Test: Leica CL

Kann die neue Leica zu den besten APS-C-Systemkameras aufschließen?
29.03.2018

Mit der CL erweitert Leica sein Angebot an spiegellosen APS-C- System­kameras um ein Modell mit elektronischem Sucher – und macht dabei Fortschritte ­gegenüber dem sucherlosen Schwestermodell TL2. Wir haben beide mit den jeweiligen APS-C-Spitzenmodellen von Canon, Fujifilm und Sony verglichen.

 

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Leica CL schräg

Vorder- und Rückseite des Gehäuses bestehen aus Magnesium, die Deck- und Bodenklappe aus eloxiertem Aluminium.
Breite: 131 mm, Tiefe: 31 mm, Höhe: 78 mm

© Leica

Leica CL – da war doch was? Tatsächlich hatte Leica bereits in den 70er-Jahren eine CL im Programm: eine besonders kompakte und leichte Kleinbild-Sucherkamera, die in Kooperation mit Minolta entstand – die erste Leica „Made in Japan“ (siehe Test in fotoMAGAZIN 9/73). Die digitale CL ist nun wieder „Made in Germany“, sie wird also hier zusammengebaut, viele Komponenten kommen natürlich weiter aus Asien. Eine entfernte Ähnlichkeit mit dem analogen Namensvetter ist durchaus vorhanden. Das Design ist, wie man es von Leica gewohnt ist, eher puristisch, wirkt aber weniger futuristisch als bei der TL2 – und das ist durchaus positiv gemeint. Statt des großen Touchscreens (9,4 cm Diagonale) als Bedienzentrale hat die CL einen normalgroßen Monitor (7,5 cm), aber mehr mechanische Bedienelemente. Links neben dem Monitor gibt es Play-, Funktions- und Menü-Tasten, rechts eine klassische Viererwippe mit Bestätigungstaste. Die beiden Einstellräder auf der Oberseite haben jetzt ebenfalls Tasten. Mit der rechten lässt sich das Belichtungsprogramm wählen, mit der linken der ISO-Wert. Die Einstellungen werden im kleinen Status-Display auf der Oberseite angezeigt. Menü-Einträge lassen sich auf der ersten Ebene individuell anpassen („Favoriten“), genauso wie die Belegung der Bestätigungstaste. Ein anpassbares Kurzmenü kann man außerdem durch die Kombination aus Funktionstaste und den Pfeilen auf der Viererwippe aufrufen. Der Monitor ermöglicht einige Touch-Funktionen (AF-Messfeld setzen, in der Wiedergabe vergrößern und weiterblättern), aber im Gegensatz zur TL2 keine komplette Touch-Bedienung aller Menüs (einige Untermenüs ausgenommen).

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Leica CL back

Die CL hat mehr mechanischere Bedienelemente als die TL2, bleibt aber puristisch.

© Leica

In den Sucherbetrieb schaltet die Kamera automatisch per Augensensor. Der E-Sucher ist angenehm groß, wenn auch nicht so riesig wie beispielsweise bei der Lumix G9. Die Auflösung ist mit 2,4 Millionen Bildpunkten (1024 x 768 mit jeweils drei RGB-Subpixeln) ausreichend für ein scharfes Bild. Auf dem Monitor und im Sucher lassen sich ein virtueller 3D-Horizont, ein Raster, eine Histogramm und eine Clipping-Warnung einblenden. Bei der manuellen Fokussierung kann man die Schärfe dank Peaking und Vergrößerung sehr gut beurteilen. Insgesamt hat uns das Bedienkonzept der CL deutlich besser gefallen als das der TL2, auch wenn die Menüs immer noch recht unübersichtlich sind. Etwas umständlich ist auch die AF-Messfeldwahl. Auf dem Monitor kann diese per Touch erfolgen, im Sucherbetrieb aber nicht; hier muss man zeitraubend auf Feld oder Punkt umschalten, um das Messfeld mit den Pfeiltasten zu verschieben. Andere Hersteller machen den Touch-AF auch im Sucherbetrieb nutzbar. Denkbar wäre auch, dass der AF-Modus getrennt für Sucher und Monitor voreingestellt werden kann.

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Andreas Jordan
Über den Autor
Andreas Jordan

Andreas Jordan ist Mediendesigner und arbeitet seit 1994 als Redakteur und Autor mit den Schwerpunkten Multimedia, Imaging und Fotografie für verschiedene Fach- und Special-Interest-Magazine (u. a. Screen Multimedia, Computerfoto, MACup). Seit 2003 ist er Redakteur beim fotoMAGAZIN und leitet dort seit 2007 das Ressort Test & Technik.