Kameras und Objektive : Das bringt 2026, Teil 1

Nach einer kräftigen Schrumpfkur ist der Fotomarkt wieder auf Wachstumskurs. Wir zeigen, mit welchen spannenden neuen Kameras und Objektiven 2026 bei Canon, Fujifilm und OM-System zu rechnen ist. Außerdem: „Objektive von Fremdherstellern“ – rollt 2026 die nächste Welle aus China auf uns zu?

Farbiges Porträt von Andreas Jordan vor neutralem Hintergrund

Andreas Jordan

Andreas Jordan ist freier Journalist und Mediendesigner.

Ausblick 2026: Welche neuen Kameras und Objektive bringen Canon, Sony, Nikon, Fujifilm, Ricoh und Panasonic im neuen Jahr?

Ausblick 2026: Welche neuen Kameras und Objektive bringen Canon, Sony, Nikon, Fujifilm, Ricoh und Panasonic im neuen Jahr?

© Adobe Stock/Midnight Studio

Nach einer kräftigen Schrumpfkur ist der Fotomarkt wieder auf Wachstumskurs. Wir zeigen, mit welchen spannenden neuen Kameras und Objektiven 2026 bei Canon, Fujifilm und OM-System zu rechnen ist. Außerdem: „Objektive von Fremdherstellern“ – rollt 2026 die nächste Welle aus China auf uns zu?

Nach Angaben des japanischen Industrieverbandes CIPA wurden 2024 zehn Prozent mehr Digitalkameras ausgeliefert als im Vorjahr; die Gesamtstückzahl beläuft sich demnach auf 8,49 Millionen. Das stärkste Wachstum zeigten dabei spiegellose Systemkameras (16 %, totale Stückzahl 5,61 Millionen), gefolgt von Kompaktkameras (9,2 %, 1,88 Millionen). Lediglich der Spiegelreflexmarkt schrumpfte wenig überraschend (minus 14,4 %, knapp eine Million Stück). Auch Objektive sind wieder auf Wachstumskurs. 2024 wurden 7 % mehr verkauft als im Vorjahr – insgesamt 10,32 Millionen Stück. Laut Prognose könnte der Markt für Kompaktkameras 2025 erstmals stärker wachsen als der Systemkameramarkt – die endgültige Zahlen liegen vermutlich im Februar vor. Inhaltlich setzen sich bei neuen Kameras die Trends der vergangenen Jahren fort: schnellere Serienbilder mit Voraufnahme, bessere AF-Systeme, professionellere Videofunktionen und ein einfacherer Zugang zu JPEG-Looks. Hier unsere Prognosen für 2026.

CANON

Kameras und Objektive 2026: Schon die EOS R7 ist mit einem sehr guten Bildstabilisator ausgestattet, der in Kombination mit dem 3,5-6,3/18-150 mm IS STM bis zu sieben Blendenstufen kompensieren kann. Hier dürften nur noch leichte Verbesserungen möglich sein.

Schon die EOS R7 ist mit einem sehr guten Bildstabilisator ausgestattet,
der in Kombination mit dem 3,5-6,3/18-150 mm IS STM bis zu sieben Blendenstufen kompensieren kann. Hier dürften nur noch leichte Verbesserungen möglich sein.

© Canon

2025 war für Canon bei Kameras ein eher ruhiges Jahr. Die wohl wichtigste war die EOS R6 Mark III, im APS-C-Bereich kam eine wenig spektakuläre Vlogger-Version der EOS R50 ohne Sucher und auch bei Kompaktkameras setzt der Marktführer mit der ebenfalls sucherlosen PowerShot V1 ganz auf den „Creator“-Markt.

Als sehr wahrscheinlich darf gelten, dass Canon 2026 im gehobenen APS-C-Segment die EOS R7 Mark II auf den Markt bringt (die EOS R7 kam 2022 heraus). Spekuliert wird hier über einen Stacked-CMOS-Sensor, der sich deutlich schneller auslesen ließe als konventionelle Sensoren und damit beispielsweise weniger Verzerrungen durch den Rolling Shutter zur Folge hätte – was sich positiv auf die Videoaufzeichnung und schnelle Serienbildern mit elektronischem Verschluss auswirken würde.

