Sony World Photography Awards 2026: Citlali Fabián gewinnt Hauptpreis
Die Sony World Photography Awards 2026 (SWPA) haben in London ihre wichtigsten Preise vergeben. Den Hauptpreis erhielt Citlali Fabián, daneben zeigen auch die Sieger des Professional-Wettbewerbs, wie breit das fotografische Spektrum der diesjährigen Ausgabe reicht.
„Mitzy Violeta Cortez “ aus der Serie Bilha, Geschichten meiner Schwestern, von Citlali Fabián, der Fotografin des Jahres und Siegerin im Profi-Wettbewerb in der Kategorie „Creative“ bei den Sony World Photography Awards 2026. Mitzy ist Teil von „Indigenous Futures“, einem Netzwerk, das die Klimakrise aus der Perspektive indigener Völker diskutiert. Sie hat an Foren wie der COP26 und der COP30 teilgenommen. In diesem Porträt wird Mitzy zusammen mit ihren Vorfahren und zukünftigen Generationen als geeinte Front zur Verteidigung ihres Territoriums dargestellt.
Die Gesamtsieger der Sony World Photography Awards 2026 stehen fest. In London wurden jetzt die Preisträger des renommierten Fotowetbewerbs bekanntgegeben. Den Hauptpreis erhält die mexikanische Künstlerin Citlali Fabián (Instagram) für ihre Serie „Bilha, Stories of my Sisters“. Außerdem wurden die Sieger in den Wettbewerben Professional, Open, Student und Youth bekanntgegeben. Die Ausstellung mit mehr als 300 Abzügen läuft vom 17. April bis 4. Mai 2026 im Somerset House in London.
Warum die Sony World Photography Awards 2026 wichtig bleiben
Die Sony World Photography Awards finden 2026 zum 19. Mal statt. Der Wettbewerb zählt weiter zu den international wichtigsten Plattformen für zeitgenössische Fotografie. Die hohe Zahl der Einreichungen – Mehr als 430.000 Bilder aus über 200 Ländern und Gebieten wurden eingereicht – zeigt seine enorme Reichweite. Zugleich machen die Awards sichtbar, welche Themen, Erzählweisen und Bildsprachen derzeit international Aufmerksamkeit finden.
Wer ist die Fotografin des Jahres bei den Sony World Photography Awards?
Den Titel „Photographer of the Year 2026“ erhielt Citlali Fabián. Die Künstlerin stammt aus der indigenen Yalalteca-Gemeinschaft in Mexiko, lebt derzeit in London und beschäftigt sich in ihrer Arbeit mit Identität, Territorium, Migration und Gemeinschaft. Mit dem Hauptpreis sind 25.000 US-Dollar, Sony-Digital-Imaging-Ausrüstung und die Möglichkeit einer Einzelausstellung bei den Sony World Photography Awards 2027 verbunden.
Was zeigt „Bilha, Stories of my Sisters“ bei den SWPA 2026?
Fabiáns Siegerarbeit verbindet inszenierte Porträts mit digitalen Illustrationen. Im Mittelpunkt stehen Frauen aus indigenen Gemeinschaften in Oaxaca, die sich in Bereichen wie Recht, Linguistik, Kunst und Ökologie engagieren. Das Projekt entstand in enger Zusammenarbeit mit den Porträtierten und will jungen Mädchen Vorbilder aus den eigenen Gemeinschaften zeigen. Die grafischen Elemente greifen Symbole und Motive auf, die den Lebensweg und das kulturelle Erbe der Frauen spiegeln.
Wie begründet die Jury den Sieg bei den Sony World Photography Awards?
Juryvorsitzende Monica Allende betont, dass Citlali Fabián mit ihrer Arbeit Fragen von Sichtbarkeit und Repräsentation aufgreife. Entscheidend sei, dass die porträtierten Frauen nicht nur Motiv bleiben, sondern an ihrer Darstellung mitwirken. Damit rücke die Serie Frauen ins Zentrum, deren Leistungen und Lebenswege oft zu wenig Beachtung fänden.
