Kameras und Objektive: Das bringt 2026, Teil 2

Ausblick auf mögliche neue Kameras und Objektive 2026. Was wir von Sony, Nikon, Panasonic, Leica und Ricoh im Laufe des Jahres erwarten.

Farbiges Porträt von Andreas Jordan vor neutralem Hintergrund

Andreas Jordan

Andreas Jordan ist freier Journalist und Mediendesigner.

Kameras und Objektive 2026: Im zweiten Teil des Jahresausblicks auf 2026 geht es um mögliche neue Kameras und Objektive von Sony, Nikon, Panasonic, Ricoh und Leica.

Im zweiten Teil des Jahresausblicks 2026 geht es um mögliche neue Kameras und Objektive von Sony, Nikon, Panasonic, Ricoh und Leica.

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Sony: Weitere lichtstarke Objektive erwartet

Kameras und Objektive 2026: Eine Neuauflage des FE 6,3-8/400-800 mm G OSS könnte 2026 vorgestellt werden.

Eine Neuauflage des FE 6,3-8/400-800 mm G OSS könnte 2026 vorgestellt werden.

© Sony

Sony hat erst Anfang Dezember die Alpha 7V vorgestellt. Die meisten anderen Vollformatkameras sind noch relativ aktuell. Eine Ausnahme ist die für Lowlight und Video optimierte 12-MP-Kamera Alpha 7S III von 2020. Hier ist allerdings fraglich, ob Sony eine Nachfolgerin bringt, da Auflösungen über 4K eine höhere Sensorauflösung benötigen und die hochauflösenden Kameras inzwischen ein besseres Rauschverhalten aufweisen.

Einen größeren Bedarf gibt es bei APS-C-Kameras. Das Spitzenmodell Alpha 6700 wird 2026 drei Jahre alt und hat einen nicht mehr angemessenen Sucher mit 2,36 Millionen Punkten. Funktionen wie Voraufnahme und Verbesserungen bei Autofokus, Bildstabilisierung und Video gehören ins Pflichtenheft einer Alpha 6800. Das Einsteigermodell Alpha 6100 ist sogar über sechs Jahre alt und mit einem sehr niedrig auflösenden Sucher ausgestattet (1,44 MP). Bei der Nachfolgerin Alpha 6200 sollte er 2,36 Millionen Punkte auflösen.

Deutlich aktiver als bei Kameras war Sony zuletzt bei Objektiven, bspw. mit den ungewöhnlich lichtstarken Modellen FE 2/28-70 mm GM und FE 2/50-150 mm GM. Dieser Trend dürfte sich 2026 fortsetzen. Spekuliert wird über ein FE 2/16-28 mm GM. Nachfolger könnte es für die aus dem Jahr 2016 stammenden Telezooms FE 4,5-5,6/100-400 mm GM OSS und FE 4,5-5,6/70-300 mm G OSS sowie das bald elf Jahre alte Superzoom FE 3,5-5,6/24-240 mm OSS geben. Lücken existieren außerdem bei Telefestbrennweiten mit 500 mm und 800 mm.

Nikon: Spekulationen über ein neues Flaggschiff

Kameras und Objektive 2026: Nikon hat zurzeit acht spiegellose Vollformatkameras mit Sucher im Angebot. Das Sport-Modell Z9 (oben in der Mitte) könnte 2026 aktualisiert werden.

Nikon hat zurzeit acht spiegellose Vollformatkameras mit Sucher im Angebot. Das Sport-Modell Z9 (oben in der Mitte) könnte 2026 aktualisiert werden.

© Nikon

Nikon könnte 2026 sein Flaggschiff modernisieren: Die Z9 kam schon Ende 2021 auf den Markt. Die Fußball-WM im Sommer wäre ein guter Anlass, um Profifotografen eine Z9II an die Hand zu geben – vielleicht erstmal für Tests eines Vorserienmodells mit späterer Verfügbarkeit der Massenware. Verbessern könnte Nikon den Serienbildmodus: Die 46-MP-Kamera Z9 schießt 30 JPEGs, aber nur 20 Raws pro Sekunde. Sonys Alpha 1 II schafft trotz höherer Auflösung (50 MP) 30 Raws. Die niedriger auflösenden Konkurrenten der Z9 mit gut 24 Megapixeln sind noch schneller: Canons EOS R1 erreicht 40 und die Sony Alpha 9 III sogar auf 120 B/s.

Erstmals könnte Nikon auch – wie die Konkurrenz – Voraufnahmen nicht nur im JPEG- sondern auch im Raw-Modus ermöglichen. Nachholbedarf gibt es beim Sucher, der in der Z9 mit 3,69 Millionen Punkten sogar niedriger auflöst als in der deutlich günstigeren Z6III (5,76 Millionen Punkte). Neben der Auflösung ­tippen wir auch auf eine höhere Helligkeit.

Im DX-Bereich wäre eine Nachfolgerin der sucherlosen Vlogger-Kamera Z30 und der Retro-Kamera Zfc denkbar. Beide basieren auf der Z50, die 2025 von der Z50II abgelöst wurde. Entsprechend dürften eine Z30II und eine ZfcII mit Expeed-7-Prozessor, verbessertem Autofokus und 4K/60p ausgestattet sein – bei der ZfcII könnte außerdem der Sucher heller ausfallen.

Überfällig ist, dass Nikon endlich auch den DX-Kameras einen Bildstabilisator spendiert. Gespannt darf man sein, ob die Japaner beim Kompaktkamera-Revival mitmachen und 2026 eine neue hochwertige Coolpix-Kamera – vielleicht im Retro-Look – präsentieren.

