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K|Lens One
Das K|Lens One-Objektiv lässt sich auch an einer Nikon-Z-Kamera nutzen. Der Monitor ist als Zubehör erhältlich.
Bild: K|Lens

K|Lens One: Lichtfeld-Objektiv aus Deutschland

Preis: ab ca. 1800 Euro
23.11.2021

Im Rahmen einer Kickstarter-Kampagne können Interessierte ab dem 29. November das Lichtfeld-Objektiv K|Lens One bestellen. Es soll sich für Foto- und Videoproduktionen eignen.

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K|Lens One

Das K|Lens One-Objektiv ist 253 mm lang und wiegt 1720 Gramm.

Bild: K|Lens

Das K|Lens One kann ab dem 29. November 2021 auf Kickstarter bestellt werden. Die erste Serie soll im Sommer 2022 an Kunden ausgeliefert werden. Hersteller ist die K|Lens GmbH aus Saarbrücken, ein Spin-Off des Max-Planck-Instituts. Das Objektiv entstand in Zusammenarbeit mit der Carl Zeiss Jena GmbH, die auch die Fertigung übernimmt. Zum K|Lens-Team gehören Professor Dr. Ivo Ihrke, der unter anderem für die Max-Planck-Gesellschaft und Zeiss geforscht hat, sowie Dr. Klaus Illgner-Fehns, der die Entwicklung leitet. CEO ist Matthias Schmitz.

Lichtfeld für Vollformatkameras

Das K|Lens One eignet sich für Vollformatkameras mit Nikons F-, Canons EF- und Sonys E-Bajonett, Kameras mit L- (Leica, Panasonic, Sigma), Z- (Nikon) und R-Anschluss (Canon) lassen sich per Adapter nutzen. Die Brennweite beträgt 80 mm bei einer Lichstärke von 1:6,3, die optsche Auflösung gibt der Hersteller mit 45 MP an. Laut K|Lens ist es das weltweit erste Lichtfeld-Objektiv, mit dem sowohl Fotos als auch Videos aufgenommen werden können.

Im Inneren des Objektives projiziert ein Spiegelsystem neun leicht unterschiedliche Perspektiven der Szene gleichzeitig auf den Kamerasensor – als würde die Szene mit neun Kameras gleichzeitig betrachten werden. Das Spiegelsystem funktioniert ähnlich wie ein Kaleidoskop – daher der Name K|Lens – und gibt dem Benutzer die Möglichkeit, eine Szene aus neun Blickwinkeln mit nur einer einzigen Aufnahme zu betrachten.

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Aufbau des K|Lens One

Aufbau des K|Lens One.

Bild: K|Lens

Nachdem die neun Bilder oder Videos aufgenommen sind, kann der Nutzer sie in die K|Lens eigene Software SeeDeep laden, welche auch im Lieferumfang enthalten ist. SeeDeep berechnet die räumliche Tiefe jedes einzelnen Pixels einer Aufnahme. Diese Informationen werden dann für die Nachbearbeitung als Tiefenkarten, Tiefenkanäle und/oder Punktwolken zur Verfügung gestellt. Der Tiefenkanal kann bei der Bildbearbeitung als Ebene oder Maske genutzt werden. Ausgabeformate vo SeeDeep sind zum Beispiel TIF und JPEG für Foto und EXR für Video. Die Daten können danach in allen gängigen Programmen weiterverarbeitet werden (Photoshop, Premiere, Nuke etc).

Zu den kreativen Möglichkeiten der K|Lens One gehören zunächst die tiefenbasierte Bearbeitung, Fokus Pull, Re-Fokussierung, erweiterte Tiefenschärfe und vereinfachte Segmentierung – weitere Funktionen sollen folgen. Die Fotos und Videos der K|Lens One lassen sich bspw. mit 3D-Displays nutzen oder im Web (z.B. Perspektivänderungen oder Fokusfahrten).

Early-Bird-Preis auf Kickstarter

Das K|Lens One Kickstarter-Paket enthält das Objektiv K|Lens One mit Objektivschelle und die Software SeeDeep. Als Zubehör kann ein 5-Zoll-Monitor mit nativer Software zur Unterstützung bei der Bildkomposition dazu bestellt werden. Die Kickstarter-Kampagne für das K|Lens One Objektiv startet am 29. November 2021, mit einem Early-Bird-Preis ab ca. 1800 Euro. Die spätere UVP gibt das Unternehmen mit ca. 3600 Euro an.

Mit Lichtfeldkameras war in der Vergangenheit vor allen das US-Unternehmen Lytro bekannt geworden, das seinen Geschäftsbetrieb aber 2018 eingestellt hatte.

Technische Daten zum K|Lens One

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Technische Daten des des K|Lens One

Technische Daten des des K|Lens One.

Bild: K|Lens

 

Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Über den Autor
Andreas Jordan

Andreas Jordan ist Journalist und Mediendesigner und arbeitet seit 1994 als Redakteur und Autor mit den Schwerpunkten Multimedia, Imaging und Fotografie für verschiedene Fach- und Special-Interest-Magazine (u. a. Screen Multimedia, Computerfoto, MACup) und Tageszeitungen (Hamburger Abendblatt, Berliner Kurier). Seit 2003 ist er Redakteur beim fotoMAGAZIN und leitet dort seit 2007 das Ressort Test & Technik.