EOS R6 V: Vollformatkamera filmt mit 7K

Die neue Vollformatkamera Canon EOS R6 V wendet sich primär an Filmer. Passend dazu: das Powerzoom-Objektiv RF 4/20-50 mm L IS USM PZ.

Farbiges Porträt von Andreas Jordan vor neutralem Hintergrund

Andreas Jordan

Andreas Jordan ist freier Journalist und Mediendesigner.

Die EOS R6 V verzichtet auf einen Sucher und ist damit flacher als die EOS R6 Mark III.

Die EOS R6 V verzichtet auf einen Sucher und ist damit flacher als die EOS R6 Mark III.

Bild: Canon

Als Mitglied der EOS-R-V(ideo)-Serie ist die neue EOS R6 V zwischen der EOS R6 Mark III und der Cinema-EOS C60 angesiedelt. Sie spricht primär Filmer an, kann aber auch Fotos aufnehmen, wobei sie hierfür wegen des fehlenden Sucher und des rein elektronischen Verschlusses in vielen Situationen nicht die optimale Wahl ist. So kann sie beispielsweise nicht blitzen – der Zubehörschuh ist für andere Zwecke gedacht, beispielsweise ein Mikrofon.

Das im Vergleich zur EOS R6 Mark III flachere Gehäuse wiegt 688 Gramm ist gegen Staub- und Spritzwasser geschützt und am Auslöser mit einen Zoomhebel für Motorzooms ausgestattet. Weitere Besonderheiten sind ein zweites Stativgewinde für Hochformataufnahmen (das Menü wird mitgedreht) und eine Aufnahmetaste auf der Vorderseite. Der 3,0-Zoll-Monitor entspricht dem in der EOS R Mark III und lässt sich seitlich ausklappen. Als Speicher stehen CFExpress Typ B und SD-UHS-II zur Verfügung

Vollformat bei 32,5 Megapixeln und 7K

Der Herzstück der EOS R6 V ist wie bei der EOS R6 Mark III ein 32,5-MP-Sensor mit „Dual Pixel CMOS AF II“ und der üblichen Motivererkennung (Menschen, Tiere, Fahrzeuge) sowie Personenregistrierung.

Da die neue Kamera aktiv gekühlt wird, nimmt sie in fast allen Modi ohne Überhitzungsgrenze auf. Als höchste Auflösung steht 7K/60p zur Verfügung, das sogar in Canons Raw-Format intern auf CFExpress-Karte gespeichert werden kann. Eine ProRes-Raw-Aufzeichnung per HDMI auf einem externen Ninja-TX-Rekorder ist ebenfalls möglich. Open Gate (also den gesamten Sensor), liest die Kamera bis 7K/30p aus. 4K/60p ist dank Oversampling besonders scharf. Zeitlupen sind maximal mit 4K/120p ohne Crop möglich.

Ähnlich wie die EOS R50 V hat auch die EOS R6 V ein vertikales Stativgewinde.

Ähnlich wie die EOS R50 V hat auch die EOS R6 V ein vertikales Stativgewinde.

Bild: Canon

Neben zahlreichen Bildstilen und anpassbaren Looks (es gibt eine eigene Farb-Taste) kann der Filmer auch das flache Vlog 2/3 für die Nachbearbeitung wählen. Ton kann die EOS R6 V mit vier Kanälen aufzeichnen. Für die Produktpräsentation stehen zwei Modi zur Verfügung, bei denen der Autofokus vom Gesicht auf ein Produkt springt, dass in die Kamera gehalten: Eine Vollautomatik und ein manueller Modus. Natürlich lässt sich die EOS R6 V auch als Webcam nutzen und zwar bis zu 4K/60p. Bei 4K/30p steht parallel eine Stromversorgung per USB zur Verfügung.

Anders als die EOS C60 ist die EOS R6 V mit einem internen Bildstabilisator ausgestattet, der bis 7,5 EV-Stufen (gemäß CIPA-Standard) kompensiert. Nachteil gegenüber der EOS C60 sind: kein Dual Base ISO, kein Timecode, keine Unterstützung für Anamorphoten und kein XC-Protokoll über Ethernet. Wer mit der EOS R6 V fotografieren will, darf sich über eine superschnellen Serienmodus mit 40 Bildern/s freuen.

RF 4/20-50 mm L IS USM PZ

Passend zur EOS R6 V liefert Canon im Juni das hochwertige und abgedichtete RF 4/20-50 mm L IS USM PZ aus, das klassische Brennweiten für Content-Creator abdeckt. Dank Motorzoom lässt sich es mit Hilfe des Zoomhebels der EOS R6 V, per App oder Fernbedienung steuern, aber auch mit einem Zoomring, der ein ähnliches haptisches Feedback haben soll wie ein nichtmotorisiertes Zoom.

Das Innenzoom ist mit 420 Gramm relativ leicht und hat ein 67-mm-Filtergewinde. Die Nahgrenze liegt bei 24 cm (Abbildungsmaßstab 1:3). Der optische Aufbau besteht aus 13 Linsen in elf Gruppen, drunter zwei asphärische und drei UD-Linsen. Der Autofokus wird von einem leisen Nano-US-Motor angetrieben, für den Zoom stehen zwei weitere Motoren zur Verfügung. Der Bildstabilisator kompensiert sechs Stufen. Weitere Funktionen sind neun Blendenlamellen, eine ASC-Vergütung sowie ein optisch unterdrücktes Fokus-Breathing.

Das RF 4/20-50 mm L IS USM PZ ist mit einem Motorzoom ausgestattet.

Das RF 4/20-50 mm L IS USM PZ ist mit einem Motorzoom ausgestattet.

Bild: Canon

Das RF 4/20-50 mm L IS USM PZ kommt wie die EOS R6 V am 24. Juni für rund 1500 Euro auf den Markt, ein Bundle aus Kamera und Objektiv ist für ca. 3700 Euro zu haben.

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