Im Test: Sony RX10 IV

Baut Sony die beste Bridge-Kamera?
02.02.2018

Bis zu 24 Bilder pro Sekunde schießt die RX10 IV mit voller Auflösung. Wir haben das neue Geschwindigkeitswunder getestet und mit anderen Bridge-Kameras mit 1-Zoll-Sensor verglichen

 

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Sony RX10 IV schraeg

RX10 IV
Preis: ca. 2000 Euro

© Sony

Der Markt für Bridge-Kameras mit üppigen Zoombereichen und den relativ großen 1-Zoll-Sensoren wird von Sony und Panasonic dominiert. Daneben ist noch Canon mit der annähernd zweieinhalb Jahre alten PowerShot G3 X mit 25fach-Zoom vertreten, die wir wegen des fehlenden Suchers nicht in den Testvergleich aufgenommen haben. Panasonic ist mit den beiden Modellen Lumix FZ1000 (16fach-Zoom) und FZ2000 (20fach-Zoom) dabei. Das größte Angebot hat Sony – die Japaner haben die Angewohnheit, die Vorgänger zu reduzierten Preisen auf dem Markt zu lassen, sodass nun vier RX10-Modelle erhältlich sind. Die ersten beiden Generationen waren noch mit einem 8,3fach-Zoom ausgestattet, die RX10 III und IV haben ein ungewöhnlich lichtstarkes 25fach-Zoom (2,4-4/24-600 mm beim Kleinbild). Im Mittelpunkt des Tests steht die neue RX10 IV, die seit Oktober erhältlich ist.

Äußerlichkeiten

Wer die RX10 III kennt, wird zunächst keine Unterschiede feststellen – Abmessungen, Gewicht und Bedienelemente (darunter ein Blenden-, ein Zoom- und ein Fokusring am Objektiv) sind unverändert. Die RX10 III ist größer als manche SLR mit Kitobjektiv, im Gegenzug gibt es allerdings auch ein ungewöhnliches Objektiv: Das Zeiss-Zoom kombiniert wie kein anderes in dieser Klasse einen großen Brennweitenbereich mit hoher Lichtstärke – zum Vergleich: Panasonics FZ2000 reicht im Tele nur bis 480 statt bis 600 mm und ist über den gesamten Brennweitenbereich etwas lichtschwächer (2,8-4,5 statt 2,4-4). Die Brennweite kann man wie bisher sowohl per Objektivring als auch über einen Hebel am Auslöser ändern, in beiden Fällen wird per Motor gezoomt. Die erste Änderung zeigt sich bei der Bedienung. So hat Sony der Neuen endlich einen Touchscreen spendiert (bei Panasonic ist dieser schon länger eine Selbstverständlichkeit). Auf dem Klappmonitor lässt sich das AF-Messfeld verschieben, was übrigens auch funktioniert, wenn die Kamera im Sucherbetrieb genutzt wird (Funktion Touch-Pad muss aktiviert sein). Damit der Fotograf den AF nicht versehentlich mit der Nase verschiebt, lässt sich das Touch-Pad auf einen Monitorbereich beschränken, beispielsweise die rechte Hälfte. Ganz konsequent ist die Touch-Bedienung allerdings nicht gelöst. So lassen sich die Menüs nicht per Berührung bedienen und auch das Weiterblättern im Wiedergabemodus funktioniert auf diese Weise nicht (das Vergrößern schon). Der OLED-Sucher hat wie gehabt eine angenehme Größe (0,7fache Vergrößerung) und Auflösung (2,36 Millionen Punkte).

Autofokus, Verschluss und Blitz

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Sony RX10 IV back

Die Blende wird am Objektiv eingestellt, der Monitor ist klappbar

© Sony

Deutlich verbessert hat Sony den Autofokus, der nun – wie in der kleinen Schwester RX100 V – 315 AF-Messfelder auf dem Bildsensor mitbringt, die 65 Prozent des Sensors abdecken. Hinzu kommen 25 Messfelder mit Kontrast-Erkennung (die RX10 III fokussiert ausschließlich per Kontrast). Für Portraits ist neben der Gesichts- auch eine Augenerkennung an Bord. Gegenüber der RX100 V hat Sony das AF-System um das „High-Density-Tracking “ erweitert, das es bisher nur in der Alpha-Serie gab. Dabei werden nicht nur die Autofokuspunkte auf dem Motiv, sondern auch die umliegenden in die Schärfeberechnung einbezogen und so die Tracking- und Fokusgenauigkeit erhöht. Der mechanische Verschluss ist für 1/2000s ausgelegt, wobei die kürzeste Zeit erst ab Blende 8 zur Verfügung steht, bei Offenblende ist nur 1/1000 s möglich. Dass man trotzdem bei Offenblende mit kürzeren Zeit fotografieren kann, liegt am elektronischen Verschluss, der sogar 1/32.000 s ermöglicht und geräuschlos arbeitet. Die hohe Auslesegeschwindigkeit des Sensors sorgt dafür, dass die Verzerrungen durch den „Rolling Shutter“ des E-Verschlusses minimiert werden. Blitzen kann die Kamera dagegen nur mit mechanischem Verschluss. Dabei stört übrigens im Weitwinkel das große Objektiv, das selbst bei abgenommener Gegenlichtblende den Blitz abschattet – erst bei rund 36 mm kleinbildäquivalenter Brennweite verschwindet die Abschattung.

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Andreas Jordan
Über den Autor
Andreas Jordan

Andreas Jordan ist Mediendesigner und arbeitet seit 1994 als Redakteur und Autor mit den Schwerpunkten Multimedia, Imaging und Fotografie für verschiedene Fach- und Special-Interest-Magazine (u. a. Screen Multimedia, Computerfoto, MACup). Seit 2003 ist er Redakteur beim fotoMAGAZIN und leitet dort seit 2007 das Ressort Test & Technik.