Im Test: Nikon Coolpix P1000

Die 125fach-Zoom-Kamera im Vergleich mit ihrer Vorgängerin
28.05.2019

Dieser Rekord ist Nikon sicher: Die Coolpix P1000 zoomt 125fach von 24 bis 3000 mm im Vergleich zu einer Kleinbildkamera. Im Test wollten wir unter anderem wissen, ob das bei der Bildqualität gut gehen kann.

 

nikon_p1000_front_web.jpg

Nikon Coolpix P1000 frontal

Mit ausgefahrenem Zoom wird die Coolpix P1000 über 30 cm lang.

© Nikon

Die Coolpix P1000 als Kompaktkamera zu bezeichnen wäre wohl gewagt. Schon die Vorgängerin P900 war so groß wie eine Spiegelreflexkamera, die P1000 toppt das noch mal deutlich. Schon im ausgeschalteten Zustand ist sie gut 18 cm lang, mit voll ausgefahrenem Zoom und Gegenlichtblende bringt sie es auf 34 cm. In dem großen Gehäuse kommt derselbe winzige 1/2,3-Zoll-Sensor mit 16 Megapixeln zum Einsatz wie in der Vorgängerin. Beide Zooms starten bei kleinbildäquivalenten 24 mm mit Lichtstärke 1:2,8, die P900 endet bei 2000 mm und 1:6,5. Die P1000 ist bei dieser Brennweite minimal lichtstärker (1:6,3) und fällt dann bis 3000 mm auf 1:8 ab. Das große Gehäuse erlaubt den Einbau eines größeren Touchscreen-Monitors (Diagonale 8,1 statt 7,5 cm), der wie gehabt 921.000 Punkte auflöst und ausklapp- und schwenkbar ist. Deutlich verbessert zeigt sich der Sucher: Die Diagonale des OLED-Panels hat sich auf 1 cm verdoppelt, die Auflösung von 921.000 auf 2,4 Millionen Punkte erhöht.

Bedienung der Nikon Coolpix P1000

Die Bedienung hinterlässt einen etwas durchwachsenen Eindruck: Mit ihrem großen Griff lässt sich die Kamera gut halten, vermisst haben wir aber einen direkten Zugriff auf die ISO-Einstellungen und Serienbildmodi. Behelfen kann man sich mit einer individuell konfigurierbaren Funktionstaste (hier lassen sich unter anderem ISO oder Serienbilder hinterlegen) und dem Funktionsring am Objektiv, der mit Belichtungskorrektur, ISO oder Weißabgleich belegbar ist. Steht die Kamera auf manueller Fokussierung, so kann der Ring hierfür genutzt werden, wobei eine Peaking-Funktion zur Verfügung steht (bei Nikon „Konturfilter“ genannt). Wichtige Einschränkung: Das Peaking steht nicht während der Videoaufnahme zur Verfügung.

nikon_coolpix_p1000_iso_500.jpg

Im Tierpark mit der Nikon Coolpix P1000

Bei ISO 500 treten schon sichtbare Verluste durch den Rauschfilter auf, in dieser Größe hat das Bild aber noch eine brauchbare Qualität.
Kamera: Nikon Coolpix P1000, Einstellungen: 1700 mm (entsprechend KB), f/6,3, 1/125s, ISO 500.

© Andreas Jordan, mit freundlicher Unterstützung durch Tierpark Hagenbeck

Etwas irritiert hat uns, dass die Kamera nach dem Auslösen gut zwei Sekunden blockiert ist. Bedient der Fotograf beispielsweise direkt nach dem Auslösen den Zoomhebel, so passiert nichts – auch nicht nach drei oder fünf Sekunden. Man muss also zunächst gut zwei Sekunden warten, bis sich das Zoom bedienen lässt. Neben dem Zoomhebel am Auslöser gibt es eine Zoomwippe am Objektiv und direkt daneben eine Zoomrückstelltaste, die temporär rauszoomt (bei 3000 mm auf 467 mm), um eine Übersicht zu verschaffen und das Motiv wiederzufinden. Ein Zoom von 24 auf 3000 mm dauert rund 3,5 s, das ist okay – eine höhere Zoomgeschwindigkeit würde feine Brennweitenänderungen erschweren.

Seite 1 von 2
Seite 1
Seite 2
Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.

Kameras im Test

Wählen Sie eine Vergleichskamera
Andreas Jordan
Über den Autor
Andreas Jordan

Andreas Jordan ist Mediendesigner und arbeitet seit 1994 als Redakteur und Autor mit den Schwerpunkten Multimedia, Imaging und Fotografie für verschiedene Fach- und Special-Interest-Magazine (u. a. Screen Multimedia, Computerfoto, MACup). Seit 2003 ist er Redakteur beim fotoMAGAZIN und leitet dort seit 2007 das Ressort Test & Technik.