Welche Professional-Gewinner bei den Sony World Photography Awards herausragen
Die zehn Sieger des Professional-Wettbewerbs decken 2026 ein breites thematisches Feld ab. In Architektur & Design gewann Joy Saha (Instagram) aus Bangladesch mit „Homes of Haor“, einer Serie über die traditionelle Bauweise in der Haor-Region, wo Häuser auf erhöhten Hügeln stehen, die während des Monsuns zu Inseln werden. In der Kreativ-Sparte setzte sich Citlali Fabián mit „Bilha, Stories of My Sisters“ durch.
Santiago Mesa (Instagram) aus Kolumbien gewann im Bereich Dokumentarprojekte mit „Under the Shadow of Coca“, einer Arbeit über Bauern, deren Lebensunterhalt vom Kokaanbau abhängt, und über die bewaffnete Gruppe, die den Kokainhandel in Kolumbien kontrolliert. Isadora Romero (Instagram) aus Ecuador wurde in Umwelt für „Notes on How to Build a Forest“ ausgezeichnet. Die Serie beschreibt Wälder als kulturelle Territorien, die von menschlichen und nicht-menschlichen Gruppen geprägt werden.
Welche Serien in Landschaft, Porträt und Sport ausgezeichnet wurden
Dafna Talmor (Instagram) aus dem Vereinigten Königreich gewann in Landschaft mit „Constructed Landscapes“. Sie verwandelt handgedruckte und collagierte Farbnegative aus ihrem Archiv in abstrakte Landschaftsbilder. Den Preis in Perspektiven erhielt Seungho Kim (Instagram) aus der Republik Korea für „Sunny Side Up: A Portrait of the Most Average K-Parenting Today“, einen Blick auf das Alltagsleben seiner Familie. Für Porträt wurden Jean-Marc Caimi (Instagram) und Valentina Piccinni (www.caimipiccinni.com) aus Italien mit „The Faithful“ ausgezeichnet, einer Serie über die Menschenmengen auf dem Petersplatz zwischen dem Tod eines Papstes und der Wahl des nächsten.
Todd Antony (Instagram) aus Neuseeland setzte sich in Sport mit „Buzkashi“ durch, einer Serie über den traditionellen Reitersport aus Tadschikistan. Vilma Taubo (Instagram) aus Norwegen gewann im Stillleben mit „Talking Without Speaking“; ihre Bilder zeigen Alltagsgegenstände, die zu Symbolen des Protests geworden sind. In Tiere & Natur erhielt Will Burrard-Lucas (Instagram) aus dem Vereinigten Königreich den Preis für „Crossing Point“. Die Arbeit entstand mit einer ferngesteuerten Kamerafalle im Maasai Mara Nationalreservat in Kenia, die an einer bewaldeten Flussquerung zahlreiche Wildtiere aufnahm.
Welche deutschen Fotografen bei den SWPA 2026 auffallen
Auch deutsche Fotografen erreichten in mehreren Professional-Kategorien Spitzenplätze. Andreas Secci (Instagram) kam in Landschaft auf Rang zwei mit abstrakten Luftaufnahmen von Austernfarmen an der Küste der Normandie und Bretagne. Marisa Reichert (Instagram) belegte in Porträt Platz zwei mit „be:longing“, einer Serie über ältere muslimische Trans-Personen in Yogyakarta auf Java. Wolfgang Duerr (Instagram) erreichte in Tiere & Natur Rang drei mit „WILD“, einer per Bewegungssensor ausgelösten Schwarz-Weiß-Serie von Wildtieren in Aktion.
Wer gewann Open, Student und Youth bei den Sony World Photography Awards?
