Kodak Analogfilm: Eastman Kodak baut Direktvertrieb aus

US-Hersteller Eastman Kodak ordnet sein Filmgeschäft neu und stärkt den eigenen Vertrieb. Das Unternehmen hat in den USA gerade zwei neue Filmlinien vorgestellt, die es selbst vermarkten wird. Damit reagiert der Hersteller auf die zuletzt steigende Nachfrage nach Analogfilmen.

Das Kodak Analogfilm Portfolio bekommt mit Ektacolor Pro eine neue Farbnegativfilm-Reihe hinzu. Die Varianten mit ISO 160, 400 und 800 vermarktet , die Eastman Kodak im Eigenvertrieb.

Das Kodak Analogfilm Portfolio bekommt mit Ektacolor Pro eine neue Farbnegativfilm-Reihe hinzu. Die Varianten mit ISO 160, 400 und 800 vermarktet , die Eastman Kodak im Eigenvertrieb.

© Kodak

Die Eastman Kodak Company treibt den Umbau ihres Analogfilmgeschäfts voran. Das Unternehmen hat am 24. März 2026 mit Ektacolor Pro und Ektapan zwei neue Filmlinien für den US-Markt vorgestellt, die insgesamt sechs Filme umfassen und im Eigenvertrieb vermarktet werden. Ektacolor Pro deckt die Empfindlichkeiten ISO 160, 400 und 800 ab, Ektapan kommt mit ISO 100, 400 und P3200. Für Fotografen ist das relevant, weil Kodak damit den Direktvertrieb stärkt, neue Einzelrollen anbietet und den Markt anders strukturiert als bisher.

Kodak Analogfilm: Was ist bei Ektacolor Pro neu?

Neu ist vor allem die Positionierung. Eastman Kodak führt Ektacolor Pro als eigene Farbnegativfilm-Reihe mit ISO 160, 400 und 800 im Kleinbild- und 120er-Format und bindet sie direkt in den eigenen Vertrieb ein. Beworben wird die Serie mit natürlichen Hauttönen, weicher Farbwiedergabe und großem Belichtungsspielraum. Ektacolor Pro steht damit weniger für einen technischen Neustart als für eine neue Vertriebs- und Produktlinie unter direkter Kontrolle des Herstellers. Den Ektacolor Pro 400 bezeichnet das Unternehmen als „den schärfsten und feinkörnigsten 400er-Farbnegativfilm der Welt“.

Was steckt hinter der neuen Ektapan-Reihe?

Mit Ektapan stellt Eastman Kodak zugleich eine neue Schwarzweiß-Linie mit ISO 100, 400 und P3200 vor. Die Filme setzen auf T-Grain-Technologie und sollen feines Korn, hohe Auflösung und Spielraum bei Push- und Pull-Entwicklung bieten. Der Ektapan P3200 bleibt dabei auf das 35-mm-Format beschränkt. Auch hier geht es weniger um einen kompletten Neuanfang als um die Neuordnung des Angebots im Eigenvertrieb.

Die neue Schwarzweiß-Reihe Ektapan umfasst drei Filme mit ISO 100, 400 sowie P3200 und erweitert das Kodak Analogfilm Portfolio um klassische Monochrommaterialien.

Die neue Schwarzweiß-Reihe Ektapan umfasst drei Filme mit ISO 100, 400 sowie P3200 und erweitert das Kodak Analogfilm Portfolio um klassische Monochrommaterialien.

© Kodak

Ist Ektacolor Pro einfach nur Portra unter neuem Namen?

Ektacolor Pro orientiert sich klar an Kodak Portra, ist aber nicht einfach nur ein neues Etikett auf derselben Rolle. Eastman Kodak besetzt mit der Reihe dieselben Empfindlichkeiten und ein ähnliches Einsatzfeld, spricht zugleich aber von Anpassungen bei Korn und Scan-Eigenschaften. Entscheidend ist deshalb vor allem, dass Ektacolor Pro das Portra-Segment nun im Direktvertrieb von Eastman Kodak besetzt, während Portra über Kodak Alaris parallel im Markt bleibt.

Kodak Analogfilm jetzt direkt von Eastman Kodak

Entscheidend ist vor allem die Vertriebsseite. Eastman Kodak bietet Ektacolor Pro und Ektapan direkt über eigene Kanäle und ausgewählte Händler an. Damit umgeht der Konzern einen Teil der bisherigen Handelsstruktur rund um Kodak Alaris. Für Käufer ist das vor allem deshalb relevant, weil die Filme nicht mehr nur in größeren Profi-Packungen, sondern auch als einzelne Rollen leichter verfügbar sein können.

Warum ist der Schritt für Analog-Fotografen relevant?

Der Umbau betrifft nicht nur das Branding, sondern das gesamte Marktgefüge. Wenn Eastman Kodak mehr Filme selbst vertreibt, gewinnt der Hersteller mehr Einfluss auf Preisgestaltung, Lieferwege und Produktaufmachung. Gerade in einem Markt, in dem Analogfilm in den vergangenen Jahren oft knapp und teuer war, ist das ein wichtiger Hebel. Für Nutzer kann das den Zugang zu gefragten Filmen vereinfachen.

Was bleibt bei Kodak Alaris?

Kodak Alaris bleibt weiterhin ein bedeutender Partner, vor allem außerhalb der USA. Der Name Portra bleibt dort vorerst im Markt, ebenso die etablierte Stellung als professionelle Filmlinie. Das führt dazu, dass zwei Strukturen parallel bestehen: Eastman Kodak baut den Eigenvertrieb mit Ektacolor Pro und Ektapan aus, während in anderen Regionen bekannte Profifilm-Namen und bestehende Vertragsmodelle zunächst fortgeführt werden.

Wird Kodak Analogfilm für Fotografen jetzt günstiger?

Vieles deutet auf mehr Preisdruck hin. Wenn Eastman Kodak Filme direkt vertreibt oder Händler direkt aus dieser Struktur beziehen, entfällt ein Teil der bisherigen Marge in der Vermarktungskette. Das gilt nicht nur in den USA, sondern nach den vorliegenden Informationen auch für deutsche Händler, die bestimmte Filme direkt von Eastman Kodak oder über Importwege beziehen. Genannt werden Preisvorteile von rund 1 bis 4 Euro pro Rolle, auch wenn Portra und T-Max in Deutschland weiterhin parallel über Kodak Alaris im Markt bleiben.

Warum stärkt Kodak gerade jetzt den Direktvertrieb?

Der Schritt passt zu einer Phase, in der Analogfilm wirtschaftlich wieder attraktiver geworden ist. Eastman Kodak reagiert damit auf eine stabile Nachfrage und versucht, stärker am eigenen Produkt zu verdienen. Statt sich auf die Rolle des Produzenten im Hintergrund zu beschränken, rückt das Unternehmen im Vertrieb wieder sichtbarer nach vorn. Das ist weniger eine technische Revolution als eine strategische Neuordnung.

Hersteller baut seine Rolle im Vertrieb von Kodak Analogfilm aus

Der aktuelle Schritt zeigt, dass Eastman Kodak sein Analoggeschäft nicht nur verwaltet, sondern aktiv umbaut. Mit Ektacolor Pro und Ektapan bringt das Unternehmen zwei neue Filmlinien in den Eigenvertrieb und führt Produktion und Vermarktung enger zusammen. Damit baut Kodak seine Stellung im wiederbelebten Filmmarkt weiter aus.

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