Erste Gerüchte über die EOS R7 Mark II

Gerüchtehalber soll die EOS R7 Mark II 40 statt 30 Bilder pro Sekunde schießen. Für wahrscheinlich halten wir, dass Canon – wie zuletzt bei der EOS R6 Mark III – den Raw-Burst-Modus durch einen flexibleren Voraufnahmemodus ersetzt. Sollte sich der Sensor schnell genug auslesen lassen, wäre es denkbar, dass die Kamera ganz auf den mechanischen Verschluss verzichtet. Verbesserungen erwarten wir beim Sucher, der in der EOS R7 mit 2,36 Millionen Punkten eine für diese Klasse eher niedrige Auflösung hat.

Die Video-Auflösung könnte Canon wie bei der EOS R6 Mark III auf 7K anheben. Im Prinzip beherrscht schon die EOS R7 7K, das aber auf 4K heruntergerechnet wird. Bei 120p-Zeitlupen-Auflösung sollte die Auflösung von Full-HD auf 4K angehoben werden.

Gespannt darf man auf Canons Kompaktkamerastrategie sein. Die PowerShot V1 war 2025 die erste wirklich neue Kompaktkamera des Herstellers seit 2019. 2025 könnte ein Schwestermodell (PowerShot V2 oder V3) mit Sucher folgen, das sich stärker an Fotografen wendet. Spekuliert wird auch über die Weiterentwicklung von bekannten PowerShots: 2026 könnten demnach die SX750HS mit 40fach-Zoom und G7 X Mark IV mit 1-Zoll-Sensor auf den Markt kommen.

Spekulationen zu neuen Objektiven

Viele Gerüchte ranken sich um neue Objektive. Anbieten würde sich, dass Canon parallel zur EOS R7 Mark II lichtstarke APS-C-Objektive vorstellt – die fünf aktuell verfügbaren Zooms sind eher lichtschwach und bei den beiden Festbrennweiten handelt es sich um Spezialobjektive für 3D beziehungsweise VR.

Beim Vollformat dürfte Canon weiter auf Hybrid-Objektive setzen, die sich auch für das Filmen eignen, wie die VCM-Serie, deren Voice-Coil-Motor nicht nur leise und schnell ist, sondern auch für ein reduziertes Focus Breathing sorgt. Ebenfalls primär an Filmer könnte sich das motorisierte Zoom RF 4/20-50 mm PZ wenden. Viele Spekulationen gibt es zu neuen Teleobjektiven. So fehlen bisher Festbrennweiten mit 300 mm 500 mm sowie Zooms mit 600 mm Endbrennweite. Ein RF 4-5,6/300-600 mm L IS USM wird angeblich bereits getestet. Außerdem wird über ein kompaktes 2,8er-Telezoom als Ergänzung zur den Modellen RF 2,8/28-70 mm IS STM und RF 2,8/16-28 mm IS STM spekuliert.

Objektive von Fremdherstellern

2025 haben chinesische Objektivhersteller wie 7Artisans, Laowa, TTartisan und Viltrox den Markt mit preiswerten Festbrennweiten geflutet – häufig auch mit Autofokus. Der bevorzugte Anschluss ist Sony, zunehmend werden aber auch Fujifilm und Nikon unterstützt. Canon öffnet sein Bajonett dagegen nur sehr langsam für Fremdhersteller-Objektive mit Autofokus. Sigma (9) und Tamron (3) haben lediglich APS-C-Objektive für Canon RF im Angebot.

Kameras und Objektive 2026: Das Eureka 2,8/28 mm Asph ist 20 mm flach und soll im März 2026 für rund 460 Euro erhältlich sein.

Das Eureka 2,8/28 mm Asph ist 20 mm flach und soll im März 2026 für rund 460 Euro erhältlich sein.

Wir gehen davon aus, das 2026 weitere Optiken für Canons APS-C-Anschluss folgen. Ob Canon sich auch für Vollformat-AF-Objektive von Fremdherstellern öffnet, bleibt abzuwarten. Nikon arbeitet dagegen aktiv mit Tamron zusammen: Der Objektivspezialist hatte 2025 bereits acht Vollformat- und ein APS-C-Objektiv für Nikon Z im Angebot, weitere könnten folgen; beispielsweise das ungewöhnliche Vollformat-Superzoom 2,8-5,6/25-200 mm G2, das seit Kurzem für Sony erhältlich ist.

Zahlreiche Neuheiten erwarten wir von Viltrox: Die Chinesen waren 2025 der L-Mount-Allianz beigetreten und dürften 2026 die ­ersten Objektive für diesen Anschluss auf den Markt bringen. Für Sony E hat Viltrox in China bereits einen 2fach-Telekonverter angekündigt. Angeblich arbeiter man außerdem an einem Zoom-­Objektiv, das aber eher für 2027 erwartet wird.

