Sony Xperia 1 VIII im Praxis-Test


Neben Leica ist Sony der einzige klassische Kamerahersteller, der auch Smartphones im Angebot hat. Bisher allerdings mit wenig Erfolg. Ob das Xperia 1 VIII das Potenzial hat, dies zu ändern, zeigt unser ausführlicher Praxis-Test.

Farbiges Porträt von Andreas Jordan vor neutralem Hintergrund

Andreas Jordan

Andreas Jordan ist freier Journalist und Mediendesigner.

Das Xperia 1 VIII ist etwas kleiner und leichter als die Highend-Konkurrenz und in den Farben Gold, Silber, Rot und Schwarz erhältlich. Die Goldversion kommt mit 1 TB (statt 256 GB) ­Speicher und kostet rund 2000 statt 1500 Euro.

Das Xperia 1 VIII ist etwas kleiner und leichter als die Highend-Konkurrenz und in den Farben Gold, Silber, Rot und Schwarz erhältlich. Die Goldversion kommt mit 1 TB (statt 256 GB) ­Speicher und kostet rund 2000 statt 1500 Euro.

© Sony

Das Sony Xperia VIII richtet sich mit drei Kameras, Raw-Aufnahme und ausgeprägten Profi-Funktionen besonders an Foto- und Videofans. Im Praxis-Test zeigt sich, wo das Smartphone gegenüber der Konkurrenz punktet und wo die Bildqualität Grenzen setzt.

Sony gilt als der größte Produzent von CMOS-Bildsensoren für Kameras. Und so finden sich die Bildwandler der Japaner auch in vielen Smartphones. Allerdings hatten hier zuletzt auch andere Hersteller auf sich aufmerksam gemacht, beispielsweise Omnivision mit dem 1-Zoll-Sensor im Xiaomi 17 Ultra und dem baugleichen Leica Leitzphone, der eine spezielle Technologie nutzt, um den Dynamikumfang zu erweitern („LOFIC“). In unserem Test erreichten die beiden Premium-Modelle tatsächlich eine herausragende Bildqualität (fM 6/26).

Wie sorgt Sony trotz altem Sensor beim Xperia VIII für bessere Bildqualität?

Die zuletzt getesteten Smartphones Vivo X300 Ultra (fM 7/26) und Oppo X9 Ultra (fM 8/26) setzen bei den Hauptkameras auf den etwas kleineren 1/1,2-Zoll-Typ in Form des Sony Lytia 901 mit 200 Megapixeln und erzielen ebenfalls sehr gute Ergebnisse. Sony selber nutzt dagegen im Xperia 1 VII und auch im neuen Xperia 1 VIII den kleineren 1/1,35-Zoll-Typ. Im Vergleichstest in fM 11/25 musste sich die Kameraleistung des Xperia 1 VII dem Oppo Find X8 Ultra geschlagen geben. Nun will Sony die Bildqualität mit Hilfe der Raw-Multiframe-Technik verbessert haben.

Was ist bei der Kamera des Sony Xperia VIII neu?

Eine Besonderheit der letzten Xperia-Generationen war das mechanische Telezoom-Objektiv, beim Xperia 1 VII ein 2,3-3,5/85-170 mm (alle Brennweitenangaben kleinbildäquivalent). Lange Zeit war Sony der einzige Hersteller mit einem echten optischen Zoom. Erst im April 2026 haben Xiaomi beim 17 Ultra beziehungsweise Leica beim Leitzphone ebenfalls eine Zoom-Optik verbaut – anders als Sony aber mit kleinerem Zoombereich (2,39-2,96/75-100 mm) und deutlich größerem Sensor (1/1,4 Zoll statt 1/3,5 Zoll) mit entsprechend besseren Ergebnissen. Tatsächlich war die Telezoomkamera im Xperia 1 VII der Hautschwachpunkt. Das war wohl auch Sony bewusst, denn beim Xperia 1 VIII kommt nun wieder eine Festbrennweite mit deutlich größerem Sensor (1/1,56 Zoll) zum Einsatz.

Wie groß und schwer ist das Sony Xperia VIII?

Im Vergleich zu den zuletzt getesteten Flaggschiffen von Xiaomi, Vivo und Oppo ist das Xperia 1 VIII etwas kleiner und leichter. Das Display hat eine Diagonale von 6,5 Zoll statt 6,8 Zoll. Die Objektive auf der Rückseite sind in einem rund drei Millimeter hervorstehendem Quadrat angeordnet, das mehr als die Hälfte der Gehäusebreite einnimmt – anders als das Samsung Galaxy S26 Ultra liegt es damit weitgehend stabil und wackelfrei auf der Rückseite. Praktisch ist, dass der Fingerabdruck-Scanner nicht auf dem Display, sondern an der Gehäuseseite angeordnet ist. Hier findet sich ebenfalls eine mechanische Auslösetaste.