Genauso wichtig wie Kameras dürften 2026 neue Objektive sein. Spekuliert wird über ein hochlichtstarkes Ultraweitwinkel bspw. Z 1,4/20 mm oder 1,2/20 mm. Manche Beobachter hoffen auf eine Wiederbelebung legendärer Spiegelreflexobjektive als spiegellose Rechnungen wie das 1,4/105 mm oder das 2/200 mm. Im DX-Bereich hatte Nikon im Oktober 2025 mit dem 2,8/16-50 mm VR das erste lichtstarke Zoom vorgestellt, ein ähnliches Telezoom wäre eine gute Ergänzung.

Ricoh: Kommt 2026 die GR IVx?

Ricoh ist der einzige Kamerahersteller, der bereits konkrete Produkte für 2026 in Aussicht gestellt hat. So soll im Frühjahr das Schwestermodell der 2025 vorgestellten GR IV, die GR IV Monochrom, auf den Markt kommen. Wie schon die Spiegelreflexkamera K-3 III Monochrome oder einige Leica-Kameras verzichtet sie auf die Farbfilter und hat dadurch eine höhere Empfindlichkeit (ISO 160 bis 409.600 statt 100 bis 204.800).

Weiterhin hat Ricoh – wie bei der Vorgängerin GR III – eine HDF-Variante angekündigt, die statt des ND-Filters ein Highlight-Diffusion-Filter mitbringt, das für weiche Spitzlichter sorgt. Denkbar wäre außerdem eine GR IVx mit 40­­ mm statt 28 mm (beim Kleinbild). Ruhe herrscht dagegen in den vergangenen Jahren an der Spiegelreflex-Front. Daran dürfte sich wohl auch 2026 nichts ändert.

Leica: Innovationen beim Smartphone

Kameras und Objektive 2026: In Japan bietet Leica das Leitz Phone an – inzwischen in der dritten Genera­tion. Es ist mit ­einer Rückseitenkamera ausgestattet und könnte das Vorbild für das Leica-Smartphone sein, das 2026 auch in Deutschland verfügbar sein soll.

In Japan bietet Leica das Leitz Phone an – inzwischen in der dritten Genera­tion. Es ist mit ­einer Rückseitenkamera ausgestattet und könnte das Vorbild für das Leica-Smartphone sein, das 2026 auch in Deutschland verfügbar sein soll.

© Leica

Leica hat im Jubiläums-Jahr 2025 (100 Jahre Leica-Kameras) mit der hervorragenden spiegellosen Systemkamera SL3-S (fotoMAGAZIN-Test „Super“) und der M EV1 mit rein elektronischem Sucher für Aufsehen gesorgt. Gerüchte um eine Nachfolgerin der Messsucherkamera M11 (M12) halten wir für verfrüht. Konkreter sind Hinweise, wonach Leica 2026 sein Mittelformatsystem erneuern könnte.

Die Spiegelreflexkamera S3 mit 45x30mm-Sensor war 2023 ausgelaufen. 2024 hatte ein Leica-Mitarbeiter eine neue Mittelformat-Serie innerhalb von zwei Jahren in Aussicht gestellt. Eine S4 dürfte ohne Spiegel auskommen und ein neues Bajonett mitbringen, wobei alte ­Objektive wohl mit Adapter nutzbar sein würden.

Leica kooperiert bei Smartphones weltweit mit Xiaomi. 2026 ist mit der nächsten Generation Xiaomi 17 zu rechnen – die 16 wird wohl übersprungen, um bei der Nummerierung mit Apple (iPhone 17) gleichzuziehen. Das Xiaomi 17 Ultra soll die bisher beste Leica-Kamera in einem Smartphone enthalten. Ein eigenes Leica-Smartphone gab es bisher nur in Japan in Kooperation mit Sharp. In einem Interview hat CEO Matthias Harsch angekündigt, dass Leica bald auch in Europa ein eigenes Gerät anbieten will, dass sich noch stärker als die Xiaomi-Smartphones auf die Fotografie fokussiert.

Panasonic: Wohin geht die Reise in Sachen Video?

Im Vollformatbereich hat Panasonic 2025 gleich drei neue Kameras ­(Lumix S1R II, S1II und S1IIE) vorgestellt, die in unseren Tests hervorragend abgeschnitten haben. Konkrete Gerüchte zu weiteren S-Modellen gibt es nicht. Denkbar wäre, dass der Hersteller eine noch stärker auf professionelles Video ausgerichtete Kamera bringt (Lumix S1H II), die mit den Cinema-Modellen von Canon, Nikon und Sony konkurriert.

Im Micro-Four-Thirds-Segment (MFT) kam 2025 die Lumix G97, eine gegenüber der Vorgängerin nur ­geringfügig modifizierte Einsteigerkamera. Eine größere Renovierung täte der Vlogger-Kamera Lumix G110 gut. Eine Nachfolgerin (Lumix G110 II oder G120) sollte 4K ohne Crop aufzeichnen können. Viele MFT-Fotografen wünschen sich ein Comeback der besonders kompakten GX-Serie. Ob es 2026 dazu kommt, ist aber offen.

Wie die Konkurrenz hat auch Panasonic seine letzte Objektiv-­Roadmap abgearbeitet und nicht aktualisiert. Für das Vollformat kam zuletzt das erste Telezoom über 300 mm, das S 5-7,1/100-500 mm OIS. Platz wäre für noch längere Zooms oder Telefestbrennweiten, bei denen aktuell schon bei 100 mm Schluss ist.

Lesen Sie hier den ersten Teil unseres Jahresausblicks mit den Prognosen zu Canon, Fujifilm, OM-System und Objektiven von Fremdherstellern.

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