Günter Rössler zum 100. Geburtstag

Das Deutsche Fotomuseum in Markkleeberg widmet dem Fotografen Günter Rössler eine Sonderausstellung. Anlass ist sein 100. Geburtstag, den er am 6. Januar gefeiert hätte.

Günter Rössler arbeitete häufig mit nicht professionellen Modellen – ihre natürliche Ausstrahlung und ungekünstelte Präsenz prägen die unmittelbare Wirkung seiner Aktfotografien.

Günter Rössler arbeitete häufig mit nicht professionellen Modellen – ihre natürliche Ausstrahlung und ungekünstelte Präsenz prägen die unmittelbare Wirkung seiner Aktfotografien.

© Günter Rössler

Am 6. Januar 2026 wäre Günter Rössler 100 Jahre alt geworden. In Markkleeberg erinnert das Deutsche Fotomuseum mit einer Sonderausstellung an einen Fotografen, der die Aktfotografie in der DDR wie kaum ein anderer geprägt hat. Gezeigt werden ausgewählte Arbeiten aus dem Museumsarchiv, die Rösslers fotografisches Lebenswerk und seinen anhaltenden Einfluss dokumentieren.

Ein Leipziger mit klassischer Ausbildung

Günter Rössler wurde am 6. Januar 1926 in Leipzig geboren und blieb der Stadt zeitlebens verbunden. Nach einer Lehre und Tätigkeit als Fotolaborant studierte er von 1947 bis 1950 Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Diese fundierte Ausbildung legte den Grundstein für seine spätere stilistische Sicherheit und handwerkliche Präzision.

Welche Stationen prägten den beruflichen Werdegang von Günter Rössler?

Ab 1951 arbeitete Rössler freiberuflich als Mode-, Reportage- und Werbefotograf für Agenturen und Werbebüros. Über Jahrzehnte hinweg fotografierte er regelmäßig für führende DDR-Publikationen, darunter Modemagazine wie „Sibylle“ und „Modische Maschen“ sowie für „Das Magazin“ und Fachzeitschriften wie „Fotografie“ und das „Fotokino-Magazin“.

Günter Rössler und die Entwicklung seiner Aktfotografie

In den 1960er-Jahren verlagerte Rössler seinen Schwerpunkt zunehmend auf die Aktfotografie und wurde zu einem Pionier dieses Genres in der DDR. Seine Schwarzweißaufnahmen sind geprägt von schlichten Kompositionen, skulpturaler Körperlichkeit und einer bemerkenswerten Natürlichkeit. Häufig arbeitete er mit nicht professionellen Modellen, was den Bildern eine besondere Unmittelbarkeit verleiht.

Warum sorgte Günter Rössler auch öffentlich für Aufsehen?

1979 zeigte das Kunsthaus Grimma (heute Kreismuseum Grimma) Rösslers erste große Aktausstellung. Sie erregte in der DDR breite Aufmerksamkeit und wurde sogar von Schulklassen besucht, da die Arbeiten offiziell als nicht anstößig galten. Internationale Beachtung folgte 1984, als der „Playboy“ unter dem Titel „Mädchen der DDR“ eine umfangreiche Fotostrecke mit seinen Bildern veröffentlichte. Den späteren Vergleich mit Helmut Newton nahm Rössler selbst stets mit Distanz auf.

Anerkennung, Mitgliedschaften und Privates

1981 wurde Rössler in den Verband Bildender Künstler der DDR aufgenommen, 1996 folgte die Berufung in die Deutsche Gesellschaft für Photographie. Privat war er zweimal verheiratet. Seine zweite Ehefrau, das frühere Modell Kirsten Schlegel, blieb auch nach der Wende seine kreative Partnerin bei gemeinsamen Projekten. Günter Rössler starb am 31. Dezember 2012 in Leipzig.

Ausstellung zum 100. Geburtstag im Überblick

Die Sonderausstellung ist vom 4. Januar bis zum 9. August 2026 im Deutschen Fotomuseum in Markkleeberg zu sehen. Das Museum ist täglich außer montags von 13 bis 18 Uhr geöffnet.

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