Im Test: Panasonic Lumix TZ202

15fach-Zoom-Kamera mit 1-Zoll-Sensor
19.02.2019

Normalerweise haben Superzoomkameras entweder kleine Sensoren oder eine große Bridge-Bauweise. Die einzige Ausnahme war bisher Panasonics Lumix TZ101 mit 10fach-Zoom und 1-Zoll-Sensor. Nun kommt die Nachfolgerin TZ202 mit 15fach-Zoom auf den Markt. Kann sie ihre Vorgängerin im Praxis- und Labortest überflügeln?

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Panasonic Lumix TZ202

Die TZ202 ist mit Aluminiumplatten verkleidet. Eine Gummierung am Griff verleiht besseren Halt.

© Panasonic

Hochwertige Kompaktkameras mit Zoomobjektiven sind heute überwiegend mit 1-Zoll-Sensoren ausgestattet (13,2 x 8,8 mm). Diese ermöglichen eine deutlich bessere Bildqualität als die ungefähr viermal kleineren 1/2,3-Sensoren (6,2 x 4,7 mm), die lange Zeit in Einsteiger-Kompakten und kleinen Superzoomkameras verbaut wurden. Sony setzt 1-Zoll-Sensoren beispielsweise erfolgreich in der kleinen RX100-Serie ein, deren lichtstarke Objektive aber nur rund 3fach zoomen, von Panasonic und Sony kommen große Bridge-Kameras mit bis zu 25fach-Zoom. Eigentlich verwunderlich, dass nur Panasonic eine Kombination aus 1-Zoll-Sensor, kleinem Gehäuse und großem Zoombereich anbietet. Noch erstaunlicher ist es, dass die neue TZ202, trotz fast identischer Gehäuseabmessungen im Vergleich zur TZ101, sogar 15fach zoomt (24-360 mm statt 25-250 mm beim Kleinbild). Zwangsläufig auf der Strecke bleibt dabei die Lichtstärke, die sich von 2,8-5,9 auf 3,3-6,4 verschlechtert hat.

Äußerlich sind die TZ101 und die TZ202 kaum zu unterscheiden. Die Neue ist minimal größer und besitzt Gummierungen am Griff bzw. auf der Rückseite in Daumenhöhe. Die Bedienelemente sind identisch positioniert, die Handhabung erfolgt Panasonic-typisch mit Funktionsknöpfen, Objektivring (beispielsweise für Blende, Zeit und manuelle Fokussierung), Quick-Menü und über den konsequent umgesetzten Touchscreen, der auch im Sucherbetrieb genutzt werden kann, um das AF-Messfeld zu verschieben (Touch-Pad-Funktion). Der Monitor hat eine etwas höhere Auflösung als bei der Vorgängerin, was sich aber kaum bemerkbar macht. Deutlicher sind die Unterschiede beim Sucher, der größer geworden ist (Vergrößerung 0,53x statt 0,46x im Vergleich zum Kleinbild) und höher auflöst (2,33 statt 1,166 Mio. Punkte) – das ist sich in der Praxis deutlich sichtbar.

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Panasonic Lumix TZ202 back

Auf der Rückseite ist in Daumenhöhe eine Gummierung hinzugekommen.

© Panasonic

Panasonic Lumix TZ202 mit 4K für Videos und Fotos

Auch die sonstige Ausstattung kann sich sehen lassen. Zu den Highlights gehören die 4K-Funktionen: Ultrahochauflösende Videos gelingen mit 3840 x 2160 Pixeln, 30 Bildern/s und 100 Mbit/s. Blende und Belichtungszeit lassen sich manuell wählen, der Bildstabilisator beruhigt das Bild und die Schärfe wird, dank DfD-Erweiterung für den Kontrast-AF, weich und ohne Pumpen nachgeführt. Anspruchsvolleren Filmern dürfte der Mikrofonanschluss fehlen. Etwas lästig ist außerdem der Crop, der bei 4K aus kleinbildäquivalenten 24 mm 36 mm macht. Full-HD ist prinzipiell ohne Crop möglich, allerdings wird das Bild beim Aktivieren des Stabilisators leicht beschnitten, da dieser beim Full-HD-Video zusätzlich zum optischen Verfahren eine digitale Stabilisierung durchführt. Zeitlupen sind mit 100 Bildern/s in Full-HD möglich, wobei der AF nicht nachgeführt und auch der Bildstabilisator deaktiviert wird. Nicht fehlen dürfen natürlich die 4K-Foto-Funktionen, bei denen kurze Videoclips mit 30 Bildern/s aufgenommen werden, aus denen sich dann Standbilder mit gut 8 Megapixeln extrahieren lassen. 4K-Foto ermöglicht einige Tricks. Bereits aus zahlreichen Lumix-Modellen bekannt sind:

  • • Pre-Burst: Die Kamera schreibt permanent in einen temporären Speicher und kann dann 30 Bilder vor und 30 Bilder nach dem Auslösen auf SD-Karte speichern.
  • • Post-Focus: In einem kurzen Video werden alle Fokuspunkte abgefahren und der Fotograf kann hinterher eine der Schärfeebenen auf dem Touchscreen wählen.
  • • Focus-Stacking: Hier werden auf Basis des Post-Focus-Videos alle scharfen Bereiche zusammengerechnet, um (beispielsweise bei Makroaufnahmen) ein Bild mit großer Schärfentiefe zu generieren.

Bisher nur in der Systemkamera Lumix GX9 zu finden sind zwei neue 4K-Foto-Funktionen:

  • • Die Auto-Markierung setzt Marker bei neuen Szenen oder dem Auftauchen eines Gesichts, die sich dann bei der Wiedergabe schnell auffinden lassen.
  • • Die Sequenzkomposition wird im Wiedergabemodus angewendet: Hierbei wird ein sich vor einem statischen Hintergrund bewegendes Motiv mehrfach in ein Bild montiert – so lassen sich beispielsweise Bewegungsabläufe von Sportlern erfassen. Voraussetzung ist der Einsatz eines Stativs.

Der optische Bildstabilisator der TZ202 erwies sich in unserem Test im Fotomodus als sehr effektiv. So waren bei einer kleinbildäquivalenten Brennweite von 360 mm die meisten Aufnahmen aus der Hand mit 1/25 s scharf, was knapp vier Blendenstufen Gewinn gegenüber der klassischen Verwacklungsregel bedeutet.
Weitere Neuerungen sind die erweiterten Bracketing-Optionen (neben AE sind Belichtungsreihen nun auch mit variierendem Weißabgleich, Fokus und Blende möglich) und der zweite SW-Filter („L.Monochrom“).
Auf der Höhe der Zeit ist die TZ202 auch bei der drahtlosen Konnektivität, für die Wi-Fi und Bluetooth LE an Bord sind. Zu den weiteren Ausstattungsmerkmalen gehören lautloses Auslösen mit elektronischem Verschluss, Zeitrafferaufnahmen, Mehrfachbelichtungen, Focus-Peaking, Zebra und der Raw-Konverter in der Kamera.

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Andreas Jordan
Über den Autor
Andreas Jordan

Andreas Jordan ist Mediendesigner und arbeitet seit 1994 als Redakteur und Autor mit den Schwerpunkten Multimedia, Imaging und Fotografie für verschiedene Fach- und Special-Interest-Magazine (u. a. Screen Multimedia, Computerfoto, MACup). Seit 2003 ist er Redakteur beim fotoMAGAZIN und leitet dort seit 2007 das Ressort Test & Technik.