Weil die Sonnenaktivität ihren Höhepunkt erreicht, ist es in diesem Winter möglich, in Deutschland Polarlichter zu fotografieren.
© Dragos Condrea / Freepik2026 bieten sich Fotografinnen und Fotografen in Deutschland außergewöhnlich gute Chancen, Polarlichter festzuhalten: Die Sonne befindet sich im solaren Maximum, der aktivsten Phase ihres rund elfjährigen Zyklus. Diese erhöhte Aktivität führt zu häufigeren Sonnenstürmen, die Polarlichter weiter nach Süden vordringen lassen. Analysen zu Wetter, Lichtverschmutzung und bisherigen Sichtungen zeigen zudem, in welchen Regionen Deutschlands die Bedingungen besonders günstig sind und welche technischen Einstellungen für gelungene Aufnahmen entscheidend sind.
Warum ist 2026 ein besonderes Jahr, um Polarlichter zu fotografieren?
Die Sonnenaktivität erreicht 2026 ihren Höhepunkt innerhalb des aktuellen Zyklus. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Häufigkeit und Intensität geomagnetischer Stürme in diesem Zeitraum besonders hoch ist. Dadurch steigen die Chancen deutlich, Polarlichter nicht nur in Skandinavien, sondern auch in Mitteleuropa zu beobachten. Vergleichbare Bedingungen werden nach aktuellem Stand erst wieder ab etwa 2037 erwartet.
Wann lassen sich Polarlichter in Deutschland fotografieren?
Die beste Zeit für Polarlichter liegt zwischen Oktober und März. Innerhalb dieses Zeitraums gilt der Februar als besonders zuverlässig, da die Nächte lang sind und die statistische Wolkenbedeckung vergleichsweise gering ausfällt. Für Deutschland konzentrieren sich die besten Chancen auf den Winter 2026 bis spätestens März.
Zu welcher Uhrzeit sind Polarlichter am besten sichtbar?
Das optimale Zeitfenster liegt meist zwischen 22:00 und 02:00 Uhr. In diesen Stunden ist der Himmel am dunkelsten, und geomagnetische Aktivität macht sich besonders häufig visuell bemerkbar. Voraussetzung ist ein klarer Himmel ohne dichte Wolken.
Was ist der KP-Index?
Der KP-Index ist ein international verwendetes Maß für geomagnetische Aktivität. Die Abkürzung steht für eine planetarische Kennziffer, die weltweite Störungen des Erdmagnetfeldes beschreibt. Grundlage sind Messungen mehrerer geomagnetischer Observatorien rund um den Globus, deren lokale K-Werte zu einem globalen Mittel zusammengeführt werden. Der Index reicht von 0 bis 9 und bildet Magnetfeldschwankungen in Zeitfenstern von jeweils drei Stunden ab, die durch den Sonnenwind ausgelöst werden. Für Sichtungen von Polarlichtern in Deutschland gelten Werte ab etwa KP 6 als relevant.
Wo finde ich den KP-Index für meine Region?
Aktuelle KP-Index-Werte und Vorhersagen werden von mehreren spezialisierten Plattformen zur Weltraumwetter-Beobachtung bereitgestellt. Zu den wichtigsten Quellen zählt das Deutsche GeoForschungsZentrum Helmholtz-Zentrum Potsdam, das unter kp.gfz.de offizielle KP-Daten veröffentlicht. Ebenfalls weit verbreitet ist SpaceWeatherLive (spaceweatherlive.com/de), das aktuelle Messwerte und Prognosen übersichtlich darstellt. Speziell auf Polarlichtbeobachtungen ausgerichtet sind Angebote wie polarlicht-vorhersage.de, auroraforecast.me sowie wetterblick.com/polarlicht-vorhersage, die geomagnetische Aktivität mit regionalen Wetterdaten kombinieren.
Warum ist Lichtverschmutzung beim Fotografieren von Polarlichtern entscheidend?
Künstliche Lichtquellen hellen den Nachthimmel auf und reduzieren den Kontrast zwischen Polarlicht und Hintergrund deutlich. Feine Strukturen, Farbverläufe und schwache Erscheinungen werden dadurch schnell überstrahlt oder gar unsichtbar. Wer Polarlichter fotografieren möchte, sollte daher möglichst große Distanz zu Städten, Industrieanlagen und Straßenbeleuchtung einhalten und dunkle, ländliche Regionen aufsuchen.
Wo kann man Polarlichter im Norden Deutschlands fotografieren?
An der Spitze steht die Insel Rügen. Sie kombiniert eine vergleichsweise geringe Wolkenbedeckung mit zahlreichen dokumentierten Polarlichtsichtungen im vergangenen Jahr. Ebenfalls sehr gute Bedingungen bietet Sylt, wo kurze Tageslängen im Winter und viele Sichtungsmeldungen zusammentreffen. Fehmarn profitiert vor allem von niedriger Lichtverschmutzung und günstigen Wetterwerten.
Wo sieht man Polarlichter in Deutschland abseits der Küste?
Auch Mittelgebirge bieten gute Chancen. Der Harz überzeugt durch relativ viele gemeldete Sichtungen und eine moderate Wolkenbedeckung. Die Eifel fällt besonders durch die hohe Zahl dokumentierter Polarlichtbeobachtungen auf. Weiter südlich erreichen die Schwäbische Alb und die Rhön solide Platzierungen, vor allem wegen günstiger Wolkenwerte.
Wie lassen sich Polarlichter mit dem Smartphone fotografieren?
Moderne Smartphones ermöglichen Aufnahmen auch bei sehr wenig Licht. Wichtig ist die Aktivierung des Nachtmodus oder eines manuellen Pro-Modus. Der Fokus sollte manuell eingestellt, der Blitz deaktiviert werden. Ein ISO-Wert ab etwa 1600 und ein Weißabgleich um 3200 Kelvin sorgen für natürlichere Farben.
Welche Belichtungszeit braucht man, um Polarlichter zu fotografieren?
Helle Polarlichter lassen sich mit kurzen Belichtungszeiten von etwa ein bis fünf Sekunden aufnehmen. Schwächere Erscheinungen erfordern längere Belichtungen von 20 bis 30 Sekunden. Um Verwacklungen zu vermeiden, sollte das Smartphone möglichst stabil gehalten oder auf einem Stativ fixiert werden.
Warum ist das Querformat bei Polarlichtfotos empfehlenswert?
Im Querformat lässt sich ein größerer Himmelsausschnitt abbilden. Das erhöht die Chance, Bögen, Vorhänge und Farbverläufe der Polarlichter vollständig einzufangen und unterstützt eine ausgewogene Bildkomposition.
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