„Der fliegende Engels“: Die Bronzestatue von Friedrich Engels am Kranhaken während ihrer Montage am Marx-Engels-Denkmal in Berlin-Mitte, 1986. Das ikonische Foto der Montage mit Fernsehturm und Nikolaikirche im Hintergrund stammt von Sibylle Bergemann und ist im MoMA New York ausgestellt.
© Sibylle Bergemann / OstkreuzAm 19. Februar 2026 hat die Deutsche Gesellschaft für Photographie (DGPh) in Köln zentrale Resultate der Machbarkeitsstudie „DGPh Netzwerk DDR-Foto“ online gestellt. Die Untersuchung wurde 2024 durchgeführt, von der Kulturstiftung der Länder gefördert und erfasst erstmals umfassend fotografische Archive aus der DDR. Ziel ist es, Umfang, Zustand und Perspektiven dieser Bestände transparent zu machen und eine Grundlage für Forschung und Sicherung zu schaffen.
Netzwerk DDR-Foto bündelt erstmals Bestände
Fotografie hatte in der DDR sowohl als künstlerisches Ausdrucksmittel als auch als dokumentarisches und staatlich beeinflusstes Medium große Bedeutung. Entstanden ist ein vielschichtiges Bildgedächtnis, das gesellschaftliche Entwicklungen ebenso dokumentiert wie individuelle Handschriften. Eine systematische Gesamtübersicht fehlte bislang.
Die Studie zum Netzwerk DDR-Foto hat mehr als 200 fotografische Einzelarchive sowie rund 50 Institutionen erfasst. Hinzu kommen zahlreiche Publikationen und Ausstellungen, die in die Analyse einbezogen wurden.
Wie ist der Zustand der DDR-Fotobestände?
Die Auswertung zeigt ein starkes Engagement von Archiven, Initiativen und Privatpersonen bei der Bewahrung fotografischer Nachlässe. Gleichzeitig macht sie deutlich, dass sich viele Bestände in privater Hand befinden, unzureichend erschlossen sind und damit langfristig gefährdet bleiben.
Mit der Veröffentlichung der Ergebnisse entsteht nun eine zentrale Referenzplattform. Sie informiert über institutionelle Sammlungen, deren Bearbeitungsstand sowie über Literatur und Ausstellungsgeschichte zur DDR-Fotografie.
Netzwerk DDR-Foto als Basis für Forschung
Das Netzwerk DDR-Foto versteht sich als Ausgangspunkt für weiterführende wissenschaftliche Arbeiten und als Instrument zur nachhaltigen Sicherung dieses fotografischen Erbes. In einem nächsten Schritt sollen auch Informationen zu Archiven einzelner Fotografinnen und Fotografen veröffentlicht werden.
Auftraggeberin der Machbarkeitsstudie ist die Deutsche Gesellschaft für Photographie e. V. Die Durchführung lag bei der Fotohistorikerin Annekathrin Müller in Leipzig. Gefördert wurde das Projekt von der Kulturstiftung der Länder; die Teilpublikation der Ergebnisse unterstützte das Kulturwerk der VG Bild-Kunst.
Zentrale Ergebnisse der Studie hier auf der Webseite der DGPh einsehen.
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