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Lesertest Rollei Compact Traveler No. 1 Carbon
© Ralph Stern/Jennifer Kretschmer

Rolleis Compact Traveler No. 1 Carbon-Stativ

Fünf Lesertester haben das Stativ auf Herz und Nieren geprüft
15.06.2016

Vier Wochen lang durften unsere Leser Dirk Pult, Ilona Levciuc, Jennifer Kretschmer, Lutz Hansen und Ralph Stern das Stativ testen.

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fM-Tester Dirk Pult

Dirk Pult ist gerne in der Landschaft unterwegs und fotografiert u. a. Vögel

© Dirk Pult

DIRK PULT war bislang mit einem schweren Objektiv einer anderen Marke unterwegs und auf der Suche nach einem leichteren Modell. Sein Urteil ist knapp und präzise:

"Das Rollei Compact Traveler überzeugt trotz seiner leichten Bauweise und dem sehr geringen Gewicht durch einen stabilen Stand, auch mit einem massiven Sigma 150-500-mm-Objektiv, das immerhin 1,9 kg wiegt.

Die Verstellmöglichkeiten sind einfach, selbsterklärend und genügen vollkommen den Anforderungen eines Reisestatives. Nur die Drehschraube mit der integrierten Wasserwege zum Arretieren der Kamera könnte den gleichen Drehkopf wie die Arretierung des Kugelkopfes besitzen – man hat immer Angst die Kamera wäre nicht sicher befestigt. Das Preis-/ Leistungsverhältnis ist super.
Die Verpackung ist wertig, das üppige Zubehör rundet das Paket positiv ab."

 

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fM-Testerin Ilona Levciuc

fM-Lesertesterin Ilona Levciuc brauchte ein leichtes Stativ für ihre Fotoausflüge, die sie vornehmlich zu Fuß unternimmt

© Ilona Levciuc

ILONA LEVCIUC ist gelernte Fotografin. Sie hat das Compact Traveler No. 1 Carbon mit ihrer Canon EOS 60D mit den Objektiven 18-200 mm und 70-200 mm (zusammen ca. 1,5 kg) für Zeitraffer Aufnahmen, Fuji X-Pro1 für Videos und Sony Alpha 7R mit 24-70 mm und 16-35 mm (ca. 800 g) für Fotoaufnahmen getestet.

Als ich das Stativ aus dem Verpackungskarton herausholte, kam es mir so klein und leicht vor, dass es kaum ernst zu nehmen war.

Konnte das Stativ ihren fotografischen Ansprüchen standhalten? Das durfte sie bei ihren Fotoausflügen während der Testphase herausfinden.

„Die vierfach ausziehbaren Stativbeine lassen sich um 180° klappen – nicht nur für den Transport, in dieser Position konnte ich auch Bodenaufnahmen von Pflanzen durchführen. Allerdings ist in der ‚Kopf-unten Position’ keine Einrast-Winkeleinstellung der Beine möglich. Hier gibt es drei Einrast-Winkeleinstellungen – was ich echt toll finde! Dadurch kann man nicht nur die Höhe variieren, sondern auch die Stabilität erhöhen indem man die Beine auf dem zweiten oder dritten Spreizwinkel (Einrast-Winkel) einstellt.
Die vier Beinsegmente sind nicht von selbst ausfahrbar – man muss sie einzeln ausziehen. Mit etwas Übung kann man alle vier gummierten Verschraubungen des jeweiligen Beines mit einem Dreh lösen, bzw. nach dem Einziehen fixieren.

Am Ende meiner Test-Phase ist mir ein Gummiring wegen so vielen Drehbemühungen abgerutscht.

Wahrscheinlich habe ich sie sicherheitshalber viel zu fest gedreht, dies wäre nicht nötig gewesen, sie halten richtig fest auch mit weniger Drehkraft.

Zur Ausstattung hat Ilona Levciuc folgende Anmerkungen:

„Es ist nur eine Libelle vorhanden: sowohl für vertikale Aufnahmen, wenn man die Schnellwechselplatte quer am Kameraboden anlegt, als auch für senkrechte nach unten/oben Aufnahmen. Für übliche horizontale Aufnahmen ist keine Libelle am Kugelkopf vorhanden; mein Tipp: die interne Wasserwaage der Kamera nutzen.

Beim Aufbau zum Tripod bzw. Einbeinstativ muss man die Schraube auf der Mittelsäule bzw. dem Stativbein einschrauben: Dabei ist die Begrenzung des Eindringens (Sackloch) im Stativbein zu tief. Das ist ungünstig, wenn die Grundplatte, wie in der Bedienungsanleitung dargestellt, mit drauf montiert wird. Das herausragende Teil der Schraube reicht nicht aus, um den Kugelkopf richtig zu montieren. Meine Empfehlung: Die Schraube sollte etwas länger sein, um beide Optionen zu haben.
In der Mittelsäule ist keine Begrenzung in der Eindringtiefe der Schraube (durchgehendes Loch). Es besteht das Risiko, die Schraube zu tief reinzudrehen, die man evtl. nicht mehr rausbekommt.