Wie gut lässt sich die Kamera des Sony Xperia VIII bedienen?

Auch die Bedienung der Kamera-App ist gelungen. Vor allem dem Pro-Modus merkt man an, dass Sony auch „echte“ Kameras baut. Die Menüs für die manuelle Bedienung sind an Alpha-Kameras angelehnt. Belichtungszeit und ISO sind schnell gewählt, eine variable Blende bzw. einen halbautomatischen A(perture)-Modus gibt es nicht. Anders als bei den getesteten Modellen der chinesischen Konkurrenz simuliert Sony keine virtuelle Blende mit f-Zahl, bietet aber einen Bokeh-Modus, der zum gleichen Ergebnis, also einem unscharfen Hintergrund führt. Auch Videos mit Bokeh lassen sich aufzeichnen. Die Möglichkeit, verschieden Bokeh-Charakteristiken zu wählen wie bei Leica, Vivo oder Xiaomi, gibt es allerdings nicht.

Welche KI-Funktionen bietet das Sony Xperia VIII?

In der Nachbearbeitung kann die Sony-App bei Fotos ebenfalls den Hintergrund unscharf zeichnen, aber auch Teile des Bildes entfernen oder verschieben sowie „Fotos mit Filmeffekt“ erstellen, also eine virtuelle Kamerafahrt mit verschobenem Hintergrund. Dieser Effekt steht inzwischen bei fast jedem Android-Smartphone über Googles Fotos-App zur Verfügung. Eine Besonderheit des Xperia 1 VIII ist der KI-Kamera-Assistent. Er macht Vorschläge zur Verbesserung der Aufnahmen, beispielsweise der Veränderung der Farbeinstellung oder der digital simulierten Hintergrundunschärfe. Für erfahrene Fotografen ist das sicher eher eine Spielerei.

Welche Videoauflösung schafft das Sony Xperia VIII?

Videos nimmt das Xperia 1 VIII weiter maximal mit 4K/120p auf und zwar mit allen Rückseitenkameras (16 mm, 24 mm und 70 mm). In den Crop-Zoom-Modi (48 mm und 140 mm) und mit der Selfie-Kamera sind maximal 4K/60p möglich. Eine Sony-Spezialität, die es auch in anderen Kameras gibt, ist das „Auto-Framing“, das durch Bildbeschnitt dafür sorgt, dass eine Person oder ein Objekt im Mittelpunkt der Aufnahme bleibt. Dabei wird das Hauptmotiv stark vergrößert und die Kamera zeichnet zwei Videos gleichzeitig auf: Totale in 4K und Close-up in Full-HD. Neu ist, dass das auch mit dem 70-mm-Teleobjektiv funktioniert. Eine weitere Sony-Spezialität verbirgt sich hinter der „KI-Kamera“. Hier lässt sich bei den beiden Weitwinkelkameras festlegen, dass das Motiv per Sensor-Crop immer in der Bildmitte gehalten wird – aufgezeichnet wird dann mit Full-HD. Weitere Videofunktionen sind HDR, S-Cinetone und eine Priorisierung von Stimmen bei der Audioaufnahme.

Wie gut ist die Ultraweitwinkelkamera des Sony Xperia VIII?

Bei der Ultraweitwinkelkamera (2/16 mm) setzt Sony schon seit dem Xperia 1 VII auf einen relativ großen 1/1,56-Zoll-Sensor mit 48 Megapixeln – von den zuletzt getesteten Smartphones hat nur das Vivo X300 Ultra einen größeren (1/1,28 Zoll, 50 Megapixel). Sony fasst per Pixelbinning vier Pixel zu einem zusammen, sodass effektiv 12,0 Megapixel zur Verfügung stehen – auch im Raw-Modus. Die Bildergebnisse im JPEG sind zumindest in unteren ISO-Bereich sehr gut. Oberhalb von ISO 100 werden sie langsam schlechter bleiben aber bis ISO 400 gut. Danach treten deutliche Texturverluste auf. ISO 3200 ist und 6400 sind stark verwaschen. Interessanterweise lässt sich aus den Raws deutlich mehr herausholen. In Adobe Camera Raw (ACR) entrauschte ISO-3200-Aufnahmen rauschen zwar etwas mehr als die JPEGs, zeigen aber deutlich mehr Details.

