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Vogelbad
Für Aufnahmen wie dieses Vogelbad müssen Sie nicht weit reisen.
© Getty Images/Dieter Naegele

Wildlife-Fotografie im Zoo und vor der Haustür

Wildlife ganz in Ihrer Nähe
02.09.2021

Tiere zu fotografieren ist ein Erlebnis, das sich mit anderen Genres der Fotografie nur schwer vergleichen lässt. Es vereint technische und fotografische Ansprüche mit einem hohen Maß an Geduld, Vorbereitung und oft auch etwas Glück. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie am besten vorgehen.

Die Schönheit dieses Fotogenres zeigt sich dabei sowohl im ganz Kleinen wie auch im ganz Großen, in Deutschland reicht die Spanne von zahlreichen Insektenarten bis hin zu Wölfen, Luchsen oder Hirschen. Neben diesen Wildtieren gibt es natürlich auch noch unsere Haustiere – ebenfalls vertreten von klein bis groß, mit dem  Vorteil, dass ein zahmes Tier zum einen stets zur Verfügung steht und sich zum anderen deutlich einfacher fotografieren lässt. Doch wie lassen sich diese verschiedenen Tiertypen am besten ablichten? Schauen wir es uns an.

Insekten und Kleintiere mit dem Makro-Objektiv

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Makroaufnahme Insekt

Insekten geben ein tolles und breit verfügbares Motiv ab – die richtige Technik und Ausrüstung vorausgesetzt.

© Getty Images/Nechaev-Kon

Aufgrund der geringen Größe von häufig weniger als einem Zentimeter ist es schwierig, Insekten formatfüllend abzulichten. Ein Makro-Objektiv mit einem Abbildungsmaßstab von mindestens 1:1 ist absolute Pflicht. Idealerweise mit langer Brennweite, 100 mm oder auch 180 mm, um auch bei Aufnahmen an der Naheinstellgrenze noch genügend Abstand zum Tier zu haben.
Neben der Ausrüstung sind bei statischen Insekten vor allem die Position und die Perspektive entscheidend. Beste Chancen auf eine größere Zahl an Tieren und einen dankenswerten Hintergrund haben Sie an Blumenblüten, Spinnennetzen oder Ameisenstraßen. Fotografieren Sie auf Augenhöhe – bei Bedarf mit hochgeklapptem Display im Live-View – und mit der Sonne im Rücken. Durch das kontraststarke Sonnenlicht kommen Farben und Konturen besser zur Geltung.

Tipp: Zum Sonnenaufgang sind die Tiere noch kalt und bewegen sich langsamer. Ein Zangen- oder Ringblitz hebt Details hervor und unterstreicht beispielsweise die Struktur der Facettenaugen. Schwieriger wird es, wenn Sie Insekten im Flug fotografieren möchten.
 

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Bine in Blütenstaub

Um Bienen im Flug zu fotografieren, brauchen Sie vor allem die richtige Technik. Fokussieren Sie manuell auf die Blüte und warten Sie, bis die Biene im Anflug ist. Eine kurze Verschlusszeit (hier 1/1600 s) ist ebenfalls Pflicht.

© Getty Images/iStockphoto, Kojihirano

Eines der beliebtesten Motive sind hierbei Bienen im Anflug auf eine Blüte. Für eine möglichst hohe Trefferquote sollten Sie manuell auf den Stempel scharfstellen und zugunsten eines großen Schärfebereichs deutlich abblenden. Verwenden Sie eine sehr kurze Verschlusszeit von mindestens 1/1000s und passen Sie den ISO-Wert an die kurze Verschlusszeit und die geschlossene Blende an. Nutzen Sie die Serienbildfunktion und lösen Sie aus, wenn sich eine Biene nähert. Auch hier erleichtert ein Blitz scharfe Ergebnisse.

Haustierfotos auf Augenhöhe

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Hund mit Katze

Im Gegensatz zu Wildtieren lassen sich Fotos mit Haustieren liebevoll arrangieren.

© Getty Images/Ksenia Raykova

Technisch unterscheidet sich die Haustierfotografie kaum von Wildtieraufnahmen, mit dem Unterschied, dass sich Haustierfotos deutlich besser planen lassen. Wichtig ist dabei zunächst die Location. Suchen Sie eine passende Stelle im Haus oder Garten und achten Sie auf einen ruhigen Hintergrund. Wichtig: Fotografieren Sie auch hier immer auf Augenhöhe und richten Sie alles komplett ein, bevor Sie das Tier ins Bild bringen – Haustiere haben einen kurzen Geduldsfaden. Präparieren Sie auch die Tiere, mit Kamm, Bürste oder auch mal einem Fell-Glanzspray. Fotografieren Sie mit Teleobjektiv und heben Sie die Natürlichkeit im Bild hervor. Bei manchen Tierarten wie Pferden können Sie den Blick Richtung Fotograf lenken, indem Sie entsprechende Tierlaute auf dem Handy abspielen.