Im Open-Wettbewerb setzte sich Elle Leontiev (Instagram) aus Australien durch. Ihr Siegerbild „The Barefoot Volcanologist“ zeigt Phillip Yamah, einen autodidaktischen Vulkanologen, auf der Insel Tanna in Vanuatu. Dafür erhält sie 5.000 US-Dollar und Sony-Digital-Imaging-Ausrüstung.
Im Student-Wettbewerb gewann Jubair Ahmed Arnob (Instagram) aus Bangladesch von Counter Foto – A Center for Visual Arts. Seine Serie „The Place Where I Used To Play“ erzählt vom Wandel der Green Model Town in Dhaka, wo Stadtentwicklung Alltag und Topografie der Vororte verändert. Als „Youth Photographer of the Year“ wurde der 16-jährige Schwede Philip Kangas (Instagram) ausgezeichnet. Sein Bild „Saving History from the Flames“ zeigt zwei Feuerwehrleute, die während eines Brandes ein Kunstwerk aus der Königlichen Kunstakademie in Stockholm tragen.
Ehrenpreis für Joel Meyerowitz
Mit dem Preis für den „Outstanding Contribution to Photography 2026“ ehren die Sony World Photography Awards den US-Fotografen Joel Meyerowitz (Instagram). Sein Werk war in mehr als 350 Ausstellungen weltweit zu sehen, zudem hat er 57 Bücher veröffentlicht. Meyerowitz gilt als einer der prägenden Vertreter der Farbfotografie und erhält in London eine Sonderpräsentation.
In der Ausstellung sind unter anderem Arbeiten aus seiner Serie „Europa“ aus den Jahren 1966 bis 1967 sowie zwei neue Künstlervideos zu sehen. Damit ergänzt die Schau die aktuellen Gewinnerprojekte um eine historische Perspektive.
Fotos der SWPA-Preisträger in der Galerie
„Der barfüßige Vulkanologe“ (2026) von Elle Leontiev, Photographer of the Year, Siegerin der Open Competition, Portraiture, bei den Sony World Photography Awards 2026: Auf den Ascheebenen des Mount Yasur auf der Insel Tanna in Vanuatu steht Phillip, ein international anerkannter, autodidaktischer Vulkanologe, barfuß auf einem vulkanischen Gesteinsbrocken. Er trägt einen Lava-Schutzanzug, den ihm einige zu Besuch weilende Forscher geschenkt haben, während hinter ihm der Vulkan schwelt und eine Wolke aus Gas und Schwefel in den Himmel schickt. Phillip wuchs unterhalb des aktiven Vulkans auf, und dieses Porträt fängt ihn in seinem Element ein.
Juan Jacobo Castillo Barreras Foto „Atelopus seminiferus“ zeigt die Oberamazonas-Stumpfkröte, eines der beeindruckendsten Amphibien der Welt. Nachdem er Tausende von Kilometern zurückgelegt und mehrere Stunden zu Fuß unterwegs gewesen war, begegnete der Fotograf in San Martín, Peru, diesem männlichen Exemplar, das mit seinem Gesang versuchte, ein Weibchen anzulocken.
„Erhöhte Gehöftanlage“ (2026) von Joy Saha, Gewinner der Kategorie Architektur & Design im Profi-Wettbewerb der Sony World Photography Awards 2026. Sahas Serie „Homes of Haor“ dokumentiert die traditionelle Architektur von Ashtagram, Kishoreganj, in der Haor-Region von Bangladesch. Hier werden Häuser auf natürlichen Erhebungen gebaut, die während des Monsuns zu Inseln werden, umgeben von saisonalem Hochwasser, und Boote werden zum wichtigsten Fortbewegungsmittel. Aus der Vogelperspektive bilden die Siedlungen unverwechselbare Muster, die durch Höhenlage, Wasser und Funktion geprägt sind. Erhöhte Straßen, gruppierte Wohnhäuser und sorgfältig angelegte Viehhaltungsbereiche zeigen, wie ländliche Gemeinschaften ihre gebaute Umwelt an eine von Wasser geprägte Landschaft anpassen.