Mit Thypoch drängt ein weiterer chinesischer Hersteller auf dem Markt: Das flache Weitwinkel Eureka 2,8/28 mm Asph im Retro-Design ist voraussichtlich im März 2026 für M-Mount und Fujifilm X ­erhältlich.

OM System

Kamerad und Objektive 2026: 2026 könnte OM System das neue Einsteigermodell OM-10 auf den Markt bringen, möglicherweise mit seitlich ausklappbarem Monitor und verbessertem Autofokus.

2026 könnte OM System das neue Einsteigermodell OM-10 auf den Markt bringen, möglicherweise mit seitlich ausklappbarem Monitor und verbessertem Autofokus.

© OM-System

Der Olympus-Nachfolger OM-System hat 2025 zwei neue Kameras auf den Markt gebracht: Das gegenüber ihrer Vorgängerin kaum veränderte Mittelklasse-Modell OM-5 II und die Retro-Kamera OM-3. 2026 wäre die Zeit reif für ein neues Einsteigermodell – die OM-D E-M10 Mark IV stammt aus dem Jahr 2020 und trägt noch das Olympus-Logo.

Eine Nachfolgerin (OM-10) könnten von Fortschritten bei Autofokus, Computational Photography und Video profitieren sowie einen seitlich ausschwenkbaren Monitor mitbringen, um für Vlogger interessanter zu werden.

Seine Objektiv-Roadmap hat OM System 2025 komplett abgearbeitet, eine neue gibt es noch nicht. Da der Hersteller ein umfang­reiches Objektivangebot ohne auffällige ­Lücken hat, könnten verbesserte Neuauf­lagen bestehender Objektive folgen – 2025 wurden bereits das 1,8/17 mm und das 1,8/25 mm in Version II vorgestellt.

Fujifilm

Fujifilm ist bei neuen Kameras immer für eine Überraschung gut – 2025 beispielsweise mit der Kompaktkamera X half mit 1-Zoll-Hochformatsensor und der Wiederbelebung der bereits für tot gehaltenen X-M-Serie in Form der X-M5.

Kameras und Objektive 2026: Charakteristisch für die X-T-Serie ist das Retro-Design mit Zeiten- und ISO-Rad. Daran dürfte sich auch bei der X-T6 nichts ändern.

Charakteristisch für die X-T-Serie ist das Retro-Design mit Zeiten- und ISO-Rad. Daran dürfte sich auch bei
der X-T6 nichts ändern.

© Fujifilm

In diesem Sinne wäre es denkbar, dass 2026 auch die schon seit Längerem ausgelaufene X-Pro-Serie mit Hybrid-Sucher ihre Auferstehung feiert. Die X-Pro3 kam im November 2019 auf den Markt und hinkt vor allem beim Autofokus hinterher. Auch beim Sensor (40 statt 26 MP) und natürlich beim Hybrid-Sucher könnte eine X-Pro5 nach­legen.

Naheliegender ist aber zunächst eine Aktualisierung der konventionellen Flaggschiff-Modelle X-T5, X-H2 und X-H2s, die alle aus dem Jahr 2022 stammen. ­Weitere Verbesserungen beim Autofokus wären wohl bei allen drei Spitzenmodellen zwingend. Konkrete Hinweise zu den ­Spezifikationen der X-T6, X-H3 und X-H3s gibt es bislang jedoch noch nicht.

Das gilt auch für neue Objektive – die letzte Roadmap hat der Hersteller abge­arbeitet und eine neue ist nicht in Sicht. Vor allem bei den X-Objektiven für APS-C ist Fuji sehr gut aufgestellt, weshalb wir eher mit überarbeiteten Versionen bekannter Brennweiten rechnen, als mit ganz neuen Optiken. Im Mittelformatbereich könnte Fuji die GFXR-Serie mit flacher Oberseite wiederbeleben. Die GFX50R stammt aus dem Jahr 2018 und ist nicht mehr erhältlich, eine GFX100R mit 100 statt 50 Megapixeln wäre naheliegend.

Lesen Sie hier den zweiten Teil unserer großen Jahresvorschau auf 2026 mit dem Ausblick auf mögliche Neuheiten von Nikon, Sony, Panasonic, Ricoh und Leica.

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