Liefert die Hauptkamera 48 Megapixel?

Die Weitwinkel-Hauptkamera (1,9/24 mm) des Xperia 1 VIII nutzt den etwas größeren 1/1,35-Zoll-Sensor ebenfalls mit 48 Megapixeln. Nur bei dieser Kamera ist es möglich, in einem speziellen Modus die vollen 48 Megapixel aufzunehmen, allerdings ohne Raw-Format oder manuellen Kontrollen. Tatsächlich sind die 48-MP-Aufnahmen deutlich schärfer als die 12,0-MP-Bilder, wobei Sony hier kräftiger nachschärft und entsprechende Halo-Artefakte sichtbar werden.

Sind Raw-Fotos des Sony Xperia VIII besser als JPEGs?

Die normalen 12,5-MP-JPEGs fallen etwas besser aus als mit der Ultraweitwinkel-Kamera und sind bis ISO 800 gut, dann treten deutliche Texturverluste auf. Ab ISO 3200 sind die Ergebnisse nicht mehr gut und die Raws liefern deutlich bessere Ergebnisse. Sony bietet bei der Hauptkamera einen 2x-Crop-Modus an, bei dem nur ein Viertel des Sensors genutzt wird und sich die kleinbildäquivalente Brennweite auf 48 mm verlängert. Das Pixelbinning entfällt also und die Qualität ist entsprechend schlechter. Werte über ISO 100 sollte man hier meiden. Auch in den Crop-Modi steht ein Raw-Modus zur Verfügung.

Wie gut ist die neue Telekamera des Sony Xperia VIII?

Neu ist die Telekamera (2,8/70 mm), die wie die Ultraweitwinkelkamera einen 1/1,56-Zoll-Sensor mit 48 Megapixeln nutzt. Die Bildergebnisse sind hier tatsächlich ähnlich, bis ISO 400 gut und im Raw-Modus auch in den hohen ISO-Stufen brauchbar. Auch bei der Telekamera gibt es einen Crop-Modus, der die kleinbildäquivalente Brennweite auf 140 mm verlängert, mit vergleichbaren Qualitätsverlusten wie bei der Hauptkamera.

Fazit: „Trotz Verbesserungen bei der Telekamera kann sich das Xperia 1 VIII nicht in der Smartphone-Spitzengruppe platzieren.“

Alle drei Kameras des Xperia 1 VIII liefern bei ausreichendem Licht in den unteren ISO-Stufen sehr gute Ergebnisse. Die Qualität in den höheren ISO-Stufen und in den Crop-Zoom-Brennweiten (48 mm und 140 mm) reicht aber nicht an die zuletzt getesteten Flaggschiff-Modelle von Leica, Xiaomi, Oppo und Vivo heran. Als Pluspunkt kann das Xperia-Smartphone den Auto-Framing-Modus verbuchen.

Das Sony Xperia 1 VIII im Überblick

ProduktSony Xperia 1 VIII
StraßenpreisAb ca. 1500 Euro
1. Kamera (Ultraweitwinkel)
Bildsensor1/1,56 Zoll, 48 MP
Objektiv*2,0/3,8 mm (16 mm KB)
Kleinbild-Crop4,2x
2. Kamera (Weitwinkel/Hauptkamera)
Bildsensor1/1,35 Zoll, 48 MP
Objektiv*1,9/6,1 mm (24 mm KB), OIS 
Kleinbild-Crop3,9x
3. Kamera (Tele)
Bildsensor1/1,56 Zoll, 48 MP
Objektiv*2,8/16,2 mm (70 mm), OIS
Kleinbild-Crop4,3x
Selfie-Kamera
Bildsensor*1/2,9 Zoll, 12 MP
Objektiv*2/3,4 (24 mm KB)
Kleinbild-Crop7,1x
Sonstiges
Video4K/120p
Display6,5 Zoll, 2340 x 1080 Pixel
Hardware-PlattformSnapdragon 8 Elite Gen 5
Akku5000 mAh
Abmessungen/ Gewicht162 x 74, 8,3 mm/ 200 g
BetriebssystemAndroid 16
BesonderheitenKI-Kamera-Assistenten,
Auto-Framing
fotoMAGAZIN-Testurteil:fotoMAGAZIN Testurteil "Sehr gut"
* Brennweite echt
(KB-äquivalent),
Bildstabilisierung

Beitrage Teilen