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Spiegelreflexkameras nutzen einen vom Bildsensor unabhängigen Phasen-Autofokus-Sensor © illuteam43/fotoMAGAZIN

Foto-Lexikon A: Aberration bis AVCHD

Das moderne Nachschlagewerk zur Fotografie
16.09.2019

Unser kompaktes fotoMAGAZIN-Glossar erklärt verständlich die wichtigsten Begriffe und Bezeichnungen der Fotografie.

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4K

4K (auch als Ultra-HD bezeichnet) steht für die rund 4fache Full-HD-Auflösung, beispielsweise bei der Videoaufzeichung. Am weitesten verbreitet ist die Auflösung 3840 x 2160 Pixel, die sowohl in der Breite als auch in der Höhe die Full-HD-Auflösung (1920 x 1080 Pixel) verdoppelt und ein Seitenverhältnis von 16:9 hat. Manche Kameras können auch mit 4096 x 2160 Pixeln aufzeichnen, also mit 17:9-Seitenverhältnis. Dieses Format wird auch als Cinema-4K oder DCI-4K (Digital Cinema Initiatives) bezeichnet.

A

Aberration

Durch Linsen im Objektiv verursachte Abbildungsfehler. Dazu gehören
sphärische Aberration
Bildfeldwölbung
Koma
→Astigmatismus
Verzeichnung
chromatische Aberration

Abbildungsmaßstab

Das Verhältnis der realen Größe eines fotografierten Gegenstandes zur Größe seiner Abbildung auf dem Bildsensor oder Film. Bei einem Abbildungsmaßstab von 1:1 sind realer Gegenstand und Abbildung gleich groß. Bei einem Maßstab von 1:2 ist das Abbild halb so groß, bei 2:1 doppelt so groß wie der reale Gegenstand. Objektive, die einen großen Abbildungsmaßstab ermöglichen, werden auch als →Makroobjetive bezeichnet.

Abblendtaste

Ein typisches Ausstattungsmerkmal von →SLRs, mit dem man die →Blende, die normalerweise im Interesse eines hellen Sucherbildes maximal geöffnet ist, auf den eingestellten Wert schließt (→Arbeitsblende). Das Sucherbild lässt dann die Ausdehnung der →Schärfentiefe erkennen, die durch kleine Blenden vergrößert wird; hinderlich ist dabei allerdings der mit dem Abblenden einhergehende Helligkeitsverlust.
Im →Live-View-Modus einiger SLRs kann man ebenfalls die Wirkung der Blende kontrollieren, wobei eine Verstärkung der Sensorsignale für ein helles, wenn auch stärker rauschendes Sucherbild sorgt.

Additive Farbmischung

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RGB-Pixel

BIldsensoren erzeugen Mischfarben aus benachbarten RGB-Pixeln per additiver Farbmischung

Bezeichnet ein Farbwiedergabesystem für selbstleuchtende Geräte. Es basiert auf der Kombination von Licht mit den Wellenlängen der drei Primärfarben Rot, Grün und Blau (→RGB). Digitalkamerabilder werden beispielsweise gemäß den Prinzipien der additiven Farbmischung und mit Hilfe von RGB-Farbfiltern auf dem Bildsensor erzeugt.

AD-Wandler

Analog-Digital-Wandler. Hardware, die analoge Informationen in digitale Daten übersetzt. In den meisten modernen Digitalkameras sind die AD-Wandler direkt in die →CMOS-Bildsensoren integriert.

AF-Messfeld

Punkt bzw. Bereich, auf den das Autofokus-System einer Kamera die Schärfe einstellt.

Aliasing

Treppenstufenartige (pixelförmige) Erscheinung an Kurven und diagonalen Objektkanten in einem Bild. Durch Anti-Aliasing wird dieser unschöne Effekt gelindert. Hierbei werden die Kontrastwerte der benachbarten Pixel neu berechnet und einander angeglichen.

APS-C-Sensor

Bildsensor mit Abmessungen von rund 23 x 15 mm. Die Maße entsprechen grob denen eines Negativs des analogen „Advanced Photo System“ im Classic-Format (daher der Name). Der →Cropfaktor im Verhältnis zum Kleinbild beträgt 1,5 bis 1,6.

Arbeitsblende

Die in der Kamera eingestellte →Blende. Vor der Aufnahme nutzen vor allem →Spiegelreflexkameras meist eine offene Blende, um ein möglichst helles Sucherbild zu erzeugen. Mit der →Abblendtaste einer Spiegelreflexkamera kann die Blende auf die Arbeitsblende geschlossen werden, um die →Schärfentiefe zu beurteilen.

