Pixii wird abgewickelt: Aus für französischen Kamerahersteller

Der französische Kamerahersteller Pixii wird nach einem gescheiterten Sanierungsverfahren abgewickelt. Die Zukunft der digitalen Messsucherkameras Pixii Max und Pixii Plus hängt damit von einer möglichen Übernahme der Marke oder der Kameratechnik ab.

Der französische Kamerahersteller Pixii ist insolvent. Die Zukunft der digitalen Messsucherkameras Pixii plus und Pixii Max mit Leica-M-Bajonett ist ungewiss.

Der französische Kamerahersteller Pixii ist insolvent. Die Zukunft der digitalen Messsucherkameras mit Leica-M-Bajonett ist ungewiss.

© Pixii
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Der französische Kamerahersteller Pixii aus Besançon steht vor dem Aus. Das zuständige Handelsgericht ordnete am 22. Juli 2026 die gerichtliche Liquidation des Unternehmens an, nachdem ein Sanierungsverfahren gescheitert war. Die Entscheidung wurde am 2. August offiziell veröffentlicht. Pixii durfte seinen Geschäftsbetrieb noch bis zum 31. Juli 2026 fortsetzen. Nun soll ein Insolvenzverwalter die verbliebenen Vermögenswerte verwerten, um Forderungen der Gläubiger zu begleichen. Damit endet vorerst die Geschichte eines Herstellers, der mit digitalen Messsucherkameras eine Alternative zu Leica etablieren wollte. Über die Hintergründe berichteten zunächst Leica Rumors und anschließend DPReview.

Sanierungsverfahren gescheitert – Pixii wird abgewickelt

Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Kameraherstellers reichen bis Ende 2025 zurück. Am 10. Dezember eröffnete das Handelsgericht in Besançon ein gerichtliches Sanierungsverfahren. Dieses sollte Pixii ermöglichen, seine Finanzen zu ordnen und den Geschäftsbetrieb fortzuführen.

Am 20. Mai 2026 verlängerte das Gericht die Beobachtungsphase zunächst bis zum 10. Dezember 2026. Doch bereits zwei Monate später scheiterte der Sanierungsversuch. Am 22. Juli ordnete das Gericht die Liquidation an und bestellte die Kanzlei SELARL Guigon Associés aus Besançon zum Liquidator.

Damit befindet sich Pixii nicht mehr in einem Verfahren zur wirtschaftlichen Sanierung – Pixii wird abgewickelt. Der Liquidator soll das Unternehmensvermögen verwerten und die Erlöse zur Befriedigung der Gläubiger einsetzen. Dazu können unter anderem Markenrechte, technische Entwicklungen, Produktionsmittel und Warenbestände gehören.

Pixii Max und Pixii Plus: Digitale Messsucherkameras mit Leica-M-Bajonett

Pixii wurde 2015 von David Barth gegründet und brachte 2020 seine erste digitale Messsucherkamera auf den Markt. Das Unternehmen setzte auf ein ungewöhnliches Konzept: Die Kameras besitzen weder ein rückwärtiges Display noch einen Speicherkartenschacht. Stattdessen speichern sie Fotos intern und übertragen die Aufnahmen auf ein Smartphone.

Die erste Pixii war mit einem APS-C-Sensor mit zwölf Megapixeln ausgestattet. 2021 folgte eine überarbeitete Version mit 26 Megapixeln, USB-C-Anschluss und einer Anzeige für Kameraeinstellungen im optischen Sucher.

Ende 2023 stellte der Hersteller die Pixii Plus mit einer verlängerten Messsucherbasis vor. Mit der 2024 eingeführten Pixii Max ergänzte Pixii sein Sortiment um eine digitale Vollformat-Messsucherkamera mit 24 Megapixeln. Beide Modelle verwenden das Leica-M-Bajonett und ermöglichen damit den Einsatz entsprechender Wechselobjektive.

Pixii wird abgewickelt – was bedeutet das für Kamerabesitzer?

Trotz des Liquidationsverfahrens sind die Pixii Max und die Pixii Plus weiterhin vereinzelt im Handel erhältlich. Auch die Internetseite des Herstellers bietet die Kameras noch zum Kauf an. Ob Bestellungen über den Pixii-Onlineshop tatsächlich ausgeführt werden, ist allerdings unklar.

Für Besitzer der Messsucherkameras stellt sich vor allem die Frage nach der weiteren Betreuung ihrer Geräte. Ob künftig Reparaturen, Garantieleistungen oder Firmware-Updates angeboten werden, ist ungeklärt. Eine öffentliche Erklärung des Herstellers zur weiteren Kundenbetreuung liegt bislang nicht vor.

Kunden mit offenen Bestellungen, geleisteten Anzahlungen oder eingeschickten Kameras können sich an den eingesetzten Liquidator SELARL Guigon Associés in Besançon wenden.

Kann die Marke Pixii durch eine Übernahme überleben?

Die gerichtlich angeordnete Abwicklung bedeutet nicht zwangsläufig das endgültige Ende der Marke Pixii. Ein Investor könnte einzelne Vermögenswerte, technische Entwicklungen oder Markenrechte erwerben und die Produktion der Messsucherkameras unter neuer Verantwortung fortsetzen.

Vor der Pixii Liquidation hatte das Unternehmen an einer neuen Generation digitaler Messsucherkameras gearbeitet. Das Modell sollte sich auch äußerlich von den bisherigen Kameras unterscheiden. Für die Weiterentwicklung und Serienproduktion suchte das Unternehmen nach Investoren, Industriepartnern und Kooperationen mit anderen Kameraherstellern.

Ursprünglich war die Markteinführung für Sommer 2026 geplant, später verschob sich der Zeitplan in Richtung 2027. Ob die neue Messsucherkamera jemals erscheint, hängt nun von einer möglichen Übernahme der Technologie ab.

Bislang wurde weder ein Käufer für Pixii noch für einzelne Vermögenswerte bekannt gegeben. Auch konkrete Pläne zur Fortführung der Kameraproduktion sind nicht bekannt.

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