Konzertfotografie: 12 nützliche Tipps für unvergessliche Schnappschüsse

04.08.2017

Na endlich! Die Festival-Saison ist offiziell eröffnet: Und da die Konzertfotografie eine ziemlich Herausforderung darstellen kann, haben wir 12 praktische Tipps für Sie zusammengetragen

 

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Konzertfotografie: Fans auf einem Konzert von "Die Ärzte" in den Westfalenhallen in Dortmund, 2011

Fans auf einem Konzert von "Die Ärzte" in den Westfalenhallen in Dortmund, 2011

BRENNWEITE: 29 mm
BELICHTUNGSZEIT: 1/50 s
BLENDE: 2,8

© fotoMAGAZIN

Drei Lieder und kein Blitz – das sind kurzgefasst die Regeln, welchen sich Konzertfotografen fügen müssen. Die Vorgaben hierfür erhalten sie von Seiten der Veranstalter und Künstler selbst. Dies bedeutet: Man darf nur während der ersten drei Stücke fotografieren. Danach schmeißt die Security Fotografen raus. Dabei sind drei Lieder schon oft das Maximalangebot, das Fotografen gemacht wird. Bei manchen Konzerten darf man nur wenige Minuten fotografieren, einige Veranstalter zählen einfach schon ein Intro zum ersten Stück, auch wenn es nur ein paar Sekunden dauert.

Diese Vorgaben sorgen dafür, dass man als Konzertfotograf unter Zeitdruck arbeitet und gleichzeitig mit schwierigem und aufgrund der Lichtspiele sehr abwechslungsreichem Licht klarkommen muss. Wir haben die 12 wichtigsten Kriterien für erfolgreiche Konzertfotografie rausgefiltert und geben Ihnen entsprechende Tipps an die Hand.

1. Das Hausrecht: liegt beim Der Veranstalter

Die Vorgaben kommen in der Regel vom Veranstalter. Er hat das Hausrecht und kann bestimmen, wer wann und wieviel fotografieren darf. Er ist der Ansprechpartner für den Fotografen und entscheidet, wer einen begehrten Fotopass bzw. eine Akkreditierung erhält. Das ist nämlich bei großen Konzerten mit berühmten Künstlern gar nicht so einfach. Meist muss man aktuelle oder bereits geleistete Aufträge im Bereich Konzertfotografie nachweisen.

2. Das Anfängerglück: ist auf kleinen Konzerten größer

Als Anfänger ist man daher besser auf kleineren Konzerten von nicht so bekannten Künstlern  aufgehoben. Hier sind Veranstalter und Musiker deutlich entspannter und freuen sich auch über gute Fotos, die wiederum Werbung für sie darstellen. Die Bedingungen sind ähnlich, aber meist besser: Man muss ebenfalls im Graben oder vom Mischpult aus fotografieren, kann aber eventuell länger als die ersten drei Stücke arbeiten.

Es bleibt natürlich das Recht des Künstlers am eigenen Bild. Für die Werbung sind sie tabu.

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U2-Konzert in der Lanxess Arena 2015 in Köln. Hier zu sehen Lead-Sänger Bono mit Gitarrist "The Edge"

U2-Konzert in der Lanxess Arena 2015 in Köln. Hier zu sehen Lead-Sänger Bono mit Gitarrist "The Edge"

BRENNWEITE: 400 mm
BELICHTUNGSZEIT: 1/250 s
BLENDE: 2,8

© fotoMAGAZIN

3. Das Recht am eigenen Bild: bleibt beim Künstler

Es bleibt natürlich das Recht des Künstlers am eigenen Bild. Meist stehen im Vertrag noch Vorgaben der Musiker. Beispielsweise darf in Extremfällen erst nach Freigabe des Managements ein Bild veröffentlicht werden. In der Regel ist die redaktionelle Verwendung (in Zeitungen und Zeitschriften samt dazugehöriger Internetauftritte) jedoch frei. Auch zu Fotowettbewerben darf man die Bilder in der Regel einreichen. Wie so oft bestätigen auch hier die Ausnahmen die Regel. Für die Werbung sind sie tabu.