Artefakte

Künstliche Strukturen in Fotos, die in der Regel durch Fehler in der Bildaufbereitung entstanden sind, beispielsweise →Moirés, Halos, Farbsäume oder Kompressionsstörungen.

Asphärische Linse

Normalerweise sind Linsen auf beiden Seiten wie ein Teil eines runden Objekts (mit einer einzigen kontinuierlichen Kurve) geformt. Asphärische Linsen besitzen zumindest eine Seite, die keine kontinuierliche Kurve darstellt, sondern aus vielen komplexen Kurven besteht.
Da sie aufwendiger in der Herstellung sind als sphärische Linsen, werden sie in hochwertigen Weitwinkel- bzw. Zoomobjektiven zur Korrektur von →Aberrationen verwendet.

Astigmatismus

Abbildungsfehler, bei dem Lichtbündel im Objekt zu Scheiben statt Punkten verzerrt werden. Lässt sich beispielsweise durch asphärische Linsen korrigieren.

Auflagemaß​

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Auflagemaß

Spiegelrelfexkameras haben ein größeres Auflagemaß als spiegellose Systemkameras. Bild: Panasonic

Abstand zwischen Bildebene (Bildsensor) und Objektivbajonett. Spiegellose →Systemkameras haben kürzere Auflagemaße als →Spiegelreflexkameras, da der Spiegelkasten zwischen Objektiv und Bildsensor entfällt.

Ausgangsdynamik

Tonwertumfang von →JPEG-Dateien. Ausgangsdynamik bezeichnet im Kameratestverfahren →DCTau die Umsetzung der aufgenommenen Tonwerte im Bild (max. 256 Helligkeitsstufen pro Farbkanal bei JPEG-Dateien).

Autofokus (AF)

Automatische Schärfeeinstellung. Bei Kompaktkameras und vielen spiegellosen →Systemkameras arbeitet der Autofokus mit einer Kontrast-Detektion. Dabei wird auf dem Bildsensor der Kontrast gemessen und die Linsen im Objektiv so lange verschoben, bis er den höchsten Wert erreicht hat („Trial-and-Error“-Verfahren).
Spiegelreflexkameras nutzen primär ein anderes Verfahren: die Phasen-Detektion. Dabei wird über einen vom Bildsensor getrennten Autofokus-Sensor (meist im Boden der Kamera) die Entfernung per Triangulation aus zwei Teilbildern ermittelt.
Der Autofokusmotor kann die Linsen im Objektiv dann ohne langes Suchen in die richtige Position bringen. Auch eine Prädiktion (Bewegungsvorhersage) ist so möglich. Der Kontrast-AF kann präziser sein, während der Phasen-AF Vorteile bei der Verfolgung bewegter Motive hat.
Immer mehr spiegellose Systemkameras nutzen einen Hybrid-AF, der eine Kontrast-Detektion mit einer Phasen-Detektion auf dem Bildsensor kombiniert.
Siehe auch unseren ausführlichen Artikel  So funktioniert der Autofokus

Av

Aperture value (deutsch: Blendenwert). Halbautomatik zur Belichtung, bei welcher der Fotograf die →Blende einstellt und die Kamera automatisch die dazu passende →Belichtungszeit wählt. Av wird auch nur mit A abgekürzt und als →Zeitautomatik mit Blendenvorwahl bezeichnet.

AVCHD

Advanced Video Codec High Definition. Digitaler Videostandard mit einer Auflösung von bis zu 1920 x 1080 Pixeln, der mit einer →H.264-Komprimierung (→Codec) arbeitet und in Digitalkameras und Camcordern zum Einsatz kommt.
Der Standard schreibt neben dem Codec auch eine Dateistruktur und eine maximale Datenrate vor. Dies soll sicherstellen, dass sich die Videos auf allen kompatiblen Geräten wie Fernsehern abspielen lassen. Qualitativ ist AVCHD durch die maximale Datenrate von 28 Megabit/s und eine 4:2:0-Farbabtastung gegenüber anderen Formaten wie →QuickTime eingeschränkt.

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Unser Fotografie-Lexikon befindet sich in stetiger Bearbeitung. Wenn Ihnen Begriffe und Erklärungen fehlen, weisen Sie uns im Kommentar darauf hin. Wir werden unser Glossar auch weiterhin für Sie ergänzen.

 

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Unser Fotografie-Lexikon befindet sich in stetiger Bearbeitung. Wenn Ihnen Begriffe und Erklärungen fehlen, weisen Sie uns im Kommentar darauf hin. Wir werden unser Glossar auch weiterhin für Sie ergänzen. Das Lexikon ist ein Gemeinschaftsprojekt unserer Redaktion, basierend auf Fragen und Antworten zur Digitalfotografie (Olympus).