Nagelneu und getestet: Sony FE 4/20-70 mm G

Verkaufsstart Ende Februar
17.01.2023

Sony schafft eine neue Produktgruppe: Standardzooms mit erweitertem Weitwinkelbereich. Das FE 4/20-70 mm G zeigt sich im Labortest als praktischer Allrounder.

Sony "erfindet" mit dem FE 4/20-70 mm G einen neuen Objektivtyp, der bislang für das Vollformat als Wechselobjektiv noch nicht da war: ein Zoom, das vom starken Weitwinkel bis ins leichte Tele, fast bis zur klassischen Porträtbrennweite reicht. Sony spricht von einem ultraweiten Standardzoom. Damit folgt es eigentlich einem jahrzehntelangen Trend: Von den ersten Standardzooms mit Brennweite 35-70 mm wurde im Laufe der Jahre der Bereich vor allem in Richtung Weitwinkel erweitert, irgendwann kamen die Zooms ab 28 mm, dann ab 24 mm; nun geht es für die spiegellosen Sony-Kameras schon bei 20 mm los. Selbstredend wurde auch der Telebereich Schritt für Schritt verlängert, zwar weniger lichtstark, aber (bei Sony) bis hin zum FE 3,5-6,3/24-240 mm OSS (hier im Test). 

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Sony FE 4/20-70 mm G, SEL2070G, Sony FE 20-70mm F4 G, Objektiv, Autofokus, Manuellfokus, Zoom, Festbrennweite, 2022, Teleobjektiv, Portraitobjektiv, Makro, Weitwinkel

Sony FE 4/20-70 mm G besitzt zwei Fokushaltetasten.

© Lars Theiß

Die optische Bildqualität des Sony FE 4/20-70 mm G

Das Sony FE 4/20-70 mm G (SEL2070G) soll sich durch hohe Bildqualität, Geschwindigkeit und Verlässlichkeit auszeichnen. Was die Bildqualität betrifft, kann unser BAS-Digital-Labortest zustimmen. Während bei der kurzen und mittleren gemessenen Brennweite abblenden um eine Stufe nötig ist, um eine ausgezeichnete Leistung zu erzielen, ist das Zoom bei 70 mm voll offenblendtauglich. Mitverantwortlich dafür sind zwei Advanced-Aspherical-Linsen, zwei Asphären und einige Linsen aus ED-Glas.
Die Randabdunklung zeigt einen etwas knappen Bildkreis, da es bei allen Brennweiten aufgeblendet in den Ecken zu einer leichten spontanen Vignettierung kommt. Bei 20 mm ist die Randabdunklung aufgeblendet deutlich und abgeblendet sichtbar, bei den anderen Brennweiten aufgeblendet gut, abgeblendet sehr gut. 

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Viel Weitwinkel: Sony FE 4/20-70 mm G bei 20 mm, f/4, 1/400 s, ISO 400.

© Lars Theiß

Die kamerainterne Verzeichnungskorrektur lässt sich nicht ausschalten. Demnach wird der Verzeichnung digital der Garaus gemacht (Auflösungsverluste zum Rande hin bestätigen dies), wenn auch nur bei 35 und 70 mm derart erfolgreich, dass von ihr nahezu nichts übrig bleibt. In Weitwinkelposition bleibt die Verzeichnung allerdings leicht tonnenförmig.
Schnell ist das neue Zoom beim Autofokus auch, dafür sorgen die beiden leisen XD-Linearmotoren. Das 20-70 mm ist innenfokussiert, beim Zoomen fährt es allerdings aus. Dabei verringert sich auch die Nahgrenze von 30 cm im Weitwinkel bis auf 25 cm im Tele, was eine maximale Vergrößerung von 0,39fach ergibt. Beim manuellen Fokussieren gilt die 25-cm-Grenze durchgängig. Zum Vergleich, das am ehesten im Sony-Sortiment entsprechende Vario-Tessar T* FE 4/24-70 mm ZA OSS (mit Bildstabilisator für etwa 1000 Euro, hier im Test) besitzt eine durchgängige Nahgrenze von 40 cm. Eine Entfernungsskala weist die Neuheit nicht auf. Das Fokusatmen soll minimiert worden sein. 

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Das Sony FE 4/20-70 mm G an einer Alpha 7R IV.

© Lars Theiß

Die Mechanik des Sony FE 4/20-70 mm G

Sony hat das Vollformatobjektiv gegen Staub und Spritzwasser unter anderem durch eine Dichtungslippe am Metallbajonett geschützt. Es lässt sich prima bedienen und verfügt über einen Blendenring mit Automatikposition, in der er verriegelt werden kann, um über die Kamera die Blendeneinstellung zu wählen. Bei manueller Blendenvorwahl klickt der Ring in Drittelstufen, er lässt sich aber auch über einen Schalter auf stufenlos bzw. lautlos stellen. Zwei Fokushaltetasten finden sich am Tubus, die über das Kameramenü auch mit anderen Funktionen belegt werden können. 

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Sony FE 4/20-70 mm G, SEL2070G, Sony FE 20-70mm F4 G, Objektiv, Autofokus, Manuellfokus, Zoom, Festbrennweite, 2022, Teleobjektiv, Portraitobjektiv, Makro, Weitwinkel

Beim Zoomen fährt das Sony FE 4/20-70 mm G aus.

© Lars Theiß

Das Sony FE 4/20-70 mm G hat seinen Verkaufsstart frühestens im Februar und wird rund 1600 Euro kosten. Den ausführlichen Test und einen Vergleich mit dem Tamron 2,8/20-40 mm Di III VXD lesen Sie in der fotoMAGAZIN-Ausgabe 3/2023.

Technische Daten

Sony FE 4/20-70 mm G (SEL2070G)

Brennweite: 20-70 mm
Öffnungsverhältnis: f/4
Kleinste Blende: f/22
Optischer Aufbau: 16 Linsen in 13 Gruppen
Bildwinkel: 94-34°
Blendenlamellen: 9
Mindestentfernung: 0,30-0,25 m (MF: 0,25 m) 
Filtergröße: Ø 72 mm
Durchmesser x Länge: 78,7 x 99 mm
Gewicht: 488 g
Sonstiges: Gegenlichtblende, Front- und Rückdeckel im Lieferumfang
Bajonett-Anschlüsse: Sony FE
Preis: ca. 1600 Euro

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Sony FE 4/20-70 mm G, SEL2070G, Sony FE 20-70mm F4 G, Objektiv, Autofokus, Manuellfokus, Zoom, Festbrennweite, 2022, Teleobjektiv, Portraitobjektiv, Makro, Weitwinkel

Aufnahme in der Dämmerung mit dem Sony FE 4/20-70 mm G bei 70 mm, f/4, 1/13 s, -1 EV, ISO 400.

© Lars Theiß

 

Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Lars Theiß
Über den Autor
Lars Theiß

Unser Redakteur Lars Theiß kümmert sich vorwiegend um Tests und Praxisthemen rund um Kameras, Objektive und Zubehör. Seit 1995 arbeitet der besonders an naturfotografischen Themen interessierte Wahlhamburger beim fotoMAGAZIN. Zu seinen weiteren Aufgabenbereichen gehören die Objektivtests, Secondhand-Themen und die fotoMAGAZIN-Spezialausgabe Einkaufsberater.