Der Sieg bei den Sony World Photography Awards 2026 in der Kategorie Dokumentation ging an Santiago Mesa aus Kolumbien. In seiner Serie „Im Schatten des Kokastrauchs“ dokumentiert Mesa die Situation im südkolumbianischen Departement Putumayo, wo der Kokaanbau nach wie vor eine der wenigen wirtschaftlichen Optionen für ländliche Familien in dieser vernachlässigten Region an der Grenze zu Ecuador und Peru. Mesu begleitet Bauern und Familien, deren Lebensunterhalt von einer illegalen Wirtschaft abhängt, die von Armut, schwacher staatlicher Präsenz und bewaffneter Kontrolle geprägt ist, sowie Mitglieder der Comandos de la Frontera, der bewaffneten Gruppe, die das Gebiet und den Kokainhandel kontrolliert. Diese Bild zeigt Darwin, einen jungen venezolanischen Kokablattpflücker (Raspachín), der sich auf frisch geernteten Kokablättern ausruht, bevor diese verarbeitet werden. Für viele Migranten ist die Kokablatt-Ernte eine der wenigen verlässlichen Einkommensquellen.
Der Sieg in der Kategorie Umwelt bei den Sony World Photography Awards 2026 geht an Isadora Romero aus Ecuador. Das Bild „Anmerkungen zum Aufbau eines Waldes“ (2026) zeigt Yessenia Morales, eine der neuen Gemeindevorsteherinnen von Yunguilla in der Andenregion des ecuadorianischen Chocó. „Notizen zum Aufbau eines Waldes“ ist ein Fotoprojekt, das in Ecuador in den Gebieten Mache Chindul und Yunguilla entstanden ist – Landschaften, die von vielschichtigen Geschichten der Besiedlung und der Beziehungen zum Wald geprägt sind. Durch dokumentarische und experimentelle Fotografie, die Infrarot-, Wärmebild- und Lochkamera-Techniken sowie mit Pilzen bearbeitete Gemeinschaftsarchive umfasst, lädt die Fotografin uns ein, „uns vorzustellen, wie andere Organismen den Wald wahrnehmen und wie der Wald wiederum uns beobachtet“. Im Dialog mit wissenschaftlichen Erkenntnissen konstruiert die Arbeit eine vielstimmige Erzählung, die Wälder als pluralistische, komplexe und kulturelle Räume versteht und so die Möglichkeiten erweitert, wie Naturschutz gedacht werden kann.
„Constructed Landscapes“ ist der Name der Serie von Fotografin Dafna Talmor, der Gewinnerin im Profi-Wettbewerb der , Sony World Photography Awards 2026, in der Kategorie Landschaft. Die Serie basiert auf dem persönlichen Archiv der Fotografin. Sie verwendet handgedruckte und collagierte Farbnegative, die sie zu abstrakten Landschaftsdarstellungen umgestaltet. Gezielte, nicht näher bezeichnete Orte – Stätten, die andernfalls mit persönlichen und politischen Konnotationen behaftet sein könnten – werden collagiert und neu interpretiert, wodurch sie zu Räumen von größerer Universalität werden. Diese inszenierten Landschaften spielen auf idealisierte und utopische Räume an und verweisen auf die Geschichte der Fotografie, von den Kombinationsdruckverfahren der Pictorialisten bis hin zum zeitgenössischen Diskurs, wobei sie das „Reale“ und das Imaginäre miteinander verschmelzen. Auf diese Weise verkörpert das Werk eine Vielzahl von Blickwinkeln und widersetzt sich spielerisch fotografischen Traditionen und westlichen Bildkonventionen, die singuläre, feststehende und idealisierte Sichtweisen verkörpern.
