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Smartphone Fotografie
Die britische Fotografin Jo Bradford gibt Ihnen wertvolle Tipps, wie Ihnen besondere Bilder mit der Handykamera gelingen.
Illustration: Getty Images/Kunst_mp

Fotoschule: Malerische Porträtfotos im Rembrandt-Stil

Erzeugen Sie eine besondere Dramatik mithilfe von Licht und Schatten.
23.11.2022

Mit dem Rembrandt-Licht kreieren Sie Fotos, die an Gemälde des niederländischen Meisters erinnern. Diese Technik, die Ihren Porträts mehr Dramatik verleiht, können Sie einfach mit Ihrem Smartphone und Haushaltsgegenständen realisieren.

Text: Jo Bradford

Rembrandts Porträts beruhen auf dem Gleichgewicht von Licht und Schatten. Eine Hälfte des Gesichts wird beleuchtet, wobei auf der Schattenseite ein Lichtdreieck entsteht. Die Augen unterstreichen die Dramatik: Sie sind scharf fokussiert, gut ausgeleuchtet und weisen ein Glanzlicht auf.

Die Position des Lichtdreiecks ist eine wichtige Grundlage für die Ausleuchtung und spielt eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung von Tiefe und der Modellierung der Gesichtszüge. Die Basis des Dreiecks liegt über dem Auge, eine Seite verläuft entlang der Nase, die andere entlang des Wangenknochens, die Spitze liegt im Mundwinkel.

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Porträtfoto im Rembrandt-Stil

Porträt-Aufnahmen wie diese, gelingen Ihnen auch mit dem Smartphone. Als Equipment benötigen Sie lediglich einen dunklen Hintergrund, eine verstellbare Lichtquelle und dunkle Kleidung für das Model.

Foto: © Jo Bradford

In 3 Schritten zum Porträtfoto mit Rembrandt-Licht:

1. Hintergrundfarbe mit Kleidung abstimmen
Richten Sie den Hintergrund ein. Er sollte das Licht absorbieren und nicht reflektieren. Um den Blick auf das Gesicht zu lenken, wählen Sie für Kleidung und Hintergrund dunkle Farben. Hier trägt das Model einen Farbton, der etwas dunkler ist als der Hintergrund. Verwenden Sie eine dunkelgraue Hintergrundrolle oder ein großes Stück dunklen Stoff oder Karton. Für einen texturierten Effekt streichen Sie den Karton mit deutlich sichtbaren Pinselstrichen in einem dunklen Farbton.

2. Lichtdreieck erzeugen
Dunkeln Sie den Raum ab. Positionieren Sie die Lichtquelle seitlich hoch über dem Gesicht und bewegen Sie sie nach vorne, bis das Lichtdreieck erscheint. Justieren Sie das Licht, bis sich das Dreieck an der richtigen Stelle im Gesicht befindet.

3. Verwenden Sie das Teleobjektiv
Regeln Sie die Belichtungszeit herab, um das Bild zu verdunkeln und eine Silhouette zu erzeugen. Die Belichtungsfunktion erscheint beim Antippen des Bildschirms zum Fokussieren. Für eine präzisere Einstellung finden Sie den Belichtungsregler bei Android-Kameras im Pro-Modus und bei iPhones durch Antippen des Pfeils am oberen Rand des Displays. Alternativ gibt es eine App mit manuellen Funktionen.

Problembehebung

Lichtdreieck ist zu groß
Die Lichtquelle ist zu frontal auf das Gesicht ausgerichtet und wirft ein gleichmäßiges Licht. Bewegen Sie sie zur Seite und stellen Sie sie höher ein.

Lichtdreieck ist zu weit unten und Augenhöhle liegt im Schatten
Die Lichtquelle ist zu hoch eingestellt. Bewegen Sie sie nach unten, bis in beiden Augen ein Glanzlicht zu sehen ist.

Eine Seite des Gesichts liegt komplett im Schatten
Die Lichtquelle befindet sich zu weit hinter dem Motiv. Bewegen Sie sie nach vorne, bis Lichtdreieck und Glanzlichter erscheinen.

Das brauchen Sie für Ihr Porträfoto mit Rembrandt-Licht:

  • • Smartphone-Kamera
  • • dunkler Hintergrund
  • • verstellbare Lichtquelle
  • • dunkle Kleidung

Das Set-Up:

  • • Teleobjektiv
  • • Belichtung (unterbelichten)

 

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Smart Photos – das Buch

Jo Bradfords Buch "Smart Photos – Besser fotografieren mit der Handykamera" ist 2022 im Prestel Verlag erschienen.

Jo Bradford ist Fotografin und Autorin des Bestsellers "Smartphone – Smart Photography". Sie leitet Kurse an der Royal Photographic Society in Bristol sowie Kreativitätsworkshops an der Universität Falmouth. Ihr neues Buch "Smart Photos – Besser fotografieren mit der Handykamera" beinhaltet 52 Tipps für die Smartphone-Fotografie und ist zu einem Preis von  18 Euro erhältlich. Es lädt den Leser dazu ein, sich neuen Herausforderungen zu stellen und neue Techniken zu erlernen.

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Dies ist der dritte von insgesamt fünf Praxistipps, die wir Ihnen auf unserer Webseite vorstellen.

> zu Tipp 1: "Light-Writing mit dem Smartphone"
> zu Tipp 2: "Farbiges Licht mit dem Smartphone"

Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Über den Autor
fotoMAGAZIN

1949 erschien die erste Ausgabe der ersten Fotozeitschrift im deutschsprachigen Raum. Seither begleiten wir die Fotogeschichte. Unsere Kamera- und Objektivtests unter Labor- und Praxisbedingungen helfen Einsteigern und Profis seit jeher bei der Kaufentscheidung. Mancher Fotograf wurde von uns entdeckt. Und seit Steven J. Sasson 1975 für Kodak die erste Digitalkamera entwickelte, haben wir die digitale Fotografie auf dem Schirm. Unsere Fotoexpertise ist Ihr Vorteil.

Artikel unter dieser Autorenzeile sind Gemeinschaftsprojekte der Redaktion.