Authentizität, dokumentarisches Erzählen und eine analoge Anmutung zählen laut Aftershoot zu den prägenden Fotografie-Trends 2026.
© Fran Ortiz / Montage: adobe fireflyAftershoot ist eine auf professionelle Fotograf:innen spezialisierte Softwarelösung, die zentrale Arbeitsschritte in der Nachbearbeitung automatisiert. Das 2020 gegründete Unternehmen unterstützt Anwender:innen unter anderem bei Bildauswahl, Bearbeitung und Retusche. Auf Grundlage von Gesprächen mit international tätigen Hochzeits-, Porträt- und Dokumentarfotograf:innen hat Aftershoot analysiert, welche fotografischen Entwicklungen im Jahr 2026 prägend sein könnten DE_Press Release.
Fotografie-Trends 2026: Emotion vor technischer Perfektion
Nach Einschätzung der von Aftershoot befragten Fotograf:innen verliert makellose Inszenierung zunehmend an Bedeutung. Stattdessen rücken Bilder in den Vordergrund, die Unmittelbarkeit und echte Emotionen zeigen. „Was kommt, ist mehr Menschlichkeit und weniger Pose“, beschreibt der international tätige Hochzeitsfotograf Fran Ortiz diese Entwicklung. Unschärfen oder technische Brüche würden nicht länger als Fehler wahrgenommen, sondern als Teil einer ehrlichen Bildsprache.
Warum gewinnen erzählerische Bildstrecken an Bedeutung?
Ein weiterer von Aftershoot identifizierter Trend ist die Abkehr vom einzelnen ikonischen Bild hin zu zusammenhängenden Bildfolgen. Fotograf Paul Williams beobachtet eine zunehmende Orientierung an dokumentarischen Erzählweisen, bei denen Nähe und inhaltliche Tiefe wichtiger sind als visuelle Effekte. Gerade in der Hochzeitsfotografie gehe es weniger um perfekt geplante Abläufe als um die authentische Geschichte eines Tages, ergänzt Hochzeitsfotograf Joy Zamora.
Analoge Anmutung und zeitlose Bildsprache
Auch analoge Ästhetiken spielen laut Aftershoot eine wachsende Rolle. Gemeint ist dabei nicht zwingend die Rückkehr zur analogen Technik, sondern eine Bildsprache mit Körnung, weichen Kontrasten und zurückhaltender Farbgebung. „Analoges ist unperfekt und hat Seele“, so Paul Williams. Ziel sei eine zeitlose Wirkung, die über kurzfristige visuelle Trends hinaus Bestand habe.
Welche Rolle spielt KI bei den Fotografie-Trends 2026?
Künstliche Intelligenz wird nach Einschätzung von Aftershoot künftig vor allem im Hintergrund wirken. Die Porträtfotografin Esther Kay betont, dass KI Werkzeuge für Auswahl und Bearbeitung effizienter mache, ohne die kreative Kontrolle zu übernehmen. Der gestalterische Kern fotografischer Arbeit bleibe menschlich und werde sogar an Bedeutung gewinnen, da technische Abläufe zunehmend automatisiert seien.
Persönliche Marken und identitätsorientierte Fotografie
Aftershoot sieht zudem eine stärkere Ausrichtung auf persönliche Marken. Fotografien sollen weniger zeigen, wie Menschen aussehen, sondern vermitteln, wofür sie stehen. Esther Kay spricht in diesem Zusammenhang von Bildern als Ausdruck von Identität. Auch Fran Ortiz verweist darauf, dass soziale Plattformen heute weniger als Schaufenster funktionieren, sondern als Orte persönlicher Kommunikation.
Insgesamt zeichnen die von Aftershoot gesammelten Einschätzungen das Bild einer Fotografie, die sich 2026 stärker an Nähe, Authentizität und erzählerischer Tiefe orientiert. Technische Werkzeuge unterstützen diesen Wandel, während emotionale Glaubwürdigkeit zum zentralen Qualitätsmerkmal wird.
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