Wird der Stabilisator am Objektiv ausgeschaltet, wird gleichzeitig die Sensorstabilisierung deaktiviert. Die L-Function-Taste am Objektiv deaktiviert den AF und funktioniert dann wie ein Schärfespeicher. Erwähnenswert ist auch die geringe (gleitende) Nahgrenze von 0,15 m im Weitwinkel.
Typisch für die optischen Leistungen von Superzooms sind die Auflösungsschwächen bei den Offenblenden. Das gilt für das Olympus 12-100 mm nicht: Es kann bedenkenlos mit Blende f/4 genutzt werden, nur im Telebereich geht die Auflösung – vernachlässigbar wenig – nach oben, wenn um eine Stufe abgeblendet wird. Ebenfalls ungewöhnlich ist auch die Tatsache, dass das aus China stammende Zoom im Weitwinkel sogar seine höchste maximale Auflösung abliefert. Allzu stark sollten übrigens alle drei Testkandidaten nicht abgeblendet werden, weil sonst sensorbedingt die Beugung die Auflösung herunterzieht.

Schwächen bei der Randabdunklung

Ungewöhnlich gute Werte für ein Superzoom zeigt das 12-100 mm auch bei der Verzeichnung. Im Weitwinkel ist sie tonnenförmig sichtbar, was aber vergleichsweise harmlos ist. Im Tele ist sie gering kissenförmig und bei 35 mm praktisch irrelevant. Ein paar Punkte lässt das Olympus bei der Randabdunklung liegen. Sowohl bei 12 mm als auch bei 100 mm ist die Vignettierung bei Offenblende sichtbar und spontan zunehmend. Bei 12 mm bleibt das auch nach Abblenden um zwei Stufen in den äußersten Ecken so. Ansonsten sind die Werte sehr gut bis ausgezeichnet.
Durch die Kooperation mit Leica gibt es einige Objektive, auf denen groß Leica und klein Panasonic steht. Nach einigen Festbrennweiten wurden auch drei Leica-Zooms mit jeweils Anfangsöffnung f/2,8-4 angekündigt, von denen zwei hier besprochen werden. Das Vario-Elmarit 2,8-4/50-200 mm lässt noch auf sich warten.

Seite 1 von 2
Seite 1
Seite 2
Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Lars Theiß
Über den Autor
Lars Theiß

Unser Technikredakteur Lars Theiß kümmert sich vorwiegend um Tests und Praxisthemen rund um Kameras, Objektive und Zubehör. Seit 1995 arbeitet der besonders an naturfotografischen Themen interessierte Wahlhamburger beim fotoMAGAZIN. Zu seinen Aufgabenbereichen gehören die Objektivtests, Secondhand-Themen und die fotoMAGAZIN-Spezialausgabe Einkaufsberater.