„The Partnership“ aus der Serie „Sunny Side Up“ von Seungho Kim. Der Fotograf, Sieger in der Kategorie Perspektiven des Profi-Wettbewerbs der Sony World Photography Awards 2026, zeichnet ein Porträt einer durchschnittlichen koreanischen Familie. Hintergrund: Südkorea steht am Scheideweg. Im Jahr 2023 erreichte die Geburtenrate des Landes mit 0,72 Kindern pro Frau einen Rekordtiefstand, während mittlerweile mehr als sechs Millionen Haushalte den Sinn der Familie in ihren Hunden finden. Die Wahl zwischen einem Kind und einem Haustier ist zu einer ironischen Realität geworden. Seungho Kim entschied sich jedoch, beide Enden dieses Spektrums „auf die heiße Bratpfanne des Lebens“ zu legen. Diese Fotos sind seine „sonnige Seite“: eine zerbrechliche, lebendige und wunderschön chaotische Dokumentation der K-Parenting-Welt, die vor uns liegt.
Jean-Marc Caimi & Valentina Piccinni aus Italien heißen die Sieger der Porträt-Kategorie im Profi-Wettbewerb der Sony World Photography Awards 2026. Ihre Serie: „The Faithful“ entstand am 7. Mai 2025, dem ersten Tag des Konklaves nach dem Tod von Papst Franziskus. Zwischen dem Tod eines Papstes und der Wahl des nächsten versammelten sich Menschenmengen auf dem Petersplatz in der Vatikanstadt zu einem Ereignis, das gleichzeitig als heiliges Ritual und globales Spektakel fungiert. Die Fotografen erklären, dass die Pilgerfahrt Züge eines Fandom annahm, da Rosenkränze, Fahnen und Gebetsgesten in vollem Bewusstsein der anwesenden Kameras und Medien vollzogen wurden. Individuelle Frömmigkeit entfaltete sich „innerhalb einer Choreografie, die durch Massenbeteiligung und weltweite Übertragung geprägt war“. Die Porträts dieser Serie fangen dieses „doppelte Bewusstsein“ ein: Gläubige, die in einem mediatisierten öffentlichen Raum Glaubensakte vollziehen, wo persönliche Überzeugung mit einer Inszenierung im Stadionmaßstab verschmilzt.
Eine afrikanische Savannenelefantin und ihr Kalb überqueren gemeinsam im Schutz der Dunkelheit den Fluss. Sichere Korridore wie dieser sind für Brutherden unerlässlich, da sie es den Jungtieren ermöglichen, sich zwischen Futterplätzen und Wasserstellen zu bewegen, ohne gestört zu werden. Dieses Bild aus der Serie „Crossing Point“ des Fotografen Will Burrard-Lucas entstand – wie die ganze Serie – mithilfe einer ferngesteuerten Kamerafalle, die an einer bewaldeten Flussüberquerung im Maasai Mara National Reserve in Kenia installiert wurde. Die Kamera lief drei Monate lang ununterbrochen. Obwohl der Hauptzweck die Überwachung zum Artenschutz war, ermöglichte das System auch die kreative Beleuchtung nächtlicher Szenen und zeigte die Tierwelt und den Lebensraum auf dramatische Weise, wie man sie selten zu sehen bekommt. Dafür gab es den Sony World Photography Award in der Profi-Kategorie Wildlife & Nature.
Die Norwegerin Vilma Taubo gewinnt die Kategorie Stillleben bei den Sony World Photography Awards 2026. Das Bild „Rubber Duck“ stammt aus der Serie „Talking Without Speaking“, die Alltagsgegenstände zeigt, die zu Symbolen des Protests geworden sind. Jeder dieser Gegenstände lässt sich mit einer bestimmten historischen Epoche, einem bestimmten Kampf um Rechte oder einem bestimmten Land in Verbindung bringen. Die gelbe Gummiente war in Thailand im öffentlichen Raum und in Protest‑Kontexten ein wiederkehrendes Symbol, etwa im Rahmen von Protesten gegen die Regierung 2010–2014, wo sie als sanftes, aber subversives Symbol für Zivilcourage und Widerstand eingesetzt wurde.
