Lytro Illum: Lichtfeldkamera mit 40 Megarays

22.04.2014

Mit der Lichtfeldkamera Illum will Lytro der professionellen Digitalfotografie eine neue Dimension erschließen. Anders als bei der ersten Kamerageneration in Quaderform setzt das Unternehmen bei der Illum auf ein modernes Design, das sich jedoch an gelernten Bedienkonzepten orientiert.

Mutete die erste Lytro Lichtfeldkamera eher wie ein aus dem Baukasten stammendes Spielzeug an, so lässt die Formensprache der neuen Lytro Illum sofort erkennen, dass es sich hier um eine Kamera mit gehobenem Anspruch handelt. Für eine herausragende Bildqualität wurde die Auflösung von 11 auf 40 Megarays fast vervierfacht und der Sensor von 1/3 Zoll auf 1 Zoll vergrößert. Den professionellen Anspruch unterstreicht auch das eingebaute Zoomobjektiv mit seinem achtfachen Brennweitenbereich und der konstanten Lichtstärke von 1:2.0. Ebenso erhielt die Kamera einen neuen Verschluss, der mit seiner kürzesten Verschlusszeit von 1/4000 Sekunden auch Motive mit Objekten die sich sehr schnell bewegen, scharf einfangen kann.

 

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Die Illum ist 166 x 86 x 145 mm groß

4,0-Zoll-Touchscreen

Das winzige Display, ein Kritikpunkt der ersten, Lytro wurde bei der Illum durch einen hellen, hochauflösenden Klappmonitor (4,0 Zoll, 800 x 480 Pixel) ersetzt, an dem sich die Aufnahmen lebendig interaktiv erleben lassen. Living Pictures nenn Lytro selbst die Ergebnisse seiner Kameras, bei denen sich nachträglich die Schärfenebene wählen und die Perspektive verändern lässt. Ebenso lassen sich die Aufnahmen auf jedem kompatiblen Computer- oder TV-Bildschirm in 3D darstellen und interaktiv erleben.

 

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Der Touchscreen-Monitor lässt sich kippen

Lichtstarkes 8fach-Zoom

Das neue 8fach-Zoom bietet einen Brennweitenbereich entsprechend 30-250 mm beim Kleinbild und erlaubt auch extreme Nahaufnahmen. Das duale Bedienkonzept ermöglicht die Steuerung der Kamera sowohl über Tasten als auch über das große Touchscreen-Display. Für Situationen mit wenig Licht bietet die Kamera einen genormten Blitzschuh.
Fast wichtiger als die Hardware ist in der Lichtfeldfotografie allerdings die Software. So bietet die Kamera für die Nachbearbeitung  und interaktive Betrachtung der Aufnahmen virtuelle Steuerelemente, mit denen sich Bildeigenschaften wie Schärfentiefe oder Perspektive nachträglich steuern lassen. Ebenso gibt es eine Funktion zum Teilen der Bilder über soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter, Pinterest oder Google+. Neu ist auch die Möglichkeit, die nachträglich interaktiv ansteuerbaren Bildvarianten in Form von filmähnlichen Animationen automatisch ablaufen zu lassen. Dazu bietet die Kamera vorgefertigte Muster für die Ausschnittwahl, Brennweiten-, Schärfe- oder Perspektive-Änderungen. Die Lytro Illum soll im Frühsommer für rund 1600 Euro auf den Markt kommen. Heiner Henninges/aj

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Über den Autor
Andreas Jordan

Andreas Jordan ist Journalist und Mediendesigner und arbeitet seit 1994 als Redakteur und Autor mit den Schwerpunkten Multimedia, Imaging und Fotografie für verschiedene Fach- und Special-Interest-Magazine (u. a. Screen Multimedia, Computerfoto, MACup) und Tageszeitungen (Hamburger Abendblatt, Berliner Kurier). Seit 2003 ist er Redakteur beim fotoMAGAZIN und leitet dort seit 2007 das Ressort Test & Technik.