Bei der komplett ausgefahrenen Mittelsäule wird die Stabilität des Statives beeinträchtigt, vor allem beim Wind schüttelt es kräftig, was zu erwarten war, bei der extremen Leichtigkeit des Statives. In diesem Fall hatte ich zusätzliches Gewicht an den dafür vorgesehenen Haken angebracht und es wurde stabiler. Meine Empfehlung wäre außerdem noch, einen Fernauslöser und/oder Selbstauslöser zu benutzen um zusätzliche Vibrationen an der Kamera zu vermeiden.
Abgesehen von dieser Situation, bin ich aber mit der Stabilität des Statives sehr zufrieden.

Die Kugelkopf-Arretierung lässt sich einfach mit einer Hand bedienen, während die andere Hand die Kamera hält. Das Haltevermögen des Kugelkopfes ist sehr gut."

Das Stativ wurde Teil meiner Fotoausrüstung für alltägliche Fotoausflüge.

Ilona Levciucs hat weitere Tipps zur Handhabung:

"Nach dem Anziehen der Schraube an der Schnellwechselplatte am Kameraboden mit einer Münze nachziehen – wird deutlich fester!
Nicht zu unterschätzen wäre die Bedeutung der bodengerechten Anwendung von den Beinendkappen/Spikes, davon hängt erheblich die Stabilität des Statives ab! Gummikappen für harte Böden ansetzen, Spikes fürs Gelände.

An der Ausstattung fehlt mir zum einen eine horizontale Libelle an der Schnellwechselplatte-Klemme, zum anderen eine Halterung an der Mittelsäule/Stativschulter für den Intervall-Auslöser, der durch das Kabel mit der Kamera verbunden ist."

JENNIFER KRETSCHMER

Die Hobby-Fotografin aus Delmenhorst hat sich sehr gefreut, dass das Los auch sie getroffen ist, denn sie ist viel auf Reisen und leidenschaftliche Wanderin, wobei ihr Fotoequipment immer dabei ist.

"Die Handhabung mit diesem Stativ ist wunderbar leicht. Es lässt sich binnen weniger Sekunden zum Monopod umbauen, was super praktisch ist, da alles was dafür benötigt wird im Lieferumfang enthalten war – inkl. drei zusätzliche Gummifüße. Dafür gibt es von mir einen Bonuspunkt.

Die Verstellschellen und Räder machen einen soliden und qualitativ hochwertigen Eindruck.

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fM-Lesertesterin Jennifer Kretschmer

Jennifer Kretschmer wünschte sich ein Stativ, das man allen Witterungen aussetzen kann

© Jennifer Kretschmer

Das Gewicht (0,98 kg) und das Packmaß (33 cm) ist die größte Stärke des Statives und ein absoluter Hammer für jeden, der viel mit Kamera und Stativ unterwegs ist.

Das Stativ steht trotz des geringen Gewichtes sehr stabil. Selbst bei meinem Test bei starkem Wind auf einer Aussichtsplattform in Bremerhaven in 86 m Höhe direkt am Wasser hatte ich keine Probleme das Stativ im voll ausgefahrenen Zustand mit 5 kg Gewicht belastet stehen zu lassen.

Die Bedienung des 360° Kugelkopfes ist absolut klasse und wunderbar um die Perspektive zu ändern oder sogar ein Panorama-Foto zu machen, da man die Kamera ohne zu verruckeln nach links und rechts drehen kann.
Tipp: Ruhig den Drehknopf für die 360°-Verstellung etwas loser drehen, da man sonst (so war es zumindest bei mir) das Gewinde des Kugelkopfhalters löst.

Eine Besonderheit fand ich die Möglichkeit, das Stativ von einem Tripod zu einem Monopod umbauen zu können und die Möglichkeit, das Stativ in einer mitgelieferten Stativtasche oder Tragegurt zu transportieren. Des Weiteren war noch eine Gürtelhalterung für den Monopod mit dabei, welches ich ebenfalls sehr positiv anmerken möchte."

Jennifer Kretschmers Fazit:
"Ich habe das Stativ in vielen Situationen genutzt, auch dort, wo man sonst kein Reisestativ nutzen würde (Lightpainting, Sturm, etc.) und kann sagen, es hat sich zu einem absoluten Allrounder entpuppt. Ich werde es mit Freude weiter nutzen und meine anderen Stative dafür in die Ecke stellen, denn mit diesem Stativ habe ich alles was ich brauche."

 

LUTZ HANSEN fotografiert bereits seit seinem 18. Lebensjahr. Damals noch analog, nun seit ca 1,5 Jahren digital mit seiner Nikon D5200. Als Motive dienen ihm Landschaften, Natur und Skulpturen.