„Against the Reins“ aus der Serie „Buzkashi“ brachte Todd Antony den Sieg in der Kategorie Sport beim Profi-Wettbewerb der Sony World Photography Awards 2026 ein. Buzkashi (was auf Persisch wörtlich „Ziegenziehen“ bedeutet) ist der wilde, uralte Sport Tadschikistans. Er ähnelt dem Polo, doch gibt es keine Mannschaften und keine Begrenzungen. Der Ball ist der ausgeweidete, kopflose Kadaver einer Ziege, und das Ziel ist brutal einfach: ihn ergreifen, festhalten, sich befreien. Das Spiel entstand unter den nomadischen Reitervölkern Zentralasiens, wo Kraft und Reitkunst Maßstäbe für die Identität waren. Seit Jahrhunderten stürzen sich Chapandaz (Reiter) in diese brodelnde Masse aus Hufen und Körpern und kämpfen um Ehre und einen Moment klaren Himmels inmitten des Staubs.
„Wo einst das Wasser war“ (2026) aus der Serie „Der Ort, an dem ich früher spielte“ von Jubair Ahmed Arnob, Student Photographer of the Year bei den Sony World Photography Awards 2026. In Dhaka, Bangladesch, fotografierte Arnob den Balu-Fluss, der heute ein provisorischer Spielplatz ist. Ein einsames Pferd beobachtet still, wie sich Menschen versammeln und inmitten einer verschwindenden Landschaft Freude und Zusammengehörigkeit zurückgewinnen. Dieses Bild eröffnet die Serie und spiegelt wider, wie Gemeinschaften Erinnerungen bewahren, auch wenn die Urbanisierung die Vergangenheit auslöscht.
„Konco Wingking: Stärke in der Stille“ (2026) von Heun Jung Kim, spiegelt die traditionelle Rolle javanischer Frauen wider, die ihre Ehemänner unterstützen. Auch wenn sich die Rolle der Frauen weiterentwickelt hat, prägen viele das Familienleben nach wie vor still im Hintergrund. Dieses Porträt thematisiert Tradition, Identität und Stärke durch den Kontrast zwischen dem Hijab der Porträtierten und dem Mantel ihres Mannes.
„Die Geschichte vor den Flammen retten“ (2026) von Philip Kangas, Jugendfotograf des Jahres und Sieger im Jugendwettbewerb bei den Sony World Photography Awards 2026: Als in der Königlichen Akademie der Bildenden Künste im Zentrum von Stockholm ein Feuer ausbrach, arbeiteten die Feuerwehrleute hart daran, den Brand einzudämmen, und begannen, Kunstwerke in Sicherheit zu bringen.
„Mitzy Violeta Cortez “ aus der Serie Bilha, Geschichten meiner Schwestern, von Citlali Fabián, der Fotografin des Jahres und Siegerin im Profi-Wettbewerb in der Kategorie „Creative“ bei den Sony World Photography Awards 2026. Mitzy ist Teil von „Indigenous Futures“, einem Netzwerk, das die Klimakrise aus der Perspektive indigener Völker diskutiert. Sie hat an Foren wie der COP26 und der COP30 teilgenommen. In diesem Porträt wird Mitzy zusammen mit ihren Vorfahren und zukünftigen Generationen als geeinte Front zur Verteidigung ihres Territoriums dargestellt.
Wo ist die Ausstellung der Sony World Photography Awards 2026 zu sehen?
Die Ausstellung im Somerset House in London läuft vom 17. April bis 4. Mai 2026. Zu sehen sind mehr als 300 Abzüge, zahlreiche Arbeiten auf digitalen Displays sowie die Sonderpräsentation zu Joel Meyerowitz.
Nach der Londoner Station soll die Ausstellung auch wieder nach Berlin kommen. Wie fotoMAGAZIN.de auf Nachfrage erfuhr, ist die Präsentation im Willy-Brandt-Haus vom 9. Oktober 2026 bis 10. Januar 2027 geplant.