Wildtiere im Wildpark fotografieren

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Rothirsch

Rothirsche gehören zu den größten deutschen Wildtieren – und sind unter Wildlife-Fotografen entsprechend beliebt.

© Getty Images/Robybenzi

Die größte Herausforderung der Wildtierfotografie sind die Tiere selber. Unter nicht kontrollierbaren Bedingungen einen schönen Bildaufbau, eine ausdrucksstarke Pose und eine gelungene Lichtsetzung zu erzielen, erfordert Geduld und Erfahrung. Abkürzen lässt sich der gesamte Prozess in großen Wildparks. Dort sind die Tiere an Menschen gewöhnt, leichter aufzufinden und oft in größerer Zahl vorhanden. Wer sich auf die Pirsch nach echten Wildtieren wie Hirschen, Dachsen oder Füchsen machen möchte, muss sich vor allem gut vorbereiten. Recherchieren Sie, wann Sie Ihr Tier in welchem Zustand wo antreffen können und legen Sie sich mit einem Teleobjektiv auf die Lauer. Verwenden Sie den Silent-Mode oder aktivieren Sie den Live-View und gegebenenfalls den elektronischen Verschluss, wenn sich das Tier zeigt, um Auslösegeräusche zu verhindern. Behalten Sie auch das Wetter im Auge und packen Sie alles ein, was Sie für einen mehrstündigen, autarken Fototrip benötigen, von vollen Akkus bis hin zu Gummibärchen und Wasserflasche.

> Siehe auch: Tipps für gelungene Wildtierfotos

Fotos im Zoo

Die Tiervielfalt im Zoo ist ein Traum für jeden Fotografen. Mit diesen Tipps gelingen Ihnen eindrucksvolle, natürliche und klare Aufnahmen:

  • 1. Fotografieren durch Scheiben
  • Um Spiegelungen in Scheiben zu vermeiden, sollten Sie mit dem Objektiv möglichst nah an die Scheibe heran (im besten Fall berührt die Sonnenblende das Glas). Schatten Sie gegebenenfalls zusätzlich mit der Hand ab. So vermeiden Sie unschöne Reflexionen im Bild und einen falschen Fokus. Deaktivieren Sie unbedingt den Blitz.
  • 2. Fotografieren durch Gitter
  • Bei grobmaschigen Zäunen und Gittern sollten Sie durch die Lücken fotografieren. Engmaschige Zäune können Sie weitgehend ausblenden, indem Sie möglichst nah an den Zaun herangehen, die Blende Ihres Teleobjektivs komplett öffnen und ein weit entferntes Tier fotografieren.
  • 3. Die richtige Uhrzeit
  • Die perfekte Uhrzeit hängt von mehreren Faktoren ab. Informieren Sie sich vorab im Internet, wann der Zoo wenig frequentiert ist. Im Sommerhalbjahr gelingen die besten Aufnahmen oft kurz bevor der Zoo schließt. Dann sind weniger Besucher da und es ist trotzdem noch hell genug. Fütterungszeiten bringen Vor- und Nachteile. Sie generieren mehr Action, aber auch mehr Besucher.
  • 4. Achtung im Tropenhaus
  • Gewächshäuser und Tropenhäuser bieten schöne Motive, sorgen mit ihrem extrem warmen und feuchten Klima aber dafür, dass Sucher und Sensor in kürzester Zeit komplett beschlagen. Tun Sie sich das nur an, wenn Sie viel Zeit für eine Akklimatisierung im Gepäck haben.
  • 5. Suchen Sie die besten Spots
  • Die meisten Fotografen bleiben stehen und reißen die Kamera hoch, sobald sie ein Tier entdecken. Schauen Sie sich nach dem bestmöglichen Standpunkt um, bevor Sie fotografieren. Häufig sind die Gehege von mehren Seiten zugänglich.

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Löwenpaar

Ein Zoo bietet eine große Vielfalt teils exotischer, an Menschen gewöhnter Tiere.

© Getty Images/Bernard Bialorucki

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Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Über den Autor
Sebastian Sonntag

Der Münchner Sebastian Sonntag ist sowohl freier Journalist, als auch Fotograf. In seinen Arbeiten konzentriert er sich auf die experimentelle Seite der Mode- und Beautyfotografie.