Ein enger Kontakt zu einer (kleinen) Band ist in jeder Hinsicht hilfreich: Man hat als Fotograf Narrenfreiheit, die Band freut sich über tolle Fotos und neben den Fotos der Auftritte kann man die Künstler auch mal in Ruhe und auch mit Blitzlicht oder Stativ in Szene setzen. Wer dagegen mit Konzertfotos Geld verdienen will, begibt sich auf ein hart umkämpftes Pflaster, auf dem selten gute Honorare gezahlt werden. Besser, man hat andere Aufträge als finanzielles Standbein und macht Konzertfotografie aus reiner Freude an der Sache – was sie auch ist.

 

 

4. Das Equipment: lichtstark und schnell sollte es sein

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Konzertfotografie: Coldplay bei einem Auftritt in der Lanxess-Arena in Köln 2011

Coldplay bei einem Auftritt in der Lanxess-Arena in Köln 2011

BRENNWEITE: 180 mm
BELICHTUNGSZEIT: 1/200 s
BLENDE: 2,8

© fotoMAGAZIN

Aufgrund der eher ungünstigen Lichtverhältnisse und der knappen Zeit beim Fotografieren sollte die Kamera bei hohen ISO-Zahlen möglichst rauschfrei arbeiten und zudem über einen schnellen und treffsicheren Autofokus verfügen. Generell sind daher SLRs aus dem gehobenen Segment am besten geeignet. Das Vollformat ist wegen des meist geringeren Rauschens von Vorteil. Noch wichtiger ist jedoch der Einsatz geeigneter Objektive: Lichtstark sollten sie sein, um auch bei wenig Licht mit ihnen arbeiten zu können.

Wegen der knappen Zeit kommt ein mehrmaliger Objektivwechsel eher nicht in Betracht, daher sind lichtstarke Zoomobjektive ideal. Wer im Graben fotografiert und daher direkt vor den Künstlern steht, dem empfehlen wir ein Zoom zwischen etwa 24 und 70 mm dabei zu haben – etwa ein 2,8/24-70 mm im Vollformat oder ein EF 4/24-105 mm beziehungsweise Nikkor 4/24-120 mm.

Steht man beim Mischpult, so benötigt man je nach Größe der Halle eine Brennweite zwischen 200 und 400 mm. Auch hier ist ein Zoom ideal, um wahlweise die gesamte Band oder einen einzelnen Musiker ablichten zu können. Ansonsten: Gegenlichtblende nicht vergessen – das Licht kann plötzlich und von überall her kommen – und mehrere schnelle Speicherkarten einpacken. Ein Paar Ohrstöpsel gehören ebenfalls in die Fototasche, denn im Graben steht man im schlechtesten Fall direkt neben einer Verstärkerbox: das machen die Trommelfelle nicht lange mit. Apropos Tasche: Denken Sie daran, dass Sie im Graben mobil sein müssen. Die Tasche darf also nicht herumliegen, sondern sollte umgehängt werden.

5. Das Gitarrensolo fotografieren: links platzieren

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Paul Stanley von "KISS" auf einem Konzert der Band in Oberhausen, 2010

Paul Stanley von "KISS" auf einem Konzert der Band in Oberhausen, 2010

BRENNWEITE: 31 mm
BELICHTUNGSZEIT: 1/800 s
BLENDE: 2,8

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Gitarrenspieler möchte man natürlich mit der Front der Gitarre  fotografieren. Dazu steht man (bei rechtshändigen Gitarrenspielern) am besten links vom Musiker. Steht der nicht still, kommt man auch von der rechten Seite zu einem guten Foto. Wichtig: Nicht den Gitarrenhals abschneiden! Im Zweifel besser den unteren Teil des Korpus verlieren.

6. Die Farbspiele: zur Bildgestaltung nutzen

Die Intensität und Farbe der Beleuchtung wechselt sekundenschnell und ist kaum voraussehbar. Man kann sich zumindest die Farben zu eigen machen und die „Special Effects“ für spezielle Fotos nutzen.

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Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Markus Linden
Über den Autor
Markus Linden

Markus Linden hat sein Hobby zum Beruf gemacht: Er schreibt on- und offline über Fotografie und Fotografen, organisiert Fotowettbewerbe und fotografiert selbst leidenschaftlich gerne. Dem fotoMAGAZIN ist er seit 2003 zunächst als Redakteur und jetzt als freier Mitarbeiter verbunden.