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fM-Lesertester Lutz Hansen

Lutz Hansen ist beruflich viel unterwegs und hat selten viel Platz in seinem Koffer

© Lutz Hansen

„Grundsätzlich steht das Stativ verhältnismäßig stabil. Nutzt man die Kamera inkl. Makroringe und einem Teleobjektiv auf einem Einstellschlitte, so neigt sich das Stativ nach der Einstellung ein wenig. D.h. man muss immer etwas über der eigentlich gewünschten Bildposition die Kamera fixieren.
Auch bei leichteren Windböen gab es leichte Schwankbewegungen.

Die Handhabung des Statives ist soweit in Ordnung.

Lediglich die hohe, nicht veränderbare Mittelsäule, ist bei tiefen Aufnahmepositionen suboptimal.

Hier wäre eine abnehmbare Mittelsäule von Vorteil. Auch ein anderer Stativkopf (z. B. Nivellierkopf oder Nodalpunktadapter) ließe sich dann einfacher montieren. Alternativ könnte man die Mittelsäule versenkbar gestalten. Für vertikale Panoramaaufnahmen wäre es auch von Vorteil, wenn die Kugel des Kugelkopfes eine Gradeinteilung (z. B. 30° Schritte) aufweisen würde. Eine vierte Position zur Spreizung der Stativbeine wäre auch ganz gut, da man in Bodennähe flexibler arbeiten kann.

Auch eine Libelle in der Stativschulter wäre hilfreich um die horizontale Ausrichtung für axiale Drehbewegungen zu gewährleisten."

In der Gebrauchsanleitung vermisste Lutz Hansen Hinweise zur Pflege des Statives (z. B. Pflegematerial, Reinigung nach einem Salzwasseraufenthalt). Wie er es letztlich gereinigt hat, hat er uns leider nicht verraten.

Lutz Hansens Testbilder

RALF STERN hatte für den Praxistest seine Nikon D7100 beim Fahrradfahren und Wandern dabei. Bereits beim Auspacken seines Testgerätes war er über die Kompaktheit und das geringe Gewicht erstaunt. „Taugt das was?“ Die Antwort war ein klares Ja – mit ein paar kleinen Einschränkungen:

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fM-Lesertester Ralph Stern

Ralph Stern war mit seinem bisherigen alten schweren Stativ nicht mehr zufrieden

© Ralph Stern

„Das Stativ ist sehr gut verarbeitet und macht einen wertigen Eindruck. Alle Bedienelemente rasten sauber ein (Stativbeine) bzw. sind leichtgängig (Kugelkopf und Schnellwechselplatte) und für den praktischen Einsatz ausreichend einstellbar.

Für den Aufbau sind die Stativbeine zuerst um 180° umzuklappen und können dann über vier Elemente, die sich per Drehverschluss öffnen lassen, auf die richtige Höhe eingestellt werden. Für einen besseren Stand lassen sich Gummikappen an den Beinenden abnehmen, so dass das Stativ auf Spikes gestellt werden kann. Zusammen mit der ausziehbaren Mittelsäule ergibt sich eine max. Arbeitshöhe von 142 cm. Allerdings war mein Eindruck, dass bei einem größeren Objektiv, darunter auch die Stabilität leidet. Teilweise Abhilfe schafft hier die Möglichkeit, an der Mittelsäule ein zusätzliches Gewicht anbringen zu können.

Das Stativ wird mit einem 360-Grad-Panoramakugelkopf mit Schnellwechselplatte ausgeliefert. Dieser lässt sich über zwei Stellschrauben jeweils getrennt für den Kugelkopf und den Panoramakopf leichtgängig justieren. Das Festziehen der Schrauben bei einer schwereren Kameraausrüstung geht nach kurzer Eingewöhnungszeit intuitiv von der Hand.

Mein einziger richtiger Kritikpunkt ist die Monopod-Umbaumöglichkeit.

Das Stativ lässt sich aus meiner Sicht, nur sehr umständlich in ein nicht praxistaugliches Einbeinstativ (ca. 1 m Arbeitshöhe) umbauen."

Sein Fazit
„Das Rollei Compact Traveler No. 1 Carbon ist ein sehr gutes Reisestativ. Das Preis-Leistungsverhältnis ist sehr gut, insofern eine klare Kaufempfehlung."

-> zu den Ergebnissen Rollei Rock Solid Carbon Alpha
-> zu den Ergebnissen Rollei Rock Solid Carbon Beta
-> zur Gesamtübersicht

Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Über den Autor
Ricarda Szola

Ricarda Szola gehört bereits seit 2003 zum Team der fotoMAGAZIN Redaktion. Die Medienfachwirtin hat jahrelange Erfahrungen im Agentur-, TV- und Verlagswesen. Sie verantwortet u. a. die Lesergalerie, koordiniert Wettbewerbe und Aktionen und ist beteiligt an der Gestaltung des Online-Auftritts.